Gerhard Rein (Journalist)

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Gerhard Rein (* 25. Oktober 1936 in Kulm, Westpreußen) ist ein deutscher Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Flucht aus Westpreußen lebte Gerhard Rein ab 1945 mit seiner Mutter und den Geschwistern in Achim, wo er auch die Schule abschloss. Nach einer kaufmännischen Lehre in Bremen war er Praktikant beim Weser-Kurier und arbeitete als Journalist beim Achimer Kreisblatt, bei der Ostbremer Rundschau sowie für den Norddeutschen Rundfunk in Hannover. 1961 begann er seine Tätigkeit als Redakteur in der Abteilung Kirche und Gesellschaft des Süddeutschen Rundfunks (SDR). Später übernahm er die Leitung dieser Abteilung. Einige der von ihm redaktionell betreuten Sendereihen (Gespräche, Interviews, Referate) wurden später in Buchform herausgegeben. Von 1982 bis 1990 war er Korrespondent des SDR in der DDR. Schwerpunkte seiner Berichterstattung waren die Kultur und die Rolle der Kirche in der DDR. Er hatte vielfältige Kontakte zu Mitgliedern der sich im Umfeld der Evangelischen Kirche formierenden Friedens-, Umwelt- und Oppositionsbewegung und berichtete mit „Distanz zu den Mächtigen, zur Nomenklatura allemal, aber doch nicht zu denen, die das System an den Rand gedrängt hatte und stumm machen wollte“.[1] Seine in der DDR in der Wendezeit 1989 und 1990 gemachten Erfahrungen publizierte er als Autor und Herausgeber mehrerer Bücher. Von 1992 bis Ende August 1997 berichtete er als Hörfunk-Korrespondent der ARD aus dem südlichen Afrika (Studio Johannesburg). Anschließend war er bis 2001 Hörfunk-Korrespondent des SDR und ab Oktober 1998 des Südwestrundfunks (SWR) in Berlin.

2006 erfuhr er, dass sein jüdischer Vater im März 1945 im Konzentrationslager Ebensee in Oberösterreich unter ungeklärten Umständen gestorben ist.[2] Gerhard Rein ist Mitglied des Pankower Friedenskreises. Er lebt mit seiner Frau in Berlin-Charlottenburg.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Rein (Hrsg.): Warum ich mich geändert habe. Persönliche Berichte von Heinrich Albertz, Jean Améry und anderen. Kreuz-Verlag, Stuttgart, Berlin 1971, ISBN 3-7831-0370-3, S. 109.
  • Heinrich Albertz, Gerhard Rein (Mitarb.): Dagegen gelebt - von den Schwierigkeiten, ein politischer Christ zu sein: Gespräche mit Gerhard Rein. 1. Auflage. Rowohlt (rororo aktuell), Reinbek bei Hamburg 1976, ISBN 978-3-499-14001-3, S. 123.[3]
  • Gerhard Rein (Hrsg.): Die Opposition in der DDR. Entwürfe für einen anderen Sozialismus. Wichern, Berlin 1989, ISBN 3-88981-044-6, S. 239.
  • Gerhard Rein: Die protestantische Revolution 1987-1990. Ein deutsches Lesebuch. 1. Auflage. Wichern, Berlin 1990, ISBN 978-3-88981-046-5, S. 445.
  • Gerhard Rein: Auf der Grenze von West und Ost. Texte, Notizen und Gespräche eines Korrespondenten. 1. Auflage. Quintus, Berlin 2017, ISBN 978-3-945256-92-3, S. 304.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Rein: Ein schmaler Grat. Korrespondenten-Erfahrung in Südafrika und der DDR. In: der überblick. Zeitschrift für ökumenische Begegnung und internationale Zusammenarbeit. Nr. 4, 2007, S. 14 (online [abgerufen am 23. Juni 2017]).
  • Joachim Garstecki: Frieden und eine Rede am Rande des Kirchentages. In: Das Blättchen. Band 20, Nr. 15, 2017 (online [abgerufen am 24. Juli 2017]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marianne Subklew-Jeutner: Der Pankower Friedenskreis. Geschichte einer Ost-Berliner Gruppe innerhalb der Evangelischen Kirchen in der DDR 1981-1989. 1. Auflage. Der Andere Verlag, Osnabrück 2004, ISBN 3-89959-145-3, 9.2., S. 402.
  2. Gerhard Rein: Über Lisewo hinaus oder Auf der Suche nach meinem Vater. In: Auf der Grenze von West und Ost. Quintus, Berlin 2017, S. 297–301.
  3. Neuauflage 2017 bei Rowohlt Repertoire