Gerhard Hirschfeld

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Gerhard Hirschfeld (* 19. September 1946 in Plettenberg im Sauerland) ist ein deutscher Historiker.

Hirschfeld studierte Geschichte, politische Wissenschaften und Germanistik in Bochum und Köln und legte sein Staatsexamen 1974 an der Universität Köln ab. Anschließend war er DAAD-Lektor am University College Dublin und seit 1976 Assistent von Wolfgang J. Mommsen an der Universität Düsseldorf. 1981 promovierte er summa cum laude an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Von 1978 bis 1989 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter (Fellow) am Deutschen Historischen Institut in London. Daneben hatte er Lehraufträge an den Universitäten Birmingham und Warwick.

Hirschfeld ist seit 1997 Professor am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Von 1989 bis 2011 war er Leiter und Direktor der Bibliothek für Zeitgeschichte (seit 2000 Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek, Stuttgart). Seit 2016 ist er Gastprofessor am Institute of International Relations der Universität Wuhan/China.

1996/1997 und erneut 2006/2007 war er Fellow des Netherlands Institute of Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences (NIAS) in Wassenaar/Niederlande. Von 1991 bis 2000 amtierte er als Vorsitzender des Deutschen Komitees für die Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Von 2000 bis 2010 war er Präsident des Comité Internationale de la Deuxième Guerre Mondiale / International Committee for the History of the Second World War.

Das Werk Hirschfelds umfasst zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte der beiden Weltkriege, zur wissenschaftlichen Emigration aus Deutschland nach 1933 sowie zur Geschichte der Niederlande im 20. Jahrhundert. Die große Enzyklopädie zum Ersten Weltkrieg gilt mittlerweile als unverzichtbares Standardwerk.

Hirschfeld ist bzw. war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gremien und Beiräte, u.a. des Centre de Recherche des Historial de la Grande Guerre, Péronne, der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften (Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie), Amsterdam, des Comité Scientique du Mémorial de Verdun, Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie in Baden-Württemberg, Grafeneck, Landschaftsverband Rheinland: Forum Vogelsang und 1914: Mitten in Europa, Centre for Second World War Studies, Universität Birmingham; ferner Redaktionsbeirat der Zeitschriften Zeithistorische Forschungen und der Tijdschrift voor Geschiedenis.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fremdherrschaft und Kollaboration. Die Niederlande unter deutscher Besatzung, Oldenbourg Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-421-06192-0 (engl. Übersetzung 1988, niederl. Übersetzung 1991)
  • (Hg.) Exil in Großbritannien. Zur Emigration aus dem nationalsozialistischen Deutschland. Klett Cotta, Stuttgart 1983, ISBN 3-608-91142-1
  • (Hg., mit Patrick Marsh) Kollaboration in Frankreich. Politik, Wirtschaft und Kultur während der nationalsozialistischen Besatzung 1940–1944. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-10-030407-1
  • (Hg., mit Hans-Peter Ullmann u.a.) Kriegserfahrungen. Studien zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Ersten Weltkriegs. Klartext Verlag, Essen 1997, ISBN 978-3-88474-538-0.
  • (Hg., mit Tobias Jersak) Karrieren im Nationalsozialismus. Funktionseliten zwischen Mitwirkung und Distanz. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-593-37156-1
  • (Hg., mit Gerd Krumeich und Irina Renz) Die Deutschen an der Somme 1914–1918. Krieg, Besatzung, Verbrannte Erde. Klartext Verlag, erweiterte und überarbeitete Ausgabe, Essen 2016, ISBN 978-3-8375-1459-9 (niederl. Übersetzung 2008, engl. Übersetzung 2009)
  • (Hg., mit Gerd Krumeich und Irina Renz) Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Schöningh, Paderborn 2003. Zweite aktualisierte und erw. Studienausgabe, Schöningh (UTB), Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-76578-9, engl.Ausgabe 2012: BRILL'S Encyclopedia of the First World War, ISBN 978-90-04-20739-4 (set)
  • Deutschland im Ersten Weltkrieg (gemeinsam mit Gerd Krumeich) S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-10-029411-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]