Gerhard Barg

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Gerhard Barg (* 17. Juni 1858 in Strasburg (Uckermark); † 16. Dezember 1926 in Rostock) war ein deutscher Schiffbauer, Yachtkonstrukteur und Werftdirektor. Von 1891 bis 1924 prägte er als Werftdirektor die Neptun-Werft in Rostock.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard Barg hat in seinen „Lehr- und Wanderjahren“ gute und vielfältige Adressen kennengelernt. Dies in einer Zeit, als das Deutsche Reich im Wettbewerb mit anderen internationalen Mächten, besonders England, den technologischen Anschluss an die Entwicklung suchte. Als Ingenieur war er für britische Werften wie John Elder & Co. am Clyde oder Harland & Wolff in Belfast tätig gewesen, hatte in den Maschinenfabriken von Maffai in München sowie für die Howaldtswerke in Kiel gearbeitet. 1890 begann Gerhard Barg seine Tätigkeit für die Neptun-Werft in Rostock und wurde bereits im nächsten Jahr am 2. Januar 1891 mit nur 33 Jahren zum Vorstand der Neptun-Werft bestellt. Mit seinem aus dem Ausland erworbenen Wissen sorgte er für eine technische Modernisierung der Werft. Unter seiner Leitung wurde die Große Schiffbauhalle vergrößert sowie ein Schwimmdock, eine verbesserte Slipanlage sowie viele Sonderwerkzeugmaschinen für die speziellen Aufgaben einer modernen Werft zum Einsatz gebracht.

Neben den Bauten für die Handelsmarine, die Fischereiflotte und die Kriegsmarine baute die Neptun-Werft auch Segelyachten. Die Werft verfügte über eine größere Zahl von Yachtkonstrukteuren, von denen der Werftenvorstand Gerhard Barg persönlich sicher der bedeutendste war. Er zeichnete die Risse von etwa 50 Yachten. Die Neptun-Werft baute insgesamt 88 Segelboote und -yachten, zumeist für renommierte Auftraggeber in Norddeutschland, aber auch acht Motoryachten. Bekannte Yachten der Werft aus der Zeit von 1895 bis 1926 waren die Ellinor, die Cecile, die Lesmona V und die 1923 als Thalatta gebaute spätere Ettsi IV, unter ihrem Skipper Wilhelm Wölfing Teilnehmerin an der legendären Ozean-Wettfahrt Bermuda-Cuxhaven 1936. Der Reeder Horn gehörte mit allein fünf Bestellungen vor dem Ersten Weltkrieg ebenso zu den Auftraggebern der Werft wie Mitglieder des führenden Kaiserlichen Yacht-Clubs. Horn gab mit den vier 12mr Yachten Skeaf II - V allein vier 12er in Serie in Auftrag.[1]

Als Segler war Gerhard Barg Mitglied des Großherzoglich-Mecklenburgischen Yacht-Clubs in Rostock und seit 1921 dessen Ehrenmitglied.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schiffbautechnische Gesellschaft [Hrsg.]: 100 Jahre Schiffbautechnische Gesellschaft. Biografien zur Geschichte des Schiffbaus. Springer, Berlin 1999. ISBN 3-540-64150-5. S. 17.
  • Heinz Lange; Lothar Kühne: Die berühmte Neptun-Ketsch „Ettsi IV“ ex „Thalatta.“ In: Das Nordlicht. Mitteilungen der Schiffahrtsgeschichtlichen Gesellschaft OSTSEE e.V. Rostock, 15. Jahrgang (2007), Heft 57 (Dezember), S. 14–19.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 12mr-Register