Gernot Rath

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Gernot Otto Paul Rath (* 9. Dezember 1919 in Oldenburg; † 28. September 1967 in München) war ein deutscher Medizinhistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gernot Rath wurde am 9. Dezember 1919 in Oldenburg geboren. Im Jahre 1938 erlangte er sein Abitur und begann ein Studium der Medizin. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Nach dem Krieg setzte er sein Studium fort und promovierte 1948 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bei Johannes Steudel mit der Dissertation „Die Anatomie des Avicenna und die Nomina anatomica der Canonübersetzung des Gerhard von Cremona“ und wurde daraufhin wissenschaftlicher Assistent am medizinhistorischen Institut. Nebenher nahm er ein Studium der Geschichte und Ethnologie auf. Gernot Rath habilitierte sich 1956 mit einer Schrift über die Geschichte der Neuralpathologie und wurde 1960 außerplanmäßiger Professor an der Universität Bonn. Von 1959 bis weit ins Jahr 1961 hinein war er zugleich Gastprofessor an der University of Wisconsin–Madison. Im Jahre 1961 wurde er auf den Lehrstuhl für Geschichte der Medizin an der Georg-August-Universität Göttingen berufen. An der Harvard University hielt er Gastvorlesungen. An der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen wurde er im Jahre 1964 Dekan. Zwei Jahre später wurde Gernot Rath ordentlicher Professor für Geschichte der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war Andreas Vesalius.

1964 kam es zu einer Affäre um die Habilitierung von Alexander Berg in Medizingeschichte in Göttingen, die Rath unterstützte. Berg war ein ehemaliges SS-Mitglied.[1]

Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb Gernot Rath am 28. September 1967.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Anatomie des Avicenna und die Nomina anatomica der Canonübersetzung des Gerhard von Cremona, Dissertation, Bonn, 1948.
  • Die Pest. In: Ciba-Zeitschrift. Band 73, Nr. 7, (Wehr/Baden) 1955, S. 2405–2436.
  • Die Convallaria majalis. Ihr Weg durch die Geschichte. Madaus, Köln 1959.
  • Andreas Vesal im Lichte neuer Forschungen, Wiesbaden, 1963.
  • als Hrsg. mit Heinrich Schipperges: Medizingeschichte im Spektrum. Festschrift Johannes Steudel. Wiesbaden 1966 (= Sudhoffs Archiv. Beiheft 7).
  • Montpellier im Urteil des deutschen Mittelalters. In: Gundolf Keil, Rainer Rudolf, Wolfram Schmitt, Hans Josef Vermeer (Hrsg.): Fachliteratur des Mittelalters. Festschrift Gerhard Eis. Metzler, Stuttgart 1968, S. 307–310.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Mörgeli, Anke Jobmann: Erwin H. Ackerknecht und die Affäre Berg/Rath von 1964 : zur Vergangenheitsbewältigung deutscher Medizinhistoriker, in: Robert Jütte (Hrsg.), Medizin, Gesellschaft und Geschichte, 16 (für 1997), Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Franz Steiner 1998, S. 63–124