Gerd Schmelzer

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Gerd Schmelzer (2012)

Gerhard "Gerd" Schmelzer (* 3. Juni 1951 in Ketteldorf, Mittelfranken) ist ein deutscher Unternehmer und ehemaliger Sportfunktionär.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmelzer wuchs in Ketteldorf auf, einem Ortsteil von Heilsbronn. Er absolvierte eine Lehre als Bankkaufmann und studierte Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule. In den 1970er Jahren betrieb er mit seinem Kompagnon Gunnar Haberstroh die Fa. AUTO LEY, Marke Citroën, bevor er in den 1980er Jahren in Nürnberg eine ehemalige Gurkenfabrik in der Altstadt erwarb, kernsanierte und weiterverkaufte. Ein Teil des Objektes, der so genannte Felsenkeller, ist heute eine Touristenattraktion.[1]

1978 gründete Schmelzer die „Alpha Gruppe“ und spezialisierte sich auf die Revitalisierung von Brachflächen und Problemimmobilien vorwiegend in Nürnberg. Sein größtes Projekt dort realisierte Schmelzer Anfang der 1990er Jahre, als er nach dem Konkurs des Schreibmaschinenherstellers Triumph Adler (TA) das rund 80.000 Quadratmeter große TA-Areal erwarb und für rund 180 Millionen D-Mark zu einem Zentrum für mittelständische Betriebe umstrukturierte. Später kaufte er auch die einstige Tilly-Kaserne in Nürnberg-Schweinau sowie das Gelände der Großdruckerei Sebald in der Innenstadt. Auf beiden Arealen entstand mit umfangreicher Wohn- und Geschäftsbebauung jeweils ein neuer Stadtteil. Außerdem erwarb die Alpha Gruppe Teile der früheren Quelle-Verwaltung an der Fürther Straße sowie die beiden 80 Meter hohen früheren Bürotürme des Elektronikherstellers Grundig im Stadtteil Langwasser. Auch das anliegende, 16 Hektar große einstige Grundig-Werksgelände soll in ein Firmenzentrum verwandelt werden.[2] Das ursprüngliche Hotelprojekt für die beiden Bürotürme wurde wieder fallengelassen, stattdessen kam es zu einer temporären Unterbringung von Bürgerkriegsflüchtlingen.[3]

Ein von der Öffentlichkeit besonders aufmerksam verfolgtes Vorhaben war 2007 der Kauf des Augustinerhofs in direkter Nachbarschaft des Hauptmarkt. Das Gelände lag seit Mitte der 1990er Jahre nach einem umstrittenen Bürgerentscheid brach und galt in Nürnberg als größter innerstädtischer Schandfleck. Die Alpha Gruppe bekam schließlich im Rahmen einer Zwangsversteigerung den Zuschlag. Dort sollen bis Anfang 2020 unter anderem auf 15.000 Quadratmetern Nutzfläche Geschäfte, Büros und ein Hotel entstehen. 2017 gab der Freistaat Bayern bekannt, für 27,6 Millionen Euro eine Außenstelle des Deutschen Museums im Augustinerhof einzurichten.[4]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Ende der 1970er Jahre stieg Schmelzer auch in den Bereich des professionellen Sportmanagements ein und arbeitete beim damals zweitklassigen Handballverein TuSpo Nürnberg. Unter Schmelzers Führung gelang dem TuSpo Nürnberg 1981 der bis heute einzige Aufstieg in die Handball-Bundesliga.[5] Zwei Jahre darauf gab Schmelzer sein Amt beim TuSpo Nürnberg wieder auf, um als Nachfolger von Michael A. Roth neuer Präsident des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg zu werden. Auf der Jahreshauptversammlung 1983 wurde Schmelzer mit 32 Jahren zum jüngsten Präsidenten eines deutschen Bundesligavereins aller Zeiten gewählt.[6] In seiner Amtszeit gelang es dem FCN, sich nach dem Aufstieg 1985 dauerhaft in der Fußball-Bundesliga zu etablieren. 1988 gelang überdies die Qualifikation für den Uefa-Cup. Schmelzer rief darüber hinaus gleich zu Beginn seiner Amtszeit das Projekt „Club 2000“ ins Leben. Unter diesem Motto wurde das damalige Städtische Stadion Nürnberg modernisiert und das Vereinsgelände am Valznerweiher saniert. Im Jahr 1992 gab Schmelzer überraschend sein Amt auf.

Sonstiges/Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmelzer engagiert sich in seiner Heimatstadt Nürnberg für kulturelle und soziale Projekte. So unterstützt er zum Beispiel das Kindertheater Pfütze, das Staatstheater Nürnberg sowie den Verein Lebenshilfe.[7] Seit 2014 ist Schmelzer zudem Geschäftsführer von Lebkuchen-Schmidt.[8][6] Gerd Schmelzer ist mit Julia Lehner, der Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, verheiratet und hat drei Kinder aus erster Ehe.[6] Er ist berufenes Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Bausenwein, Bernd Siegler: Schmelzer, Gerd. In: Das Club-Lexikon. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2003, ISBN 3-89533-376-X, S. 123f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Mann für die schwierigen Projekte, Nürnberger Zeitung (11. Oktober 2010), Abgerufen am 15. Februar 2013
  2. Projektübersicht Alpha Gruppe, Firmenhomepage, Abgerufen am 15. Februar 2013
  3. Nürnberger Zeitung: Grundig-Türme: Nach Aussiedlern kommen Asylbewerber, vom 14. Juni 2016, geladen am 30. Mai 2018
  4. "Warmer Geldregen fürs Deutsche Museum", Nürnberger Nachrichten (2. Juni 2017), Abgerufen am 16. Juni 2017
  5. Chronik des TuSpo Nürnberg, Vereinshomepage, Abgerufen am 15. Februar 2013
  6. a b c Das illustre Leben des Gerd Schmelzer: Immobilien-Unternehmer führt jetzt auch eine Lebkuchen-Fabrik, nordbayern.de, 1. November 2014
  7. Sponsoring-Aktivitäten der Alpha Gruppe, Firmenhomepage, Abgerufen am 15. Februar 2013
  8. "Impressum der Website von Lebkuchen Schmidt", Firmenhomepage, Abgerufen am 16. Juni 2017
  9. Gerd Schmelzer, Deutsche Akademie für Fußball-Kultur