Germanium(II)-chlorid

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Strukturformel
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Germanium(II)-chlorid
Andere Namen

Germaniumdichlorid

Summenformel GeCl2
CAS-Nummer
  • 10060-11-4
  • 28595-67-7 (Dioxan-Complex)
PubChem 6327122
Kurzbeschreibung

gelblicher Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 143,5 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Germanium(II)-chlorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Germaniums aus der Gruppe der Chloride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Germanium(II)-chlorid kann durch Reaktion von Germanium(IV)-chlorid mit Germanium bei 430 °C gewonnen werden.[3]

\mathrm{GeCl_4 + Ge \longrightarrow 2 \ GeCl_2}

Es kann auch aus Trichlorgerman (auch Germaniumchloroform genannt) gewonnen werden, indem man bei -30 °C das Gleichgewicht zwischen Trichlorgerman und Germanium(II)-chlorid und Chlorwasserstoff, durch Abpumpen des Chlorwasserstoffes das Gleichgewicht in Richtung Germanium(II)-chlorid verschiebt.[1]

\mathrm{GeHCl_3 \longrightarrow GeCl_2 + HCl}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Germanium(II)-chlorid ist ein gelbstichig gefärbter hydrolyseempfindlicher und sehr reaktionsfähiger Feststoff, der mit Wasser reagiert und löslich in Benzol und Ether ist.

\mathrm{GeCl_2 + 2 \ H_2O \longrightarrow Ge(OH)_2 + 2 \ HCl}

Mit Salzsäure bildet sich Trichlorgerman.[1] Diese salzsaure Lösung der Verbindung wirkt stark reduzierend. Mit Chloriden wie Rubidiumchlorid oder Caesiumchlorid bildet es Chlorokomplexe des Typs GeCl3, mit Brom und Chlor die Tetrahalogenide Germanium(IV)-chlorid und Germaniumdibromdichlorid.[4] Die Verbindung ist polymer und lässt sich nicht verdampfen. Schon wenig oberhalb Raumtemperatur beginnt es unter Verfärbung nach Gelb bis Rot und Abgabe von Germanium(IV)-chlorid in chlorärmere Germaniumchloride zu zerfallen. Bei erhöhter Temperatur gehen diese schließlich in Germanium über.[1]

In monomerer Form lässt sich Germanium(II)-chlorid mit Komplexbildnern, wie 1,4-Dioxan stabilisieren. Bei Behandlung von Trichlorgerman mit Dioxan lässt sich der farblose, feste Komplex GeCl2·C4H8O2 isolieren, der unmittelbar als Quelle für Umsetzungen von Germanium(II)-chlorid mit organischen und anderen Verbindungen dienen kann.[1][5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 722.
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3.  L. M. Dennis: Germanium. Zusammenfassung der Untersuchungen im Department of Chemistry, Cornell University, 1921-1927. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 174, Nr. 1, 2. August 1928, S. 97, doi:10.1002/zaac.19281740114.
  4. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 403 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. A. .. Meller, J. Pfeiffer, M. Noltemeyer: Aza- und Thia-2-germa(II)-indane und entsprechende 2,2?-Spirobi(2-germaindane). In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 572, 1989, S. 145–150, doi:10.1002/zaac.19895720118.