Gero Wecker

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Gero Wecker (* 22. April 1923 in Göttingen; † 24. Juni 1974 in Berlin) war ein deutscher Filmproduzent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Göttingen, Rosdorfer Weg 2. Das Büro der Arca-Filmproduktion GmbH befand sich zur Straßenseite hin im sogenannten "Erker", dem Vorbau unter dem Balkon (im Foto links).

Gero Wecker war der Sohn des Gymnasiallehrers Otto Wecker (1882–1965). Nach seinem Einsatz als Panzeroffizier im Zweiten Weltkrieg stieg er nach Kriegsende beim Filmverleih ein und verbuchte 1952 einen beträchtlichen Erfolg, als er den schwedischen Film Sie tanzte nur einen Sommer in Deutschland in die Kinos brachte, der wegen eines kurzen Nacktauftrittes von Ulla Jacobsen für Aufsehen sorgte.

1953 gründete er die Arca-Filmproduktion GmbH. Firmensitz war Göttingen, wo sich Weckers Büro im Haus am Rosdorfer Weg 2 befand. In diesem Gebäude sind heute (2016) Anwalts- und Arztpraxen untergebracht.

Mit dem Kinderfilm Die Mädels vom Immenhof um Heidi Brühl traf er 1955 die Erwartungen seines Publikums. 1956 und 1957 sowie 1973 und 1974 folgten weitere Immenhof-Filme.

Anfang 1955 legte Wecker der FSK seinen abendfüllenden Dokumentarfilm "So war der deutsche Landser" vor. Dieser Film war vor allem aus Filmmaterial von Wochenschauberichten zusammengeklebt und mit einem neuen Text unterlegt. Die FSK kritisierte diesen Text wegen "militaristischer, nationalistischer und nationalsozialistischer Tendenzen". Wecker äußerte die Überzeugung, einen ausgesprochenen Antikriegsfilm gemacht zu haben, der wegen seiner pessimistischen, negativen, gewissermaßen wehrkraftzersetzenden Grundhaltung nicht eben aktuell sei.

„Sämtliche Filme, die er bisher [März 1955] in Wiesbaden vorlegte, wurden in erster Instanz beanstandet - immer aus moralischen Gründen. Als Importeur schwedischer und französischer Filme eckte er zum erstenmal mit dem Ulla-Jacobsen-Film "Sie tanzte nur einen Sommer" an, dann mit den Françoise Arnoul-Filmen "Verbotene Frucht", "Zur Liebe verdammt", "Im Schlafsaal der großen Mädchen" und "French Can Can".[1]

Wecker produzierte neben Musik-, Kriegs- und Heimatfilmen frühzeitig immer wieder Filme mit exotisch-erotischem Hintergrund. Besonders bekannt wurden seine Liane-Filme mit seiner Entdeckung Marion Michael, die er in einem Siebenjahresvertrag für seine Filmgesellschaft verpflichtete. In den sechziger Jahren schuf er nach dem Vorbild der erfolgreichen Edgar-Wallace-Filme auch mehrere Kriminalfilme.

Im April 1966 versuchte er sich durch die Gründung seiner „Team Filmverleih GmbH“ erneut im Filmverleih, machte damit aber weniger als ein Jahr später Konkurs und konzentrierte sich nur noch auf die Filmproduktion. Am Ende des Jahrzehnts leitete er mit den Aufklärungsfilmen von Oswalt Kolle die Sexwelle ein. Seine letzten Produktionen zu Beginn der 1970er Jahre knüpften noch einmal an die Immenhof-Episoden an. Wecker starb 51-jährig unerwartet an Herzversagen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So war die Wochenschau. In: Der Spiegel. 13/1955, S. 38f.