Gerichtsreporter

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Gerichtsreporter sind spezialisierte Journalisten, die vor allem für Printmedien Berichterstattung über Straf- und andere Gerichtsverfahren leisten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den Anfängen des Zeitungs-Pressewesens hat es Meldungen und Berichte über Verlauf und Ergebnisse von Gerichtsverfahren gegeben. Zu einem eigenen Aufgabenbereich, für das dann spezialisierte Reporter zuständig waren, wurde es überwiegend erst im 20. Jahrhundert.

Im Zuge des Personalverringerungs- und Einspardrucks sind in der deutschen Presselandschaft seit den 1990er Jahren nur noch bei den überregionalen Printmedien spezielle Gerichtsreporter im Stellenplan übriggeblieben. Bei allen übrigen Medienunternehmen werden Strafprozesse und Hintergrundberichte zu Fällen von herausragendem öffentlichem Interesse (wie z. B. der Mannesmann-Prozess) nur noch im Sonderauftrag vergeben und von nichtspezialisierten Fach-Journalisten von Fall zu Fall übernommen. Am 17. Januar 2017 wurde vermutlich wegen zu wenig Fachkenntnis jedoch eine Falschmeldung über ein Verbot der NPD verbreitet, da vermeintlich die Zeit fehlte, das Ende der Urteilsverkündung abzuwarten. Zur Vermeidung dieses Problems werden die Urteile des höchsten Gerichts der Schweiz, des Bundesgerichts, akkreditieren Berichterstattern vorab zugestellt und mit einer Sperrfrist versehen, vor welcher keine Publikation erlaubt ist. Auf diese Weise verfügen die Reporter über genügend Zeit, über das Urteil umfassend zu informieren.[1]

Bekannte Gerichtsreporter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frauke Höbermann: Der Gerichtsreporter als "Vierte Gewalt"?. In: Erosion der Rechtsstaatlichkeit – Werteverfall oder Paradigmenwechsel? / 25. Strafverteidigertag, 9. – 11. März 2001, Berlin. [Hrsg. von den Strafverteidigervereinigungen, Organisationsbüro der Strafverteidigervereinigungen] (2002), S. 227–236.
  • Holger Weimann, Norbert Leppert, Frauke Höbermann: Gerichtsreporter : Praxis der Berichterstattung. ZV, Berlin 2005. 344 S.ISBN 3-929122-91-X

Film-Dokumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeuge in eigener Sache: Rudolf Hirsch : Autor und DDR-Gerichtsreporter ein Film von Marie Bardischewski, Bayerischer Rundfunk, München o. J.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Gerichtsreporter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heikle Eilmeldungen aus dem Gericht NZZ am 28. Januar 2017