Geschenkt (2018)

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Film
OriginaltitelGeschenkt
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2018
Länge 90 Minuten
Stab
Regie Daniel Prochaska
Drehbuch Stefan Hafner,
Thomas Weingartner
Produktion Thomas Hroch,
Gerald Podgornig
Musik Stefan Bernheimer
Kamera Matthias Pötsch
Schnitt Alarich Lenz
Besetzung

Geschenkt ist eine österreichische Filmkomödie der ORF-Fernsehfilmreihe Stadtkomödie aus dem Jahr 2018 von Daniel Prochaska mit Thomas Stipsits, Tristan Göbel und Julia Koschitz in den Hauptrollen. Das Drehbuch von Stefan Hafner und Thomas Weingartner basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Daniel Glattauer aus dem Jahr 2014. Die Premiere erfolgte am 31. Oktober 2018 bei den Biberacher Filmfestspielen, wo der Film in den Wettbewerb um den Debütspielfilm-Biber eingeladen wurde.[1][2]

Die Österreich-Premiere erfolgte am 12. Dezember 2018 im Cinema Paradiso in St. Pölten, wo der Film großteils gedreht wurde.[3] Im ORF wurde der Film am 22. Dezember 2018 erstmals gezeigt,[4] im Ersten wurde der Film am 18. Dezember 2019 im Rahmen des FilmMittwoch erstmals ausgestrahlt.[5][6]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerold „Gerry“ Plassek arbeitet als Journalist beim Regionalblatt „Tag für Tag“ in St. Pölten. Er hat ein Alkoholproblem und seine Lebenslust verloren, ist ein ausgesprochener Zyniker und macht immer nur das Notwendigste, um über die Runden zu kommen. Einen großen Teil seiner Freizeit verbringt er mit seinen Kumpels Sammy und Campari in Zoltans Bar.

Eines Tages soll er sich um den 14-jährigen Manuel Berner kümmern, den Sohn von Alice Berner, einer alten Bekannten, solange diese für Ärzte ohne Grenzen im Ausland unterwegs ist. Außerdem spendet ein anonymer Wohltäter größere Summen an jene wohltätige Organisationen, mit denen sich Plasseks Zeitungsartikel beschäftigen. In einer Videokonferenz gesteht Alice Gerry, dass Manuel sein Sohn ist. Mit seinem Sohn und auch der Spendenserie bekommt Plassek wieder eine Aufgabe.

Gerry begleitet Manuel zu einem Fest seines Freundes Machi, wo er Rebecca Fessler, der Lehrerin von Manuel, in die sich Plassek bei einem Aufeinandertreffen in der Schule auf den ersten Blick verliebt hatte, wiedertrifft und sie ihm erzählt, dass sie ehrenamtlich Deutschunterricht erteilt. Gerry berichtet in einem Artikel über ihr Projekt „Tee mit Hoffnung“, woraufhin dieses vom anonymen Spender finanziell unterstützt wird. Als Dankeschön lädt sie ihn zum Abendessen ein. Betrunken landen die beiden bei ihr im Bett, wo er ihr seine Liebe gesteht und sie in seinen Armen einschläft. Am nächsten Tag erzählt sie ihm, dass sie sich an die Nacht nicht mehr erinnern kann.

Manuel bittet Gerold, etwas gegen sein Alkoholproblem zu unternehmen. Außerdem erzählt ihm Manuel, dass sein Freund Machi mit seiner Familie wegen drohender Abschiebung untergetaucht ist. Manuel ersucht Gerry, einen Artikel darüber zu schreiben. Der Pfarrer, wo die Familie Unterschlupf gefunden hat, würde eine Spende benötigen, um die Anwaltskosten zu bezahlen. Von Nora Kunz von der Redaktion von „Tag für Tag“ erfährt Plassek, dass aus politischen und wirtschaftlichen Gründen keine Flüchtlingsartikel in ihrem Blatt abgedruckt werden. Plassek reicht daraufhin seine Kündigung ein und startet ein Video-Blog. Währenddessen startet Manuel mit Unterstützung von Rebecca eine erfolgreiche Spendenaktion für Machis Familie und Gerold richtet in seiner Wohnung einen Platz für Machis Familie ein.

Rebecca gesteht Gerold, dass sie betreffend der gemeinsamen Nacht entgegen ihrer ursprünglichen Aussage doch an jedes Detail erinnern kann, zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung. Außerdem gesteht Manuel Gerold, dass er weiß, dass er sein Vater ist. In einer Mail teilt der anonyme Spender Plassek mit, dass er mit seiner letzten Spende Alkoholiker unterstützen möchte, auch um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Plassek vereinbart ein Treffen mit dem Spender in Zoltans Bar, wo Gerold auf ihn wartet, um sich bei ihm zu bedanken, dass er sein Leben verändert hat. Als Zoltan das Lokal zur Sperrstunde schließen möchte fällt Gerold auf, dass sowohl Zoltan als auch der Spender den Ausdruck „Geldgeber“ verwendet hatten und Gerold bedankt sich bei Zoltan.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der Drehorte: der Rathausplatz St. Pölten

Die Dreharbeiten fanden vom 8. Jänner 2018 bis zum 5. Februar 2018 in Niederösterreich und Wien statt. Drehorte waren vorwiegend in St. Pölten, gedreht wurde etwa am Rathausplatz, vor dem Bahnhof, im Regierungsviertel sowie am Dach des Stammhauses des Möbelhauses Leiner.[3]

Produziert wurde der Film von der Mona Film, beteiligt waren der Österreichische und der Bayerische Rundfunk, unterstützt wurde die Produktion vom Land Niederösterreich. Für den Ton zeichnete Wolfgang Wanderer verantwortlich, für das Szenenbild Verena Wagner, für die Kostüme Elisabeth Fritsche und für die Maske Kiky Von Rebental und Andrea Soiron.[7][8][9]

Bei dem Film handelt es sich um das Regiedebüt von Daniel Prochaska, der bis dahin als Filmeditor tätig war.[10] Im Film sind Ausschnitte der Lieder „Des kann do no ned ollas gwesn sein“ und „Loch amoi“ von Georg Danzer sowie „Eh ok“ von der Band Granada zu hören.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tilmann P. Gangloff von tittelbach.tv schrieb, dass der Plot zunächst nach der üblichen „Plötzlich Papa“-Geschichte klingen würde. Der Film sei ein sehr österreichischer Film, der keine Rücksicht auf deutsche Empfindlichkeiten nimmt; die Dialoge wären zum Teil politisch krachend unkorrekt. Die Hauptfigur lade auch nach seiner Läuterung nur bedingt zur Identifikation ein, mache aber gerade deshalb großen Spaß. Prochaska erzähle die Geschichte mit viel Liebe zum ironischen Detail. Die kleinen Brüche erinnerten in Kombination mit der bedrückenden Farbgebung und einer trotzigen Melancholie an die Stimmung, die Ludwig Hirsch mit seinen Liedern verbreitet hat.[11]

Wilfried Geldner befand im Weser Kurier, dass die Charakterzüge eines vom Leben enttäuschten Journalisten in der Romanvorlage feinfühliger und ironischer getroffen sein mögen. Im Film sei nun alles zur schwarzhumorigen, mit viel Zynismus versehenen Vorweihnachtskomödie gewendet. Man müsse nicht wissen, dass die Idee zum Film auf das Wunder von Braunschweig zurückgeht, es mache die Geschichte eher ein wenig platt und hinterhererzählt. Viel aufregender sei das zwischen Wohlwollen und Verhasstheit schwankende Vater-und-Sohn-Spiel von Stipsits und Göbel. Diese Stadtkomödie grabe sich trotz ihres Weihnachtszuckers mit viel Zynismus und Humor im Schützengraben eines mitreißenden Misanthropen ein.[12]

Arnold Hohmann meinte in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, dass der Film für das Regiedebüt von Daniel Prochaska eine erstaunlich sichere Inszenierung geworden sei. Gerade von einer österreichischen Produktionen erwarte man weniger Rührung, eher schon einen schrägen Blick in die Realität, gewürzt mit reichlich Schmäh. All das könne man nach dem zuvor ausgestrahlten weiteren „Plötzlich Papa“-Film Der beste Papa der Welt bei der Tragikomödie „Geschenkt“ nachholen.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biberacher Filmfestspiele: Geschenkt. Abgerufen am 11. November 2018.
  2. Mona Film: Applaus für "Geschenkt"!. Artikel vom 2. November 2018, abgerufen am 11. November 2018.
  3. a b St. Pölten auf der Leinwand: „Geschenkt“ im Kino. Artikel vom 11. November 2018, abgerufen am 11. November 2018.
  4. Zwei neue ORF-Stadtkomödien ab 22. Dezember in ORF eins. OTS-Meldung vom 15. November 2018, abgerufen am 16. November 2018.
  5. Mona Film: Drehstart für "Geschenkt". Artikel vom 11. Jänner 2018, abgerufen am 11. November 2018.
  6. (x05) Geschenkt - ORF Stadtkomödie. In: Wunschliste.de. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  7. Mona Film: Geschenkt. Abgerufen am 11. November 2018.
  8. Geschenkt bei crew united, abgerufen am 11. November 2018.
  9. orf.at: Thomas Stipsits und Julia Koschitz drehen St. Pöltener ORF-Stadtkomödie „Geschenkt“ . Abgerufen am 11. November 2018.
  10. orf.at: St. Pöltener ORF-Stadtkomödie „Geschenkt“ mit Stipsits, Göbel und Koschitz. Abgerufen am 11. November 2018.
  11. a b Tilmann P. Gangloff: Fernsehfilm „Geschenkt“. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 23. November 2019.
  12. Wilfried Geldner: Ein schreibender Misanthrop beglückt die Menschen. In: Weser Kurier. 22. November 2019, abgerufen am 23. November 2019.
  13. Arnold Hohmann: „Geschenkt“ in der ARD: Abseits der zuckrigen Welle. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 19. Dezember 2019, abgerufen am 20. Dezember 2019.