Gerolzhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gerolzhofen
Gerolzhofen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gerolzhofen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 54′ N, 10° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Verwaltungs­gemeinschaft: Gerolzhofen
Höhe: 244 m ü. NHN
Fläche: 18,35 km²
Einwohner: 6902 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 376 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97447
Vorwahl: 09382
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 134
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Brunnengasse 5
97447 Gerolzhofen
Webpräsenz: www.gerolzhofen.de
Bürgermeister: Thorsten Wozniak (CSU)
Lage der Stadt Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt
Schweinfurt Würzburg Landkreis Main-Spessart Landkreis Bad Kissingen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Haßberge Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Bamberg Nonnenkloster (Unterfranken) Stollbergerforst Bürgerwald Vollburg Wustvieler Forst Hundelshausen (Bayern) Geiersberg (Gemeindefreies Gebiet) Bergrheinfeld Dingolshausen Dittelbrunn Donnersdorf Euerbach Frankenwinheim Geldersheim Gerolzhofen Gochsheim Grafenrheinfeld Grettstadt Kolitzheim Lülsfeld Michelau im Steigerwald Niederwerrn Oberschwarzach Poppenhausen (Unterfranken) Röthlein Schonungen Schwanfeld Schwebheim Sennfeld Stadtlauringen Sulzheim (Unterfranken) Üchtelhausen Waigolshausen Wasserlosen Werneck WipfeldKarte
Über dieses Bild

Gerolzhofen ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen. Die ehemalige Kreisstadt des 1972 aufgelösten Landkreises Gerolzhofen ist als Mittelzentrum ausgewiesen und liegt am nordwestlichen Rand des Steigerwaldes. Gerolzhofen ist die einzige Stadt im Landkreis Schweinfurt aber bezüglich der Bevölkerung nur fünftgrößte Kommune des Kreises. Die vier größeren Gemeinden liegen alle im Ballungsraum der kreisfreien Stadt Schweinfurt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Sulzheim, Dingolshausen, Oberschwarzach, Frankenwinheim und Lülsfeld.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerolzhofen gliedert sich in vier Stadtteile[2]:

Stadtansicht von Südosten

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung Gerolzhofen wurde erstmals zwischen 750 und 779 in einer späteren Abschrift (12. Jahrhundert) einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda genannt. Als Namensgeber gilt der Udalrichinger Gerold II. Die Stadtwerdung des befestigten Ortes in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts geht aus einer Ebracher Urkunde, in der er 1296 als oppidum erwähnt wurde, hervor. 1345 wurde Gerolzhofen erstmals bei der Verlegung eines Weinmarktes von Dingolshausen als Stadt erwähnt. Zwischen 1500 und 1806 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts war mehr als die Hälfte der Stadtbevölkerung evangelisch. Durch das rigide konfessionspolitische Vorgehen des Würzburger Bischofs Julius Echter von Mespelbrunn wurde das Jahr 1586 jedoch zum Wendepunkt in der Konfessionsgeschichte Gerolzhofens: Die überwiegende Mehrheit der Stadtbewohner wurde katholisch oder verließ die Stadt. Seitdem kann Gerolzhofen als katholische Stadt gelten. Heute existiert in der Erlöserkirche am Rande der Altstadt wieder eine kleine evangelische Gemeinde.

Hexenprozesse in Gerolzhofen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Regierung des Würzburger Fürstbischofs Philipp Adolf von Ehrenberg starben über 900 Menschen, die der Hexerei angeklagt waren. Im würzburgischen Gerolzhofen war ein Hauptgerichtsplatz. Von 1615 bis 1619 wurden 261 Personen wegen Hexerei hingerichtet. Viele starben vor ihrer Verurteilung an den Folgen der Folter im Hexenturm und Centgefängnis.

Zur Zeit der Hexenverfolgungen wurden in Gerolzhofen Scheiterhaufen zur Verbrennung der meisten der Verurteilten errichtet. Zeitweilig wurden so viele Menschen Opfer der Hexenprozesse, dass die Wirtschaft ernsthaft gefährdet war.

Kommunale Neuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurde der Landkreis Gerolzhofen am 1. Juli 1972 aufgelöst und die Stadt verlor den Status einer Kreisstadt. Am 1. Januar 1978 wurde das Nachbardorf Rügshofen im Rahmen der Gebietsreform in Bayern eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 55,6 %
 %
40
30
20
10
0
37,1 %
20,0 %
18,0 %
12,2 %
6,4 %
6,3 %
geo-net. d
Junge e
BfG f
Anmerkungen:
d geo-net. Netzwerk für Gerolzhofen
e Die Jungen
f Bürger für GEO
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Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 2. März 2008 verteilen sich die 20 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Partei / Liste CSU SPD FW REP geo-net. Die Jungen Gesamt
Sitze 8 Sitze 4 Sitze 5 Sitze 1 Sitz 1 Sitz 1 Sitz 20 Sitze

Nach der Kommunalwahl vom 16. März 2014 verteilen sich die 20 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Partei / Liste CSU SPD FW geo-net. Die Jungen Bürger für GEO Gesamt
Sitze 7 Sitze 4 Sitze 4 Sitze 3 Sitz 1 Sitz 1 Sitz 20 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Februar 2013 Thorsten Wozniak (CSU), der sich am 7. Oktober 2012 in der Stichwahl mit 60,3 Prozent gegen die Amtsinhaberin Irmgard Krammer (Freie Wähler) durchgesetzt hat.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot drei gekürzte silberne Spitzen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerolzhofen unterhält Städtepartnerschaften zu

Darüber hinaus bestehen freundschaftliche Beziehungen zu

Patenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt und dem Kreis Bilin übernommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenstadt Gerolzhofen mit Stadtpfarrkirche

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtmuseum im Alten Rathaus mit Dauerausstellung Vom armen Schneiderlein zur Kleiderfabrik – Welterfolg Nähmaschine. Entwicklung des Nähens verknüpft mit der lokalen Geschichte Gerolzhofens. Weitere Abteilungen: Original eingerichtetes Klassenzimmer mit Ausstellung von Gegenständen rund um den Unterricht. Sammlung von Exponaten der Volksfrömmigkeit, Haus- und Hofgeräte sowie verschiedenes Handwerkszeug aus der Stadt.
  • Museum Johanniskapelle Kunst und Geist der Gotik (siehe Friedhofskapelle)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in den Chorraum der Gerolzhöfer Stadtpfarrkirche
Die Alte Vogtei in Gerolzhofen

Katholische Stadtpfarrkirche Heilige Maria vom Rosenkranz und Heilige Regiswindis, auch Steigerwalddom genannt, erbaut von 1436 bis 1479. Innenausstattung: Barocke Maria im Strahlenkranz umgeben von doppeltem Rosenkranz, deren Krone zwei spätgotische Engel aus der (Riemenschneiderschule) halten. Hochaltar um 1764 des Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner, Altarbild Krönung Mariens des Würzburger Hofmalers Christoph Fesel aus Ochsenfurt. Seitenaltäre der Turmkapellen ebenfalls von Johann Peter Wagner. Achteckige Kanzel (1705/06) mit spätgotischen Holzfiguren der vier Evangelisten und Christus Salvator in den Nischen sowie Muttergottes mit Kind auf dem Schalldeckel aus der gleichen Zeit. Im südlichen Seitenschiff Glasgemälde aus der Bauzeit der Kirche als ikonographische Besonderheit: Muttergottes mit Kind und Darstellung des Kirchenbaus mit Bauarbeitern, Marktplatz und umgebender Mauer

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemalige zweigeschossige Friedhofskapelle mit Karner, erbaut ab 1497, heute Museum Johanniskapelle Kunst und Geist der Gotik mit angrenzendem barocken Mesnerhaus, eingerichtet und konzipiert durch das Kunstreferat der Diözese Würzburg in der Trägerschaft der Stadt Gerolzhofen mit zahlreichen Werken aus Stadt und Pfarrei sowie den Kunstsammlungen der Diözese u. a. Skulpturen von Tilmann Riemenschneider und seiner Werkstatt
  • Altes Rathaus, 1475 erbaut, ein markanter dreigeschossiger Bau mit gotischen Treppengiebeln. Seit 1984 ist darin das Stadtmuseum untergebracht
  • Marktplatz mit modernem Marktbrunnen
  • Stadtbefestigung mit doppeltem Mauerring, mehrere Ecktürme der äußeren Befestigung, Weißem Turm und Eulen- oder Hexenturm des Inneren Ringes.
  • Ehemaliges Oberamtshaus, Renaissancebau mit Schneckenvolutengiebeln, 1580 von Fürstbischof Julius Echter erbaut, heute Sitz der Verwaltungsgemeinschaft
  • Bürgerspital mit Spitalkirche St. Vitus, 1402 gestiftet
  • Jüdischer Friedhof von 1639

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Gerolzhofen

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frühlingsfest (März)
  • Spargel- und Weinmarkt (April)
  • Weinbergswanderung und Weinfest im Grünen an der Gertraudiskapelle (1. Mai)
  • Gerolzhöfer Kulturtage (Mai)
  • Gerolzhöfer Gesundheitstage (Juni)
  • Schützenfest (Juli)
  • Gebietsweinfest Steigerwald auf dem Marktplatz (Frankens größte Weinstube, Juli)
  • Geo live Night, das Gerolzhöfer Kneipenfestival
  • Herbstfest (Oktober)
  • Adventsmarkt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Bundesstraße 286 ist Gerolzhofen kreuzungsfrei an die Autobahnen A 3 und A 70 angeschlossen.

Gerolzhofen ist über mehrere ÖPNV-Buslinien mit der Region und dem ca. 20 Kilometer entfernten Oberzentrum Schweinfurt verbunden. Ab Schweinfurt besteht Anschluss an den Schienenpersonennahverkehr.

Die Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt, an der Gerolzhofen liegt, wird nur noch gelegentlich für Nostalgiefahrten genutzt.

Ein überörtliches ausgeschildertes Radwegenetz ist weitgehend verfügbar. In Gerolzhofen selbst ist das Fahrradfahren auf Grund der relativ flachen Topographie und der geringen Verkehrsstärke ohne Probleme möglich. Die kompakte Siedlungsfläche Gerolzhofens und die damit verbundenen kurzen Distanzen begünstigen die Nutzung des Fahrrads als alltägliches Transportmittel.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Behörden und Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gebietsreform 1972 behielt Gerolzhofen zunächst einige überörtliche Behörden, die jedoch nach und nach geschlossen wurden. Als einzige überörtliche Einrichtung bestehen noch eine Polizeiinspektion und die Außenstelle des Amtsgerichts Schweinfurt.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Gerolzhofen laut Regionalplan als bevorzugt zu entwickelndes Mittelzentrum klassifiziert ist, fehlt ein voll ausgebautes Gymnasium und seit Herbst 2010 auch die 3. Klasse der Grundschule.

Folgende Bildungseinrichtungen sind vorhanden:

  • Ein katholischer Kindergarten an zwei Standorten (Kinderhaus für Zwei- bis Fünfjährige, Vorschulhaus)
  • Ein Waldkindergarten
  • Eine Grundschule (zwei Standorte)
  • Eine Mittelschule
  • Die Ludwig-Derleth-Realschule
  • Die Außenstelle des Franken-Landschulheims Schloss Gaibach (Gymnasium 5.–10. Klasse)
  • Eine Sprach-Förderschule
  • Die Volkshochschule
  • Die Musikschule, Außenstelle der Musikschule Schweinfurt

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Großunternehmen und gleichzeitig die größten Arbeitgeber am Ort sind:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephan Oettermann: Geschichte des Hexenbrennens in Franken (insbesondere in Gerolzhofen) im 17. Jahrhundert. Bürgermeister Bräuer: Es dokumentiere „eine Zeit, in der die Stadt als ein Hauptrichtplatz in Unterfranken traurige Berühmtheit erlangte“.
  • Staatsarchiv Würzburg: Hexenprozessakten (aus Gerolzhofen). 1615–1619. Würzburg, Staatsarchiv: Gericht Gerolzhofen 14/346; Misc. 90/2884; MS f 1200
  • Stadt Gerolzhofen: Gedenken an die Hexenprozesse in Gerolzhofen (Akten) 1958–1977. (Stadtarchiv Gerolzhofen A3 (155)).
  • Die Kunstdenkmäler von Unterfranken, Bd. 8: Bezirksamt Gerolzhofen. 2. Auflage 1983. ISBN 978-3-486-50462-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Gerolzhofen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Gerolzhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/210021&attr=OBJ&val=1758
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 753.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik