Gert Loschütz

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Gert Loschütz (* 9. Oktober 1946 in Genthin) ist ein deutscher Schriftsteller.

Gert Loschütz stellt auf der Leipziger Buchmesse 2018 seinen Roman "Ein schönes Paar" vor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie von Gert Loschütz übersiedelte 1957 von der DDR in die Bundesrepublik Deutschland. In Dillenburg (Hessen) besuchte er das Humanistische Gymnasium. 1965 reiste er als Schiffsjunge nach Archangelsk. Nach dem Abitur, 1966, zog er nach Berlin und studierte an der Freien Universität Geschichte, Soziologie und Publizistik, daneben arbeitete er in der Literarischen Dependance des Hermann Luchterhand Verlags. 1968 wurde Loschütz zur Tagung der Gruppe 47 auf Schloss Dobříš (CSSR) eingeladen, die wegen des Einmarschs der sowjetischen Truppen nicht stattfinden konnte. Seit 1971 ist er freier Schriftsteller. Anfang der 70er Jahre lebte er mit Elfriede Jelinek zusammen. 1977 zog er nach Frankfurt am Main. Er war Gastdramaturg am Schauspiel Frankfurt.[1] 2000 kehrte er nach Berlin zurück und lebt dort mit seiner Familie.

Er ist seit 1988 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und seit 1979 der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gert Loschütz ist Verfasser von Prosawerken, Lyrik, Theaterstücken, Hörspielen und Fernsehspielen. Sein Roman Dunkle Gesellschaft wurde auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2005 gewählt.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gegenstände. Gedichte und Prosa (seine erste Buchveröffentlichung). Frankfurt am Main 1971
  • Sofern die Verhältnisse es zulassen. Drei Rollenspiele. Frankfurt am Main 1972
  • Hör mal, Klaus!. Hörspiel. Stuttgart 1977
  • Diese schöne Anstrengung. Gedichte. AutorenEdition, München 1980 ISBN 3-7610-0559-8)
  • Chicago spielen. Theaterstück. Frankfurt am Main 1980
  • Eine wahnsinnige Liebe. Novelle. Darmstadt u. a. 1984
  • Das Pfennig-Mal. Die Geschichte von Tom Courteys Ehre und Benjamin Walz' Schande. Erzählung mit Zeichnungen von F. K. Waechter. Darmstadt 1986
  • Flucht. Roman. Darmstadt 1990
  • Lassen Sie mich, bevor ich weiter muß, von drei Frauen erzählen. Geschichten. Darmstadt 1990
  • Der Sammler des Schreckens. Frankfurt am Main 1993
  • Unterwegs zu den Geschichten. Erzählungen. Frankfurt am Main 1998
  • Dunkle Gesellschaft. Roman in zehn Regennächten. Frankfurt am Main 2005
  • Die Bedrohung. Roman. Frankfurt am Main 2006
  • Das erleuchtete Fenster. Erzählungen. Frankfurt am Main 2007
  • Auf der Birnbaumwiese, Zeichnungen von Philip Waechter Frankfurt am Main: Schöffling & Co. 2011 ISBN 978-3-89561-155-1
  • Ein schönes Paar. Roman, Frankfurt am Main (Schöffling) 2018, ISBN 978-3895611568

Theaterstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lokalzeit oder die Tage nach Annas Tod. U: Schillertheater Berlin 1976
  • Chicago Spielen. U: Stadttheater Lüneburg 1980
  • Die Verwandten. U: Teatro Goethe Cordoba, Argentinien 1981
  • Der Sammler des Schreckens. U: Die Rampe, Stuttgart 1994

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Familie von Kindern gespielt. 1970 (SWF)
  • Damit ein besserer Mensch aus ihm wird, sofern die Verhältnisse es zulassen. 1971 (SWF)
  • Ihr Verhalten hat zu keinem Anstoß Anlaß gegeben. 1971 (SWF/BR)
  • Anika auf dem Flugplatz. 1974 (SDR)
  • Die Hausbewohner. 1975 (SDR)
  • Die Verwandtschaft. 1975 (SDR)
  • Johannes, der Seefahrer. 1975 (SDR)
  • Die Verwandtschaft. (SDR)
  • Hör mal, Klaus. 1976 (SWR)
  • Der Anruf 1977 (BR)
  • Das sprechende Bild. 1978 (SDR/NDR)
  • Ortswechsel. 1980 (HR)
  • Die Bedrohung. 1981 (WDR/SDR/NDR)
  • Ludwigs Meise. 1982 (SDR)
  • Tom Courtneys Zirkuswelt. 1983 (SDR/NDR)
  • Ballade vom Tag, der nicht vorüber ist. 1987 (SDR/WDR/NDR)
  • Der Mann im Käfig. 1994 (SDR/NDR)
  • Besichtigung eines Unglücks. 2001 (WDR/NDR/SWR)

Fernsehspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Tote bin ich. 1979 (ARD)
  • Wanda. 1985 (ARD)
  • Der Kampfschwimmer. 1985 (ARD)
  • Kotte und Klara. 1987 (ARD)

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von Buch zu Buch - Günter Grass in der Kritik. Eine Dokumentation, Neuwied u. a. 1968
  • Das Einhorn sagt zum Zweihorn. 42 Schriftsteller schreiben für Kinder, Köln 1974
  • War da was? Theaterarbeit und Mitbestimmung am Schauspiel Frankfurt 1972-1980, Frankfurt am Main 1980
  • Von deutscher Art. Was in den Köpfen derer steckte, die sich einen Führer wünschten. Ein Familienalbum vom Dachboden, Darmstadt u. a. 1982

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Etienne Delessert: Dann fiel der Maus ein Stein auf den Kopf, so fing sie an die Welt zu entdecken. Köln 1973
  • Leo Lionni: Theodor oder Der sprechende Pilz. Köln 1973
  • Wie ich zuhaus einmarschiert bin. Kubanische Erzählungen, hrsg. von Peter Schultze-Kraft. Zusammen mit Karl August Horst und Elfriede Jelinek. Frankfurt am Main 1973
  • Sergio Ramírez: Die Spur der Caballeros. Roman. Zusammen mit Wolfgang Fleischer und Peter Schultze-Kraft. München 1981
  • Tomás González: Am Anfang war das Meer. Roman. Zusammen mit Peter Schultze-Kraft und Jan Weiz. Zürich 2006
  • Tomás González: Carola Dicksons unendliche Reise. Drei Erzählungen. Zusammen mit Peter Stamm und Peter Schultze-Kraft. Zürich 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gert Loschütz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Platthaus: Wie kommt der Autor zu seinen Geschichten? Dem Schriftsteller Gert Loschütz zum 70. Geburtstag. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Oktober 2016, S. 14.