Gertrud Hundenborn

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Gertrud Hundenborn (geb. 1953) ist eine deutsche Krankenschwester, Fachautorin und Pflegepädagogin. Bis 2019 war sie Professorin für Pflegepädagogik und Pflegefachdidaktik an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen. Hundenborn ist Mitglied der Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz, die im Auftrag der Bundesregierung Rahmenlehrpläne für die generalistische Ausbildung von Pflegekräften erstellt.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundenborn absolvierte im Jahr 1975 die Ausbildung zur Krankenschwester. In diesem Beruf war sie neun Jahre lang tätig. Von 1984 bis 1986 bildete sie sich zur Lehrerin für Pflegeberufe fort, dann übernahm Hundenborn die Leitung des Referates Krankenpflege an der Caritas-Akademie in Köln.[1] Von 1994 bis 1997 war sie Lehrbeauftragte für Pflegewissenschaft im Fachbereich Gesundheitswesen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen. Seit 1997 lehrte sie an dieser Hochschule als Professorin für Pflegepädagogik. Hundenborn war zudem Abteilungsleiterin am Deutschen Institut für Pflegeforschung (DIP).[2] Im März 2019 wurde Hundenborn emeritiert.[1]

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundenborn war an der Entwicklung eines systemischen Ansatzes von Pflege beteiligt, der im Jahr 1994 veröffentlicht wurde.[3] Diese Systematik beschreibt einen wechselseitige Einflussnahme von Pflege und Patient aufeinander, wobei beide Akteure ihrerseits durch die Faktoren Wertsystem, Gesellschaft, Institution und Pflegesituation beeinflusst werden. Als bundesweit anerkannte Expertin für Lehrplanentwicklung arbeitete sie an zahlreichen Ausbildungskonzepten mit. So war sie Mitautorin der im Jahr 2003 veröffentlichten Ausbildungsrichtlinie für die staatlich anerkannten Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen in Nordrhein-Westfalen und erstellte einen Entwurf für eine empfehlende Richtlinie für die Altenpflegeausbildung.[3]

Reform der Pflegeausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundenborn war Vorsitzende der im Jahr 2018 vom Bundesministerium für Gesundheit und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingesetzten Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz, die mit der Erarbeitung von Rahmenlehrplänen für die Pflegeausbildung beauftragt war.[4][5] Unter Ihrer Leitung entwickelte die Fachkommission Lehrpläne für eine generalistische Pflegeausbildung, die Hundenborn bereits im Jahr 2005 im Buch Wirksame Ausbildungen entwerfen" (hep-Verlag, Bern) beschrieben hatte. Das im Jahr 2018 verabschiedete Pflegeberufegesetz sieht Hundenborn als eine Stärkung des Pflegeberufes an. Zudem bewertet sie die Möglichkeiten, die sich für Pflegekräfte künftig auf Basis dieser generalistischen Ausbildung ergeben, als positiv. Der Pflegeberuf werde ihrer Ansicht nach dadurch weniger schmalspurig und lebensphasebezogen, sondern böte mehr Gelegenheit zum Wechsel zwischen den Versorgungsbereichen.[6]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für ihre Pionierarbeit in der Pflegepädagogik und der Pflegedidaktik erhielt Hundenborn im Jahr 2020 den Deutschen Pflegepreis. Zusammen mit ihr zeichnete der Deutsche Pflegerat auch Ingrid Darmann-Finck aus.[4]. Insbesondere wurde die Tatsache hervorgehoben, dass sich Hundenborn nicht nur mit Forschung begnügt, sondern die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis vorangetrieben habe. So habe sie geholfen, zentrale Strukturen weiterzuentwickeln, Studiengänge aufgebaut, Forschungsverbünde unterstützt und durch Netzwerkarbeit Institutionen aus Wissenschaft, Politik und Pflegepraxis verbunden.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundenborn publiziert schwerpunktmäßig zu den Themenfeldern Pflegedidaktik und -ausbildung.

Eigene Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fallorientierte Didaktik in der Pflege. Grundlagen und Beispiele für Ausbildung und Prüfung, Elsevier Verlag, München 2007

Beiträge zu Büchern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Roland Brühe: "Kompetenzorientiertes Curriculum für eine Pflegeausbildung mit generalistischer Ausrichtung", in: H. Kaiser: Wirksame Ausbildungen entwerfen. Das Modell der Konkreten Kompetenzen, hep-Verlag, Bern 2005[3]
  • "Stationäre Akutpflege" in Beate Rennen-Allhoff und Doris Schaeffer: Handbuch Pflegewissenschaft, Juventa Verlag, München 2000

Fachartikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Roland Brühe: Kompetenz und Performanz. Lernerfolgsüberprüfung in der praktischen Pflegeausbildung, in PADUA, 3. Jahrgang Heft 5 (2008)[3]
  • Pflegebildungsforschung, in Perspektiven 1 (2002)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • "Zur Entwicklung von Pflegewissenschaft udn Pflegeforschung. Eine Gemeinschaftsaufgabe der Partner im Gesundheitswesen" Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld. Band p98/102. Die Bedeutung der Pflegewissenschaft für die Professionalisierung der Pflege. Eine Tagungsdokumentation, Bielefeld 1998[3]
  • "Professionelle Pflege – Laienpflege. Konfliktfeld – sinnvolle Ergänzung?" Caritas-Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe, Diözesengemeinschaft Köln, Dokumentation der Fachtagung, 1996

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lebenslauf Gertrud Hundenborn auf deutscher-pflegetag.de, aufgerufen am 28. September 2021
  2. "Pflegen kann nicht jeder", Artikel vom 29. Dezember 2016 auf bildungsklick.de, aufgerufen am 17. November 2021
  3. a b c d e Profil Gertrud Hundenborn auf der Webseite des Deutschen Instituts für Pflegeforschung, aufgerufen am 17. November 2021
  4. a b Prof. Gertrud Hundenborn erhält Deutschen Pflegepreis Eintrag vom 26. Mai 2020 auf der Webseite des Informationsdienst Wissenschaft, aufgerufen am 28. September 2021
  5. Mitglieder der Fachkommission auf der Webseite des Bundesministerium für Gesundheit, aufgerufen am 28. September 2021
  6. Prof. Gertrud Hundenborn im Gespräch auf koelner-wissenschaftsrunde.de, aufgerufen am 28. September 2021