Gerd Wameling

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Gerd Wameling (* April 1948 in Paderborn) ist ein deutscher Theater- und Filmschauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Ausbildung absolvierte er an der Folkwang-Hochschule in Essen. Sein erstes Engagement als junger Schauspieler hatte er direkt nach der Schauspielausbildung am Theater am Turm in Frankfurt am Main. 1974 ging er zu Peter Stein nach Berlin an die Schaubühne am Halleschen Ufer, später dann, ab 1981 zur Schaubühne am Lehniner Platz. Dort war er bis 1992 Ensemblemitglied und gehörte zum Kern der ‚alten Schaubühne‘. 1983 sprach er im NDR-Hörspiel Es ist wunderbar, dass niemand an Böhmen denkt von Helga Schütz die Rolle des Martin Luthers. Das Hörspiel stellte eine Art Zwischenspiel zum von der DDR geplanten aber unvollendeten Film Martin Luther dar.

Seit 1992 arbeitet er frei, beispielsweise bei den Salzburger Festspielen. In Berlin spielte er in der Bar jeder Vernunft, 1994 in „Das weiße Rössl“ als Fabrikant Giesecke und im Renaissance-Theater. Am Burgtheater Wien und bei seltenen Gastspielen in Berlin ist er als Serge in Yasmina Rezas „Kunst“ sehen.

In Film und Fernsehen war er u.a. in Wim Wenders’ „In weiter Ferne, so nah!“, Peter Steins „Trilogie des Wiedersehens“, in der Krimireihe „Bella Block“ oder im Tatort „Tödlicher Galopp“ zu sehen. Einem breiteren Publikum ist er als Staatsanwalt Dr. Fried aus der Serie „Wolffs Revier“ bekannt. In der Episode 'tödlicher Sand' spielte er einen Bauunternehmerboss bei Alarm für Cobra 11, die Erstausstrahlung fand 15. Oktober 1998 statt. Wameling arbeitete 2007 erneut mit Wolfgang Panzer bei dessen Remake von Bernhard Wickis Film „Die Brücke“ zusammen.

Seit 1981 unterrichtete Gerd Wameling am Mozarteum Salzburg und an der Hochschule der Künste Berlin, der jetzigen Universität der Künste. Dort wurde er 2005 zum ordentlichen Professor berufen und lehrt seitdem als Professor für Szene am Studiengang Schauspiel an der Fakultät Darstellende Kunst, wo er sowohl die Grundlagen der Schauspielkunst unterrichtet wie auch Inszenierungen für das hochschuleigene Theater UNI.T schafft. Seinen größten Erfolg hatte er 1992 mit „Der Streit“ von Marivaux. 2006 inszenierte er „Nach dem Regen“ von Sergi Belbel, 2007 Shakespeares „Romeo und Julia“ und 2009 „Stags and hens“ von Willy Russel.

Gerd Wameling arbeitet neben seiner Lehrtätigkeit weiterhin als Schauspieler im Film und am Theater. So war er in dem Stück „Der Zeichner“ des Kanadiers Michael Healey, in der Regie von Felix Prader, zu sehen. Freunden des Hörbuchs ist er durch seine Aufnahmen bekannt. Die Bandbreite reicht von CDs für Kinder (z. B. „Thomas Müller und der Zirkusbär“ von Karen Duve) bis zu den 19 CDs, auf denen er DostojewskisSchuld und Sühne“ liest. Im März 2008 erschien Die Pension Eva von Andrea Camilleri. Auch Toter Mann ebenfalls von Camilleri und Milarepa von Éric-Emmanuel Schmitt wurden von ihm gelesen. Aktuell ist seine Stimme auf dem Hörbuch Die Psychologie der Erbtante zu hören – nach Texten von Erich Mühsam mit Musik von Sergej Prokofjew gespielt von Johannes Roloff. Weiter ist Gerd Wameling als Sprecher und Sänger auf der Hörsongbuch-CD Ein Maulwurf im Karton mit vertonten Gedichten des amerikanischen Autors Charles Bukowski zu hören (HörSongbuch, Audio-CD, 62 min. Zum 90. Geburtstag von Charles Bukowski. Komponiert und produziert von Steffen Weßbecher-Newman, ELF-a Musik Mannheim, VÖ Steinbach Sprechende Bücher 2010, ISBN 978-3-86974-055-3).

2008 war er einziger Juror des Alfred-Kerr-Darstellerpreises. Preisträger war Niklas Kohrt für seine Rolle des Bruno in „Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann, Regie: Michael Thalheimer.

1993 erhielt er zusammen mit Karl Heinz Willschrei, Jürgen Heinrich und Klaus Pönitz den Adolf-Grimme-Preis mit Bronze für Wolffs Revier.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]