Gerhard Meier (Schriftsteller)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gerhard Meier (* 20. Juni 1917 in Niederbipp; † 22. Juni 2008 in Langenthal)[1] war ein Schweizer Schriftsteller und Designer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard Meier wuchs in seiner Heimatgemeinde Niederbipp im bernischen Oberaargau, wo er fast sein ganzes Leben verbrachte, auf. Da sich sein Berufswunsch – Architekt – nicht verwirklichen liess, begann er ein Hochbau-Studium am Technikum in Burgdorf. Nach dem Abbruch dieses Studiums trat er 1938 in eine Lampenfabrik AKA in Niederbipp ein. Dort arbeitete er – nur unterbrochen von seinem Militärdienst während des Zweiten Weltkriegs – die folgenden 33 Jahre als Designer und schliesslich als technischer Leiter.

Meier hatte bereits während seiner Studienzeit erste schriftstellerische Versuche unternommen, die er jedoch mit dem Eintritt ins Berufsleben gänzlich aufgab. Er nahm die Beschäftigung mit der Literatur und das Schreiben erst 1957 wieder auf, als er wegen einer Tuberkulose-Erkrankung einige Zeit im Sanatorium in Heiligenschwendi verbringen musste. 1964 erschien sein erster Gedichtband, dem weitere Veröffentlichungen folgten. 1971 gab Meier seine Tätigkeit in der Industrie auf; er lebte seitdem als freier Schriftsteller in Niederbipp.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er 1979 bekannt, als Peter Handke die Hälfte des ihm verliehenen Franz-Kafka-Preises Gerhard Meier zukommen liess. Jedoch auch nach dem Erscheinen seiner Hauptwerke in den Siebziger- und Achtzigerjahren und trotz einer stetig wachsenden Anerkennung durch die Literaturkritik verweigerte sich Meier weitgehend dem Literaturbetrieb und führte ein zurückgezogenes Leben in seinem Heimatdorf. 1997 verstarb seine Frau Dorli (Dora), mit der er seit 1937 verheiratet war und mit der er drei Kinder (zwei Töchter und Sohn Pedro Meier) hatte.

Gerhard Meier hat Gedichte, Kurzprosa und Romane verfasst, in denen sich private Wahrnehmungen und Fantasien auf eigenwillige Weise verbinden. In seinen Akzentuierungen des Lokalen, Kleinräumigen und im besten Sinn „Provinziellen“ gelangen ihm poetische Betrachtungen, die an Robert Walser oder Adalbert Stifter erinnern.

Gerhard Meier ist am 22. Juni 2008, zwei Tage nach seinem 91. Geburtstag, im Spital in Langenthal verstorben.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Gras grünt. Gedichte. Benteli, Bern 1964
  • Im Schatten der Sonnenblumen. Gedichte. Kandelaber, Bern 1967
    • Einige Häuser nebenan. Ausgewählte Gedichte (aus Das Gras grünt und Im Schatten der Sonnenblumen). Zytglogge, Gümligen 1973
  • Kübelpalmen träumen von Oasen. 60 Prosaskizzen. Kandelaber, Bern 1969
  • Es regnet in meinem Dorf. Gedichte. Walter, Olten 1971
    • Papierrosen. Gesammelte Prosaskizzen (aus Kübelpalmen träumen von Oasen und Es regnet in meinem Dorf). Zytglogge, Gümligen 1976
  • Der andere Tag. Ein Prosastück. Zytglogge, Gümligen 1974
  • Der Besuch. Roman. Zytglogge, Gümligen 1976
  • Der schnurgerade Kanal. Roman. Zytglogge, Gümligen 1977
  • Toteninsel. Roman. Zytglogge, Gümligen 1979
  • Borodino. Roman. Zytglogge, Gümligen 1982
  • Die Ballade vom Schneien. Roman. Zytglogge, Gümligen 1985
  • Gedichte. Elephant Press, Bangkok, Thailand 1987. ISBN 974-73 15-30. Ausgewählt und herausgegeben von Pedro Meier (Sohn von Gerhard Meier).
  • Signale und Windstöße. Gedichte und Prosa. Auswahl und Nachwort von Heinz F. Schafroth. Reclam (UB 8552), Stuttgart 1989
  • Land der Winde. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990
  • Das dunkle Fest des Lebens. Amrainer Gespräche (mit Werner Morlang). Bruckner & Thünker, Köln/Basel 1995
  • Ob die Granatbäume blühen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-518-41677-4

Werkausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzeln:

Sonderausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstlerbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedichte. Künstlerbuch / artist's book, hrsg. und illustriert mit 12 Lithographien (Paraphrasen) von Pedro Meier (Sohn von Gerhard Meier) zum 70. Geburtstag von Gerhard Meier. Elephant Press, Bangkok, Thailand 1987. ISBN 974-73 15-30

Bildband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Spaziergang durch Olten mit Gerhard Meier (zusammen mit Peter André Bloch). Dietschi, Olten 1997

Hörbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur und Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fernand Hoffmann: Heimkehr ins Reich der Wörter. Versuch über den Schweizer Schriftsteller Gerhard Meier. Grossherzogliches Institut, Luxemburg 1982
  • Meier und Müller. du. Die Zeitschrift der Kultur, Heft Nr. 587, Zürich, Januar 1990
  • Sven Spiegelberg: Diskurs in der Leere. Aufsätze zur aktuellen Literatur der Schweiz. Peter Lang, Bern 1990
  • Dorota Sośnicka: Wie handgewobene Teppiche. Die Prosawerke Gerhard Meiers. Lang, Bern 1999, ISBN 3-906763-70-6
  • Andrea Köhler: An der Ostwand der Seele. Ein Besuch bei dem Schriftsteller Gerhard Meier. In: NZZ, 8./9. Januar 2000
  • Jan Watrak: Gerhard Meiers Lyrik und Kurzprosa, Lang, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-631-39108-0
  • Michel Mettler: Bleiben. Ein Bericht vom Reisen durch Gerhard Meiers erzählerische Weiten. In: NZZ, 10. Februar 2007
  • Werner Morlang: Genügsamkeit und Weite. In: Schweizer Monatshefte. Zeitschrift für Politik Wirtschaft Kultur. Heft 07/08, Juli/August 2007, S. 40f

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schriftsteller Gerhard Meier ist tot. Nachruf. In: 20 Minuten, 22. Juni 2008
  2. AAS 87 (1995), n. 3, p. 335.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]