Geroldsgrün

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Geroldsgrün
Geroldsgrün
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Geroldsgrün hervorgehoben

Koordinaten: 50° 20′ N, 11° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Höhe: 606 m ü. NHN
Fläche: 15,57 km2
Einwohner: 2711 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 174 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95179
Vorwahlen: 09288, 09267
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 128
Gemeindegliederung: 21 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Keyßerstr. 25
95179 Geroldsgrün
Website: www.geroldsgruen.de
Erster Bürgermeister: Stefan Münch (CSU)
Lage der Gemeinde Geroldsgrün im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der SaaleZell im FichtelgebirgeWeißdorfTrogen (Oberfranken)TöpenStammbachSparneckSelbitz (Oberfranken)Schwarzenbach am WaldSchauensteinRehauRegnitzlosauOberkotzauNailaMünchbergLichtenberg (Oberfranken)KonradsreuthKöditzIssigauHelmbrechtsGeroldsgrünGattendorf (Oberfranken)FeilitzschDöhlauBerg (Oberfranken)Bad StebenLandkreis KronachHof (Saale)Landkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthMartinlamitzer Forst-NordGeroldsgrüner ForstGerlaser ForstForst Schwarzenbach a.WaldSachsenThüringenTschechienKarte
Über dieses Bild
Geroldsgrün von Osten

Geroldsgrün ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Hof und gehört zum Hofer Land. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Westen des Landkreises Hof an der Grenze zum benachbarten Landkreis Kronach im Frankenwald, einem bewaldeten Mittelgebirge. Die Wasserscheide zwischen Rhein und Elbe verläuft auf der östlichen Anhöhe. Die Ölsnitz fließt durch das Ölsnitztal mit markanten Felsformationen in Richtung Rodach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind:

Langenbacher Forst
(Gemeindefreies Gebiet;
Landkreis Kronach)
Nordhalben
(Landkreis Kronach)
Nachbargemeinden Bad Steben
Geroldsgrüner Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Forst Schwarzenbach a.Wald
(Gemeindefreies Gebiet)
Gerlaser Forst
(Gemeindefreies Gebiet)

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 21 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Die Gemeindeteile sind zum großen Teil staatlich anerkannte Luftkurorte.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jährliche Durchschnittstemperatur in Geroldsgrün beträgt 6,7 °C, die durchschnittliche Niederschlagsmenge 1002 mm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1323 als „Gerhartsgrün“ erstmals urkundlich erwähnt. Bis in jüngste Zeit war Geroldsgrün immer Grenzort zwischen unterschiedlichen Hoheitsgebieten, so zwischen dem Bistum Bamberg und den Grafen von Orlamünde, später zwischen dem Bistum und dem Markgraftum Bayreuth-Kulmbach.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein dunkles Kapitel war die Hexenverfolgung, die in Geroldsgrün und Umgebung erst 1654 endete.[3]

Ab 1500 lag die Ortschaft im Fränkischen Reichskreis. Als Teil des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth fiel Geroldsgrün im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Bis zur Wiedervereinigung 1990 war Geroldsgrün wieder Grenzort. Bei Steinbach am Langesbühl befand sich die Station Echo 1 der Frankenwald-Kaserne (Naila).

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Dürrenwaid eingegliedert.[4] Die Gemeinden Langenbach und Steinbach bei Geroldsgrün folgten am 1. Mai 1978.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum von 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 3505 auf 2763 um 742 bzw. um 21,2 %, das ist der deutlichste Einwohnerrückgang im Landkreis im genannten Zeitraum.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname ist belegt als „Gerhartsgrün“ (1323), „Gerharczgrun“ (1326 bis 1328), „Gerharczgrün“ (1333), Geroltsgrün (1414) und „Geroldsgrün“ (ab 1692).[6]

Das Grundwort ist das mittelhochdeutsche grüene für grüne Farbe, Grünheit. Die Bedeutung ist damit sinngemäß der (nach dem Roden) grüne Platz. Das Bestimmungswort im Ortsnamen von Geroldsgrün ist der männliche Personenname Gerhart.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Stefan Münch (CSU).[7]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Parteien 2008 2014[8] 2020[9]
CSU 7 8 7
SPD 9 8 4
BfB 2
Die PARTEI 1
Summe 16 16 14

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Geroldsgrün
Blasonierung:Geteilt von Silber und Grün; oben ein wachsender roter Adler, unten ein goldener Pochhammer.“[10]

Wappengeschichte: Der Pochhammer weist auf den lange Zeit betriebenen Bergbau im Gemeindegebiet hin. Bereits im 17. Jahrhundert sind im Ort zwei Eisenhämmer und ein Hochofen bekannt. Der Adler erinnert an die Landeshoheit der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth bis 1791. Der Adler steht in geminderter Form im Wappen ohne die Kleestängel des brandenburgischen Wappentiers. Die Farbe Grün ist redend für den Ortsnamen.[11] Dieses Wappen wird seit 1955 geführt.[12]

Wappenbegründung: Der rote Adler war ein Hauptsymbol der Markgrafen von Bayreuth, zu deren Territorium der Ort früher gehörte. Das Pochwerk deutet auf das alte örtliche Gewerbe der Eisenerzgewinnung hin. Die grüne Feldfarbe der unteren Schildhälfte weist auf den Ortsnamen hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faber-Castell-Werk Geroldsgrün (2007)
  • Zweigwerk der Firma Faber-Castell: Das Werksgebäude ist künstlerisch gestaltet. Die Produktion in Geroldsgrün umfasst Stifte aller Art und Kosmetikartikel. Die gesamte Faber-Castell-Produktpalette wird in einem Werksverkauf angeboten.
Ehemaliges Holzwerk von Graetz
  • Ein Holzbearbeitungswerk der Firma Graetz, später Nokia, das in früheren Jahren Fernseh- und Radiogehäuse fertigte, wurde inzwischen geschlossen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Geroldsgrün – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Geroldsgrün – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Geroldsgrün in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. September 2018.
  3. Der „Drudner“ Johannes Junius schreibt seinen letzten Brief. (Nicht mehr online verfügbar.) Bezirk Oberfranken, archiviert vom Original am 23. September 2015; abgerufen am 6. September 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bezirk-oberfranken.de
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 500.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 687.
  6. a b W.-A. v. Reitzenstein, S. 81
  7. Rathaus > Gemeinderat und Ausschüsse der Gemeinde Geroldsgrün. Gemeinde Geroldsgrün, abgerufen am 28. März 2021.
  8. Vorläufiges Ergebnis zur Gemeinderatswahl 2014 am 16.03.2014: Gemeinde Geroldsgrün. (Nicht mehr online verfügbar.) Gemeinde Geroldsgrün, 17. März 2014, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 6. September 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/geroldsgruen.de
  9. Wahl des Gemeinderates - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Geroldsgrün - Gesamtergebnis. AKDB, abgerufen am 30. Mai 2020.
  10. Eintrag zum Wappen von Geroldsgrün in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. Zitat Eintrag zum Wappen von Geroldsgrün in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. Eintrag zum Wappen von Geroldsgrün in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.
  13. Herwig Wagner: Keysser, Christian. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 1447–1453.