Gerolsteiner Brunnen

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Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG
Gerolsteiner Logo.svg
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1. Januar 1888
Sitz Gerolstein, Deutschland

Leitung

  • Axel Dahm (Vorsitzender)
  • Joachim Schwarz (kaufmännischer Bereich)
  • Ulrich Rust (Technik)
Mitarbeiter 770 (2014)
Umsatz 235,3 Mio. EUR (Stand: 2014)
Branche Getränkehersteller
Website www.gerolsteiner.de
Mineralwasserflasche mit sternförmigen Firmenlogo, 19. Jahrhundert
Gerolstein Bewingen, Industriegebiet, Gerolsteiner Brunnen

Die Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG ist ein Hersteller und Vertreiber von Mineralwasserprodukten.

Mit etwa 770 Mitarbeitern und einem Umsatz von 235,3 Millionen Euro im Jahr 2014 gehört das Unternehmen zu den größten der Region Trier. Gerolsteiner Brunnen ist nach eigener Aussage größter Mineralwasser-Exporteur Deutschlands und Weltmarktführer unter kohlensäurehaltigen Mineralwässern; ihre Produkte werden weltweit in über 30 Ländern verkauft. 2014 belief sich der Absatz auf 6,6 Millionen Hektoliter.[1] Mutterkonzern des Brunnens ist die Bitburger Holding, die am Unternehmen 51 Prozent hält.

Geschichte[Bearbeiten]

Historisches Logo

Am 1. Januar 1888 gründete der Bergwerksdirektor Wilhelm Castendyck das Unternehmen Gerolsteiner Sprudel W. Castendyck Gerolstein und ließ das Mineralwasser zunächst in Tonkrüge abfüllen. Vom Geheimen Hofrat Prof. Dr. Carl Remigius Fresenius wurde das Wasser aufgrund seines hohen Gehalts an natürlicher Kohlensäure empfohlen.

Das Firmenlogo, bestehend aus einem achteckigen roten Stern und dem Löwen des Gerolsteiner Stadtwappens, wurde 1889 in das Zeichenregister eingetragen und damit geschützt. Das Unternehmen exportierte bereits 1895 Wasser nach Sydney in Australien.

Im Jahre 1900 stellte das Unternehmen allmählich vom Tonkrugversand auf Glasflaschen um. Der Absatz betrug in diesem Jahr bereits 3,2 Millionen Füllungen. 1919 änderte sich die Rechtsform in eine Kommanditgesellschaft.

Mit 158.000 Flaschen wurde 1928 der Export in die USA wieder aufgenommen und 1934 kam die Limonade Gerri auf den Markt. 1939 wurden 15,6 Millionen Flaschen abgefüllt, damit gehörte das Unternehmen zu den zehn führenden der deutschen Brunnenindustrie.

Durch Luftangriffe an Weihnachten 1944 wurde das Gerolsteiner Werk vollständig zerstört. Bis 1946 wurden die Gebäude und Anlagen wieder aufgebaut und ab 1948 wurden wieder die ersten Flaschen gefüllt.

1953 erklärte das rheinland-pfälzische Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten, dass es sich bei Gerolsteiner Sprudel um eine gemeinnützige Quelle handelt. Damit erhielten die Mineralquellen nach rheinland-pfälzischem Wasserrecht den Status staatlich anerkannter Heilquellen.

In den 1950er-Jahren übernahm Gerolsteiner mehrere Brunnenunternehmen und wurde zur Gerolsteiner Sprudel GmbH & Co. Am Anfang stand die Übernahme der Wilhelm Flamm & Co. 1969 folgte der Schloss-Brunnen-Gerolstein Dr. Peter Dehottay KG und 1970 schließlich die Übernahme der Rockeskyller Sprudel KG. Dabei stieg der Absatz erstmals über 100 Millionen Flaschen.

1969 trat die Bitburger Brauerei mit der Übernahme des Schloßbrunnen als Kommanditist in die Gerolsteiner Sprudel GmbH & Co. ein. 1978 wurde die Dolomitquelle in die bis heute unter diesem Namen bekannte St. Gero Quelle umbenannt.

1984 begannen die Verhandlungen zwischen beiden großen Gerolsteiner Mineralwasserbrunnen Gerolsteiner Sprudel GmbH & Co. KG und Gerolsteiner Flora-Brunnen, Rud. Buse GmbH & Co. KG.[2] Diese dauerten bis 1988 an.

1986 fand die Markteinführung von Gerolsteiner Stille Quelle statt. 1988 erfolgte eine Umfirmierung in Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co.

1989 begann eine Expansionsphase des Gerolsteiner Brunnen mit Erwerb der Bad Pyrmonter Mineral- und Heilquellen. 1990 wurden der Margon-Brunnen und der Glashäger Brunnen erworben. 1991 wurde der Birresborner Phönix Sprudel übernommen.

1998 führte Gerolsteiner die erste PET-Mehrwegflasche für Mineralwasser in Deutschland ein, was von Umweltverbänden stark kritisiert wurde.[3]

Ab 2003 konzentrierte sich das Unternehmen wieder auf die Dachmarke Gerolsteiner und veräußerte die Limonadenmarke Gerri an den Sinziger Mineralbrunnen und die anderen Tochtergesellschaften an Brau & Brunnen. Am 11. November 2003 wurde der Mineralbrunnen Birresborner Phönix Sprudel auf Grund von Verunreinigungen geschlossen.[4]

Chemische Zusammensetzung[Bearbeiten]

Auszug aus der amtlich anerkannten Analyse[5]

Stoff Menge
[in mg/l]
Hydrogencarbonat 1816
Natrium 0118
Magnesium 0108
Kalium 0011
Chlorid 0040
Calcium 0348
Sulfat 0038

Produktportfolio[Bearbeiten]

Abfüllanlage von Gerolsteiner Brunnen

Die Dachmarken des Unternehmens Gerolsteiner Brunnen sind Gerolsteiner in den Ausführungen Sprudel, Medium und Naturell und St. Gero, ein Heilwasser.

Gerolsteiner führt auch verschiedene Erfrischungsgetränke auf Mineralwasserbasis und Limonaden im Sortiment: Gerolsteiner Linée, Gerolsteiner Fit, Gerolsteiner Plus, Gerolsteiner Moment, Gerolsteiner Apfelschorle, Zitronenlimonade und Orangenlimonade.

Engagement[Bearbeiten]

Radfahrerskulptur in Gerolstein

Das Unternehmen Gerolsteiner fungierte als Hauptsponsor des gleichnamigen Profi-Radteams. Des Weiteren unterstützte der Gerolsteiner Brunnen von 2006 bis 2008 die Deutschland Tour als Co-Sponsor und offizieller Erfrischungsgetränkelieferant.

Am 4. September 2007 gab das Unternehmen bekannt, nach der Saison 2008 aus dem Radsportsponsoring auszusteigen. Am 14. Oktober 2008 beendete das Team Gerolsteiner seine Tätigkeit im Radsport.[6]

Seit 2011 ist das Unternehmen wieder im Sportsponsoring tätig, als Testimonial wurde Andrea Petković unter Vertrag genommen. Seit 2014 ist Gerolsteiner auch Sponsoringpartner von den beiden Langstreckenläuferinnen Lisa und Anna Hahner.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerolsteiner Brunnen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerolsteiner legt bei Absatz und Umsatz zu. In: Handelsblatt. dpa, 9. Februar 2015, abgerufen am 12. August 2015.
  2. Die Gerolsteiner „Elefantenhochzeit“. Gerolsteiner, archiviert vom Original am 19. September 2014, abgerufen am 12. August 2015.
  3. PET-Flasche von Gerolsteiner eine „Flasche der Unvernunft“. In: Pressemitteilungen. BUND, 2. November 1998, abgerufen am 12. August 2015.
  4. Wasser aus einer anderen Zeit. In: Pressespiegel. Birresborner Sprudel, abgerufen am 12. August 2015.
  5. Gerolsteiner Sprudel. Archiviert vom Original am 14. Dezember 2014, abgerufen am 12. August 2015 (PDF; 60 kB, Auszug aus der amtlich anerkannten Analyse des Instituts Fresenius, Taunusstein).
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGerolsteiner startet nicht mehr, Armstrong zweifelt. In: Spiegel Online. 14. Oktober 2008, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  7. Marathonläuferinnen Anna und Lisa Hahner werben für Gerolsteiner. new business, 5. September 2014, abgerufen am 12. August 2015.