Gerra (Gambarogno)

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Gerra (Gambarogno)
Wappen von Gerra (Gambarogno)
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Gambarogno
Gemeinde: Gambarognoi2
Postleitzahl: 6576
Koordinaten: 704097 / 108849Koordinaten: 46° 7′ 23″ N, 8° 47′ 7″ O; CH1903: 704097 / 108849
Höhe: 198 m ü. M.
Fläche: 3,1 km²
Einwohner: 303 (31. Dezember 2008)
Einwohnerdichte: 98 Einw. pro km²
Karte
Gerra (Gambarogno) (Schweiz)
Gerra (Gambarogno)
www
Gemeindestand vor der Fusion am 24. März 2010
Gerra (Gambarogno) am Lago Maggiore
Bahnhof Gerra Gambarogno

Gerra (Gambarogno), im lombardischen Ortsdialekt (a la) Zèra [alaˈdʑɛra],[1] ist ein Ortsteil der Gemeinde Gambarogno im gleichnamigen Kreis, Bezirk Locarno, im Schweizer Kanton Tessin. Er bildete bis zum 24. April 2010 eine selbständige politische Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt am östlichen Ufer des Langensees, an der Bahnstrecke Cadenazzo–Luino der Schweizerischen Bundesbahnen. Sie besteht aus den Fraktionen Riva und Scimiana am Seeufer (knapp 200 m ü. M.) sowie Ronco (290 m ü. M.) und Casenzano (335 m ü. M.) am darüberliegenden Hang. Auf rund 800 Meter liegen die Monti di Gerra.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert schlossen sich die Ortschaften Ronco de Martignoni, Ronco di Sopra und Scimiana zu einer Gemeinde zusammen. 1744 wurde die dem heiligen Rochus und dem heiligen Sebastian geweihte Pfarrkirche errichtet.

Am 25. November 2007 wurde die Fusion der Gemeinden am Südufer des Langensee zur neuen Gemeinde Gambarogno von den Stimmberechtigten der Gemeinden: Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) gutgeheissen. Einzig San Nazzaro war mehrheitlich dagegen. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde trat die Fusion per 25. April 2010 in Kraft.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1801 1850 1900 1950 2000[2] 2008
Einwohner 405 651 451 330 254 303

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Rot mit goldenem (gelbem) Schildhaupt, darin ein rotgezungter und -bewehrter schwarzer Adler. Unten eine goldene Armbrust

Es handelt sich dabei um eine Übernahme des Wappens der Familie Balestra und zwar zu Ehren des Serafino Balestra (1831–1886).

Das Schildhaupt wird in der italienischen Heraldik capo dell’imperio genannt und kennzeichnete die Parteigänger des Kaisers (Waiblinger, d. h. Staufer) im Gegensatz zu den Anhängern der päpstlichen Partei (Welfen), deren Parteizeichen das capo d’Angio (Anjou) war.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Santi Rocco und Sebastiano[3]
  • Oratorium San Bernardino (oder del Crocifisso) im Ortsteil Ronco mit Fresken des Malers Antonio da Tradate (1485)[3]
  • Oratorium Madonna del Rosario[3]
  • Wohnhaus mit Fresko Mater lactans[3]
  • Wohnhaus mit Fresko Madonna del Rosario[3]
  • prähistorische Schalensteine[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Balestra (* um 1600 in Gerra Gambarogno; † nach dem 1634 ebenda), Architekt[4]
  • Dino Balestra (* 21. November 1947 in Gerra Gambarogno), ehemaliger Direktor der SRG SSR Lugano[5][6]
  • Ester Monaco (* 1973 in Gerra Gambarogno), Meisterlandwirtin, Unternehmerin[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gerra (Gambarogno) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 384.
  2. Graziano Tarilli: Gerra Gambarogno. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 29. Dezember 2016.
  3. a b c d e f Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 157.
  4. Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band I, S. 546 (Digitalisat, abgerufen am 31. Mai 2017).
  5. Dino Balestra (Memento des Originals vom 18. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.comunitaitalofona.org auf comunitaitalofona.org
  6. Dino Balestra auf theaterwissenschaft.ch
  7. Ester Monaco auf landwirtschaft.ch