Gerd Wollburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gerd Wollburg (* 7. Januar 1924 in Parchim, Mecklenburg; † 4. März 1990 in Augsburg) war ein deutscher Industriejurist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn eines mittelständischen Unternehmers besuchte Wollburg das humanistische Gymnasium in Neubrandenburg. 1942 wurde er sofort nach dem Abitur zur Wehrmacht eingezogen. Seit 1944 Leutnant im Panzer-Grenadier-Regiment 5, wurde er auf dem Rückzug aus Ungarn im Oktober verwundet. Im Mai 1945 geriet er bei Plön/Eutin in kurzfristige britische Kriegsgefangenschaft.

Als Landarbeiter studierte er Rechts- und Staatswissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität. Als Gründer des Collegium Albertinum (Kiel) wurde er 1950 Corpsstudent bei Palaiomarchia-Masovia.[1] In der Referendarausbildung schrieb er an seiner Dissertation. Für den Lebensunterhalt sorgte er als Fakultätsassistent bei dem Strafrechtler Horst Schröder und (über Jahre) durch stundenweises Arbeiten bei der späteren Westbank.

1953 bestand er das Assessorexamen und promovierte zum Dr. iur.[2] Er begann eine Schnellausbildung „Bank“ bei der Hamburger Kreditbank und war im Kreditgeschäft tätig.

1956 wechselte er in die Industrie, zum Konzern Gutehoffnungshütte. Bei der Ferrostaal in Essen wurde er 1963 ordentliches Vorstandsmitglied für Controlling, Finanzen, Personal und Verwaltung. 1968 wechselte er als Finanzvorstand zur wesentlich größeren Schwesterfirma MAN in Augsburg. Von 1973 bis 1986 war er stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Nach der Pensionierung war er über Jahrzehnte im Aufsichtsrat von MAN, Commerzbank, Schweinfurter Kugellagerfabriken (SKF) (1977 Vorsitzender), Bilfinger Berger und Faber & Schleicher (MAN-Roland). Bei ELBEO saß er im Beirat.

Bis zu seinem Tode arbeitete er als Rechtsanwalt. Die Universität Augsburg ehrte ihn an seinem Geburtstag 1991 mit einer Gerd Wollburg-Gedenkvorlesung. Der Kunsthistoriker Hanno-Walter Kraft sprach über „Die Entdeckung einer Landschaft – Olevano und die Deutschen“.[3]

Seit 1953 war Wollburg mit der Westpreußin Waltraud Randolf verheiratet. Sein Sohn ist der Düsseldorfer Wirtschaftsanwalt Ralph Wollburg[4][5].

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1996, 114, 24
  2. Dissertation: Die vollstreckungsrechtliche Behandlung des Sicherungseigentums
  3. Gustav Kieseritzky: Gerd Wollburg. Corpszeitung der Altmärker-Masuren 87 (1990/91), S. 2789 f.
  4. Andreas Nölting: Bei Anruf Auftrag. In: manager magazin. manager magazin VerlagsGmbH, 5. Juni 2003.
  5. Cornelius Welp: Der Anwalt der Wirtschaftsbosse. In: Wirtschaftswoche. Handelsblatt GmbH, 9. Mai 2012.
  6. Auf Wollburg geht die Einrichtung der Gastpoetendozentur zurück