Gerd Presler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gerd Presler (2004)

Gerd Presler (* 27. November 1937 in Hannover) ist ein deutscher Theologe, Religionspädagoge und Kunstwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerd Presler studierte nach dem Besuch des altsprachlichen Gymnasiums bis 1958 (Oldenburg, Dortmund) Germanistik, Philosophie, evangelische Theologie, Pädagogik und Kunstgeschichte an den Universitäten Münster, Berlin und Kopenhagen. An der Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität schrieb er bei Ernst Haenchen eine 1970 abgeschlossene Dissertation über den dänischen Philosophen und Theologen Søren Kierkegaard. Im Februar 1972 übernahm Presler eine Professur an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe für Systematische Theologie und Religionspädagogik. Im Rahmen seiner theologischen Forschungsarbeit veröffentlichte er über Martin Luther King, Jr. und Søren Kierkegaard. An der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg wurde er 1996 mit einer Arbeit über die Skizzenbücher von Ernst Ludwig Kirchner zum zweiten Mal promoviert.

Der Schwerpunkt seines wissenschaftlichen Wirkens liegt in der Bildenden Kunst. Zu seinen Publikationen gehören Bücher über die Künstlergruppe Die Brücke, Art brut (L’Art Brut. Kunst zwischen Genialität und Wahnsinn) sowie über die Neue Sachlichkeit (Malerei der Neuen Sachlichkeit. Glanz und Elend der 20er Jahre).

Presler erarbeitete Werkverzeichnisse: Druckgraphik des Dangaster Malers Franz Radziwill sowie die aktualisierte und erweiterte Neuauflage zum druckgraphischen Werk des Dänen Asger Jorn. Mit Werkverzeichnissen über die Skizzenbücher von Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch, Ludwig Meidner, Asger Jorn, Karl Hofer und Walter Stöhrer sowie Mitarbeit bei Max Beckmann und Willi Baumeister schuf er die Grundlagen zur Terminologie und systematischen Erfassung dieser bis dato kaum erforschten Sparte künstlerischen Schaffens. In Das Skizzenbuch – Glücksfall der Kunstgeschichte, erschienen 2017, legte er erstmals die wissenschaftlichen Kriterien für die Charakterisierung des schöpferischen Ortes „Skizzenbuch“ vor. Das Spektrum der Untersuchungen reicht dabei von Degas, Munch, Kandinsky, Picasso, Kirchner über Marc, Arp, Beckmann, Schiele und Jorn bis zu Baumeister, Oskar Schlemmer, Joan Mitchell, Paul Thek und Arnulf Rainer. In den Kunstzeitschriften art – Das Kunstmagazin und Weltkunst veröffentlichte Presler umfassende thematische Aufarbeitungen. Er hatte Forschungsaufenthalte in Oslo, Silkeborg (DK), Washington, Davos, Genf, Zürich, Albissola, Hamburg, München, Nürnberg, Leipzig, Stuttgart.

Er schrieb zu den europäischen Kupferstichkabinetten in Basel, Wien, Berlin, Dresden („Bibliotheken des Sehens“); zu den „Zentren der Neuen Sachlichkeit“ (Karlsruhe, Berlin, Hannover, München). Im FAZ-Magazin erschienen Interviews zu Pontus Hultén, Ernst Beyeler, Werner Haftmann, Thomas Grochowiak, Roman Norbert Ketterer und Eberhard W. Kornfeld.

Gerd Presler ist Ehrenmitglied der „Museumsforening Jorn“, Silkeborg, Dänemark, Gründungs- und Ehrenmitglied des „Martin Luther King-Zentrums“, Werdau und Mitglied des „Karl Hofer Komitees“, Köln.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Luther King. 18. Auflage 2016 (= Rowohlt Taschenbuch. Band 333).
  • Referate schreiben, Referate halten. UTB, Zeichnungen von Jürgen Döhmann
  • Malerei der Neuen Sachlichkeit. Glanz und Elend der 20er Jahre. dumont TB 285.
  • L’Art Brut. Kunst zwischen Genialität und Wahnsinn. dumont TB 111.
  • Die Radierungen Ernst Ludwig Kirchners. In: Weltkunst. 15. Mai 1994, S. 1335.
  • Brücke grüßt Dr. Rosa Schapire. Kunsthalle Mannheim.
  • als Hrsg.: Franz Radziwill, Werkverzeichnis der Druckgraphik. Engelhardt und Bauer, Karlsruhe 1993.
  • Ernst Ludwig Kirchner, Seine Frauen, Seine Modelle, Seine Bilder. Prestel-Verlag, München.
  • Ernst Ludwig Kirchner, Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Davos/Karlsruhe.
  • Edvard Munch, Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Oslo/Karlsruhe.
  • Die Maler der „Brücke“ Heckel, Kirchner, Mueller, Nolde, Pechstein, Schmidt-Rottluff. rororo TB.
  • Auf der Suche nach dem Paradies. Die Maler der Künstlergruppe „Brücke“. In: Die Maler der Künstlergruppe „Brücke“. Apolda 2007, ISBN 3-935144-18-0, S. 170–177.
  • Asger Jorn, Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Silkeborg/Karlsruhe.
  • Franz Radziwill. Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik. Dangast 1989. (Bemerkungen zum graphischen Frühwerk)
  • Willy Hinck, Maler aus Dangast. Karlsruhe 1997.
  • Warum ist Edvard Munch so aktuell. Ein Realist der Gefühle. In: ART – Das Kunstmagazin. Nr. 2, 2001, S. 12–24.
  • Festschrift für Eberhard W. Kornfeld. Bern 2003. (Zwei Texte gemeinsam mit Klaus Albers)
  • Franz Radziwill, Vom Expressionismus zum Magischen Realismus. Hamburg 2006.
  • Franz Radziwill, Aquarelle. Das Bild vor dem Bild. Oldenburg 2007. (Arbeiten auf Papier)
  • Franz Radziwill – drohend vertraute Welten. Paderborn, Bonn/Bayreuth 2006/7. (Franz Radziwill und Max Beckmann)
  • Radziwill und die moderne Kunst. Oldenburg 2008. (Selbstbildnisse)
  • Expressionismus. Auftakt zur Moderne. Bremen 2008. (1907: Karl-Schmidt-Rottluff und Erich Heckel in Dangast; Von der Brücke zum Ufer)
  • Neue Forschung. Brücke-Archiv, 23/2008. (Drei Texte gemeinsam mit Klaus Albers)
  • Asger Jorn, Werkverzeichnis der Druckgraphik. 2. Aufl. Silkeborg/München 2009.
  • mit Felicitas Baumeister: Willi Baumeister, Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Stuttgart 2010.
  • mit Christiane Zeiller: Max Beckmann, Die Skizzenbücher. Washington/München 2009.
  • Friedemann Hahn. Kehrer, Heidelberg 2008.
  • Walter Stöhrer, Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Karlsruhe/Scholderup/Berlin 2012.
  • Ernst Ludwig Kirchner, Faksimile des Skizzenbuches 159. Galerie Koch, Hannover 2012.
  • Edvard Munch – Ernst Ludwig Kircher. Galerie Thomas, München 2012.
  • Ludwig Meidner, Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Karlsruhe/Frankfurt 2013.
  • Karl Hofer. Werkverzeichnis der Skizzenbücher. van Ham Art Publications, Köln 2015.
  • Edvard Munch. Der Schrei – Ende eines Irrtums. eBook. XinXii-GD Publishing, Karlsruhe 2015.
  • Fränzi – Ende eines Irrtums. Drei „Brücke“-Maler – ein Modell. Karlsruhe 2015.
  • „Papa, da hängt ja unser Franz“. Begegnungen mit Franz Radziwill. Karlsruhe/Weingarten 2014, ISBN 978-3-941850-46-0. (Limitierter, nummerierter und signierter Privatdruck)
  • The Prints A Joint Chapter. In: Jorn + Munch. Katalog der Ausstellung im Munch-Museum Oslo und dem Museum Jorn. Silkeborg, 2016/2017, S. 182–191.
  • Das Skizzenbuch – Glücksfall der Kunstgeschichte. digital art book, Karlsruhe/Weingarten 2017, ISBN 978-3-00-056940-1.
  • Ernst Ludwig Kirchner, Die Skizzenbücher, The Sketchbooks. Kirchner Museum, Davos 2019, ISBN 978-386833-275-9.
  • Edvard Munch. „Ein Kohlestrich auf einer Mauer kann größere Kunst sein als zehn Bilder in feinem Goldrahmen“. In: Unzertrennlich – Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler. Brücke Museum Berlin / Buchheim Stiftung Bernried am Starnberger See, König Books, London 2020, S. 347–351.
  • Rezension zu: Eberhard Schmidt: Wohin in dieser Welt? Der Maler Franz Radziwill. Biografie. Mitteldeutscher Verlag Halle/Saale 2019; In: Journal für Kunstgeschichte/journal of Art History. ISSN 1432-9506, Nr. 24, 2/2020, S. 196–202
  • Zum Ersten – zum Zweiten – zum Achtzigsten! Eberhard W. Kornfeld, geboren am 23. September 1923. In: Weltkunst. Oktober 2003, S. 1458f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gerd Presler – Sammlung von Bildern