Gerswalde

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Gerswalde in Brandenburg. Für den gleichnamigen Ort Gerswalde in Ostpreußen, siehe: Jerzwałd.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Gerswalde führt kein Wappen
Gerswalde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gerswalde hervorgehoben
Koordinaten: 53° 10′ N, 13° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gerswalde
Höhe: 52 m ü. NHN
Fläche: 97,06 km²
Einwohner: 1604 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17268
Vorwahl: 039887
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 201
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfmitte 14a
17268 Gerswalde
Webpräsenz: www.amt-gerswalde.de
Bürgermeister: Ernst Zeiger
Lage der Gemeinde Gerswalde im Landkreis Uckermark
Angermünde Berkholz-Meyenburg Boitzenburger Land Brüssow Carmzow-Wallmow Casekow Flieth-Stegelitz Gartz (Oder) Gerswalde Göritz Gramzow Grünow Hohenselchow-Groß Pinnow Lychen Mark Landin Mescherin Milmersdorf Mittenwalde Nordwestuckermark Oberuckersee Passow Pinnow Prenzlau Randowtal Schenkenberg Schöneberg Schönfeld Schwedt/Oder Tantow Temmen-Ringenwalde Templin Uckerfelde Uckerland Zichow BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Gerswalde ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Uckermark im Norden von Brandenburg (Deutschland). Sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere vier Gemeinden angehören.

Am 31. Dezember 2001 wurden die vormals selbstständigen Gemeinden Friedenfelde, Gerswalde, Groß Fredenwalde, Kaakstedt und Krohnhorst zur neuen Gemeinde Gerswalde zusammengefasst.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die großflächige Gemeinde liegt in der wald- und seenreichen Region Uckermark zwischen den Städten Prenzlau und Templin. Das Gemeindegebiet reicht im Nordosten bis zum Oberuckersee (Ortsteil Fergitz). Das hügelige Gebiet erreicht im Weinberg nahe dem Ortsteil Groß Fredenwalde eine Höhe von 111 m ü. NN. Die nach dem Ort benannte Gerswalder Staffel ist eine Eisrandlage der letzten Eiszeit (Weichselvereisung). Die kleinen Gräben und Bäche entwässern zum Oberuckersee beziehungsweise zur Ucker.

Der Haussee in Gerswalde


Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Waldscheune in Arnimswalde
Wüste Kirche in Berkenlatten
  • Krohnhorst
  • Klein Fredenwalde
  • Neudorf
  • Pinnow
  • Weiler
  • Willmine
  • Herrenstein hat 91 Einwohner, liegt nordöstlich von Templin und wurde 1755 von Otto von Arnim als Molkerei angelegt. 1795 ist der Ort als Pächterei urkundlich erwähnt. 1821 war es dann Vorwerk Herrenstein mit etwa 100 Einwohnern, 1821 waren es 146 Einwohner. Das alte Gutshaus ist noch heute erhalten.[3]
Herrensteiner See


  • Kaakstedt ist ein Ort mit 73 Einwohnern. Die erste urkundliche Erwähnung war 1284 als Kocstede. Die Stadt, so sagt es der Name, stammt von Albertus de Cocstede ab, welcher hier sesshaft war. Namensforscher vermuten eine Übertragung des Namens von Cochstedt bei Aschersleben[4]. Die Kirche des Ortes stammt aus dem 13. Jahrhundert, welche im 18. Jahrhundert durch einen Turm aus Backstein erweitert wurde. Ursprünglich hatte der Turm eine offene Laterne, die 1971 wegen Baufälligkeit entfernt wurde; 1988 wurde ein ziegelgedecktes Zeltdach errichtet.[5]
  • Willmine ist ein Dorf mit 60 Einwohnern. Gebildet wurde der Ort 1765 als Fredenwalde geteilt wurde. Der Name kommt von der Frau des Besitzers des Ortes Kurt Friedrich von Arnim, Johanne Wilhelmine geb. von Dargitz.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet um Gerswalde begannen im 11. Jahrhundert Rodungen. Der Ort Gerswalde wurde 1256 als Gyrswalde urkundlich erstmals an der Handelsstraße von Magdeburg nach Stettin erwähnt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 376
1890 1 354
1910 1 294
1925 1 171
1933 1 433
1939 1 349
1946 1 875
1950 1 753
1964 1 641
1971 1 376
Jahr Einwohner
1981 1 268
1985 1 274
1989 1 245
1990 1 235
1991 1 194
1992 1 147
1993 1 116
1994 1 118
1995 1 086
1996 1 063
Jahr Einwohner
1997 1 079
1998 1 059
1999 1 049
2000 1 059
2001 1 956
2002 1 924
2003 1 889
2004 1 844
2005 1 815
2006 1 763
Jahr Einwohner
2007 1 723
2008 1 723
2009 1 680
2010 1 672
2011 1 656
2012 1 637
2013 1 612
2014 1 611

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Gerswalde besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[9]

  • CDU: 3 Sitze
  • Wählergemeinschaft für die Gemeinde Gerswalde 2 Sitze
  • Aktiv für unser Dorf 2 Sitze
  • Die Linke: 2 Sitze
  • Kameradschaftsverein der Freiwilligen Feuerwehr Gerswalde 1 Sitz
  • Bündnis 90/Die Grünen: 1 Sitz
  • Bürgerforum für Respekt und Toleranz 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Zeiger wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 82,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[10] gewählt.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Gerswalde
Gutshaus in Friedenfelde
Blick auf Groß Fredenwalde

In der Liste der Baudenkmale in Gerswalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Gerswalde besitzt einen Marktplatz mit einer Feldsteinkirche und eine Heimatstube. Sehenswert ist auch die restaurierte Wasserburgruine, die so genannte Wasserburg Gerswalde, die heute als Jugendheim genutzt wird. Südlich von Gerswalde bei Berkenlatten steht die Wüste Kirche Berkenlatten. Im Ortsteil Friedenfelde befindet sich das Gutshaus Friedenfelde. Im Ortsteil Groß Fredenwalde befindet sich die vermutlich südlichste bekannte mittelslawische Burganlage (der Wallberg) im deutschen Ostseeraum. Dieses Dorf zeigt sich heute noch wie ein Gutsdorf (Feldsteinkirche, Gutshaus, Schule, neuerdings Stallmuseum) aus der Zeit vor 1945.

Eine weitere architektonische Sehenswürdigkeit wurde 2013 fertiggestellt. Aus einer alten Schlosserei-Halle mit Baujahr 1987, die Teil der örtlichen LPG war, erbaute der Bauherr und Handwerker Gerhard Schütze mithilfe des Berliner Architekten Thomas Kröger ein "Werkhaus" für die Tischlerei Schützes. Das Haus besteht aus drei Bereichen für einen "Showroom", einen Wohnbereich und eine Werkstatt; aufgrund der ungewöhnlichen Architektur und Materialauswahl wurde das Haus für den Brandenburgischen Baukulturpreis nominiert und fand auch weiteres Medienecho.[12][13]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Nachbargemeinde Flieth-Stegelitz ist Gerswalde an das Autobahnnetz angebunden (A 11 Berlin - Stettin, Anschlussstelle Pfingstberg). Sechs Kilometer westlich von Gerswalde führt die Bundesstraße 109 (Berlin - Prenzlau) vorbei. Die nächsten größeren Bahnhöfe liegen in Angermünde und Prenzlau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Berlin 1986, ISBN 3-7400-0042-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gerswalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  3. Märkische Oderzeitung, 2. September 2005, S. 9
  4. Märkische Oderzeitung, 6. September 2005, S. 9
  5. http://www.hugenotten-uckermark.de/Kirchen/17268_Kaakstedt.htm
  6. Märkische Oderzeitung, 9. September 2005, S. 9
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 18–21
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  9. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  10. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  12. siehe Seite über das Haus beim Brandenburgischen Baukulturpreis 2013
  13. Birgit Ochs: Viel mehr als nur ein Haus (Übertitel: Neue Häuser 2013), in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung online