Gerhard Barkhorn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
5-Luftwaffe-pilot-Major-Gerhard-Barkhorn-01.jpg

Gerhard Barkhorn (* 20. März 1919 in Königsberg; † 8. Januar 1983 bei Frechen) war während des Zweiten Weltkrieges deutscher Offizier und Jagdflieger der Luftwaffe. Mit 301 bestätigten Abschüssen und 1104 Feindflügen ist er der zweiterfolgreichste Jagdflieger der Militärluftfahrt. Bei der Bundesluftwaffe erreichte er den Rang eines Generalmajors.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehrmacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barkhorn meldete sich 1938 freiwillig zur Luftwaffe und wurde nach seiner Ausbildung zum Jagdgeschwader 2 abkommandiert. Dort nahm er zunächst an Einsätzen gegen Großbritannien teil. In dieser Zeit hatte er keinen einzigen Abschuss, wurde aber zweimal von britischen Piloten getroffen. Barkhorn wurde einmal über dem Ärmelkanal abgeschossen, konnte sich aber mit dem Fallschirm retten. Im März 1940 wurde er kurz in die Heimat zurückbeordert, da sein Bruder gefallen war. Zu seinen Lehrmeistern gehörten die Piloten Heinz Schmidt (1920–1943) und Waldemar Smelka (1920–1942).[1]

Als Oberleutnant wurde er im August 1940 zum Jagdgeschwader 52 versetzt, wo ihm dann am 2. Juli 1941 bei seinem 120. Feindflug der erste Abschuss gelang. 1942 wurde er Staffelkapitän. Am 23. August 1942 wurde Barkhorn nach dem 59. Abschuss das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 11. Januar 1943 bekam er für seinen 120. Abschuss zum Ritterkreuz das Eichenlaub verliehen. Im selben Jahr wurde er auch Gruppenkommandeur. Als Hauptmann erzielte er am 13. Februar 1944 den 250. Abschuss. Daraufhin verlieh man ihm am 2. März 1944 die Schwerter zum Ritterkreuz. Im Sommer 1944 wurde er bei einem Angriff auf einen Verband russischer Bomber von einer sowjetischen Maschine abgeschossen und lag schwer verwundet vier Monate im Lazarett.

Im Januar 1945 übernahm er kurz die Führung über das Jagdgeschwader 6 „Horst Wessel“, bevor er zu dem von Adolf Galland geführten Jagdverband 44 stieß. Dort flog er bis Kriegsende die Messerschmitt Me 262. Am 21. April fiel bei einem Einsatz eines der Triebwerke aus und er musste zum Stützpunkt zurückkehren. Beim Landeanflug wurde er von mehreren amerikanischen Jägern attackiert, konnte zwar landen, aber nur unter MG-Beschuss seine Kanzel verlassen. Leicht verwundet entkam er der kritischen Situation. Gerhard Barkhorn erzielte von 1940 bis 1945 auf 1104 Feindflügen insgesamt 301 Abschüsse. Damit ist er nach Erich Hartmann der Pilot mit den meisten Luftsiegen. Er selbst wurde während des Krieges achtmal abgeschossen.

Am 5. Mai geriet Gerhard Barkhorn in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er im September 1945 entlassen wurde. Nach Hause zurückgekehrt war er zunächst, um die Familie zu versorgen, als Forsthilfsarbeiter und später in einer Fotofabrik tätig. Anschließend zog er nach Trier und war hier bei den VW-Werken angestellt.

Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Trier aus trat Gerhard Barkhorn 1956 in die Bundeswehr ein. Dort wurde er neben anderen Veteranen des Zweiten Weltkriegs wie Johannes Steinhoff, Günther Rall oder Erich Hartmann auf den neuen strahlgetriebenen Flugzeugen ausgebildet. Die Ausbildung fand in Großbritannien und in den USA, ab Januar 1957 auch in Deutschland statt. Barkhorn war vom 23. Oktober 1956 bis zum 30. November 1957 Staffelkapitän der 1. Jagdbomberstaffel des JaBoG 31, wo er unter anderem die F-84F Thunderstreak flog. Von da an bis 1962 führte er das Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“.

1964 wurde er zum Oberst befördert und Stabsoffizier beim Luftwaffen-Erprobungskommando. 1969 wurde er zum Brigadegeneral und vier Jahre darauf zum Generalmajor befördert. Schließlich wurde Barkhorn Stabschef der 4. taktischen Luftflotte innerhalb der NATO-Streitkräfte Mitteleuropas und im Anschluss Stabschef der 2. taktischen Luftwaffe. Er ging 1975 in Pension, nachdem er sich eine Ernennung zum Inspekteur der Luftwaffe erhofft hatte, jedoch 1971 Günther Rall bzw. 1974 Gerhard Limberg ausgewählt worden waren.[2] Im Range eines Generalleutnants trat er 1983 in den Ruhestand.

Der dreifache Vater und seine Frau Christl kamen 1983 in Frechen bei Köln bei einem Autounfall ums Leben. Barkhorn und seine Frau wurden auf einem Friedhof am Tegernsee begraben.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edward H.Sims, Barkhorst im Ärmelkanal in: Zielgebiete Weltmeere, Motorbuchverlag Stuttgart, 1988, S. 17
  2. Roderich Cescotti: Langstreckenflug. Hrsg.: Kurt Braatz. 1. Auflage. NeunundzwanzigSechs Verlag, Moosburg 2012, ISBN 978-3-9811615-8-8.
  3. a b Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 202.