Geroldshausen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Geroldshausen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Geroldshausen
Geroldshausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Geroldshausen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 41′ N, 9° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Kirchheim (Unterfranken)
Höhe: 313 m ü. NHN
Fläche: 10,39 km2
Einwohner: 1278 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97256
Vorwahl: 09366
Kfz-Kennzeichen: WÜ, OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 137
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstr. 2
97268 Kirchheim
Webpräsenz: www.geroldshausen.de
Bürgermeister: Josef Schäfer (Geroldshäuser Liste)
Lage der Gemeinde Geroldshausen im Landkreis Würzburg
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Über dieses Bild

Geroldshausen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geroldshausen liegt in der Planungsregion Würzburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Geroldshausen gehören zwei Ortsteile[2]:

  • Geroldshausen
  • Moos

Es gibt die Gemarkungen Geroldshausen und Moos.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in hohenlohischen Urkunden aus dem Jahr 1252. Geroldshausen war Bestandteil des Rittergutes der Freiherren Wolffskeel von Reichenberg, das zum Fränkischen Ritterkreis gehörte. Es wurde durch das Großherzogtum Würzburg mediatisiert und fiel mit diesem 1814 an Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Reformationszeit gehörte Geroldshausen zur katholischen Pfarrei Kirchheim. Im 16. Jahrhundert setzten die evangelisch gewordenen Freiherren von Wolffskeel einen evangelischen Pfarrer in Uengershausen ein. Die Kirchengemeinde Geroldshausen gehörte seitdem zur "Evangelisch-Lutherischen Pfarrei Uengershausen" und mit ihr zum Dekanatsbezirk Würzburg. Zur Kirchengemeinde Geroldshausen gehören heute auch die Orte Kirchheim, Kleinrinderfeld, Moos und Gaubüttelbrunn. Die evangelische Kirche in Geroldshausen wurde 1590 gebaut und 1732 vergrößert. Bis zur Auflösung in der NS-Zeit gab es auch eine jüdische Gemeinde in Geroldshausen. Ihr gehörten noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts etwa 20 % der Einwohnerschaft an (1814 50 jüdische Einwohner von insgesamt 233). Eine in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaute Synagoge wurde nach 1945 zu einem bis heute bestehenden Wohnhaus umgebaut (im früheren "Judenhof", heute Hauptstraße 12). Seit 1961 gibt es eine katholische Kirche am Rande vom Geroldshausen. Die katholische Kirchengemeinde gehört zur Pfarreiengemeinschaft "St. Petrus - der Fels" mit Sitz in Kirchheim. Weitere Orte dieser Pfarreiengemeinschaft sind Kleinrinderfeld, Moos und Gaubüttelbrunn. Die Pfarreiengemeinschaft wurde im Dezember 2009 gegründet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Moos eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1814: 0233 Einwohner (davon 50 Juden)
  • 1867: 0313 Einwohner
  • 1900: 0337 Einwohner (davon 17 Juden)
  • 1925: 0423 Einwohner
  • 1939: 0460 Einwohner (davon 09 Juden)
  • 1961: 1008 Einwohner[3]
  • 1970: 0932 Einwohner[3]
  • 1987: 1011 Einwohner
  • 1991: 1097 Einwohner
  • 1995: 1155 Einwohner
  • 2000: 1184 Einwohner
  • 2003: 1225 Einwohner
  • 2004: 1257 Einwohner
  • 2005: 1246 Einwohner
  • 2006: 1296 Einwohner
  • 2007: 1311 Einwohner
  • 2008: 1317 Einwohner
  • 2009: 1301 Einwohner
  • 2010: 1299 Einwohner
  • 2011: 1272 Einwohner
  • 2012: 1279 Einwohner
  • 2013: 1285 Einwohner
  • 2014: 1289 Einwohner
  • 2015: 1278 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Josef Schäfer (Geroldshäuser Liste). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Rainer Künzig (Unabhängige Wählergemeinschaft).

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 104 und im Bereich Handel und Verkehr 45 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 379. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 2 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 21 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 912 Hektar, davon waren 906 Ackerfläche und 5 Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geroldshausen verfügt über einen Bahnhof an der Frankenbahn Stuttgart–Würzburg. Zwischen Lauda und Würzburg besteht ein ungefährer Zwei-Stunden-Takt mit Regionalbahnen der Westfrankenbahn.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 1999):

  • 50 Kindergartenplätze mit 43 Kindern

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auf der Grundlage historischer Quellen skizziert der Journalist und Historiker das Schicksal der jüdischen Gemeinde seit dem 13. Jahrhundert. Anlass der Untersuchung war die Erbschaft des "Judenackers" in Geroldshausen. Wie kam seine Familie in diesen Besitz? Was ist aus den Juden des Ortes geworden? Seine Fragen stoßen bei den Dorfbewohnern auf Ablehnung oder Schweigen. Völklein beschreibt drei typische Personen:
Sein Vater war Untersturmführer der Waffen-SS gewesen, er schlug sich im Mai 1945 in sein Heimatdorf durch, setzte sich dann in den Norden ab. Monate später kehrte er zurück und stellte sich der Entnazifizierung.
Auch Eduard Wirths, der verantwortliche Arzt im KZ Auschwitz, versuchte hier unterzutauchen. Er wurde durch die Briten verhaftet und nahm sich das Leben
Der Geroldshauser Jude Heinz Maier wurde entrechtet und vertrieben. 1945 kehrt er mit der US-Armee zurück. Vor der Flucht hatte er mit seinem Vater die Unterlagen der seit Jahrhunderten im Ort angesiedelten jüdischen Gemeinde versteckt. Sie sind erhalten geblieben und belegen die lange, großenteils leidvolle Geschichte der Juden in der Region. Jahrzehnte später deckt der Autor in den USA auf, dass das Unrecht nicht mit der Naziherrschaft endete. Maiers Rückkehr war nicht erwünscht und er wurde nur geringfügig entschädigt, er wurde ein weiteres Mal vertrieben und ausgegrenzt.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geroldshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111110/181801&attr=OBJ&val=1792
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.