Gesa Felicitas Krause

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Gesa Felicitas Krause Leichtathletik

Finale3000mSteepleJO2016 012.jpg
Interview nach dem Olympischen Finale 2016

Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 3. August 1992 (25 Jahre)
Geburtsort EhringshausenDeutschlandDeutschland Deutschland
Größe 167 cm
Gewicht 50 kg
Beruf Sportsoldatin / Studentin (Wirtschaftspsychologie)
Karriere
Disziplin 3000 m Hindernis, 1500 m, 800 m
Bestleistung 9:11,85 min (3000 mHi), 4:06,99 min (1500 m),
2:03,09 min (800 m)
Verein Silvesterlauf Trier
Trainer Wolfgang Heinig
Status aktiv
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Europameisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
U23-Europameisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
U20-Europameisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Deutsche Meisterschaften 4 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
 Weltmeisterschaften
0Bronze0 Peking 2015 3000 m Hindernis
Logo der EAA Europameisterschaften
0Bronze0 Helsinki 2012 3000 m Hindernis
0Gold0 Amsterdam 2016 3000 m Hindernis
Logo der EAA U23-Europameisterschaften
0Gold0 Tampere 2013 3000 m Hindernis
U20-Europameisterschaften
0Gold0 Tallinn 2011 3000 m Hindernis
Deutsche Meisterschaften
0Silber0 Ulm 2014 3000 m Hindernis
0Gold0 Nürnberg 2015 3000 m Hindernis
0Gold0 Kassel 2016 3000 m Hindernis
0Gold0 Erfurt 2017 3000 m Hindernis
0Gold0 Erfurt 2017 5000 m
letzte Änderung: 7. September 2017
Gesa Krause bei den Hessischen Hindernis-Meisterschaften 2011 in Pfungstadt

Gesa Felicitas Krause (* 3. August 1992 in Ehringshausen, Lahn-Dill-Kreis, Hessen) ist eine deutsche Leichtathletin. Ihre Spezialdisziplin ist der 3000-Meter-Hindernislauf, bei dem sie seit 2016 den deutschen Rekord hält. Ihre größten Erfolge sind der Europameistertitel 2016 sowie der Gewinn der Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 2015.

Berufsweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 machte Krause ihr Abitur. Im Oktober 2012 begann sie, an der accadis Hochschule Bad Homburg International Business zu studieren, was sich jedoch nicht mit der Sportkarriere verbinden ließ. 2013 absolvierte sie die Grundausbildung zur Sportsoldatin, danach nahm sie ein Fernstudium der Wirtschaftspsychologie auf.[1][2]

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesa Krause begann als Achtjährige mit der Leichtathletik.[1] Ende Juli 2011 wurde sie in Tallinn U20-Europameisterin im 3000-Meter-Hindernislauf. Bei ihrem Weltmeisterschaftsdebüt im September 2011 bei den Weltmeisterschaften in Daegu (Südkorea) erreichte sie als Dritte ihres Vorlaufes das Finale im 3000-Meter-Hindernislauf, in dem sie mit neuer persönlicher Bestzeit von 9:32,74 min nach der Disqualifikation der russischen Dopingsünderin Julija Saripowa den achten Rang belegte,[3] einem seitdem gültigen U20-Europarekord.[4] Gesa Felicitas Krause hielt darüber hinaus zeitweilig den Deutschen Jugendrekord über 2000 Meter Hindernis.[5]

Neben dem achten Platz bei den Weltmeisterschaften 2011 und dem U20-Europameister-Titel im gleichen Jahr erreichte Gesa Felicitas Krause weitere internationale Platzierungen im Hindernislauf: 2010 wurde sie Vierte bei den U20-Weltmeisterschaften, 2009 Siebte der U18-Weltmeisterschaften. National erlangte sie 2010 den Titel der Jugendmeisterin. 2008 und 2009 wurde sie jeweils Deutsche B-Jugendmeisterin im Hindernislauf, 2009 sogar zusätzlich noch über 1500 Meter.

Bei den Europameisterschaften 2012 in Helsinki belegte sie im 3000-Meter-Hindernislauf den vierten Platz.[6] Nachdem die zweitplatzierte ukrainische Dopingsünderin Switlana Schmidt 2015 nachträglich disqualifiziert worden war, rückte Krause auch bei dieser Wertung auf den dritten Rang vor.[7] Bei den Olympischen Spielen in London gewann sie ihren Vorlauf in neuer persönlicher Bestleistung von 9:24,91 min, die sie im Finale als Achte auf 9:23,52 min steigerte.[8]

Bei den U23-Europameisterschaften 2013 in Tampere gewann sie in neuer Meisterschaftsrekordzeit von 9:38,91 min die Goldmedaille. 2014 wurde sie bei den Europameisterschaften in Zürich Fünfte. Fünfte wurde sie auch bei den Halleneuropameisterschaften 2015, wo sie über 1500 Meter an den Start ging.

Am 26. August 2015 gewann Krause bei den Weltmeisterschaften in Peking mit persönlicher Bestleistung (9:19,25 min) die Bronzemedaille hinter Hyvin Kiyeng Jepkemoi und Habiba Ghribi. Dies war die erste deutsche Einzel-Laufmedaille seit den Weltmeisterschaften 2001, als Ingo Schultz im 400-Meter-Lauf Silber gewann.[9] Am Jahresende wurde sie als Leichtathletin des Jahres 2015 geehrt.[10]

Bei den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam gewann sie den Titel mit der neuen persönlichen Bestleistung von 9:18,85 min. Im 3000-Meter-Hindernis-Finale der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro belegte sie in neuer deutscher Rekordzeit von 9:18,41 min den sechsten Platz.[11]

2017 wurde Krause im nordfranzösischen Lille Team-Europameisterin, wozu sie durch einen Sieg beim 3000-Meter-Hindernislauf beitrug. Bei den Weltmeisterschaften in London kämpfte sie sich im Finale nach einem Sturz über eine direkt vor ihr gestürzte Läuferin, bei dem ihr auf den Köchel getreten wurde, und sie zudem einen Schlag gegen den Kopf erhielt, weshalb sie zunächst leicht benommen weiterlief, vom Ende des Feldes auf Rang neun.[12] Am 27. August stellte sie beim ISTAF in Berlin mit 9:11,85 min einen neuen deutschen Rekord über 3000 m Hindernis auf. Am 6. September verbesserte Krause beim Abendsportfest in Pfungstadt ihre persönliche Bestzeit über 800 Meter um mehr als zwei Sekunden auf 2:03,09 Minuten.

Vereinszugehörigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2017 startet Gesa Krause für den Verein Silvesterlauf Trier e. V.[13] Mit dem Wechsel ins Sportinternat der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt am Main als 16-Jährige war sie für die LG Eintracht Frankfurt gestartet. Ihr erster Verein war der TV 1843 Dillenburg. Trainiert wird Krause von Wolfgang Heinig, Ehemann und ehemals Trainer der früheren Marathonläuferin Katrin Dörre-Heinig.

Persönliche Bestzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 0800 m: 2:03,09 min, Pfungstadt, Deutschland, 6. September 2017
  • 1000 m: 2:44,68 min, Pliezhausen, Deutschland, 16. Mai 2010[14]
  • 1000 m: 2:41,59 min, Wehrheim, Deutschland, 31. Juli 2011[15]
  • 1500 m: 4:06,99 min, Stockholm, Schweden, 16. Juni 2016
    • 1500 m Halle: 4:08,91 min, Karlsruhe, Deutschland, 6. Februar 2016
  • 3000 m: 9:02,04 min, Hengelo, Niederlande, 24. Mai 2015
    • 3000 m Halle: 8:49,43 min Glasgow, Großbritannien, 20. Februar 2016
  • 2000 m Hindernis: 6:04,20 min, Berlin, Deutschland, 6. September 2015
  • 3000 m Hindernis: 9:11,85 min, Berlin, 27. August 2017 (Deutscher Rekord)
  • 5000 m: 15:24,53 min, Shanghai, 13. Mai 2017
  • 5 km Straße: 16:14 min,[16] Trier, Deutschland, 31. Dezember 2015
  • 10 km Straße: 33:29 min, Paderborn, Deutschland, 4. April 2015

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gesa Felicitas Krause – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Team-EM 2017 Lille Team-Broschüre des DLV, S. 31 (pdf 29 MB)
  2. Folge 113: Leichtathletin Gesa Felicitas Krause – Der rote Faden: Sie nimmt jede Hürde Frankfurter Neue Presse vom 7. März 2015
  3. IAAF appeals six recent RUSADA decisions athleticsweekly.com 25. März 2015; Russische Geher müssen Medaillen abgeben faz.net 24. März 2016
  4. http://leichtathletik.de/index.php?NavID=1&SiteID=28&NewsID=34336 Aufgerufen am 31. August 2011
  5. http://www.pfungstadt-leichtathletik.de/wp/?p=358 Aufgerufen am 31. August 2011
  6. Endstand EM 2012
  7. Jan-Henner Reitze: EM 2012: Nachträglich Silber und Bronze für DLV-Asse. leichtathletik.de. 31. Mai 2015. Abgerufen am 31. Mai 2015.
  8. http://www.london2012.com/athletics/event/women-3km-steeplechase/phase=atw033100/index.html Aufgerufen am 6. August 2012
  9. Bronze! Krause erfüllt sich ihren Traum Sportschau.de, abgerufen am 26. August 2015.
  10. "Leichtathleten des Jahres" 2015: Ergebnis der Abstimmung. leichtathletik.de, abgerufen am 2. Mai 2017.
  11. Krause rennt deutschen Rekord - und hat doch keine Chance. RP Online, 15. August 2016
  12. Jan-Henner Reitze: Gesa Felicitas Krause stürzt und kämpft sich zurück – Gold für Emma Coburn, WM 2017, vom 11. August 2017, abgerufen 11. August 2017
  13. Gesa Krause wechselt nach Trier. Leichtathletik.de, 29. November 2016
  14. lt. leichtathletik.de
  15. lt. all-athletics.com
  16. lt. leichtathletik.de 16:13 (wohl Rundungsunterschied)
  17. Krause, Rosberg und Messner beim Sportpresseball geehrt, Gala-Abend, vom 5. November 2017, abgerufen 6. November 2017
  18. Gesa Krause mit DLV-Ehrenschild ausgezeichnet, Verbandstag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Darmstadt, vom 18. November 2017, abgerufen am 20. November 2017