Gerold Karl Hannabach

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Gerold Karl Hannabach (* 5. Juli 1928 in Schönbach; † 11. April 2015[1] in Bubenreuth) war ein deutscher Gitarrenbauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerold Karl Hannabach wuchs in einer Familie von Saitenmachern[2] in Schönbach/Egerland auf, dem heutigen Luby/CZ.[3] Er besuchte dort die Fachschule für Saiteninstrumentenbau und belegte die Fächer Geigen- und Streichbogenbau. Mit noch 16 Jahren musste er in den Krieg marschieren und geriet in französische Kriegsgefangenschaft.

Mit 17 Jahren folgte er den ausgewiesenen Schönbachern, die eine neue Heimat um Bubenreuth gefunden hatten und begann eine Lehre als Zupfinstrumentenbauer bei Arnold Hoyer in Tennenlohe, der ebenfalls aus Schönbach stammte. Er schloss diese 1953 mit der Gesellenprüfung ab. Noch im gleichen Jahr machte er sich in Bubenreuth mit einer eigenen Werkstatt selbstständig.

Anfangs hielt er sich mit der Massenproduktion von Wandergitarren über Wasser. 1966 legte er die Prüfung als Gitarrenbaumeister ab. Es folgte die Berufung als Fachlehrer an die „Lehrwerkstätten für Musikinstrumentenbau“ in Bubenreuth und die Ernennung zum 2. Obermeister der Innung. Ab 1969 gab Hannabach dann nur noch individuell gebaute Instrumente „an interessierte Spieler und Solisten“[4] ab.

1973 Studien- und Informationsreise durch Spanien, wo er sich mit so bekannten Gitarrenbauern wie Hernandez und Fleta austauschte. Seit 1978: Dozent international stattfindender „Gitarrenbautechnischer Seminare“. 1979 war ein maßgeblicher Mitbegründer des „Geigenbaumuseum Bubenreuth“, das er seitdem fachkundig begleitete. 1980 folgte die Ernennung zum „Öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für das Zupfinstrumentenmacherhandwerk“.

2002 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.[5][6]

Gerold Karl Hannabach baute mehr als 4000 Instrumente, Wandergitarren, Kindergitarren, Ukulelen und zu guter Letzt die Solistengitarren, die seinen Namen in die Welt trugen. Sein Sohn Karl hat sich schon früh entschieden in die Fußstapfen des Vaters zu treten und die Tradition fortzusetzen.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Bossems und Birgit Möllering: „Ich könnte mir keinen schöneren Beruf vorstellen, als den des Zupfinstrumentenbauers“. Interview mit dem Gitarrenbauer Gerold Karl Hannabach. In: Gitarre & Laute 4, 1982, 1, S. 19–22.
  • Gerold Karl Hannabach, Profile, nova giulianiad, Band 1/Nr. 4/84.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Traueranzeige der Gemeinde. In: Erlanger Nachrichten vom 13. April 2015.
  2. Martin Blank interviewt G.K.H. (Memento vom 18. April 2016 im Internet Archive)
  3. Die Familie Hannabach (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  4. Gerd Bossems und Birgit Möllering (1982), S. 22.
  5. Hans Reiss: Erlanger Nachrichten vom 14. April 2015 S. 28
  6. Nachruf des „Bubenreutheum“
  7. Hannabach. Der Bau einer Meistergitarre. Dokumentarfilm von Frank Müller