Gerhard Grohs

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Gerhard Grohs (* 24. Juni 1929 in Dresden; † 18. Februar 2015 in München) war ein deutscher Soziologe und Afrikawissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grohs studierte ab 1950 zunächst Rechtswissenschaften in Heidelberg und war dort 1952/53 AStA-Vorsitzender sowie 1953/54 2. Vorsitzender des Verbands Deutscher Studentenschaften (VDS). Nach der Promotion 1959 (mit einer Arbeit über das italienische Tarifrecht) absolvierte er ein Zweitstudium der Soziologie an der Freien Universität Berlin, das er 1961 mit dem Diplom abschloss. 1966 habilitierte er sich in Berlin mit der Arbeit Stufen afrikanischer Emanzipation. Studien zum Selbstverständnis afrikanischer Eliten. Nach Lehrtätigkeiten in Berlin, Leicester und Daressalam wurde Grohs 1969 zum Professor in Berlin ernannt. 1975 wechselte er auf die Professur für Kultur und Gesellschaft Afrikas am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1994 bekleidete. Nach der Emeritierung nahm er noch bis 2009 Lehraufträge am Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Hochschule für Philosophie München wahr.

Neben seiner Lehrtätigkeit war Grohs lange Jahre kirchlich und entwicklungspolitisch engagiert, so z. B. als Vorsitzender des wissenschaftlichen Kuratoriums der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg (bis 1999), als Mitglied der Entwicklungskommission und des Zentralausschusses des Weltkirchenrats in Genf sowie als Vorsitzender der Kammer für kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland (bis 1992). Von 1981 bis 1990 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Von 1991 bis 1993 war er zudem Vorsitzender der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland (VAD).

Seine Tochter Henrike Grohs wurde 2016 von islamistischen Terroristen ermordet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]