Gerner (Familienname)

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Bürgerliches Gerner-Wappen vor 1640

Der Familienname Gerner wird im Duden (2005) mit vier Bedeutungen beschrieben:

Der Duden beschreibt nicht die Namensform Gerner, die aus einem patronymisch gebildeten Familiennamen aus Gernot gebildet wurde. Dies ist anschließend mit Belegen erklärt und wäre in Zukunft in der Namensdeutung für Gerner mit aufzunehmen und zu ergänzen.

Namensforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerner ist auf Grund seiner germanischen Herkunft vom Wort „Ger“ (Speerspitze) ein sehr alter Ruf- und Familienname. Gerner steht an der Häufigkeit der Namen im deutschen Sprachraum an Stelle 2240. Nach einem Arbeitstreffen im Jahr 2003 von Gerner / Gernert / Görner-Forschern der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher fand die Auswertung vieler Quellen aus dem Raum Sachsen, Schlesien, Böhmen, Franken, Thüringen und Hessen statt. Es wurde ein Görner-Buch (Chronik der Familie Görner).[1] und weitere Schriften veröffentlicht (Link darauf im Text enthalten)[2]. Literaturquellen, fränkische und böhmische Regesten, diverse Archivurkunden, Namensbüchern, Schreib- und Sprachänderungen, die böhmische Volkszählung Berní rula, die Migration der Gerner-Stämme, statistische Namenshäufung in Regionen u. a. wurden vom Autor Jürgen Gerner hinzugezogen, erforscht und zusammengetragen. Gerner- und namensähnliche Wappen wurden von J. Gerner illustriert.

Gerner, 1846 Hausname in Sindolsheim
Gerner, 2019 Calligraffiti in Lankow

Weitere Herkünfte des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bedeutung der Ableitung von Karner / Kerner / Gerner (mittellateinisch carnarium) von Beinhaus nennt der Duden nicht. Meyers Konversations-Lexikon[3] beschreibt den Gerner als romanischen Kapellenbau mit polygonem Turm.[4]
  • Gerner: Berufsname, Gerner, Gäörner, Gärnler, Gernler (Garnwirker, -zieher), auch niederdeutsch Gärtner als Görner genannt[5]
  • Gerner: Schreib- und Lautvarianten des Gernhart sind zusammengezogen gesprochen, Gernrt und Gernert und mit „t“-Abfall, Gerner.
  • Gerner: Im altfränkischen Maingebiet wird aus Gernot – Gernet der heutige Name Gernert und mit dem abfallenden „t“ entsteht der Name Gerner.

Die Ableitung des Namens zu Gerner aus Gernot[6] wurde bisher in den einschlägigen Familiennamenbüchern nicht genannt.

Namensableitung aus dem Nibelungenlied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den verschiedenen Abschriften des Nibelungenlieds zeigen sich die Varianten und Ableitungen des Namens Gernot und Gero um 1200. Durch die variablen Handschriften entstanden andere Laute, das -o- wird zu -e-. Grundlage sollen hier die folgenden Textstellen der 28. verbesserten Auflage von Karl Simrock aus dem Jahr 1874 sein: „beiden Markgrafen Gere und Eckehart…“ Gere = GeroGernot = Gernet (ff. siehe Literaturhinweise)

Namensänderung durch Abbreviatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter und in der Neuzeit verwendeten die Urkundenschreiber Abbreviaturzeichen um Wörter, sowie auch Namen in der Schreibschrift kürzer zu fassen. So wurden Namen nicht nur sprachlich, sondern auch schriftlich verändert. Beispiele gibt es in verschiedenen Orten und Zeiten. Durch das über dem Wort gestellte U-Zeichen (nach unten oder oben geöffnet) wurde -er- gekürzt. (Das Kürzungszeichen stellt eine arabische „2“ oder ein liegendes „s“ dar, es ist aber eigentlich ein „r“ in gotischer Schrift. Es diente u. a. auch zur Kürzung der er-Silben.)

Jahr und Ort Abbreviaturvariante Text, Transkription, Anmerkung zur Schrift
1325 und 1330, Wertheim
Abbreviatur des Namens Gernot
GERN u. WTHEIM, hier Gerner u. Wertheim
Gern gleich Gerner
1467, Wien
Gerner Pfarrer, hier Gern pfarr
Otten Gerner, hier Gerner ausgeschrieben
Abbreviatur von Gerner und Pfarrer, Otten Gerner in gleicher Urkunde ausgeschrieben. Der Anfangsbuchstabe G von Gerner ähnelt sich geschrieben oft dem Buchstaben B. Beim Urkunden-Lesen sind Missdeutungen wegen der besonderen Form des Gs aufgetreten.
Gerner, Schreibweise des G im 17. Jh., nicht als B zu lesen

Früheste Erwähnungen des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gernersheim um 888 in Rheingebiet genannt (Kerenesheim, Gernsheim)[7]
  • Irerius (auch … Guarnerius, Gernerius): ausgezeichneter Jurist des 12. Jahrhunderts, ein Bolognese von Geburt, erscheint in Urkunden von 1113 bis 1125, seit 1116 im Dienste des Kaisers Heinrich V.[8]
  • Gostuwe von Gerner (1305), Ehefrau des Johann von Almelo (1300–1350) Niederadel Niederlande 13. Jahrhundert, Ministranten der Niederlande
  • Konrad Nagel den Gerner (1431), Kauf von Acker vor St. Lienhards Tor, Gmünd bei Regensburg

Namensherkunft nach Orten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historischer Flussname Gernsprintz bei Stockstadt a. M.

Personen die aus Orten namens Gern kamen wurden nach ihrer Herkunft Gerner genannt und auch umgekehrt wurden Orte nach ihnen benannt:

Dieser Ort wurde 830/50 in einer frühen fränkischen Zeit Heim des Gerin/ Gerun genannt, mit langem e und kurzem i/u gesprochen. Schreibweisen waren 852 Gerunesheim, zw. 830/50 Gernesheim, 871 Gerinesheim/ Kerinesheim. In einer alten Schrift über die Stadt, hier Gernersheim genannt, steht in Latein: „d) der hier sehr bekannte Petri Schoifferi, perfekter und berühmter Typograph im Land hat den Ort nun Gernsheim genannt“[7]
  • Gernspinz,[9] Ger-ähnlicher oder spitzer Fluss- oder Bachzulauf in den Main bei Stockstadt
  • Gern, Insel in Ornbau, 1149 u. 1155 Kerin genannt
  • Gernerfels, ein Kletterfels in Gößweinstein, Fränkische Schweiz
  • Gern, es gibt 19 Orte mit dem Namen Gern in Deutschland, darunter:
    • Gern, Stadtteil von Eggenfelden. Adalpert de Geren 1150 (Schloss Geren), Castrum Geren 1260 belegt, 1290 erwähnt
    • Gern, Stadtviertel in München

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerner Wappen, Niederlande.jpg
Gerner Wappen, Niederlande
Wappen Gerner, Roberthus 1549.jpg
Gerner, rheinischer Adel
Wappen Gerner v.Lilienstein,Siebmacher.jpg
Gerner, badischer Adel
Gerner Wappen, Adelsheim.jpg
Gerner, badische Patrizier und Bürger
Gerner Wappen, bürgerlich vor 1640.jpg
Gerner, badische Patrizier
Germershausen (Adel)
  • Eine Ratsfamilie Gerner, gab es im 16. Jahrhundert in Wimpfen. Deren Mitglieder wurden geadelt, Abraham Gerner von Lilienstein, Pfalzgraf, erhielt eine Wappenurkunde, in ihr wird ein älteres bürgerliches Wappen der Familie in Form eines offenen Fluges erwähnt: „Ihr vorhin gehabtes Wappen, Alß gelbe gegen eine ander, die Sachsen einwerts gekherte Adlers flügel zusehen…“. Die damaligen deutschsprachigen Wappenkundler nutzten den offenen Flug oder die offene Sachsen im Gerner- und Görner-Adelswappen gleichsam. Weil in den verschiedenen Sprachräumen -e- zu -ö- wurde, ist die Gleichheit der Adelswappen der Gerner und der Görner in den wappenerteilenden Regierungshäusern scheinbar berücksichtigt worden. Das niederländische Gerner Wappen weicht in den heraldischen Regeln ab, es zeigt eine Kirchenbanner, Ortschaft / Gutshof Gerner in der Provinz Overijssel (um 1300).


  • Germershausen, offener Flug wie im bürgerlichen Gerner-Wappen von Gerner von Lilienstein Stadt Wimpfen und offener Flug im Wappen (Adel Abgestorbener Adel Provinz Brandenburg Siebmacher Tafel 17. und Abgestorb. Adel der Fürstenth. Schwarzburg, Tafel 6)

Details zu den Wappen der Gerner, Gernert, Gernet und Görner auf folgenden Seiten:

Vorkommen der Gerner in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbreitung der Varianten der Gerner-Namen und ähnlicher ist regional sehr unterschiedlich. Dies ist begründet in Mundart und Dialekt sowie durch Binnenmigration der deutschsprachigen Bevölkerung durch Krieg und Vertreibung bedingt. Die Lautverschiebung in den Regionalsprachen trugen dazu bei, dass aus dem Namen Gerner ein Görner wurde und auch wieder umgekehrt zum Ursprungsnamen zurückging. Auskunft hierüber gibt auch die Berni Rula, die Böhmische Volkszählung des 17. Jahrhunderts wieder. In ihr sind die Veränderungen von G zu K, K zu G deutlich.[10] Auch bei der „Versteinerung“ der Familiennamen im 19. Jahrhundert in Deutschland, wurde in Niederschlesien manch ehemalige Gerner des 17. und 18. Jahrhunderts, dann Görner geheißen, wieder zum Gerner umbenannt.[11] Ein anderer Aspekt sind die Einflüsse der Ingwäonismen in althochdeutschen Personennamen wie Kernot, Kernod. Auch die altsprachliche Bezeichnung für den Speer, wie Kar, Ker, Gar, Ger zeigt die Lautverschiebung[12]. Einige Beispiele Garibald = Kerpalt (Speerkühn) wird zu Gerbold, Gerhard, Gernot, Gertrud (Speertraud)[13].

Gerner.Görner Verhältnis 2003.jpg
Verhältnis der Namen Gerner zu Görner in Deutschland
Gern-ähnlicher Namensdurchschnitt in Deutschland.jpg
Stärkste Konzentration von mit Gern beginnenden Familiennamen in Deutschland
Gernert-Anschlüsse, Telefonbuch Deutschland 1942.jpg
Gernert Häufigkeit-Telefonanschlüsse im Deutschen Reich 1942, absolut die meisten von 16 in Altheide-Polanica Zdroj, Warmbrunn-Cieplice Slaskie, Bad Wildungen


Nachweise des Familiennamens Gerner und dessen Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nennen der Details aus Namensbüchern ist für den Ursprung des Namens und dessen Änderung in der Zeit und in den verschiedenen Sprachlandschaften wichtig: Es gibt u. a. die alternativen Schreibweisen Gernet, Gernt, Gernerth, Gernert, Gärner, Görner, Goerner, Girner.

Abkürzungen: FN = Familienname, ON = Ortsname, VN = Vorname, TN = Taufnamen, Ew = Einwohner

Vorkommen in Deutschland auf der Basis von Telefonanschlüssen und anderen Adresserhebungen

Auf Grund der Anschlüsse können Rückschlüsse auf die Anzahl von Familienmitglieder gezogen werden. Mit der Methode über das Portal Namen Onlinedienst Geogen (Geografische Genealogie) können regionale Häufigkeiten erörtert werden, eine andere Möglichkeit der vergleichenden Namensverbreitung bietet:

  • Namenverbreitung Gerner 1890[14]
  • Namenverbreitung Gerner 1890 zu 1996[15] (nach Migration aus ehemaligen deutschen Gebieten wie Schlesien, Sudeten u. a.)
  • Mögliche Rückschlüsse zu den Varianten Gernet sind in der Programmdarstellung möglich.
  • Häufigkeitskarte in Familiennamen aus Rufnamen[16], 4. Nebenkarte Gerner und ähnliche Namen[17]
Name Anzahl (Rückschluss auf Familien)/ hochgerechnet Ew Relative geografische Häufung (Anzahl pro Millionen Ew), Bemerkung
Gerner 1460 / 3888 Landkreise (Lkr.) Roth, Ansbach, Neumark in der Oberpfalz (BY)
Gernert 339 / 904 Lkr. Kitzingen (BY)
Gernet 103 / 272 Lkr. Kitzingen (BY)
Gerneth 93 / 248 Lkr. Forchheim (BY)
Gernt 35 / 88 Lkr. Mansfelder Land (ST)
Gern 231 / 616 Zollernalbkreis (BW)
Gernhardt 361 / 960 Lkr. Saalfeld–Rudolstadt (TH)
Gernhard 73 / 192 Lkr. Memmingen (BY)
Gernhart 32 / 80 Lkr. Miltenberg (BY)
Görner 1488 / 3968 Mittlerer Erzgebirgskreis (SN), teils Sudetendeutsche aus Nordböhmen 20. Jh.
Görnert 182 / 480 Lkr. Gießen (HE)
Goerner 53 / 136 Lkr. Lüneburg (NI)
Genehr 46 / 120 Lkr. Osterode am Harz (NI)
Genähr 22 / 56 Lkr. Siegen-Wittgenstein (NW), aus Niederschlesien stammend 19. Jh.
Gehnert 2 / 0 Kreisfreie Stadt Würzburg (BY)
Henricum Gernot, Gerichtsurkunde Seite 1
Gernot wird zu Gerneten S. 2 der Gerichtsurkunde
Auf Seite 3 wird aus Gernot der Gernert in Unterwittighausen
  • Änderung des Namens durch verschiedene Schreibweise einer Person in drei aufeinander folgenden Gerichtsprozessseiten.
Streitfall vor dem Apostolischen und Kaiserlichen Konsistorialgericht von Würzburg, Zum Roten Tor
  • Erste Seite: 1624 ... Müller Henricum Gernot (Heinrich Gernot) Verkauf einer Mühle in Unter-Wittighausen
  • Zweite Seite: 1624 Nov.22 ... Henricum Gernerten (Heinrich Gerner)... Streitfall verweigert Bezahlung an Kloster Bronnbach
  • Dritte Seite: 1624 Nov.22 Prozessniederschrift ...Henricum Gernert (Heinrich Gernert) in Unter-Wittighausen
  • Beiträge zu Kenntnis Sudetendeutscher Mundarten von Friedrich Festa, Band 3, Prag 1926
    • § 59 nennt Auslautendes -er und -er mit Konsonanten (-ern, -ert, ers), in Arnau an der Elbe wird daraus ein "o", in Hohenelbe "e"
    • § 70 in Rochlitz wird das "d" als "t" gesprochen, ein stimmloses Fortis macht "g" zum "k"
Aus vorgenannten Varianten wurde Gernet, Gernot, Gerner zu Kerner.
Diese Variationen sind der Mundart der im 13. Jahrhundert aus Mainfranken und Ostfranken eingewanderten deutschen Siedler ins böhmische Riesengebirge geschuldet.
Im böhmischen Riesengebirge kamen in Tschermna KERNER(T) vor, im 10 km entfernten Arnau gab es die GERNER(T). Im Arnauer Stadtbuch gibt es 1505 Kernert und Gernert. (Die Schreibweisen wechselten danach nicht mehr)
  • Deutsche Namenkunde von Max Gottschald, Rudolf Schützeichel. 1. Auflage. 1932 und 5. Auflage 1982
    • Gernhart: Gern/hard(t), -e(r)t, -eke (*´Gernot und Garnatz), Girnat, -ndt, -ent, Kernert
  • Die Miltenberger Familiennamen in ihrer sprachlichen Bedeutung, eine germanistische Studie von P. Ambrosius Götzelmann, Aschaffenburg 1928, S. 8.
    • In Artikel I. Familiennamen, die von germanischen Personennamen abstammen steht: Kern von Gernolt bezw. Gerno = gern, die ungestüme Kampfleidenschaft der Germanen (Die Schreibweise und Lautsprache im Mainfranken wechselt K und G, wie es auch in böhmischen Riesengebirge durch main-fränkische Einwanderung im 14. und 15. Jahrhundert vorkommt)
  • Sudetendeutsche Familiennamen des 15. u. 16. Jahrhunderts von Ernst Schwarz, 1972 Verlag Robert Lerche München, S. 103/104.
    • Gerhard, 1436 Kerharth,-tt Hm-Stadtbuch 249. Mhd. Personenname Gerhart. k- ist tschechische Schreibweise für deutsches g.
    • Gernot, 1415 Peter Gernt Msch-Stb 109; 1528 Merten Gerneth (Arnau) MGB 11, 58. Ein Zeuge für die Beliebtheit der Nibelungendichtung, wo der zweite der burgundischen königlichen Brüder Gernot heißt. Vgl. in Schlesien noch heute FN Giernoth und Gernold (FN I 108).
  • Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien von Dr. Karl Weinholt, Stuttgart, Verlag von J.Engelhorn
    • Seite 175 Personennamen in Urkunden, bis 1250 Gerold, dann bis 1300 Gernot
    • Seite 211 Schlesische FM, Gerth, Gierth, Gierdt = Gerhard, niederdeutsch Gert, mittelfränkisch Giert. Girnt, Girndt = Gernot, mittelfränk. Kürzung; Gernt ist mehr mitteldeutsch.
    • Seite 214 " Am meisten macht das Schlesische längs des Gebirgszuges der Sudeten den Eindruck einer ostfränkischen Mundart."
  • Familienkundliche Hefte für die Niederlausitz von Dr. Alfred Pätzold, Heft 10, 1939 Verein für Heimatkunde zu Cottbus e.V.
    • Gernot (umgekehrt: Notger mit anderer Bedeutung f. d.) der Gerschwinger. – Gernot heißt im Nibelungenliede …
  • Fränkische Familiennamen, urkundlich gesammelt und sprachlich gedeutet von Dr. phil. Edmund Nied, Heidelberg 1933, Carl Winters Universitätsbuchhandlung
    • Seite 57, Gernert (so bereits in Unterschesslitz) wird mit Gernet und Gerhard auf einen nirgends bezeugten altdeutschen Vorname Gernhardt zurückgeführt; da aber Gern(e)t in Wirklichkeit der aus dem Nibelungenlied bekannte Vorname Gernot ist und Gernhardt wie Gernard 1638 in Hainstadt als offensichtliche Nebenformen neben dem verbreiteten fränkischen Familienname Gerner vorkommt, so handelt es sich, wie auch die Gleichung Valentin Gernert = Valentin Gerner in Wenkheim im 18. Jahrhundert ergibt, genau den Fn. Schweiger(t), Schweikert und Schweikhart, um eine aufgrund des bei uns so geläufigen unorganischen t über Gernert erfolgte Angleichung an die zahlreichen Personennamen auf -hart wie Gerhart, Bernhart u. dergl.
    • Seite 59 Görner(t) = Gerner(t)
  • Geschichte Schlesiens, ein Handbuch von Michael Morgenbesser
    • Seite 138 Joachim Girnth 1468 aus Hirschberg
  • Das Riesen- und Isergebirge von P.Regell
    • Seite 64 Joachim Girnth im Jahre 1570, der die Kunst der Schleiermacherei aus Holland mitbrachte
  • Codex diplomaticus Silesiae Band 23–24
    • Seite 171 45/ 1412 Dez. 16, Freystadt Bürgermeister Tyme Girnid im Jahre..., auch in anderer Quelle: Die Inventare der nichtstaatlichen Archive Schlesiens Band 1,
    • Seite 215, 217/ Girnot, Gyrnhard, Girnth, (Gernoth, Gyrnott)
    • Seite 198, 197/ 1529 Juli 8. Diözesanpriester Gregorius Girnth in Breslau, andere Quelle: Gr. Gyrnott 1535, Gr. Gernoth 1544
  • Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen, Lieferung 1–10=Erster Band=1957–1960 A-J, C.A.STARKE=VERLAG; Limburg a.d. Lahn
    • Seite 550 Gerner, mehrdeutig. 1. ON Gern.., 2. durch t=Abfall, 3. ÖN Gerner (carnarium)=Beinhaus
    • Seite 551 Gerne(e)t(h), Gerndt, siehe Gernhard. 1589 Joh. Gernardus aus Eisenberg (Sa.)
    • Seite 551 Gernhhard(t), Gerne(r)t, Der VN Gernhard ist …, S. 780 VN Gernot Irrmuot, Schultheiß zu Wertheim 1344
  • Schlesisches Namenbuch von Hans Bahlow, Holzer Verlag Kitzingen/Main 1953
    • Seite 38 Die Namen Gernoth, Gern(o)tke, Gerndt
Das Buch ist an dieser Stelle unvollständig! GERNER, GERNERT kamen u. a. in Wünschelburg in Grafschaft Glatz und in Schlesien in Hirschberg, Sagan, Sorau, Gebhardsdorf, Estherwalde, Schwertau, Sprottau, mit den Orten Sprottischwaldau[18], Niederleschen, Kaltdorf, Mallmitz, Petersdorf, Kleingläsersdorf, Krampf, Ottendorf und Primkenau vor[19]. Vorkommen in Glatz: Kaplan Augustin Franz Gernert, * 1644 in Hotzenplotz, † 9. November 1699 in Altstadt (Olmützer Erzdiözese). Hans Bahlow beschreibt auf S. 27: „Durch Antritt eines sekundären-t-, eines gleichfalls schlesischen Element… erhalten wir seit dem 16. Jh. die Nebenformen Grunert, Kahlert, Rothert usw…“ Hier hätte man auch die Änderung von Gerner zu Gernert ansprechen können.
  • Deutsches Namenlexikon, 15000 Familien- und Vornamen nach Ursprung und Sinn erklärt, Hans Bahlow, Gordrom-Verlag 1990
    • Seite 168 Gern, Gerner, Gernert (obd.): ÖN und ON
    • Seite 168 Gerndt, Gerntke s. Gernot !
    • Seite 168 Gernhard (Nürnbg. Würzbg.), Görnhardt (Bamberg) beruht auf ältere Gernert = Gerner, s. dies ! Vgl. Gehlhardt für Gehler(t), Schweighardt für Schweiker(t), Gemeinhardt für Gemeiner(t).
    • Seite 168 Gernoth, Giernoth (Schlesien): Ein Nachklang der Nibelungensage; Gunther, Gernot, Giselher heißen Kriemhilds Brüder. Kontrahiert: Gernth, Gerndt, Giernth, Gürnth, Gürntke, Gerntke, Gernotke (alle schlesisch mit slaw.k-Sufix wie Haotke, Hantke), vlg. Bahlow Schl.Nbch S. 38. Gregor Gernoth (Gyrnot, Girnth) 1529/44 Grünberg. Der Sinn von not ist "Kampfgedränge" wie in Helmnot, Sigenot; jünger ist die Umkehrung Notger, Notker. Zeugnisse Gernot Swende 1206 Worms, Gernot Snoke 1222 Lorsch, Gernot Ruckenbrot 1235 Nassau, Gernot (Bauer) 1263 Neufra, Gernot Gutbrod 1409 Würzburg, Nic. Gernot 1371 Iglau (Gernot als Nachname).

Gerner – Namenssammlungen, Funde in Archiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerner(t) im Alt-Queiskreis Bautzen: Staatsarchiv Sachsen Dresden, Staatsarchiv Bautzen, Bergmann-Liste Exulanten, Nordböhmen (siehe Weblink)
  • Gerner in Sindolsheim in Archiven: Staatsarchiv Sachsen Leipzig und Staatsarchiv Baden-Württemberg
  • Gerner(t) in Schlesien und Böhmen: Privatarchiv Jürgen Gerner, Polnisches Staatsarchiv Grünberg in den Orten Sprottischwaldau; Petersdorf; Schwerta; Rochlitz u. Arnau, Tschechisches Staatsarchiv
  • Görner, Gerner(t) in Deutschland, Österreich und Böhmen: Sammlung von Joseph Görner aus Reichenbach im Vogtland, über 3000 Seiten Stammbäume (Originalverbleib unbekannt), Kopie im Privatarchiv Jürgen Gerner
  • Gerner an deutschen Universitäten 15. bis 17. Jahrhundert:
    • Conradus Gernet, 1486 de Clingenberg Mogont. dyos. (Klingenberg/Main), Universität Heidelberg
    • Bernhardus Gernert, 1498 de Clingenberg Mogunt. dioc. (Klingenberg/Main), Universität Heidelberg
    • Petrus Gernerus, 1575 aus Havelbergensis (Havelberg), Universität Frankfurt/Oder
    • Georgius Gernerus, 1577 aus Grimmensis (Grimmen), Universität Frankfurt/Oder
    • Fridericus Gerner, 1614 aus Golnoviensis Pomeranus (Gollnow), Universität Frankfurt/Oder
  • Gerner und ähnliche vor 1945 in Galizien, Kleinpolen u. Osteuropa jüdischen Glaubens, Yad Vashem, Central Database of Shoah Victims' Names.[20] Durch die nationalsozialistische Diktatur des deutschen Reiches wurden (nachweislich) 69 jüdische Menschen namens Gerner / Gherner ermordet.

Die folgende süddeutsche Sammlung beinhaltet eine Gerner-Namensdichte zwischen 1589 und 1905 anhand von Belegfunden.

  • Adelsheim 104
  • Berolzheim 25
  • Betzenweiler 34
  • Boeblingen 1
  • Dallau 3
  • Eberstadt 34
  • Ehrstaedt 3
  • Ellhofen 1
  • Flinsbach 50
  • Heinsheim 3
  • Hirschlanden 57
  • Hohenstadt 9
  • Hollenbach 53
  • Joellenbeck 31 (NRW)
  • Leibenstadt 197
  • Merchingen 50
  • Neustetten 38
  • Pforzheim 8
  • Rauenberg 50
  • Schildesche 9 (NRW)
  • Sennfeld 8
  • Sindolsheim 76
  • Weinsberg 9
  • Weisenheim 43
  • Zimmern 7

Familienverbund und Traditionstreffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1927 Görner-Gerner 27. Familientag.jpg
Görner – Gerner Familientreffen Programm von 1927
Görner Familienverbandanstecker.jpg
Anstecker für Görner-Gerner-Treffen um 1920


1900 wurde in Sachsen ein Traditionsverband der Görner – Gerner Namensträger gegründet. Der Verein hielt in Raum Leipzig große Treffen mit Teilnehmerzahlen bis 150 Personen ab. Die Treffen wurden mit kulturellen Themen um die Görner/Gerner gestaltet.

Liste von Persönlichkeiten namens Gerner, Gernert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine solche Liste ist auf der Begriffsklärungsseite Gerner, Gernert zu finden.

  • Leichenpredigten für Personen namens Gerner und ähnlicher Namen
    • Heinrich Thomäsen Gerner (1610) dänischer Bischof von Viborg[21]
    • Laurentius Gerner (1542–1617) Pfarrer Großmilkau, Predigt zu Levin von Bresen auf Kotterwitz u. Poltitz[22]

Sonstiges und Schriftformen des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine der ältesten Brauereien der Welt mit dem Namen Brauerei Gerner, Drei Kronen Brauerei in Straßgiech (1308 erwähnt, in 96110 Scheßlitz)
  • Max Gerner (1907–1945), Flugzeugbauer, Ganzstahldoppeldecker GII, 1940 Flugzeugbau GmbH in Frankfurt am Main
  • Der Gernerberg in Österreich, ein Berggipfel drei Kilometer östlich von Munderfing
  • Gerner Klammweg an der Kneifelspitze nahe Berchtesgaden
  • Film- und Buchpersonen namens Gerner

Literatur mit dem Namen Gerner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hofrath von Eckartshausen: Die Familie Gerner. Copien nach wahren Originalen menschlicher Charaktere. Hrsg. Anton von Haykul. Band 16, Verlag Mich. Lechner = Universitätsbuchhändler, Wien 1832, S. 167 bis 182. (books.google.de)
  • Amalie Skram: Lucie, Roman des Naturalismus, Liebesgeschichte zwischen dem Advokaten Gerner und einer Tänzerin vom Tivoli.[24]
  • Wolfgang Bahro und Andreas Kurtz: Immer wieder Gerner: Mein Leben als Bösewicht der Nation. Riva Verlag, München 9/2020, ISBN 978-3-7423-1215-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ute Görner, Gunter Görner: Chronik der Familie Görner. Band 1. Rockstuhl, 2002, ISBN 3-936030-21-9, S. 416.
  2. Jürgen Gerner: Gerner (Familienname). Gen-Wiki, 9. November 2015, abgerufen am 9. November 2015.
  3. Meyers Konversations-Lexikon. Band 9, S. 548.
  4. Deutsches Rechtswörterbuch (DRW) erläutert Karner, Kerner, Gerner
  5. De wilde Mann. In: Paul Bahlmann (Hrsg.): Münsterländische Märchen und Sagen. achterland, Bocholt/Bredewoort 1998, ISBN 3-933377-30-7, S. 23–24.
  6. Jürgen Gerner: Gernert (Familienname). 8. November 2008, abgerufen am 8. November 2008.
  7. a b Academia Electoralis Scientiarum et Elegantiorum Litterarum Theodoro-Palatina (Mannheim): Historia et commentationes Academiae Electoralis Scientiarum et Elegantiorum Litterarum Theodoro-Palatinae. Academia, 1770, S. 164 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Meyers Konversations-Lexikon. Band 9, S. 0018, von Irmer bis Ironie
  9. Gernspinz, Kartenausschnitt -Cent Bachgaw-1695 siehe Datei:Cent Bachgaw 1695.jpg
  10. J. Benes: Nemecka prijmeni u Cechu. In: auf Seite 132 G/erhard zu K/erhard. Band 1. Usti nad Labem 1998.
  11. Professor Dr. Konrad Kunze aus Freiburg i. Br. stellte dem Autor und Namenforscher Jürgen Gerner für einen Vortrag auf dem Genealogentag 2003 in Schwerin, eine Statistik des Vergleichs der Häufigkeit und Gegenüberstellung der Namen Gerner /Görner auf der Basis von Telefonanschlüsse und vierstelliger PLZ-Bezirken zur Verfügung.
  12. Norber Wagner: Etymologie und Lautgeschichte von -not, -nod, -noat in Personennamen wie Kernot, Kernod etc. In: Ingwäonismen in altdeutschen Personennamen. S. 281 bis 288.
  13. Ludwig Steub: Die oberdeutschen Familiennamen, S. 20. Reprint 2020 Auflage. Salzwasser, Frankfurt am Main. 1870, ISBN 978-3-8460-4822-1.
  14. Namensverbreitungskarte Gerner 1890. In: genealogy.net, abgerufen am 16. März 2021.
  15. Namensverbreitungskarte Gerner 1890 zu 1996. In: genealogy.net, abgerufen am 16. März 2021.
  16. Kathrin Dräger: Familiennamen aus Rufnamen. Walter de Gruyter, 2017, ISBN 978-3-11-042450-8, S. 172 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  17. Kathrin Dräger: Familiennamen aus Rufnamen. In: Konrad Kunze, Damaris Nübling (Hrsg.): Deutscher Familienatlas. Band 6. Walter de Gruyter, Berlin 2017, ISBN 978-3-11-042783-7, S. 161–173.
  18. Jürgen Gerner: Chronik der friderizianischen Kolonie Sprottischwaldau 1776 bis 1945. In: Ortschroniken Niederschlesien. 1. Auflage. Selbstverlag, Schwerin September 2009, S. 66. Stadtmuseum Sprottau, Nr. 770 bis 773 http://www.muzeumszprotawa.dbv.pl/readarticle.php?article_id=51
  19. Vergleich Namenvorkommen 1890 zu 1996 in Deutschland. In: nvk.genealogie.net. Abgerufen am 13. September 2020.
  20. Yad Vashem, The Central Database of Shoah Victims' Names: Listen der Shoah namens Gerner. Abgerufen am 27. November 2019 (englisch, /, deutsch).
  21. Carl August Kümmel: Neues Journal für Prediger, S. 195 bis 203. Carl August Kümmel, 1810, abgerufen am 25. Dezember 2019.
  22. Laurentius Gerner: Ein Bewert Recept wider den Todt/ Aus den Worten des HErrn Christi Johan. am achten Capitel ... Geprediget Auff der Leichenbegängnüs/ des Levin von Bresen … Welcher den 19. Januarii … eingeschlafen / Durch des orts Pfarherrn Laurentium Gernerum Leichenpredigt Online-Ausgabe Halle, Saale : Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2009. Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen Anhalt, Halle Saale, 1607, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  23. Lucie. In: imdb.com. Abgerufen am 3. Februar 2020.
  24. Amalie Skram: Lucie. Norvik Press, Reihe B, 2001, ISBN 1-870041-48-8 (Erstausgabe: 1888).

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