Gerhard Ruhenstroth-Bauer

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Gerhard Ruhenstroth-Bauer (1990)

Gerhard Ruhenstroth-Bauer (* 2. Juni 1913 in Troppau/Österreichisch Schlesien; † 2. August 2004 in München) war ein deutscher Biochemiker und Mediziner.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruhenstroth-Bauer absolvierte ein Chemiestudium an den Universitäten Prag sowie Königsberg und wurde 1943 von der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin zum Dr. rer. nat. promoviert. Seine Habilitationsschrift zum Dr. med. habil. legte er 1951 an der Eberhard Karls Universität Tübingen vor, wo er anschließend als Privatdozent tätig war. 1957 wechselte er an die Universität München, wo er 1958 zum außerplanmäßigen Professor für Experimentelle Medizin berufen wurde. Außerdem war Ruhenstroth-Bauer Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft sowie von 1962 bis zu seiner Emeritierung 1981 Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried.

Populärwissenschaftlich bekannt wurde Gerhard Ruhenstroth-Bauers Name im Zusammenhang mit der Beantwortung der Frage nach dem Sauerwerden von Milch bei Gewitter. Christoph Drösser zitierte ihn in seiner Zeit-Kolumne Stimmt’s? mit der Aussage, dass dafür sog. Sferics verantwortlich seien.[1]

Während der Zeit des Nationalsozialismus trat Ruhenstroth-Bauer 1938 der NSDAP sowie SS bei und war während des Zweiten Weltkrieges Stabsarzt der Luftwaffe eingesetzt.[2] Er führte als Assistent Adolf Butenandts am Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Biochemie Versuche an epileptischen Kindern aus der psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalt Brandenburg-Görden durch. Dabei sollten im Auftrag der deutschen Luftwaffe in einer Unterdruckkammer die Folgen von Sauerstoffmangel untersucht werden.[3][4]

1980 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste in München berufen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Drösser: Stimmt es, dass Milch bei einem Gewitter schneller sauer werden kann?. In: Die Zeit, Nr. 33 vom 12. August 1998.
  2. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 514.
  3. Wolfgang Schieder, Achim Trunk (Hrsg.): Adolf Butenandt und die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Wissenschaft, Industrie und Politik im „Dritten Reich“ (Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, Bd. 7). Wallstein-Verlag, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-752-7.
  4. Claudia Schwartz: Die pragmatische Karriere Adolf Butenandts. Wissenschaftspolitik im und nach dem Dritten Reich. In: Neue Zürcher Zeitung vom 18. August 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]