Gerhart Lippert

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Dieser Artikel behandelt den Volksschauspieler Gerhart Lippert. Für den Journalisten siehe Gerhard Lippert.

Gerhart Lippert (* 14. März 1937 in Pietzing am Simssee) ist ein bayerischer Volksschauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhart Lipperts Vater war Kunstmaler, seine Mutter Pianistin. Nach einer Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule arbeitete der in Pietzing (Gemeinde Riedering bei Rosenheim) aufgewachsene Gerhart Lippert neben seinen Engagements am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen auch an mehreren deutschen Theatern, unter anderem in Düsseldorf, Berlin und München.

Bundesweit bekannt wurde er in den 1960er-Jahren, als er Mitglied des Komödienstadel-Ensembles wurde und in der Abenteuerreihe Alarm in den Bergen im Fernsehen mitwirkte. Es folgten zahlreiche Rollen in Filmen und Fernsehserien (zum Beispiel als Juniorchef Jörg Buchner in der Serie Der Forellenhof des Südwestfunks von 1965 mit unter anderem Hans Söhnker, Jane Tilden und Helga Anders). 1969 spielte er neben Hansi Kraus und Theo Lingen in der Komödie Pepe, der Paukerschreck. 1970 erlebte man ihn in der Fernsehserie Tournee – Ein Ballett tanzt um die Welt als Jochen Thom mit unter anderem Maria Litto, Edith Schultze-Westrum, Albert Venohr und Harry Wüstenhagen. Ein weiterer großer Erfolg war seine Hauptrolle als Professor Schulz in der 13-teiligen ZDF-Serie Semesterferien, die 1972 ausgestrahlt wurde. In dem dreiteiligen Fernsehspiel Sachrang von 1978 spielte er die Hauptrolle des Müllner Peter. 1979 verkörperte er den Vater Friedemann Thaler der Titelfigur Timm Thaler. In der Serie Tierarzt Dr. Engel spielt er den Ökobauern Ulrich Hallhuber.

Den größten Erfolg seiner Karriere bescherte dem Schauspieler die Rolle des Dr. Thomas Burgner in der Serie Der Bergdoktor (1993–1997). Nach sechzig Folgen starb er in seiner Rolle den Lawinentod. Zuletzt war er in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung Flamme der Liebe (2003) und in dem Fernsehspecial Schwarzwaldklinik – Die nächste Generation (2005) zu sehen. Seit einigen Jahren ist er auch bei einigen Aufzeichnungen des Chiemgauer Volkstheaters im Bayerischen Fernsehen mit von der Partie.

Dem großen Publikum weniger bekannt sind zwei weitere Betätigungsfelder des beliebten Volksschauspielers. Lippert arbeitete sowohl für den Bayerischen Rundfunk, als auch für den Südwestfunk als Regisseur. So führte er unter anderem in den 1980er Jahren auch bei den Luisenburg-Festspielen Regie. Hier trat er in den letzten Jahrzehnten wiederholt auf die Naturbühne. Das bisher letzte Mal war er in der Spielsaison 2005 in der Hauptrolle des Bergbauern Franz Flender in der dramatischen Liebesgeschichte Geierwally an der Seite von Barbara Romaner, Christoph Baumann und Toni Schatz zu sehen. Seine Leidenschaft zur Musik setzt Lippert vor allem in der Vorweihnachtszeit mit Tourneen um, in deren Rahmen jeweils einheimische Volksmusikanten auftreten. Lippert umrahmt die Lieder dabei mit literarischen, besinnlichen und humorvollen Advents- und Weihnachtsgeschichten.

Seine zweite Ehefrau Franziska war eine Tochter von Jane Tilden, die in der Fernsehserie Der Forellenhof seine Mutter spielte. Das Paar hat eine Tochter. Lippert lebt mit seiner dritten Frau, der Sängerin Maria Neuhaus, mit der er seit 1994 verheiratet ist, deren Tochter und der gemeinsamen Tochter in Niederndorf am Fuße des Kaisergebirges.

Im Februar 2012 erlitt Lippert einen Treppensturz mit schwerer Kopfverletzung, von der er sich nur langsam erholte.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Komödienstadel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972: Mattheis bricht’s Eis (als Mattheis Summerer)
  • 1973: Die drei Dorfheiligen (als Martin Furtner)
  • 1973: Die drei Eisbären (als Juliander Haldenegger)
  • 1974: Das sündige Dorf (als Sepp Stangassinger)
  • 1975: Thomas auf der Himmelsleiter (als Thomas Nothaas)
  • 1975: Der Bauerndiplomat (als Hans Boschinger)
  • 1976: Die Generalprobe (als Loisl)
  • 1976: Herz am Spieß (als Martin Wenninger)
  • 1977: Die Widerspenstigen (als Martin Wegrainer)
  • 1978: Der Ledige Hof (als Leonhard Brugger)
  • 1979: Der Geisterbräu (als Wastl Schöllerer)
  • 1983: Heiratsfieber (als Markus)
  • 1984: Liebe und Blechschaden (als Ferdl Hammerl)
  • 1985: Schneesturm (als Bartl)
  • 1985: Paraplü und Perpendikel (als Niklas Ungemach)
  • 1991: Millionen im Heu (als Alois Brenner)
  • 2002: Achterbahn ins Glück (als Ferdl Schwinghammer)
  • 2011: Die Provinzdiva (als Josef Dirscherl)

Chiemgauer Volkstheater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Herz am Spieß (als Martin Wenninger)
  • 1993: Nix für unguat (als Niklas Ungemach)
  • 2004: Nix für unguat (als Willi Obermüller)
  • 2007: Vier Väter zuviel (als Gerhart Helmer)
  • 2008: Der König von Hohenmoos (als Hans Kaiser)
  • 2008: Xaver spielt falsch (als Xaver Limmer)
  • 2009: Der Diplom Bauernhof (als Anton Stadler)
  • 2009: Der Vatertagsausflug (als Quirin Stadler)
  • 2010: Wieder dahoam (als Karl Huber)
  • 2010: Da Bauern Nero (als Albert Bergmann)
  • 2011: Man gönnt sich ja sonst nix! (als Alois Meindl)
  • 2011: Altaich (als Martl)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bergdoktor hat Gedächtnis wieder. news.at, 11. April 2012, abgerufen am 1. Mai 2017.