Gersdorff (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen derer von Gersdorff, ca. 13. – 14. Jahrhundert, nach GHdA Band 67, 1978, Adelslexikon

Gersdorff (auch Gersdorf) ist der Name eines Adelsgeschlechts mit gleichnamigem Stammhaus in Gersdorf in der Oberlausitz, das zum deutschen Uradel zählt. Die Herren von Gersdorff wurden im Laufe der Zeit zu Rittern, Freiherren und Reichsgrafen erhoben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung, Besitztümer und Verzweigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht derer von Gersdorff wurde zum ersten Mal 1241 urkundlich erwähnt. Die ununterbrochene Stammfolge beginnt mit dem erstmals am 25. April 1301 urkundlich erwähnten dominus Christianus aduocatus provincie Gorlicensis dictus de Gerhardisdorff,[1] der dort mehrfach das Amt des Landvogts ausübte. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit waren die Gersdorffs vor allem in der Oberlausitz und Sachsen ansässig. Aber auch in der Niederlausitz, in Schlesien und in Böhmen gehörten Gersdorffs zu den Landständen. Angehörige der Familie bekleideten seit dem 14. Jahrhundert in den genannten Ländern ständische Ämter, oder sie waren in Diensten verschiedener Fürsten, insbesondere der Kurfürsten von Sachsen und der böhmischen Könige, tätig. Kein anderes der Oberlausitzer Adelsgeschlechter hat sich derart stark verzweigt und hat derart viele Güter erworben.[2] Einen Eindruck von der Mitgliederstärke der Familie bietet die Überlieferung eines im Jahr 1572 in Zittau abgehaltenen Geschlechtstags. Ein in Erinnerung an dieses Ereignis im Jahr 1623 angefertigtes Gedächtnismonument, das einst im Görlitzer Vogtshof seine Aufstellung fand und nur fragmentarisch erhalten ist, berichtet von zweihundert „Manns-Personen“, die sich mit fünfhundert Pferden in der Oberlausitzer Sechsstadt eingefunden hatten.[3]

Ernst Bruno von Gersdorff (1820–1883) emigrierte 1849 als Forty-Eighter in die USA, heiratete in die Bostoner Oberschicht (Boston Brahmins) ein und wurde zum Stammvater des amerikanischen Zweiges der Familie.

Bekannte Namensträger nach Geburtsdatum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Personen mit Familiennamen (von) Gersdorff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edelgard Huber von Gersdorff


Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Der Schild des Stammwappens ist geteilt in oben Rot und unten Schwarz und Silber gespalten; auf dem Helm mit rechts rot-silbernen und links schwarz-silbernen Decken sitzt ein silbern und schwarz gestulpter roter Turnierhut, der mit sechs Hahnenfedern (drei silber, drei schwarz) bestückt ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635-1815. Bd. 1, Görlitz 1912, S. 424–608.
  • Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaften. Görlitz 1930, S. 231–232. (Volltext).
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Band 67, 1978, Adelslexikon.
  • Gersdorffsche Familien-Nachrichten. 1818 GDZ Göttingen.
  • Hermann Knothe: Geschichte des Oberlausitzischen Adel und seiner Güter vom XIII. bis gegen Ende des XVI. Jahrhunderts. Leipzig 1879, ND: Spitzkunnersdorf 2008, S. 185–246.
  • Hermann Knothe: Genealogie der verschiedenen Linien des Geschlechts von Gersdorff in der Oberlausitz von Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1623. In: Neues Lausitzisches Magazin. 69 (1893), S. 153–202.
  • Astaf von Transehe-Roseneck: Genealogisches Handbuch der livländischen Ritterschaft. Band 2, Görlitz, (ca.) 1935, S. 731–746
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 1887, Sieben und dreißigster Jahrgang, S.301ff

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Familie Gersdorff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cod. dipl. Lus. sup. I, S. 166
  2. Vgl. Hermann Knothe: Geschichte des Oberlausitzer Adels und seiner Güter vom XIII. bis gegen Ende des XVI. Jahrhunderts, Leipzig 1879, ND: Spitzkunnersdorf 2008, S. 185–246, hier S. 185.
  3. Vgl. Kai Wenzel: Memorialwerk einer Oberlausitzer Adelsfamilie, in: Martina Schattkowsky (Hrsg.): Adlige Lebenswelten in Sachsen. Kommentierte Bild- und Schriftquellen, Köln/ Weimar/ Wien 2013, S. 362–367.
  4. Der Reichshofmeister war das höchste Staatsamt im dänischen Reich. Er war eine Art Premierminister und Vertreter des Königs. Neben seiner hervorgehobenen konstitutionellen Stellung hatte er wichtige Aufgaben, wenn seine Pflichten auch nicht klar definiert waren. Im 16. Jahrhundert leitete er die Finanzverwaltung und hatte die Oberaufsicht über die Rentkammer und das Zollwesen.
  5. Albrecht Klose / Klaus-Peter Rueß: Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg. Texte, Übersetzungen, Biographien, Anmerkungen. In: Stadtarchiv Regensburg (Hrsg.): Regensburger Studien. Band 22. Stadtarchiv Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5, S. 20.
  6. Lubina Mahling: „Um der Wenden Seelenheyl hochverdient“ – Reichsgraf Friedrich Casper von Gersdorf. Eine Untersuchung zum Kulturtransfer im Pietismus. Domowina-Verlag, Bautzen 2017, ISBN 978-3-7420-2431-2.