Geroldsgrün

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Geroldsgrün
Geroldsgrün
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Geroldsgrün hervorgehoben
Koordinaten: 50° 20′ N, 11° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Höhe: 606 m ü. NHN
Fläche: 15,57 km²
Einwohner: 2916 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95179
Vorwahlen: 09288, in Teilen 09267Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 128
Gemeindegliederung: 21 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Keyßerstr. 25
95179 Geroldsgrün
Webpräsenz: www.geroldsgruen.de
Bürgermeister: Helmut Oelschlegel (SPD)
Lage der Gemeinde Geroldsgrün im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der Saale Zell im Fichtelgebirge Weißdorf Trogen (Oberfranken) Töpen Stammbach Sparneck Selbitz (Oberfranken) Schwarzenbach am Wald Schauenstein Rehau Regnitzlosau Oberkotzau Naila Münchberg Lichtenberg (Oberfranken) Konradsreuth Köditz Issigau Helmbrechts Geroldsgrün Gattendorf (Oberfranken) Feilitzsch Döhlau Berg (Oberfranken) Bad Steben Landkreis Kronach Hof (Saale) Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Martinlamitzer Forst-Nord Geroldsgrüner Forst Gerlaser Forst Forst Schwarzenbach a.Wald Sachsen Thüringen TschechienKarte
Über dieses Bild

Geroldsgrün ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Hof und liegt im Frankenwald.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geroldsgrün liegt im Westen des Landkreises Hof an der Grenze zum benachbarten Landkreis Kronach im Frankenwald, einem bewaldeten Mittelgebirge. Die Wasserscheide zwischen Rhein und Elbe verläuft auf der östlichen Anhöhe. Die Ölsnitz fließt durch das Ölsnitztal mit markanten Felsformationen in Richtung Rodach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind:

Langenbacher Forst
(Gemeindefreies Gebiet;
Landkreis Kronach)
Nordhalben
(Landkreis Kronach)
Nachbargemeinden Bad Steben
Geroldsgrüner Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Forst Schwarzenbach a.Wald
(Gemeindefreies Gebiet)
Gerlaser Forst
(Gemeindefreies Gebiet)

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geroldsgrün besteht aus insgesamt 21 Ortsteilen:[2]

  • Mühlleiten
  • Neuenhammer
  • Neumühle
  • Oberhammer
  • Pfarrschneidmühle
  • Silberstein
  • Steinbach
  • Trögershäuser
  • Unterhammer
  • Untersteinbach

Die Ortsteile von Geroldsgrün sind zum großen Teil staatlich anerkannte Luftkurorte.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jährliche Durchschnittstemperatur in Geroldsgrün beträgt 6,7 °C, die durchschnittliche Niederschlagsmenge 1002 mm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1323 als „Gerhartsgrün“ erstmals urkundlich erwähnt. Bis in jüngste Zeit war Geroldsgrün immer Grenzort zwischen unterschiedlichen Hoheitsgebieten, so zwischen dem Bistum Bamberg und den Grafen von Orlamünde, später zwischen dem Bistum und dem Markgraftum Bayreuth-Kulmbach.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein dunkles Kapitel war die Hexenverfolgung, die in Geroldsgrün und Umgebung erst 1654 endete.[3]

Ab 1500 lag die Ortschaft im Fränkischen Reichskreis. Als Teil des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth fiel Geroldsgrün im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Bis zur Wiedervereinigung war Geroldsgrün wieder Grenzort. Bei Steinbach am Langesbühl befand sich die Station Echo 1 der Frankenwaldkaserne (Naila).

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Dürrenwaid eingegliedert.[4] Die Gemeinden Langenbach und Steinbach bei Geroldsgrün folgten am 1. Mai 1978.[5]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname ist belegt als Gerhartsgrün (1323), Gerharczgrun (1326 bis 1328), Gerharczgrün (1333), Geroltsgrün (1414) und Geroldsgrün (ab 1692).[6]

Das Grundwort ist das mittelhochdeutsche grüene für grüne Farbe, Grünheit. Die Bedeutung ist damit sinngemäß der (nach dem Roden) grüne Platz. Das Bestimmungswort im Ortsnamen von Geroldsgrün ist der männliche Personenname Gerhart.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,1 %
48,9 %
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Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:[7]

Parteien 2008 2014
CSU 7 8
SPD 9 8
Summe 16 16

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Silber und Grün; oben ein wachsender roter Adler, unten ein goldener Pochhammer“.[8]

Bedeutung:[8]

Geschichte: Die Gemeinde Geroldsgrün erhielt das Wappen am 14. Januar 1955.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faber-Castell-Werk Geroldsgrün (2007)
  • Zweigwerk der Firma Faber-Castell: Das Werksgebäude ist künstlerisch gestaltet. Die Produktion in Geroldsgrün umfasst Stifte aller Art und Kosmetikartikel. Die gesamte Faber-Castell-Produktpalette wird in einem Werksverkauf angeboten.
Ehemaliges Holzwerk von Graetz
  • Ein Holzbearbeitungswerk der Firma Graetz, später Nokia, das in früheren Jahren Fernseh- und Radiogehäuse fertigte, wurde inzwischen geschlossen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geroldsgrün – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Geroldsgrün. Bayerische Landesbibliothek Online, abgerufen am 6. September 2015.
  3. Der „Drudner“ Johannes Junius schreibt seinen letzten Brief. Bezirk Oberfranken, abgerufen am 6. September 2015.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 500.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 687.
  6. a b Reitzenstein, S. 81
  7. a b Vorläufiges Ergebnis zur Gemeinderatswahl 2014 am 16.03.2014: Gemeinde Geroldsgrün. Gemeinde Geroldsgrün, 17. März 2014, abgerufen am 6. September 2015.
  8. a b c Gemeinde Geroldsgrün: Amtliche Wappenbeschreibung (Blasonierung). Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 7. September 2015.
  9. Max-Marien-Quelle in Langenau. Wikimapia, abgerufen am 6. September 2015.
  10. Herwig Wagner: Keysser, Christian. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 1447–1453.