Gerhard Casper

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Gerhard Casper, 2015

Gerhard Casper (* 25. Dezember 1937 in Hamburg) ist ein deutscher Verfassungsjurist und Jura-Professor. Casper war von 1992 bis 2000 Präsident der kalifornischen Stanford University und ist seit Juli 2015 Präsident der American Academy in Berlin.

Er ist außerdem Senior Fellow des Freeman Spogli Institute for International Studies (FSI) der Stanford Universität und war zwischen September 2012 bis August 2013 der Direktor des Instituts. Casper ist außerdem Peter and Helen Bing Professor in Undergraduate Education, Emeritus und Professor Emeritus der Stanford Law School.

Leben und akademischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard Casper studierte Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Yale University und Universität Hamburg. 1964 wurde er mit der Arbeit Juristischer Realismus und politische Theorie im amerikanischen Rechtsdenken an der Universität Freiburg promoviert.

Von 1964 an lehrte er in den USA, zunächst als Assistenzprofessor für Politikwissenschaften an der University of California, Berkeley, dann als Professor für Jura und Politikwissenschaften an der University of Chicago, an der er zwischen 1989 und 1992 Provost fungierte. Von 1992 bis 2000 war er Präsident der Stanford University.

Er hat mehrere Ehrendoktorate erhalten, darunter eines der Yale University, der Universität Uppsala und eines der Handelshochschule Leipzig. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences. Seit dem 1. Juli 2015 leitet er als Präsident die American Academy in Berlin.[1]

Caspers Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Verfassungsrecht, Verfassungsgeschichte, Vergleichende Rechtswissenschaft und Rechtstheorie. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht und war von 1977 bis 1990 Herausgeber des The Supreme Court Review. Zudem nimmt Casper an öffentlichen bildungs- und hochschulpolitischen Debatten in Deutschland und den USA teil. Zudem trat er als Beobachter und Akteur in der bildungs- und hochschulpolitischen Debatte in Deutschland und den USA hervor.[2]

Präsident der Stanford University[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 wurde Casper der neunte Präsident der US-amerikanischen Stanford University in Kalifornien. Während seiner Präsidentschaft ging er eine Vielzahl von Neuerungen an der Universität an, vom Wiederaufbau des Campus nach dem Loma-Prieta-Erdbeben 1989, über Innovationen im Curriculum und bei Studiengängen, bis zur Lösung des Finanzierungskonfliktes mit der Bundesregierung der USA.[3]

Casper sorgte unter anderem dafür, dass die finanzielle Unterstützung ausgebaut wurde. Die Hochschulverwaltung strukturierte er um und vereinfachte die Bürokratie. Durch die Integration des Alumni-Netzwerkes 1998 konnte Casper die Kontaktpflege zu Absolventen weltweit verbessern und erzielte damit einen bedeutenden Anstieg an Spenden an die Universität.[4]

Zusätzlich verbesserte Casper die Infrastruktur auf dem Campus während seiner Präsidentschaft erheblich und lockte mit Ausschreibungen renommierte Architekten für den Bau neuer Gebäude.[5]

Gleichzeitig führte Casper Stipendien für Graduierte ein (Stanford Graduate Fellowships), um damit die besten Doktoranden anzuziehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Forschung unabhängig von Sponsoren zu betreiben. Zudem förderte er die Rekrutierung und die Beibehaltung von Fakultätsmitgliedern die sowohl in der Forschung als auch in der Lehre herausragende Leistungen erbracht hatten. Dies wurde durch Forschungszuschüsse auf der Ebene der Juniorprofessoren in den drei Fakultäten die undergraduate Abschlüsse verleihen, erreicht: Geowissenschaft, Ingenieurwissenschaft und Humanities & Sciences.[6]

Caspers Commission on Undergraduate Education[7] war die erste umfassende Untersuchung der Ausbildung in Stanford in 25 Jahren. Die Kommission und weitere Initiativen der Fachbereiche führten zu einem neuen Ansatz in der Lehre. Das Programm Stanford Introductory Studies (SIS) bietet eine Einführung in die Arbeit in kleinen Gruppen sowie erste Forschungserfahrungen für Studenten in den ersten zwei Studienjahren.

Während seiner Zeit als Präsident erhielt die Universität eine Rekordzahl an Bewerbungen und die höchste Quote an Einschreibungen der zugelassenen Studenten. Sieben Wissenschaftler der Universität erhielten in dieser Zeit Nobelpreise.[8]

1993 wählte Casper Condoleezza Rice als Provost.[9] Ihr Nachfolger war John L. Hennessy, der Casper 2000 als zehnter Präsident der Universität ablöste. Über seine Zeit als Präsident der Stanford University schrieb Casper ein Buch, Cares of the University (Stanford, CA, 1997), in dem er viele Probleme der Universitäten und des Hochschulsystems adressiert.[10]

Präsident der American Academy in Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2015 übernahm Casper das Amt des Präsidenten der American Academy in Berlin, einer Kultur- und Forschungsinstitution, die den kulturellen und akademischen Austausch zwischen Deutschland und den USA fördert. Von 2000 bis 2009 war er bereits ein Treuhänder der American Academy in Berlin.[11]

Die American Academy in Berlin wurde 1994 auf Initiative des damaligen Amerikanischen Botschafters in Berlin, Richard Holbrooke, gegründet. Die unabhängige und privat finanzierte Institution mit Sitz in Berlin verschreibt sich der Pflege der langfristigen intellektuellen, kulturellen und politischen Beziehungen Deutschlands und der USA. Dies geschieht auf dreierlei Art:

Präsident Casper beaufsichtigt die jährliche Vergabe der Berlin Prize Stipendien, die an herausragende Wissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, Autoren und Künstler aus den USA vergeben werden. Die Stipendiaten, „Fellows“ genannt, gehen während ihres mehrmonatigen Aufenthalts an der Villa Arnhold am Wannsee ihren eigenständigen Projekten nach. In öffentlichen Vorträgen, Filmvorführungen, Konzerten und weiteren Veranstaltungen wird ihre Arbeit dem Berliner Publikum nahe gebracht. Auch der Austausch mit Kollegen der jeweiligen Fachrichtungen in Deutschland wird gefördert.[12]

Weiterhin unterstützt die American Academy in Berlin den transatlantischen Dialog durch kurzzeitige Besuche von führenden amerikanischen Persönlichkeiten, die mit deutschen Experten vernetzt werden und öffentliche Vorträge halten. Auf Initiative Caspers besuchte etwa der Nobelpreisträger Eric Kandel im September 2015 die American Academy und sprach über „The Quest to Understand the Unconscious in Art, Mind, and Brain.“[13]

Als Präsident ist Casper auch für das Richard C. Holbrooke Forum verantwortlich, das die American Academy in Berlin in Erinnerung an ihren Gründer geschaffen hat, um sein lebenslanges Engagement für den Einsatz von Diplomatie und Staatskunst zur Lösung von langwierigen Problemen zu ehren. In diesem Rahmen organisiert die American Academy eine Serie internationaler Workshops mit wechselnden Experten, die sich mit den hartnäckigsten und dringlichsten globalen Problemen beschäftigen.[14]

Seit die Academy 1998 eröffnet wurde hat sie ein weitreichendes Netzwerk in akademischen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Kreisen ausgebaut. Das interkulturelle und interdisziplinäre Umfeld und das kreative Programm haben die Academy zu einem angesehenen Zentrum werden lassen. So erklärte das deutsche Wochenmagazin Der Spiegel die American Academy in Berlin zum „wichtigsten Zentrum amerikanischen Geisteslebens außerhalb der USA“.[15]

Reden und Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Karlsruher Republik“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bundesverfassungsgerichts am 28. September 2001 hielt Professor Casper die Festrede „Die Karlsruher Republik.“[16]

Der Titel weist auf die deutsche verfassungsrechtliche Kontinuität hin, denn, so Casper, das Grundgesetz gelte nach der Wiedervereinigung fort „für das gesamte deutsche Volk…und damit [dauert] die durch das Bundesverfassungsgericht geprägte Verfassungsgeschichte der vergangenen fünfzig Jahre als unbezweifelbare Verfassungstradition [an].“[17]

Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist diese Kontinuität von großer Bedeutung. Denn verglichen mit der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, die im Laufe der amerikanischen Geschichte kontinuierlich als Bezugspunkt gedient hat, gab es etwas Analoges in Deutschland nicht. Casper: „In den mehr als zweihundert Jahren der … amerikanischen Verfassung, hat Deutschland das Ende des Heiligen Römischen Reichs gesehen, den Rheinbund, den Deutschen Bund, 1848, später den Norddeutschen Bund, die bismarcksche Reichsverfassung von 1871, die Weimarer Verfassung, die Rechtlosigkeit und Willkürherrschaft des Dritten Reichs, die Besatzungszeit, zwei Verfassungen der DDR und das Grundgesetz.“[17]

Casper wies in seiner Ansprache auch darauf hin, dass die demokratische Verfassungskontinuität im Jahre 1951, als das Verfassungsgericht seine Arbeit aufnahm, nicht mit Sicherheit vorauszusehen war. Verfassungskontinuität als „Karlsruher Republik“ feiern zu dürfen sei deshalb „befriedigend, im wahrsten Sinne des Wortes, und […] befreiend.“[17]

Die Schaffung des Bundesverfassungsgerichts unterscheidet laut Casper die Bundesrepublik institutionell von ihren Vorgängern: „Dass die Entwicklung gut verlaufen ist“, d.h. dass das Grundgesetz vom Volk akzeptiert wurde, „ist sicherlich nicht ausschließlich, aber doch in vieler Hinsicht, dem [Bundesverfassungsgericht], ist ‚Karlsruhe‘ zu verdanken.“[17]

Mit dem Begriff „Karlsruher Republik“ solle auch ausgedrückt werden, „dass das [Bundesverfassungsgericht] zum Symbol der Herrschaft des Rechts in Deutschland geworden ist: man ‚geht nach Karlsruhe‘, um sein Recht durchzusetzen.“[18] Das Bundesverfassungsgericht „[erreichen], im Verhältnis zur Zahl der Bevölkerung, mit rund fünftausend Eingängen mehr Fälle als den amerikanischen Supreme Court mit rund siebentausend.“[19]

Der Gefolgschaft abschwören – „Foreswearing Allegiance“[20][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft gilt grundsätzlich, dass neue Bürger ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgegeben müssen. In den USA ist es genau umgekehrt: grundsätzlich dürfen neue amerikanische Staatsbürger ihre  bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Allerdings müssen sie sich per Schwur von all ihren vorherigen staatlichen Gefolgschaften, bzw. Bindungen oder Loyalitäten, lossagen.

Diese amerikanische Regelung,  mit ihrem scheinbaren Widerspruch, wurde von Gerhard Casper im Jahre 2008 unter dem Titel „Foreswearing Allegiance“ untersucht (etwa: „der Gefolgschaft abschwören“, oder: „sich der Treue lossagen“. Alle Zitate sind Übersetzungen des englischen Originaltexts).

Der amerikanische Ansatz ist auch für Deutschland interessant, denn zum einen hatte die Frage der doppelten Staatsbürgerschaft hierzulande bereits in den letzten Jahren eine erhöhte Bedeutung, die sie aufgrund der über eine Million Flüchtlinge, die bis Ende 2015 nach Deutschland gekommen sind, möglicherweise auch zukünftig haben wird. Zum anderen zeigt Casper, dass die Bedingung, sich von allen bisherigen staatlichen Loyalitäten loszusagen, zwar veraltet ist und sogar überflüssig sein mag, dass von ihr aber trotz allem ein wichtiges gesellschaftliches Demokratiesignal ausgeht. Es drückt aus, dass mit Annahme der Staatsbürgerschaft eine Wahl getroffen wurde, eine grundlegende Entscheidung, die von den neuen Bürgern auch verlangt, dass sie die Demokratie ihres gewählten Landes und insbesondere deren Legislative, durch Partizipation mit Leben erfüllen müssen, um ein stabiles Gemeinwesen zu schaffen.

Casper schildert den Widerspruch auf folgende Art: „Auf der einen Seite besteht die Pflicht, ‚absolut und ganz‘ allen vorherigen Gefolgschaften abzuschwören (‚I hereby declare, on oath, that I absolutely and entirely renounce and abjure all allegiance…‘). Auf der anderen Seite besteht eine verfassungsrechtlich abgeleitete, obgleich widerwillig gewährte, [und dieser Pflicht] entgegenstehende Freiheit, mehrere Staatsbürgerschaften gleichzeitig besitzen zu können“ (S. 34). Der Schwur wurde im Jahre 1795 in der Naturalisierungsgesetzgebung des Bundes verankert und ist auch heute noch geltendes Recht. (S. 1)

Casper erklärt diesen Umstand durch  einen Blick zurück in die Geschichte der Vereinigten Staaten: Die Verfassung kodifizierte im 14. Amendment die Staatsbürgerschaft durch territoriale Geburt (S. 13), beschrieb im Jahre 1868 das Recht auf Expatriierung als ein ‚natürliches und angeborenes Recht aller Menschen‘ (S. 26) und verabschiedete im Jahr 1940 eine lange Liste von Fällen, die die Ausbürgerung einleiteten, um seinem Ideal von einer einzigen Staatsbürgerschaft für jede Person, näher zu kommen (S. 27–28).

Knapp 30 Jahre später kam dann die Wende. Der Oberste Gerichtshof entschied 1967 im Fall Afroyim v. Rusk, dass die Verfassung dem Kongress nicht die Macht gegeben hat, einen Bürger ohne seinen freiwilligen Verzicht der Staatsbürgerschaft zu berauben (387 U.S. 253 (1967)) (S. 28). Zusätzlich entschied das Gericht 1980 im Fall Vance v. Terrazas, dass der Bürger einen expatriierenden Akt nicht nur freiwillig begangen, sondern dass er auch die Intention gehabt haben muss, seine Staatsbürgerschaft aufgeben zu wollen (S. 29). Casper: „Eine ‚ausbürgernde Tat‘ (‚expatriating act‘) ohne die Absicht [gehabt zu haben], die Staatsbürgerschaft aufgeben zu wollen, bürgert jemanden nicht aus“ (S. 30).

Soweit der geschichtliche Hintergrund. Angesichts des bestehenden Widerspruches stellt Casper die Frage, ob „wir jemanden, der am Tag nachdem er den Abschwörungseid  geleistet hat, zum Konsulat seines oder ihres Herkunftslandes geht, um einen neuen Reisepass zu erhalten, als einen zwar dokumentierten, aber [auch] als einen etwas illegalen Bürger, vielleicht als einen Meineidler, betrachten sollen?“ (S.34). Der Autor betont, dass dem Abschwörungseid keine Meineidsstrafe anhaftet und das Justizwesen nichts gegen Verstöße gegen den Abschwörungseid unternimmt und er fragt angesichts dieser Tatsachen, ob der Abschwörungseid einfach abgeschafft werden sollte?

Weil Casper der Ansicht ist, dass die Hinzufügung der „symbolbeladenen“ Frage der doppelten Staatsbürgerschaft zur politischen Agenda ein ausgeschlossenes Vorhaben wäre, (S. 35), schlägt er vor, den „ehrwürdigen Eid“ (S. 37) an den Verfassungskontext der Gegenwart anzupassen, unter gleichzeitiger Wahrung  so vieler Verpflichtungen der Gründer („framer“) wie möglich. Casper macht einen Vorschlag darüber, wie die Abschwörungspflicht in der heutigen Zeit gesehen werden könnte und versetzt sich dazu in die Lage eines Bundesrichters, der einer Einbürgerungszeremonie vorsteht und folgendes sagen könnte:

„Sie sind im Begriff einen Treueeid zu schwören, der Sie dazu zwingt, auf die Treue zu anderen Ländern, deren Staatsbürger Sie sind, zu verzichten… Zur Zeit der Einführung dieser Bedingung…bestand die Welt zumeist aus Fürstentümern… Demokratien existierten kaum. … Konflikte darüber, welche Person zu welchem Land ‚gehörte‘ waren weit verbreitet. Die Gestalter des Abschwörungseids wollten diesen Konflikt minimieren …[und] sicherstellen, dass diejenigen, die, wie Sie, eine Vereinbarung mit dem Volk der Vereinigten Staaten eingingen, sich aufrichtig den Prinzipien der Verfassung der Vereinigten Staaten anschließen …. Der Wunsch und das Bedürfnis der Vereinigten Staaten nach … dieser Loyalität, hat sich seit dem 18. Jahrhundert nicht verändert.

Was sich verändert hat, ist, dass unser Land …ein Recht anerkannt hat…das erlaubt, dass individuelle Bürger mehr als eine Staatsbürgerschaft beibehalten können. …falls Sie sich dazu entscheiden, einen anderen Pass mit sich zu führen, tun Sie nichts Illegales.

Den Treuepflichten abzuschwören, … bedeutet heutzutage, dass die Pflichten, die Sie auf sich nehmen, eine sehr ernste Angelegenheit sind, genauso wie Ihre Verpflichtung, am Regieren unseres Landes mitzuwirken, einer ‚des Volkes‘ zu werden. Wenn es um die Regierungsgewalt geht, können Sie nicht und sollten Sie nicht zwei Herren dienen“ (S. 36–37).

Casper schreibt, dass die Bedingung, der Treue zu anderen Staaten abzuschwören bedeutet, „dass die Zulassung zur Staatsangehörigkeit, insbesondere zum Recht, an legislativen Beratungen teilzunehmen, dem Recht zu wählen, dem Recht ein Gesetzgeber im weitesten Sinne des Wortes zu sein, eine Wahl beinhaltet. Wenn man es auf diese Weise betrachtet, ist beim Abschwören nicht die explizit ausgedrückte Bedeutung des Gesetzes entscheidend, sondern die Konnotation, die über die Wichtigkeit dessen, was John Locke ‚das Legislative‘ genannt hat, zum Ausdruck gebracht wird.“ John Locke:  

„Die Zivilgesellschaft ist ein Zustand des Friedens zwischen denjenigen, die zu ihr gehören....es ist in ihrer Legislative, dass die Mitglieder des Gemeinwesens vereinigt und in einem kohärenten, lebenden Rechtsrahmen zusammengefasst sind. Dies ist die Seele, die dem Gemeinwesen Form, Leben und Einheit gibt...“ (S. 37)

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Casper ist Mitglied diverser renommierter akademischer Institute, u.a. des American Law Institute, der International Academy of Comparative Law, der American Academy of Arts and Sciences, des Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste[21] und der American Philosophical Society. 2006 hatte er zudem den Kluge Chair in American Law and Governance der Library of Congress inne.[22] Casper hat zahlreiche Ehrendoktorwürden erhalten. Von 1980 bis 2010 wirkte Casper im Rat des American Law Institute und ist weiterhin als Emeritus involviert, 2014 erhielt er von dem Institut außerdem eine Auszeichnung für hervorragende Dienste.[23]

Von 2000 bis 2008 diente er als Treuhänder der Yale University.[24] 2000 bis 2012 war er Treuhänder der Central European University in Budapest. Er ist Vorsitzender des Rats der Terra Foundation for American Art,[25] Treuhänder des Committee for Economic Development,[26] Vorsitzender des internationalen Rates des Israel Democracy Institute[27] und Mitglied des internationalen Beirats der Europäischen Universität Sankt Petersburg,[28] sowie der Koç University, Istanbul.[29]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Casper: Juristischer Realismus und politische Theorie im amerikanischen Rechtsdenken. Duncker & Humblot, Berlin 1967, ISBN 3-428-00294-6.
  • Gerhard Casper: Redefreiheit und Ehrenschutz - Anmerkungen zu den Grundlagen der neueren amerikanischen und deutschen Rechtsprechung. Müller, Karlsruhe 1971, ISBN 3-7880-0038-4.
  • Gerhard Casper, Richard A. Posner The Workload of the Supreme Court. Chicago, 1976, ISBN 0-910058-78-4.
  • Gerhard Casper, Hans Zeisel: Der Laienrichter im Strafprozess. Müller, Karlsruhe 1979, ISBN 3-8114-4077-2.
  • Willi Paul Adams, Knud Krakau, Gerhard Casper: Deutschland und Amerika : Perzeption und historische Realität. Colloquium-Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-7678-0649-5.
  • Gerhard Casper: Separating Power. Cambridge, MA, 1997, ISBN 0-674-80140-7.
  • Gerhard Casper: Cares of the University. Stanford, CA, 1997, OCLC 58947857.
  • Gerhard Casper: Die Karlsruher Republik. In: Zeitschrift für Rechtspolitik. Mai 2002.
  • Arnulf Melzer, Gerhard Casper: Wie gestaltet man Spitzenuniversitäten? : Antworten auf internationale Herausforderungen. Bachem, Köln 2001, ISBN 3-7616-1513-2.
  • Gerhard Casper: The Winds of Freedom: Addressing Challenges to the University. Yale UP, 2014, ISBN 978-0-300-19691-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gerhard Casper – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. americanacademy.de Ankündigung auf der Website der American Academy in Berlin, abgerufen am 1. September 2015.
  2. zeit.de
  3. paloaltoonline.com
  4. news.stanford.edu
  5. alumni.stanford.edu
  6. news.stanford.edu
  7. gcasper.stanford.edu (PDF)
  8. alumni.stanford.edu
  9. news.stanford.edu
  10. web.stanford.edu
  11. americanacademy.de (PDF).
  12. americanacademy.de
  13. taz.de
  14. holbrookeforum.org
  15. Jan Fleischhauer: GEISTESLEBEN Der Netzwerker. In: Der Spiegel. Nr. 27, 2008 (online).
  16. bundesverfassungsgericht.de
  17. a b c d gcasper.stanford.edu (PDF, S. 214).
  18. gcasper.stanford.edu (PDF, S. 214 f.)
  19. gcasper.stanford.edu (PDF, S. 215).
  20. Gerhard Casper: Foreswearing Allegiance. In: Maurice and Muriel Fulton Lecture Series. The Law School of the University of Chicago, 1. Mai 2008, abgerufen am 2016-27-04 (english).
  21. orden-pourlemerite.de
  22. loc.gov
  23. ali.org
  24. news.yale.edu
  25. terraamericanart.org
  26. ced.org
  27. en.idi.org.il
  28. eu.spb.ru
  29. ku.edu.tr