Gerhard Becker (Pfarrer)

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Gerhard Becker (* 22. September 1910 in Stettin;[1]3. Januar 2006 in Leeste[2]) war ein deutscher evangelischer Pfarrer und Heimatforscher.[3] Er hat im gesamten Bereich der pommerschen Kirchen eine Vielzahl unterschiedlicher Kunstwerke (Druck- und Schnitzarbeiten) hinterlassen.[4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur 1930 in Anklam begann er im selben Jahr an der Universität Greifswald sein Theologiestudium und wechselte von dort 1932 für ein Semester an die Universität Königsberg.[5] In Greifswald wurde er Mitglied der aus der Jugendbewegung hervorgegangenen Hochschulgilde St. Georg zu Greifswald (Deutsche Gildenschaft).

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Theologiestudium begann Becker am Predigerseminar Stettin-Kückenmühle (zu Eckerberg-Nemitz gehörig) und wurde 1937 Prädikant in Plönzig (heute Płońsko), Landkreis Pyritz. Gemeinsam mit Joachim Fuchs setzte sich Becker gegen die NSDAP ein und errichtete eine aktive Gemeindearbeit.[6] Am 28. September 1937 wurde Becker in der Schlosskirche zu Stettin für den Provinzialverein für die Innere Mission ordiniert und war von 1938 bis 1944 Pfarrer in Altenhagen. Danach hatte er bis 1948 eine Pfarrstelle auf Usedom, die er aber aufgrund seiner Kriegsgefangenschaft nicht wahrnehmen konnte. Ab 1954 wurde er Pfarrer von Dersekow, wo er bis zu seinem Ruhestand als Pfarrer tätig war.[7]

Forschungstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Gemeindedienst hinaus beschäftigte sich Becker besonders mit der Heimatgeschichte Anklams und verfasste einige Schriften. Ebenso forschte er über die Sakralkunst in Pommern.[8] Nach seinem Ruhestand setzte er seine Forschung in Stadt- und Kirchengeschichte in Niedersachsen fort[9].

Künstlerisches Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem künstlerischen Schaffen beschränkte sich Becker vorwiegend auf Skulpturen und Linolschnitte, fertigte aber auch Skizzen und Aquarellzeichnungen an.[10] Dabei legte er einen Schwerpunkt auf biblische Motive.

Sakralkunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es begab sich aber zu der Zeit. Eine Bildreihe zur Geburt Jesu. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1959 (2. Auflage 1961).
  • Gelitten unter Pontius Pilatus. Eine Bildreihe zur Passion. Mit Meditationen von Hans Georg Thümmel. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1959.
  • Am dritten Tag. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1962.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1985 hatte er eine erste Ausstellung in Halle. Daran schlossen sich in den 1980er Jahren Ausstellungen in der DDR und BRD an.[11] Es gibt Bestrebungen, das Werk Beckers in einem Katalog zu veröffentlichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Manthei, Günter Beyer: In memoriam Gerhard Becker (1910–2006). Pfarrer – Künstler – Forscher. In: Heimatkalender Anklam 78 (= NF 16), 2007 [2006], S. 26–30.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pommerscher Greif, Sonderheft 7
  2. Kreis-Zeitung vom 10. Januar 2006
  3. Weser Kurier vom 19. März 2000
  4. Regionale Rundschau Landkreis Diepholz vom 9. Januar 2006
  5. Gerhard Becker - Pfarrer, Forscher, Künstler. www.pfr-g-becker.de
  6. Amtskalendernotizen von 1937/38. www.pfr-g-becker.de
  7. Pommerscher Greif, Sonderheft 7
  8. Triangulation und Orientierung der Kirchen. www.pfr-g-becker.de
  9. Anklamer Zeitung vom 22. September 2000
  10. Zum 100. Geburtstag von Gerhard Becker. www.bartho.org
  11. Die Kirche (Evangelische Wochenzeitung) vom 28. September 1980