Geschichte Münchens

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Dieser Artikel beschreibt die Geschichte Münchens im Zusammenhang. Zu einer chronologischen Auflistung einzelner Ereignisse siehe Chronik der Stadt München.
Faksimile des Augsburger Schieds, in dem München erstmals genannt wurde
Wappen Münchens 1865–1936 und 1949–1957

Die uns bekannte Geschichte Münchens begann am 14. Juni 1158 mit der erstmaligen Erwähnung von „Munichen“, einem durch Heinrich den Löwen angelegten Markt, im Augsburger Schied. Die Anfangszeit Münchens war geprägt von Auseinandersetzungen zwischen dem Herzog von Bayern und dem Bischof von Freising, Mitte des 13. Jahrhunderts konnten sich die Herzöge aus dem Haus Wittelsbach in der Stadtherrschaft durchsetzen. Von da an bis zum Ende der Monarchie 1918 war München Residenzstadt der Wittelsbacher Herzöge, Kurfürsten und Könige sowie Hauptstadt Bayerns oder zumindest eines der bayerischen Teilherzogtümer. Neben die Stadtherrschaft durch die Wittelsbacher trat zunehmend auch die bürgerliche Selbstverwaltung. 1286 wurde erstmals ein Rat der Stadt erwähnt. Nachdem der Magistrat der Stadt zunächst 1810 aufgehoben worden war, wurde München 1818 eine eigenständige Gemeinde. Seit 1918 ist München Hauptstadt des Freistaats Bayern.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Chronik der Stadt München
Hauptstadt der Bewegung

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon aus dem Tertiär und der Eiszeit gibt es archäologische Funde im Münchner Raum, Beckenknochen eines Dinotherium, ein Urzeit-Elefant wurden in einer Münchner Kiesgrube gefunden. Mit der letzten Kältephase der Eiszeit begannen die Gletscher, die den gesamten Alpenraum bedeckten, zu schmelzen. Aus einem 150 km breiten See mit dickem wasserundurchlässigem Lehmboden bildete sich die Münchner Schotterebene.

Gürtelschnalle aus einem Gräberfeld des 5.–7. Jh. in Aubing

Ausgrabungen im Altstadtbereich zeigen, dass das Stadtzentrum bereits am Ende der Jungsteinzeit, etwa 2000 v. Chr., von Menschen besiedelt war. Aus der Steinzeit stammen auch Hockergräber in den heutigen Stadtteilen Berg am Laim, Pasing, Moosach und Sendling.

Funde von Gräbern in Harlaching und im Luitpoldpark zeigen, dass auch während der Bronzezeit die Ufer von Isar und Würm besiedelt waren. Erst 2014 fanden Archäologen direkt in der Münchner Altstadt, unterhalb des Apothekenhofes der Residenz, ein fast unversehrtes, spätbronzezeitliches Grab.[1]

Im Gebiet des künftigen Münchner Stadtteils Freiham lebten ebenfalls bereits in der Hallstattzeit, also im 7./6. Jahrhundert v. Chr. Menschen, hier gab es eine Siedlung mit mehreren Hofstellen, entsprechende Pfostengruben wurden im Norden Freihams bei archäologischen Ausgrabungen 2014 entdeckt.[2]

Kelten und Römer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. gründeten die keltischen Stämme im Alpenvorland erste befestigte, stadtähnliche Siedlungen. In dem Oppidum von Manching lebten damals bereits etwa 5.000 bis 10.000 Kelten innerhalb einer Stadtbefestigung. Aus der Keltenzeit stammen im Münchner Raum Viereckschanzen in der Aubinger Lohe, in Langwied, Feldmoching und Perlach. Das spätere Gebiet Münchens lag jedoch westlich des bis zum Chiemsee reichenden keltische Königreichs Noricum, und war vergleichsweise dünn mit ein einigen Gutshöfen besiedelt. Um ca. 50 v. Chr. verschwanden viele Siedlungen, auch Manching wurde verlassen, es entstand die sogenannte „Boiische Einöde“. Der Verbleib der keltischen Bevölkerung ist bis dato noch nicht geklärt und ist Gegenstand zahlreicher Hypothesen.[3]

Via Julia heute, im Forstenrieder Park

Zur Zeit des Kaisers Augustus wurde jedenfalls das keltisch besiedelte Gebiet des heutigen Altbayerns südlich der Donau ab 25 v. Chr. Teil des Römischen Reiches und seiner Provinz Raetia. Reste römischer Gräber im Münchner Raum wurden in Aubing, Englschalking und Denning gefunden, in Denning gibt es auch Reste einer Villa rustica. Bei den Ausgrabungen in Freiham wurden auch zwei große und gut erhaltene Öfen aus der Römerzeit entdeckt, sie lagen am Rand einer Siedlung, in der es auch Steingebäude gab.[2] Zwei römische Fernstraßen führten am Rand des heutigen Stadtgebietes über die Isar, die Via Julia bei Grünwald im Süden und eine weitere bei Unterföhring im Norden. Letztere sollte später bei der Stadtgründung Münchens eine wichtige Rolle spielen. In Grünwald selbst befand sich die Römerschanze Grünwald. Das weitläufige Bodendenkmal geht auf eine römische Wachstation und Siedlung zurück. Nachdem der letzte römische Kaiser Romulus Augustulus 476 n. Chr. abgesetzt worden war und in der Folge die Soldzahlungen in Raetia ausblieben, verließen bis 488 viele provinzialrömischen Bewohner die nördlich der Alpen liegenden Provinzen des einstigen Weströmischen Reiches.

Bajuwaren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Zusammenbruch der römischen Herrschaft in der Mitte des 5. Jahrhunderts und der Eroberung Italiens durch den König der Ostgoten Theoderich im Jahre 489, fiel auch die Provinz Raetia, die zur Diözese Italia gehört, an die Goten. In der Folge bildete sich das Volk der Bajuwaren. Vermutlich haben sich die Bajuwaren aus verschiedenen Volksgruppen gebildet, den Resten der keltischen Bevölkerung, aus einheimischen Römern, aus alemannischen, fränkischen bzw. thüringischen, ostgotischen und langobardischen Volkssplittern sowie aus germanischen Söldnern der römischen Grenztruppen. Auch aus der Zeit der Bajuwaren wurde eine Vielzahl von Reihengräbern in München gefunden, Schwerpunkte der Siedlung waren wiederum die Flussufer von Isar und Würm. Auch in Johanneskirchen wurde eine bajuwarische Siedlung gefunden. Etwa ab der Mitte des 6. Jahrhunderts bildete sich mit den Agilolfingern die erste bairische Stammesdynastie, die von ihrem Herrschaftssitz in Regensburg aus ihr Hoheitsgebiet bis Mitte des 8. Jahrhunderts nach Osten bis zur Enns und nach Süden bis ins heutige Südtirol erweiterten.

Die ältesten urkundlichen Erwähnungen einer bajuwarischen Siedlung auf dem heutigen Stadtgebiet erfolgten 750 mit der Nennung Oberföhrings als „ad Feringas“ und 763 mit Pasing als „villa Pasingas“. Erst 2016 wurden in Pasing auf einem rund 1.000qm großen Areal an der Josef-Retzer-Straße ein Reihengräberfelder mit 140 Bestattungen bajuwarischer Bewohner freigelegt.[4] Es folgten u.a. 768 Bogenhausen als „Pupinhusir“, 782 Schwabing als „Suuapinga“, zwischen 779 und 806 Sendling als „Sentilinga“, 790 Giesing als „Kyesinga“ usw. (siehe die Chronik der Stadt München/Vorgeschichte). Im Jahre 813 wird eine Kirchenstiftung an das Bistum Freising erwähnt, bei der es sich wohl um St. Stephan in Baumkirchen handelt. 815 erfolgte die Erwähnung von Fröttmaning, dessen Dorfkirche Heilig Kreuz heute als älteste im Stadtgebiet gilt. In weiteren dieser Siedlungen stehen noch heute im Kern romanische Kirchen, so St. Johann Baptist in Johanneskirchen, St. Martin in Moosach und St. Nikolaus in Englschalking. Als letzte Siedlungen vor der ersten Nennung Münchens 1158 wurden 1149 Milbertshofen als „Ilmungeshofen“ und Harlaching als „Hadaleichingen“ urkundlich erwähnt. Später als München sind 1163 Neuhausen als „Niwenhusen“, 1166 Forstenried als „Uorstersriet“ und 1200 Denning als „Tenningen“ erstmals urkundlich genannt. Grundsätzlich zählen alle Ortschaften, die auf „ing“ enden, zu den frühesten mittelalterlichen Siedlungen. Bis kurz nach 800 entstanden somit die meisten der heutigen Münchner Ortsteile und nur wenige wurden danach gegründet. Die Region um das spätere München war allerdings im frühen Mittelalter ein eher unbedeutendes Gebiet im Stammesherzogtum der Baiern, einmal jedoch hielt der baierische Herzog Tassilo III. im Jahre 756 die Synode von Aschheim ab. Der Frankenkönig Karl der Große verleibte sich dann im Jahre 788 das bis dahin selbstständige Herzogtum Baiern in sein Reich ein.

Die Agilolfinger-Herzöge errichteten bereits um 700 n. Chr. auf einem Berg bei „Frigisinga“ eine Pfalz. Somit ist das heutige Freising die einzig bekannte Stadtgründung der bajuwarischen Agilolfinger und die älteste Stadt in Oberbayern. Die Freisinger Bischöfe genossen bald hohes Ansehen bei den Königen und Kaisern der nachfolgenden Zeit. Im Jahr 903 erwarb der Freisinger Bischof Waldo den Marktplatz Feringa (Föhring). In der Folge konnte Freising den Profit vom Salzhandel auf der Straße von Salzburg nach Augsburg abschöpfen, da es so in den Besitz der Isarbrücke (in der Nähe des heutigen Stauwehrs Oberföhring) kam. Die Einnahmen durch den Salzzoll waren so lukrativ, dass mit dem Brückenzoll die 903 abgebrannte Freisinger Domkirche wiederaufgebaut wurde.[5] Bis etwa 950 wurde die ganze Gegend wiederholt von Raubzügen der Ungarn heimgesucht. In dieser Zeit kam es nach dem Aussterben der ostfränkischen Karolinger zu einem Wiedererstarken des Stammesherzogtums.

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgründung und Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung Münchens (munichen) im Augsburger Vergleich

Der Name München wird üblicherweise als „bei den Mönchen“ gedeutet, begründet in der Bezeichnung forum apud Munichen, mit der die Stadt bei ihrer erstmaligen urkundlichen Erwähnung im Augsburger Vergleich vom 14. Juni 1158 durch den Staufer Kaiser Friedrich I. Barbarossa genannt wird.

Reitersiegel Heinrich des Löwen 1160

Dabei geht Munichen wohl auf den Dativ Plural des althochdeutschen munih bzw. mittelhochdeutschen mün(e)ch, den Vorläufer des Wortes Mönch, zurück.[6] Vor der Gründung der Stadt soll es hier eine Niederlassung von Mönchen aus dem Kloster Schäftlarn gegeben haben. Für Klöster war es damals nicht unüblich klösterliche Niederlassungen, also weitere Mönchssiedlungen, zu gründen. Dass diese Niederlassung, wie vielfach behauptet, auf dem Petersbergl lag, ist bislang nicht durch archäologische Funde bestätigt. Nach einer anderen Hypothese lag die namensgebende Mönchsniederlassung bei dem späteren Klosterhof Schäftlarn an der Stelle der heutigen Michaelskirche.[7] Eine früher angenommene Verbindung zum Kloster Tegernsee gilt seit einiger Zeit als widerlegt.[8] Es ist nicht einmal sicher, ob bei der Gründung Münchens überhaupt noch eine Mönchssiedlung bestand, oder ob munichen bereits eine feststehende Ortsbezeichnung darstellte, die auf eine frühere, aber nicht mehr bestehende Mönchssiedlung zurückging.

Historisch wurde München auch bei seinen lateinischen Namen genannt: Monachia bzw. Monachium.[9]

Gegründet wurde München 1157/1158 durch den Welfen Heinrich XII. den Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern. Erst 1156 hatte Heinrich das seinem Vater einst entzogene Herzogtum Bayern vom Kaiser zurückerhalten. Der Herzog ließ etwa bei der heutigen Ludwigsbrücke an der Furt am „gachen Steig“ (Gasteig) eine Brücke über die Isar errichten, um sich durch Zölle auf den durchlaufenden Salzhandel zu bereichern. Diese Brücke errang allerdings erst ihre Bedeutung, als Heinrich der Löwe die bislang existierende Isar-Brücke des Bischofs von Freising zwischen dem heutigen Oberföhring (Stadtteil von München) und Unterföhring (eigenständige Gemeinde; damals einfach Feringa) zerstören ließ und die Salzhändler die Münchner Brücke benutzen mussten, um die Isar zu überqueren. Der mehrmalige Versuch des Bischofs, seine Brücke wieder aufzubauen, wurde durch Sabotage vom Herzog vereitelt. Daraufhin wurde etwa 700 Jahre, bis zum Bau der Föhringer Eisenbahnbrücke, bei Föhring keine Brücke mehr gebaut. Die Fuhrleute waren nun gezwungen die Römerstraße nach Föhring zu verlassen um die Straße Richtung München einzuschlagen.

Im anschließenden Augsburger Vergleich (früher fälschlicherweise auch Augsburger Schiedsspruch oder Augsburger Schied genannt) vom 14. Juni 1158 entschied Kaiser Friedrich Barbarossa den Streit zwischen dem Bischof Otto von Freising, obgleich ein Onkel des Kaisers, und Heinrich dem Löwen um die Isarbrücken zugunsten von Heinrich. München wurde das Markt- und Münzrecht bestätigt, jedoch musste München ein Drittel der daraus resultierenden Einnahmen an Freising abführen. Diese Zahlungen erfolgten bis 1803 an Freising und dann bis 1852 an den bayerischen Staat. Der 14. Juni 1158 ist auch der offizielle Stadtgründungstag Münchens.

Es ist sehr wahrscheinlich dass damals auch Altheim in der heutigen Altstadt schon bestand, als eine Hofstatt von Gefolgsleuten der Grafen von Andechs, worauf der Name „Alt“ hindeutet, ebenso wie der immer schon bestehende Knick in der Straßenführung am „Altheimer Eck“. Neben der Mönchssiedlung und einem vermuteten kleinen Dorf südlich der Kirche Sankt Jakob wäre dieser Ort der dritte Vorläufer Münchens.[10]

Die Stadt Heinrichs des Löwen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inneres Sendlinger Tor der Ersten Stadtmauer, auch Ruffiniturm, Pütrichturm oder Blau-Enten-Turm genannt

Zentrum der städtischen Planung war der Schrannenplatz. Als Korn- und Salzmarkt angelegt, war er von Beginn an der merkantile Mittelpunkt der Stadt. Erst 1854 wurde er in ,Marienplatz' umbenannt. Auf einem kleinen Hügel südlich (Petersbergl) steht St. Peter, die erste und lange Zeit auch einzige Pfarrkirche der Stadt, dessen Gründungsbau wohl schon älter als die Stadt selber ist (aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts). Wann genau der erste Bau begonnen wurde liegt im Dunklen. Ein unter dem nördlichen Teil des Chors gefundener viereckiger Raum, im Allgemeinen als „Alter Raum“ bezeichnet, wurde zeitweise vor die Stadtgründung Münchens datiert. Nach neuerer Erkenntnis handelt es sich dabei jedoch eher um Überreste einer um 1158 erbauten herzoglichen Zollstation.[11]

Der Bau der Ersten Stadtmauer dagegen wurde 1175 unter Herzog Heinrich dem Löwen begonnen und von seinen Nachfolgern fortgesetzt. Von der ersten Stadtmauer sind nur wenige Bruchstücke erhalten, die in den Bau von Häusern einbezogen sind, vor allem in der Burgstraße 2 bis 12 und am Rindermarkt 6. Lediglich das sogenannte Talburgtor blieb als Alter Rathausturm erhalten. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde er nach historischem Vorbild erst zu den Olympischen Spielen 1972 wieder aufgebaut. Die erste Stadtmauer gab der Stadt den Grundriss in der Form eines Spatens. Sie hatte fünf Tore und eine Länge von etwa 1400 m, die von ihr umschlossene Fläche betrug etwa 17 ha. Der Verlauf der Mauer ist im heutigen Straßenbild noch ungefähr an dem Verlauf folgender Straßen zu erkennen: Sparkassenstraße, Viktualienmarkt, Rosental, Färbergraben, Augustinerstraße, Schäfflerstraße, Marienhof, Hofgraben und Pfisterstraße. Der unregelmäßige Verlauf der Stadtmauer ergab sich daraus, dass die ursprüngliche Stadt am Rand einer Terrasse gelegen war, die wegen der Stadtgründung auf dieser Terrasse später als Altstadtterrasse bezeichnet wurde und auf deren Ostseite das Terrain um einige Meter zur Hirschauterrasse hin abfiel. Deshalb verlief die Stadtmauer dort in gerader Linie entlang der Hangkante, während sie auf der Altstadtterrasse selber einem Bogen folgte. Wegen der Hochwassergefahr befand sich die Stadt nicht direkt am Fluss. Die Isar galt seit jeher als „reißend“, wild und gefährlich. Das Stadtgebiet wurde jedoch von zahlreichen Stadtbächen durchzogen.

München als Stadt im Bistum Freising[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peterskirche, nach dem Sandnerischen Stadtmodell gezeichnet

Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen fiel Bayern 1180 an Otto von Wittelsbach und durch den Regensburger Schied ging München an den Bischof von Freising. Anders als damals in den Schäftlarner Annalen bereits voreilig geschrieben, bestand daher für den Bischof kein Grund mehr Zoll und Markt wieder zurück nach Oberföhring zu verlegen oder gar München zu zerstören. Sowohl der Bischof von Freising als auch der bayerische Herzog übten in der Folge einen starken Einfluss in der Stadt aus. Das Münzrecht in München stand weiterhin dem bayerischen Herzog zu, was in der Folge zu Konflikten mit dem Bistum führte. Im bayerischen Alpenraum wird neben Freisinger und Regensburger bereits auch mit Münchner Münzen bezahlt. 1200 erfolgte der erste nachweisbare Besuch eines bayerischen Herzogs in München: Ludwig der Kelheimer traf in der Stadt den Bischof von Freising. 1209 vermittelte Kaiser Otto IV., ein Sohn Heinrichs des Löwen, im Konflikt um München zwischen dem Wittelsbacher Herzog und dem Bischof von Freising.

Der Aufbau der Stadt schritt trotz der Spannungen zügig voran. Herzog Otto I. von Wittelsbach ließ die Peterskirche 1181 erweitern; die erweiterte Kirche wurde 1190 durch Bischof Otto II. von Freising geweiht. 1208 wurde das Heilig-Geist-Spital als Teil einer ersten Stadterweiterung Münchens nach Osten ins Tal errichtet. 1210 durften die Juden eine Synagoge in der Judengasse errichten. 1221 wurde München das Opfer des ersten nachweisbaren Stadtbrandes; viele weitere sollten folgen. Der Raum innerhalb der ersten Stadtmauer wurde schon bald zu eng. So erfolgte bereits Anfang des 13. Jahrhunderts unter Herzog Ludwig dem Kelheimer eine erste Erweiterung des Stadtgebiets ins Tal hinein bis zum Kaltenbach, der später Katzenbach genannt wurde und etwa entlang der Linie Hochbrückenstraße-Radlsteg verlief.

1214 wurde das Stadtrecht Münchens zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1239 erreichte dann die Münchner Bürgerschaft eine gewisse Autonomie. Aus diesem Jahr stammt auch das älteste erhaltene Stadtsiegel. Es zeigt einen Mönch, aus dem später das Münchner Kindl wurde, und ein zinnenbekröntes Stadttor. Dieses Siegel hängt an einer Urkunde, in der die Bürgerschaft erstmals selbstständig auftrat und vom Brückenzoll befreit wurde.

1240 ging nach einigen Auseinandersetzungen München aus dem Besitz des Freisinger Bischofs in den des Hauses Wittelsbach über. Die Stadt fiel somit an Herzog Otto II. Im Juni des Jahres findet daher ein bayerischer Landtag bereits in München statt.

Residenzstadt der Wittelsbacher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

München im ausgehenden hohen Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1255 teilten Ottos Söhne, die Brüder Heinrich XIII. und Ludwig II. der Strenge das Herzogtum Bayern unter sich auf, und München wurde unter Ludwig zum Hauptsitz des Landesherrn (Residenzstadt) für das Teilherzogtum Oberbayern (Erste bayerische Landesteilung). Residenz des Herzogs war der Alte Hof, der allerdings erst 1319 erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde. Grabungsfunde zeigen jedoch, dass sich bereits im 12. Jahrhundert an der heutigen Stelle eine Burganlage befand.

Alter Hof

Herzog Ludwig der Strenge bestätigte 1265 der Stadt München das Recht auf allgemeine Besteuerung ihrer Bürger und verzichtet damit auf Steuerbefreiung für seine Beamten. Die Stadt wuchs weiterhin zügig. 1271 wurde für die stark angewachsene Stadt die Pfarre der Peterskirche geteilt und die Marienkirche am Standort der späteren Frauenkirche zur zweiten Pfarrkirche erhoben. Bereits im 13. Jahrhundert übertraf München an Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft alle anderen oberbayerischen Städte. Die Stadt zahlte dem Herzog ungefähr doppelt so viele Steuern wie Ingolstadt. Die wachsende Bedeutung Münchens spiegelt sich auch in der Rechtsentwicklung wider: 1280 erhielt die Stadt durch König Rudolf von Habsburg bedeutende Handelsfreiheiten. Seit 1286 ist der Rat der Stadt nachweisbar, die Vertretung der hohen Bürgerschaft. 1294 wurde durch Herzog Rudolf die Rudolfinische Handfeste erlassen, eine Sammlung der Rechte und Pflichten der Bürger. So bekam die Stadt die Niedere Gerichtsbarkeit übertragen. Im Juni 1300 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung der inneren Stadt und damit der Aufteilung Münchens in eine innere und eine äußere Stadt. 1306 erging dann eine herzogliche Bierbrau- und Verkaufsbewilligung für das Angerkloster. 1310 wurde das Alte Rathaus erstmals erwähnt, seit 1317 sind ein Innerer und ein Äußerer Rat nachweisbar. Im Rat vertreten waren vor allem die mächtigen Münchner Patriziergeschlechter: die Sendlinger, Ligsalz, Pütrich, Barth, Drechsel, Dichtl, Rabenegger (Rabeneck), Rudolf, Schrenck, Wilbrecht, Ridler, Hundertpfundt und Aresinger. Seit dem Jahr 1310 gab es städtische Satzungen unter anderem über die Überwachung von Maßen und Gewichten, über Preise, die Straßenreinigung, Hochzeiten und über Glücksspielverbote. 1310 wird auch die Jakobi-Dult, damals noch am Anger (dem heutigen Sankt-Jakobs-Platz) als Festplatz, erstmals erwähnt.

Auf Wunsch Herzogs Ludwig des Strengen verlagerten die Franziskaner im Jahre 1284 ihren Konvent auf ein Gelände nördlich des Alten Hofs, etwa in der Nähe des heutigen Nationaltheaters am Max-Joseph-Platz. Noch im selben Jahr übernahmen die Klarissen das Angerkloster der Franziskaner. 1294 ließen sich Augustinermönche vor den Toren der Stadt im Münchner Westen nieder und die Augustinerkirche wurde errichtet, damit lagen in allen Himmelsrichtungen rund um München Klosteranlagen. Im Norden saßen die Franziskaner, im Süden die Klarissen, im Westen die Augustiner und im Osten vorm Petersbergl waren schon die Taubenbrüder vom Heiliggeist-Spital.

Mehrmals kam es in der Stadt zu Unruhen und Aufständen. 1285 kam es zu heftigen Pogromen gegen Juden. 67 Juden wurden ermordet, als das Gerücht umging, sie hätten ein christliches Kind zu Blutkultzwecken getötet. 1295 empörten sich die Münchner über die Münzverschlechterung und erschlugen den Münzmeister Schmiechen, worauf der Landesherr die Stadt zu 500 Pfund Pfennigen Buße verurteilte.

Im Münchner Frieden von 1313 söhnten sich die Brüder Herzog Rudolf und Herzog Ludwig IV. vorübergehend aus und regieren nach einigen Jahren der Trennung Oberbayern wieder gemeinsam. Im selben Jahr besiegt Ludwig dann die Habsburger in der Schlacht von Gammelsdorf und empfiehlt sich so für die Königskrone.

Kaiserliche Residenzstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser Ludwig der Bayer

1314 wurde Herzog Ludwig IV. der Bayer zum deutschen König gewählt. 1322 zog Ludwig nach der gewonnenen Schlacht bei Mühldorf feierlich in seine Hauptstadt ein. 1324 erhielt das Münchner Stadtwappen die Reichsfarben schwarz-gold, und von 1324 bis 1350 beherbergte die Stadt die Reichskleinodien. Zwischen 1327 und 1330 weilte Ludwig in Italien, wo er 1328 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde. Nach seiner Rückkehr wurde München unter Kaiser Ludwig dem Bayern kaiserliche Residenz. München wurde so zur ersten Residenzstadt des Reiches, in der der Kaiser tatsächlich auch lange Zeit seiner Regierung residierte. Dennoch stand Ludwig noch in der Tradition des „alten deutschen Reisekönigtums“ und war häufig im Reich unterwegs.

Isartor, östliches Stadttor des Zweiten Mauerrings (1337)

Schon 1315 verlieh Ludwig der Bayer München die Marktfreiheit mit der Auflage, dass der damals Schrannenplatz oder Marktplatz genannte Marienplatz „auf ewige Zeiten“ hin unbebaut bleibe. Die kaiserliche Goldbulle von 1332 verschaffte dann den Münchnern eine Monopolstellung im süddeutschen Salzhandel. Neben der politischen Bedeutung, die sich im Alten Hof architektonisch manifestierte, war es auch eines der bedeutendsten religiösen Zentren der Zeit. Dazu trug das Franziskanerkloster maßgeblich bei, in dem die aus Avignon geflohenen Ordensoberen Zuflucht fanden. In München wirkten unter anderem der Generalminister und der Prokurator des Franziskanerordens, Michael von Cesena und Bonagratia von Bergamo, der ehemalige Rektor der Universität Paris, Marsilius von Padua, und der Oxforder Professor Wilhelm von Ockham, die auf theoretischer Basis die Stellung des Kaisertums als Institution gegenüber dem Papsttum verteidigten. 1328 begannen Augustinermönche mit dem Bierbrauen.

1327 wurde durch eine Feuersbrunst ein Großteil der Stadt zerstört oder beschädigt, darunter das Angerkloster, der Alte Hof, das Heiliggeistspital und die Peterskirche. Beim Wiederaufbau wurde die Stadt nun auf 91 Hektar erweitert und der Zweite Mauerring errichtet. Die zweite Stadtmauer hatte eine Länge von etwa 4000 m, das von ihr umschlossene Gebiet hatte nun eine Fläche von mehr als das Fünffache des ursprünglichen Stadtgebiets. Die vier Haupttore waren das Schwabinger Tor im Norden am Ende von Theatiner- und Residenzstraße, das Isartor im Osten am Ende der Straße Tal, das Sendlinger Tor im Süden am Ende der Sendlinger Straße und das Neuhauser Tor (ab 1791 Karlstor genannt) am Ende der Neuhauser Straße. 1337 wurde mit der Fertigstellung des Isartors der Bau der Zweiten Stadtmauer dann abgeschlossen. In der Folgezeit kam es noch mehrmals zu größeren Bränden.

1340 verlieh der Kaiser München das „Große Stadtrecht“ mit weiteren Privilegien. Als die in Landshut residierenden Herzöge von Niederbayern im Dezember 1340 ausstarben, vereinigte Ludwig das Herzogtum Niederbayern mit Oberbayern; München wurde dadurch erstmals zur alleinigen Residenzstadt der Herzöge. 1342 stellte der Kaiser zusammen mit seinem ältesten Sohn Ludwig V. in München den Großen Tiroler Freiheitsbrief aus, bis 1363 wurden dann Tirol und Bayern von den Wittelsbachern in Personalunion regiert. Als Kaiser Ludwig im Oktober 1347 starb folgten ihm seine sechs Söhne in der Regierung, die sie zwei Jahre lang gemeinsam ausübten, ehe Bayern wieder geteilt wurde.

München im späten Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der zweiten Landesteilung durch die sechs Kaisersöhne zwei Jahre nach dem Tode Ludwig des Bayern fiel München 1349 an Ludwig V., der neben Oberbayern auch Tirol und bis 1351 die Mark Brandenburg regierte.

Altes Rathaus, Talburgtor, Heilig Geist Kirche, Alter Peter
Frauenkirche

Immer wieder wurde die Stadt von Seuchen heimgesucht und nicht selten wurde nach Schuldigen gesucht. 1349 kam es auch in München zum ersten Ausbruch des Schwarzen Todes. An der Pest sterben meist innerhalb weniger Tage alleine in diesem Jahr fast 5.000 Münchner und damit die Hälfte der Einwohner. Damals wurde den Juden vorgeworfen Brunnen vergiftet zu haben, so dass es zu Ausschreitungen kam; sie wurden jedoch ab 1352 durch Herzog Ludwig V. beschützt, der die Wiederansiedlung von Juden in ganz Oberbayern gestattete und sie unter seinen Schutz stellte. 1442 wurden die Juden dann aber durch Herzog Albrecht III. aus der Stadt und aus ganz Oberbayern wieder vertrieben. Erst 250 Jahre später wurde jüdische Ansiedlung wieder gestattet. 1463 kam es zu einer weiteren Pestepidemie, der Herzog Johann IV. erlag. Noch 1498 fand dann ein erfolgloser Aufstand der Münchner Handwerksgesellen statt. Sie hatten sich im städtischen Freudenhaus mit der ebenfalls in ganz Europa grassierenden Syphilis angesteckt und versucht den von der Stadt bestellten Aufseher der Dirnen zu erschlagen.

1363 fiel München nach dem Tode des Sohnes von Ludwig V., Herzog Meinhard an dessen Onkel Stephan II. mit der Hafte von Bayern-Landshut. 1369 lebten in München bereits wieder über 10.000 Einwohner. 1385 wurde an der nordöstlichen Stadtbefestigung die Neuveste angelegt, da der Alte Hof den Wittelsbachern zu unsicher wurde. Ein Bürgeraufstand gegen die Herzöge Stephan III. den Kneißl und Friedrich war fehlgeschlagen. Die Aufständischen hatten den Ratsherrn Johann Impler hingerichtet, den sie für die hohe Steuerbelastung mitverantwortlich gemacht hatten. Daraufhin wurde die Stadt von den Herzögen erfolgreich belagert. Aus dieser Burg, die die Bürger als Buße den Wittelsbachern finanzieren mussten, entwickelte sich die Residenz. 1392 erwirkte Herzog Stephan der Kneißl beim Papst das „Münchner Gnadenjahr“. Mit der dritten Landesteilung im November dieses Jahres entsteht das Herzogtum Bayern-München unter der Herrschaft von Stephans Bruder Johann II. Friedrich erhielt Bayern-Landshut und Stephan Bayern-Ingolstadt, die Frage nach einer gerechten Aufteilung führte in der Folgezeit zu Konflikten zwischen der Münchner und der Ingolstädter Linie. 1397 kam es dann zu weiteren Aufständen der Handwerkszünfte gegen die Patrizier und die zerstrittenen Wittelsbacher Herzöge. Der Bürgermeister Jörg Kazmair wird abgesetzt und die Handwerkszünfte üben die alleinige Macht aus. Im November 1400 wurden drei Ratsherren am Schrannenplatz wegen „Fürstentreue“ geköpft. 1403 wurde der Aufstand von Truppen der Wittelsbacher zwar blutig beendet, jedoch wurde den Zünften ein politisches Mitspracherecht zugebilligt. 1422 scheiterte die Belagerung Münchens durch den Herzog von Bayern-Ingolstadt Ludwig VII. im Zuge des Bayerischen Krieges.

Schlosskapelle Blutenburg

1429 wütete wieder ein zerstörerisches Feuer, dem Teile der Stadt zum Opfer fallen. Durch das Bündnis von Herzog Ernst mit Kaiser Sigismund war auch München von den Hussiten bedroht, so dass die Stadtbefestigung im selben Jahr durch einen äußeren Mauerring verstärkt wurde. 1435 wurde unter seinem Sohn Albrecht III. Schloss Blutenburg erbaut, das jedoch bereits auf eine Wasserburg des 13. Jahrhunderts zurückging. Schon 1460 ereignete sich ein weiterer Stadtbrand.

Frauenkirche (um 1839)

1453 erließ der Stadtrat eine Brausatzung, die unter anderem die Zutaten für Bier regelte und dabei nur Gerste, Hopfen und Wasser erlaubte. Herzog Albrecht IV. übernahm 1487 diese Regelung zunächst für München, bis 1516 wurde diese dann schrittweise für das ganze Herzogtum verbindlich gemacht. Diese Regelung wird heute von den Münchner Brauereien als „Reinheitsgebot“ bezeichnet und ihr wird eine besondere Bedeutung beigemessen.

Albrechts älterer Bruder Herzog Siegmund stellte 1463 den ersten bekannten Burgfriedensbrief aus. Der Burgfriede wurde neu vermessen und durch Grenzsäulen markiert, von denen einige auch noch heute erhalten sind.

Im ausgehenden 15. Jahrhundert kam es zu einer Blüte der Spätgotik in München und eine rege Bautätigkeit setzte ein. Im Jahre 1468 wurde durch Herzog Siegmund der Grundstein zur neuen Marienkirche „Frauenkirche“ gelegt. Unter der Leitung des Baumeisters Jörg von Halsbach schritt der Bau zügig voran (großzügige Geldmittel wurden vom Papst gewährt), die Einweihung erfolgte bereits 1494. Allerdings erhielt sie erst 1525 ihre charakteristischen runden Kuppeln. 1470 war Baubeginn für das Tanzhaus, das im Obergeschoss einen großen Festsaal hatte. Das heutige Alte Rathaus erhielt in den Jahren 1877 und 1934 breite Durchfahrten, um dem wachsenden Verkehr vom Marienplatz in Richtung Isartor gerecht zu werden. 1481 wurde der Marktplatz von mehreren Gebäuden, unter anderem einer Kapelle befreit und wurde erst dann zu einem rechteckigen Platz. Seine heutige Größe erhielt der Platz aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg. 1493 erscheint dann in der Schedelschen Weltchronik die erste Stadtansicht Münchens. Hatten in früheren Zeiten Mönche die künstlerische Ausstattung der Kirchen geschaffen, so sind in der Spätgotik die Künstler des 15.Jhdts. bereits hochspezialisierte Handwerker. Der Baumeister Jörg von Halsbach, die Maler Jan Polack und Gabriel Mälesskircher oder der Bildhauer Erasmus Grasser zählen zu den hervorragendsten Meistern des ausgehenden Mittelalters in München. War die Architektur der spätmittelalterlichen Stadt in erster Linie noch durch die bürgerliche Kunst geprägt, so bestimmte mit der Wiedervereinigung Bayerns immer stärker der Hof die architektonische Entwicklung der Stadt.

Hauptstadt des Herzogtums Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Neuzeit – Renaissance und Gegenreformation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1504 zählte die Stadt bereits etwa 13.500 Einwohner. 1506 wurde München nach dem Landshuter Erbfolgekrieg, in dessen Verlauf die Stadt bombardiert wurde, durch den „Kölner Spruch“ des Kaisers Maximilian, der die Teilung Bayerns in mehrere Teilherzogtümer beendete, alleinige Hauptstadt des Herzogtums Bayern. Um künftige Landesteilungen zu verhindern erlässt Herzog Albrecht IV. (1465–1508) kurz darauf ein Edikt das für alle Zeit die alleinige Nachfolge des erstgeborenen Prinzen vorschreibt.

1517 wurde die Stadt von einer Pestepidemie heimgesucht, während dieser die Tradition des Schäfflertanzes aufkam, aus Dankbarkeit gab Herzog Wilhelm IV. (1508–1550) den Schäfflern das Recht, ihren Tanz alle sieben Jahre aufzuführen. Kulturell nahm München nun einen großen Aufschwung. Mit der Gemäldesammlung des Herzogs beginnt die Geschichte der Alten Pinakothek. Die Berufung von Ludwig Senfl im Jahre 1523 markiert den Beginn der Geschichte des Bayerischen Staatsorchesters. Der Besuch Kaiser Karls V. in München am 10. Juni 1530 mit zahlreichen Kardinälen, Bischöfen, Fürsten, Pfalzgrafen, Adligen und Rittern, als er nach seiner Kaiserkrönung durch den Papst von Bologna über Innsbruck kam, um weiter zum Reichstag nach Augsburg zu reisen wurde zu einem der prunkvollsten Ereignissen im 16. Jahrhundert.

1520 wurde das Zeughaus erbaut, in dem sich heute das Stadtmuseum befindet. 1525 entstand das älteste noch bestehende Bürgerhaus, das Weinstadl in der Burgstraße. Wilhelm IV verlegte die Hofhaltung endgültig vom Alten Hof in die Neuveste.

Herzog Albrecht V., machte München als erster zur Kunststadt

1522 erfolgte Wilhelms erster Erlass gegen die Protestantische Lehre. Während der Reformationszeit waren die Münchner Protestanten Verfolgungen ausgesetzt und verließen zum Teil die Stadt, was zu einem großen Verlust von Steuereinnahmen führte. Bereits 1524 und 1531 erfolgten weitere scharfe Erlasse gegen die lutherische Lehre. Noch entschiedener wurde gegen die reformatorischen Täufer vorgegangen, welche bereits 1527 eine Gemeinde in München gegründet hatten. Noch im gleichen Jahr kam es zu den ersten Todesurteilen. Einer der ersten täuferischen Märtyrer wurde im Februar 1527 in der Frauenkirche hingerichtet. Die letzte Enthauptung eines Münchner Täufers fand im September 1586 statt.[12]

1555 wurde von Herzog Albrecht V. (1550–1579) der Protestantismus ganz verboten. Unter ihm wurde München zu einem Zentrum der Gegenreformation. Die 1559 nach München gerufenen Jesuiten gründeten ein Jahr später das erste Münchner Gymnasium, das Jesuiten-, später Wilhelmsgymnasium. Unter dem massiven Druck der herzoglichen Religionspolitik und unter dem Einfluss des Jesuitenordens wurde die evangelische Bewegung in Bayern und seiner Hauptstadt ab Anfang der 1570er Jahre fast vollständig ausgerottet.

Das kulturelle Leben erhielt neuen Auftrieb durch die Berufung des Komponisten Orlando di Lasso nach München. Für seine Kunstsammlungen errichtete der Herzog das Gebäude der Alten Münze.

Ab 1558 wurden eine Reihe von Zentralbehörden geschaffen. Die Bayerische Staatsbibliothek, der Geistliche Rat 1556 und die Hofkammer 1570. Daneben wurde 1560 mit dem Umbau der „Neufeste“, und ihrer Erweiterung bis an die heutige Residenzstraße begonnen. Hier entstand die Residenz mit Hofgarten als Wohnung und Regierungszentrale der kommenden Herzöge, Kurfürsten und Könige. Diese ist heute teilweise zu besichtigen.

1568 fand eine der aufwändigsten Hochzeiten der Zeit zwischen dem späteren Herzog Wilhelm V. und Renata von Lothringen statt. Die Hochzeit wird auch im Glockenspiel am Münchner Rathaus dargestellt.

Im Auftrag von Wilhelm V. (1579–1597) wird für die Jesuiten ab 1583 an der Neuhauser Straße (heute Fußgängerzone) die Michaelskirche und die Alte Akademie errichtet. Sie war nicht nur größte Kirche im Stil der Renaissance nördlich der Alpen, sondern hat nach dem Petersdom in Rom das größte Tonnengewölbe der Welt und wurde richtungsweisend für den frühen Barock in Süddeutschland.

1589 gründete Herzog Wilhelm V. für das Brauen von braunem Bier das Hofbräuhaus an der heutigen Sparkassenstraße und 1607 wurde das weiße Hofbräuhaus (für das Brauen von Weißbier) am Platzl gebaut. Der Brauereibetrieb wurde 1890 aus der Innenstadt verlegt und das Hofbräuhaus am Platzl ist seitdem nur noch Gaststätte.

Der Marienplatz, circa 1642
München – Merianstich von circa 1642

1591 ließ Wilhelm V. den italienischen „Goldmacher“ Marco Bragadino auf dem Schrannenplatz (Weinmarkt) wegen Betrug und Zauberei hinrichten. Er hatte dem in ständigen Geldschwierigkeiten steckenden Herzog versprochen, aus Blei Gold machen zu können. 1597 stand Bayern dann endgültig vor der Zahlungsunfähigkeit, und der Herzog dankte zu Gunsten seines Sohnes Maximilian I. ab. Unter beiden Herzögen kommt es zu einer Zunahme der Hexenverfolgungen mit grausamen Hinrichtungen.

Als erster absolutistischer Herrscher in Bayern ließ Maximilian I. (1597–1651) die Münchner Residenz erweitern und ausbauen. Nun entstand die heute so genannte Alte Residenz an der Westseite mit dem Kaiserhof. Die Geschichte des Münchener Hofgartens der heutigen Stelle begann bereits 1560 unter Herzog Albrecht V. mit der Anlage eines neuen Renaissancegarten mit einem (nicht erhalten) Lusthaus nördlich einer älteren Anlage aus dem frühen 16. Jahrhundert.[13] 1613–1617 erweiterte nun Maximilian I. die Anlage zu der heutigen Ausdehnung.

Mit der Berufung des Kapuzinerordens nach München (1601) wurden zahllose Klöster, Kirchen, Kapellen und andere Klostergebäude vom Orden in der Stadt gebaut. Viele wurden bei der Säkularisation vernichtet. Die verbliebenen Bauten vermitteln eine Ahnung von der Bautätigkeit des Ordens. 1609 wurde in München die Katholische Liga gegründet und ab 1619 zu Kriegsbeginn ein neuer Fortifikationgürtel angelegt.

Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariensäule auf dem Marienplatz

Im Vertrag von München vom 8. Oktober 1619 zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges zwischen Kaiser Ferdinand II. und Herzog Maximilian I. sicherte Bayern unter anderem das Eingreifen der katholischen Stände auf Seiten des Kaisers im Kampf gegen das aufständische Böhmen zu. Am 8. November 1620 kam es bei Prag zur Schlacht am Weißen Berg, in der das böhmische Ständeheer von den Feldherren Karl Bonaventura Graf von Buquoy und dem Ligaheer unter Maximilians Feldherrn Johann t’Serclaes von Tilly schwer geschlagen wurde. Für sein weiteres Engagement im Dreißigjährigen Krieg erhielt der bayerische Herzog dann 1623 die Kurfürstenwürde und München wurde zur kurfürstlichen Residenzstadt erhoben.

Nachdem später mit Dänemark eine Ostseemacht aus dem Dreißigjährigen Krieg ausgeschieden war, sah Gustav II. Adolf von Schweden 1630 die Chance gekommen, seine hegemonialen Ansprüche in Nordosteuropa durchzusetzen und griff in den Krieg ein. Am 17. Mai 1632, näherte sich dann König Gustav II. Adolf mit seinen Truppen in Begleitung einiger protestantischer deutschen Fürsten von Ismaning kommend München und hielt feierlichen Einzug in der Stadt. Es heißt, dass etwa in der Gegend des Maximilianeums Münchens Bürgermeister Ligsalz den König kniend mit dem Stadtschlüssel erwartete. Die Stadt entging durch kampflose Übergabe, die Entrichtung der ungeheuren Summe von 300.000 Reichstalern sowie durch Geiselstellung einer Plünderung durch die Schweden. König Gustav Adolf ließ nach der Besetzung Münchens durch seine Truppen im Mai 1632 dann einen evangelischen Gottesdienst in der Residenz feiern. Gegen Ende Mai 1632 verließ Gustav Adolf bereits München und zog weiter. Er führte dennoch viel Beutegut mit sich: Aus der Bibliothek und der Bildersammlung des Kurfürsten wurden viele kostbare Stücke mitgenommen. Der König soll sogar gesagt haben, stünde die Residenz auf Rädern, würde er sie nach Stockholm rollen.

Als Dank für die Verschonung der Residenzstädte Landshut und München ließ Kurfürst Maximilian I. auf dem Marienplatz die Mariensäule errichten. Nach der verheerenden Niederlage der schwedischen und sächsischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen (6. September 1634) mussten die Schweden Bayern räumen.

1634 erreichen spanische Truppen die Stadt, kurz darauf bricht in der Stadt die Pest aus. Dieser und einer zweiten Epidemie 1635 fällt ein Drittel der damaligen Bevölkerung zum Opfer. Die Einwohnerzahl sinkt kurzzeitig von 22.000 auf 9000 ab. 1635 kehrten die Schwedengeiseln nach München zurück.

1638–1645 wurde die Fortifikation der Stadt weiter ausgebaut. Das Gefecht der bayerischen und österreichischen Truppen unter Johann von Werth mit den Schweden unter Carl Gustav Wrangel zwischen Allach und Dachau vor den Toren Münchens im Oktober 1648 war die letzte Kampfhandlung des Krieges. Im Westfälischen Frieden vom 24. Oktober gewann Bayern endgültig die Kurwürde sowie die Oberpfalz, nachdem zuvor bereits vorübergehend Oberösterreich für einige Jahre an Kurfürst Maximilian I. verpfändet war.

Zeitalter des Absolutismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1657 wurde die Münchner Oper eröffnet, die Stadt öffnete sich unter Einfluss der Kurfürstin Henriette Adelheid von Savoyen dem italienischen Barock. Von 1657 bis 1795 (als das Gebäude zu klein wurde) stand am Salvatorplatz Münchens erstes öffentliches Opernhaus.

Theatinerkirche

1663 ließ Kurfürst Ferdinand Maria (1651–1679) aus Dank für die Geburt des lang ersehnten Stammhalters Maximilian II. Emanuel die Theatinerkirche errichten. Sie ist die erste im Stil des italienischen Spätbarock erbaute Kirche nördlich der Alpen. Auch begann unter seiner Herrschaft der Bau des damals weit vor den Toren der Stadt gelegenen Schlosses Nymphenburg.

1664 wurde durch Vertrag mit dem Grafen von Thurn und Taxis die erste Poststation in München mit Postkursen nach Augsburg, Regensburg, Wels, Salzburg und Innsbruck eingerichtet.

1667 erschien ein Stadtplan und seit 1669 entstanden die ersten Mietshäuser in der Stadt. 1674 ereignete sich ein verheerender Brand der Residenz.

1706: Hinrichtung von Teilnehmern des Oberländer Bauernaufstandes auf dem Schrannenplatz in München

1683 beteiligte sich Kurfürst Max Emanuel (1679–1726) an der Befreiung Wiens von den Türken und eroberte 1688 Belgrad. Im Zuge der Türkenkriege kamen zahlreiche türkische Kriegsgefangene nach München. Obwohl Max Emanuel als Statthalter der spanischen Niederlande seit 1692 häufig außer Landes war, begann er 1701 in Erwartung der Kaiserkrone vor den Toren der Stadt mit dem Bau des neuen Schlosses in Schleißheim. Gleichzeitig erfolgte der Ausbau des Nordmünchner Kanalsystems. Die riesigen Erdarbeiten für diese Kanalstrecken wurden bis zum Frieden von Karlowitz 1699 zum Teil von den kriegsgefangenen Türken und dann vor allem von Truppenteilen der Münchner Garnison ausgeführt.

Während des Spanischen Erbfolgekriegs wurde München von 1705 bis 1714 durch Österreich besetzt. Max Emanuel hatte sich mit Frankreich verbündet und 1704 die Schlacht bei Höchstädt verloren. Zunächst wurde seiner Gemahlin Therese Kunigunde von Polen noch die Herrschaft über das Rentamt München überlassen, bevor auch hier die Habsburger 1705 die Verwaltung übernahmen. Ein Aufstand der Bayern gegen das harte Besatzungsregime scheiterte am 25. Dezember 1705 blutig in der Sendlinger Mordweihnacht. 1705 wird mit der «Kaiserlichen Administration» eine zivile Verwaltung eingeführt, die bis 1715 dauert. 1706 werden alle Gefolgsleute des Kurfürsten aus den Hofdiensten entlassen. Während der Besatzungszeit entstanden sowohl der Bürgersaal als auch die Dreifaltigkeitskirche.

1715 kehrte Max Emanuel nach dem Friedensschluss nach München zurück und widmete sich dem Ausbau der außerhalb Münchens gelegenen Schlossanlagen von Nymphenburg und Schleißheim. Mit seinen Architekten Joseph Effner und später François de Cuvilliés verstärkte sich nun der französische Einfluss in der höfischen Architektur.

Amalienburg, Rokokojuwel im Nymphenburger Schlosspark

1724 wurde als erste Vorstadt das Lehel voll unter die Gerichtsbarkeit der Stadt gestellt, das bereits davor zum Münchner Burgfrieden gehört hatte. 1727 wurde der Grundstein für die Klosterkirche St. Anna im Lehel gelegt, der ersten Rokokokirche Bayerns. 1728 begann der Bau des Nymphenburger Schlossrondells, dessen zehn Palais für Hofbedienstete eineinhalb Jahrhunderte später Ausgangspunkt beim Bau einer Villensiedlung im Raum München werden sollten (Nymphenburg).

München 1740.

Ab 1733 wurde die nächtliche Stadt mit Öllampen beleuchtet. Im selben Jahr wurde eine Kirche neben einem Wohnhaus in der Sendlinger Straße errichtet. Egid Quirin Asam baute mit eigenen Mitteln mit seinem Bruder Cosmas Damian Asam, auch zur Heiligsprechung des Märtyrers Johann Nepomuk, die Asamkirche. Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und danach restaurierte Kirche ist ein Meisterwerk spätbarocker Kunst. Ab 1735 wurde St. Michael in Berg am Laim erbaut, ein Hauptwerk des bayerischen Rokokos. Immer mehr Adelspaläste entstanden nun in der Stadt, von denen heute nach der Zerstörung des Palais Piosasque de Non im Zweiten Weltkrieg das Palais Holnstein als das bedeutendste dieser Zeit gilt.

Im Rahmen des Österreichischen Erbfolgekriegs kam es 1742 bis 1744 nach der Kaiserkrönung des Kurfürsten Karl Albrecht (1726–1745) erneut zur Besetzung Münchens durch Österreich. Mit dabei waren die Panduren, eine Art Guerilla-Truppe aus serbischen und ungarischen Söldnern, die fürchterlich wüteten, vor allem im Lehel.[14] 1744 zwang ein neues Bündnis Karl Albrechts mit Preußen die Österreicher zum Abzug. Für kurze Zeit war München wieder kaiserliche Residenz, 1745 starb Karl Albrecht als Kaiser Karl VII. in Schloss Nymphenburg. Eines der wenigen Zeugnisse der zweiten Kaiserzeit sind die Rokokorahmen mit dem Kaiserwappen in der Wallfahrtskirche St. Anna in Harlaching, die Karl VII. damals der Kirche stiftete. Sein Sohn Maximilian III. Joseph (1745–1777) gab im selben Jahr endgültig die Großmachtpolitik seiner Vorgänger auf, schloss Frieden mit Österreich und begann eine Politik der inneren Reformen.

Altes Residenztheater

Schon 1747 gründete der Kurfürst die Nymphenburger Porzellanmanufaktur, die durch Franz Anton Bustelli schon sehr bald Weltruhm erlangte. 1753 erfolgte die Fertigstellung des Residenztheaters. Das Theater erlebte viele große Opernaufführungen, so 1781 die Uraufführung von Mozarts Idomeneo. Im Jahr 1754 stiftete die Kaiserinwitwe Maria Amalia ein Ordenshaus mit Spital der Elisabetinerinnen, die sich auf ihre Initiative hin in München niederließen. Diese erste moderne Krankenheilanstalt Münchens, die sich nicht mehr als Siechenhaus verstand, widmete sich der Krankenpflege und Ausbildung von Laienhelferinnen. 1759 wurde die Bayerische Akademie der Wissenschaften gegründet.

1770 wurden die Hausnummern eingeführt. Im selben Jahr riefen mehrere Missernten eine große Hungersnot hervor. Der Kurfürst ließ zur Linderung Getreide aus Hofgütern verteilen, nahm Kredit in Holland auf und veräußerte sogar einen Teil der Juwelen der Schatzkammer. 1775 wurde das erste Caféhaus der Stadt eingerichtet, das Tambosi am Hofgarten.

Ab 1774 entstand das Neue Landschaftsgebäude, als Versammlungsort der Bayerischen Landstände, der Neubau war als Ersatz für das Alte Landschaftsgebäude am Marienplatz entstanden. Mit der Landschaftsverordnung als Vertretung der Stände lag der Kurfürst jedoch in einem Dauerkonflikt. Von seinem ehemaligen Lehrer Ickstatt beraten, versuchte er zweimal vergeblich, dieses Gremium aufzuheben.

Mit dem Tod von Kurfürst Maximilian III. Joseph 1777 starb die bayerische Linie der Wittelbacher aus und Karl Theodor (1777–1799) aus der Pfälzer Linie wurde sein Nachfolger. Bayern wird mit der Kurpfalz vereint, zu der in Personalunion auch die rheinischen Herzogtümer Jülich und Berg gehörten. Nach dem Zusammenschluss wurde das Gebiet als Pfalz-Baiern bezeichnet und war damals der drittgrößte Länderkomplex des Reiches.

Kredenz-Szene: Künstlerisch überhöhte Darstellung einer historischen Bierprobe auf dem Nockherberg in München (an einem 2. April zwischen 1778 und 1795). Paulaner-Braumeister Frater Barnabas reicht Kurfürst Karl Theodor einen Krug mit Salvator-Starkbier. Die Inschrift unten im Bild lautet: „Salve pater patriae“ (deutsch: „Sei gegrüßt, Vater des Vaterlands“), Eduard Ille, nach 1890. Karl Theodor mochte das Bier nicht und verlangte nach Wein - so etwas hatte es bis dato noch nicht gegeben.

Der neue Herrscher siedelte zwar 1778 mit seinem Hofstaat von Mannheim nach München um, wurde aber in Bayern insbesondere nach seinem gescheiterten Tauschprojekt, mit dem er Teile Bayerns gegen die österreichischen Niederlande den Habsburgern abtreten wollte, bald äußerst unbeliebt. Dennoch leitete der Kurfürst mit seinem Minister Graf Rumford wichtige Reformen ein.

Chinesischer Turm im Englischen Garten

Der erste Papst, der die bayerische Hauptstadt besuchte, war im Jahr 1782 Papst Pius VI. Er machte auf der Heimreise von seinem Besuch bei Kaiser Joseph II. in Wien Station in München. 1785 richtete der Papst in München eine Nuntiatur ein, wogegen die Erzbischöfe von Köln, Trier, Mainz und Salzburg protestierten.

1788 verlegte Karl Theodor im Streit mit dem Münchner Rat um eine von der Bevölkerung geforderte Getreidesperre die Residenz nach Mannheim. Obwohl der Kurfürst bereits im darauffolgenden Jahr nach München zurückkehrte, kam es am 21. Mai 1791 zu einem neuen Eklat: Die Mitglieder des Rates der Stadt, der eine revolutionäre Broschüre herausgegeben hatte, wurden gezwungen in der Maxburg auf Knien vor einem Bildnis Karl Theodors Abbitte zu leisten.

1780 öffnet Karl Theodor den Hofgarten für die Öffentlichkeit, der bis dahin ausschließlich dem Hofstaat zugänglich war. 1789 erfolgte die Anlage des Englischen Gartens in den Isarauen vor der Stadt. Die Bastei vor dem Karlstor wurde 1791 niedergelegt und die Schleifung der Stadtmauern sowie ein Teil der Stadttore begann. Vor dem Karlstor wurde ein Platz angelegt, der 1797 den Namen Karlsplatz nach dem Kurfürsten Karl Theodor erhielt. Vom Volk wurde er nach Eustachius Föderl, der an der Ecke ein Gasthaus mit dem Namen Stachus-Garten oder Stachus-Wirt besaß, einfach Stachus genannt. An der Stelle der Gaststätte steht heute ein bekanntes Kaufhaus.

1798 wurde München von französischen Truppen bombardiert. Die Politik des Kurfürsten lavierte zwischen Österreich und dem revolutionären Frankreich. Als Karl Theodor 1799 in der Residenz an einem Schlaganfall starb, brach in der Stadt öffentlicher Jubel aus.

Hauptstadt des Königreich Bayerns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max I. Joseph von Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Theodors Nachfolger Kurfürst Maximilian IV. Joseph (1799–1825) aus einer Pfälzer Seitenlinie der Familie der Wittelsbacher wird in der Stadt freudig empfangen. Im Juni 1800 wurde München jedoch von französischen Truppen besetzt, im Dezember verloren die Bayern und Österreicher die Schlacht bei Hohenlinden. Nachdem Bayern ein Bündnis mit Frankreich eingegangen war, kam am 24. Oktober 1805 Napoleon I. nach München. 1806 wurde München zur Hauptstadt des Königreichs Bayern. Max IV. Joseph nahm am 1. Januar 1806 als Max I. Joseph den Königstitel an. Der Vizekönig von Italien, Eugène de Beauharnais, kurz zuvor von Napoleon adoptiert, heiratete am 13. Januar 1806 weltlich und einen Tag später kirchlich in München auf Anweisung Napoleons und im Beisein des französischen Kaiserpaares die 17-jährige Prinzessin Auguste Amalie von Bayern und wurde somit zum Schwiegersohn des bayrischen Königs.

Nationaltheater und Königsbau der Residenz, Stich Mitte 19. Jahrhundert
Karolinenplatz, Brienner Straße 1914

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfuhr die Stadt einen enormen Zuwachs an Einwohnern und entwickelte sich zu einer der größten Städte Europas. Insbesondere nach der Niederlegung der Stadtbefestigung wuchs die Stadt stark an. Die Maxvorstadt wurde zwischen 1805 und 1810 unter König Maximilian I. Joseph, nach dem sie auch benannt ist, als erste planmäßige Stadterweiterung durch Friedrich Ludwig von Sckell und Karl von Fischer konzipiert. Der Ausbau der Fürstenallee nach Nymphenburg mit seinem Schloss und Adelspalais (Schlossrondell) zur prachtvollen Brienner Straße nahm hier seinen Ausgang. An der Ausfallstraße nach Schwabing entstanden außerhalb des im Jahr 1795 geschleiften mittelalterlichen Stadtrings neue Häuser, wie alte Gemälde zeigen (z. B. „Am Schwabinger Tor“). Der repräsentative und prunkvolle Ausbau am Odeonsplatz und in der Ludwigstraße erfolgte aber erst später. 1807 entstand durch königlichen Erlass der Viktualienmarkt. 1811 begann direkt neben dem Residenztheater der Bau des Nationaltheaters nach dem Vorbild des Pariser Odeons.

Im Jahre 1810 wurde anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese Charlotte Luise von Sachsen-Hildburghausen auf einer Wiese (seither Theresienwiese genannt) vor den Toren Münchens ein Volksfest mit Pferderennen gefeiert, aus dem das Oktoberfest hervorging. Als erster von vielen wurde der Augustiner Biergarten dann 1812 eröffnet, der Name Augustiner kommt von dem 1807 gebauten gleichnamigen Keller der ältesten Brauerei der Stadt, in dem das Bier mit Eis gekühlt wurde.

Die schlimmste Hochwasser-Katastrophe Münchens ereignete sich am 13. September 1813: Die Schwanenbrücke in die Au stürzte ein und reißt über 100 schaulustige Menschen in die reißenden Fluten der Isar. Erst Jahre später beginnt der Architekt Leo von Klenze mit dem Bau einer neuen und prächtigeren Brücke. Eine Agrarkrise aufgrund von Missernten und verfehlter staatlicher Politik führt 1816/17 nochmals zu einer Hungersnot in Bayern.

Im Vertrag von München wurden im April 1816 die endgültigen Grenzen des nachnapoleonischen Bayerns bestimmt. München ist die Hauptstadt eines innerhalb weniger Jahre um das Doppelte vergrößerten Staates geworden, große Teile Frankens, Schwabens und die linksrheinische Pfalz sind an Bayern gefallen, dafür wurden Salzburg wie zuvor schon Tirol den Habsburgern überlassen. In der Folge siedelten sich viele Pfälzer und Franken in der Hauptstadt an, darunter auch viele Protestanten. Das Einbürgerungsverbot für Protestanten wurde bereits 1801 aufgehoben. Karoline von Baden, die Ehefrau Max Josephs hatte schon 1799 ihren eigenen protestantischen Seelsorger mitgebracht, den Kabinettsprediger Ludwig Friedrich von Schmidt, in der strengkatholischen Stadt eine Sensation. 1801 erhielt der Weinwirt Johann Balthasar Michel als erster Protestant das Münchner Bürgerrecht. Im Rahmen der Säkularisation 1803 wurden auch in München zahlreiche Klöster aufgelöst. 1817 wurde jedoch mit dem Papst ein Konkordat geschlossen. Dabei wurde auch festgelegt, dass der seit 1803 verwaiste Bischofssitz von Freising nach München verlegt und das Bistum zum Erzbistum München-Freising erhoben wurde. Daraufhin wurde die Münchner Frauenkirche zur erzbischöfliche Kathedrale (Dom).

1818 erhielt Bayern, nach dem Sturz des Ministers Maximilian von Montgelas im Vorjahr, eine Verfassung. Dazu erschien ein Edikt über die protestantische Gesamtgemeinde, welches das Staatsbürgerschaftsrecht regelte. Dabei wurde München zum Sitz des Bayerischen Landtags. Im selben Jahr erhielt München eine Selbstverwaltung mit zwei Bürgermeistern und zwei Ratskollegien, nachdem der Magistrat der Stadt zunächst 1810 aufgehoben worden war. Allerdings lässt das bis 1869 gültige königliche Gemeindeedikt, das die Residenzstadt ausdrücklich unter „die besondere Curatel und Aufsicht des Staates“ stellt, den Bürgermeistern und dem Magistrat nur wenig Gestaltungsraum.

Ludwig I. von Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reiterdenkmal Ludwigs I auf dem Odeonsplatz
Domenico Quaglio: Die Residenzstraße gegen den Max-Joseph-Platz im Jahr 1826 (erworben vom König im gleichen Jahr)
Die Ludwigstraße beim Einzug der Prinzessin Marie von Preußen 1842

Unter der Regierung von König Ludwig I. (1825–1848) wurde München zu einer weithin bekannten Kunststadt. Die Klassizisten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner gestalteten die Ludwigstraße mit der Feldherrnhalle vor dem Odeonsplatz und dem Siegestor (das als einziges Siegestor keinen realen Sieg feiert), sowie den Königsplatz und die Erweiterungsbauten der Residenz. Klenze errichtete die Ruhmeshalle auf der Theresienwiese und Ludwig Schwanthaler stellte die Bavaria auf. Die Glyptothek am Königsplatz wurde 1830 mit einer von König Ludwig I. gekauften Sammlung antiker Skulpturen und Vasen, eröffnet. Gebaut wurden auch die Alte Pinakothek 1836 und die Neue Pinakothek. Einige Bauprojekte musste der König gegen heftigen Widerstand in der Stadt durchsetzen, er drohte dem Rat der Stadt zeitweise sogar damit, die Residenz aus München nach Bamberg zu verlegen. Die Kunstförderung des Königs (durch Bau der Pinakothek und Einfluss auf die Akademie) machten die Münchner Schule zu einer führenden Kunstrichtung im 19. Jahrhundert.

Die in Ingolstadt von Herzog Ludwig dem Reichen von Bayern-Landshut gegründete Universität, die 1800 unter Kurfürst Max IV. Joseph nach Landshut verlegt wurde und dort ihren Namen Ludwig-Maximilians-Universität erhielt, wurde von Ludwig I. 1826 nach München geholt. An der Ludwigstraße, Ausfallstraße nach Schwabing (damals zugleich Landgemeinde und Landsitz niederen Adels sowie Rückzugsort vornehmer Bildungsbürger, später zur Stadt erhoben; siehe Schwabing, Geschichte), entsteht deren Hauptgebäude.

1826 wurde unter Anwesenheit des Königs erstmals wieder eine Synagoge in der Westenriederstraße feierlich eingeweiht. Im Jahr 1827, wurde zur ersten evangelischen Kirche Münchens, der Matthäuskirche an der Sonnenstraße, der Grundstein gelegt. Diese ist Vorgängerin der heutigen Matthäuskirche am Sendlinger-Tor-Platz. Unter dem Ultramontanen Minister Karl von Abel verschlechterte sich dann das Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten. 1841 erwuchs aus der Beerdigung der protestantischen Königin Karoline von Baden ein Skandal.

Die Industrialisierung Bayerns schritt derweil nun auch in München zügig voran. 1835 kam es zur Gründung der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank. Mit der Eisenbahn nach Augsburg bekam München 1839 seine erste Bahnverbindung. Die von der München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft gebaute Strecke führte von Augsburg nach Lochhausen, das damals vor München lag. Das Eisenwerk Hirschau, 1838 von Joseph Anton Maffei gegründet, baute 1841 seine erste Dampflokomotive. Maffei wurde 1931 von Krauss & Co. übernommen und die Firma in Krauss-Maffei geändert. Es entstanden zwar danach in der Hauptstadt des Königreichs noch weitere technisch hochgerüstete Produktionsstätten wie etwa die Lokomotivenfabriken die Waggonfabrik Rathgeber, aber eine industrielle Monokultur wie in anderen Regionen Deutschlands entwickelte sich an der Isar nicht. 1838 begannen die ersten Planungen für den Bahnhof in München. Nachdem sich der erste Bahnhof zunächst auf dem Marsfeld befand, entschied im April 1847 der bayerische König, dass der neue Central Bahnhof an der Stelle des heutigen Hauptbahnhofs zu bauen ist.

1844 kam es zur Münchner Bierrevolution. Die Affäre Ludwigs I. mit Lola Montez führte dann im März 1848 im Rahmen der allgemeinen Unruhen in Deutschland zur Abdankung des Königs. Zuvor war es dem Bruder des Königs Prinz Karl von Bayern gelungen die aufständischen Bürger, die bereits das Zeughaus gestürmt hatten, zu beruhigen.

Ludwig setzte seine Bautätigkeit auch nach seiner Abdankung fort. Die Neue Pinakothek wurde erst 1853 eröffnet, im Folgejahr gab Ludwig den Bau der Propyläen in Auftrag. Der Apollotempel am Ufer des Badenburger Sees wurde in Ludwigs Auftrag sogar erst 1862–65 errichtet.

Max II. Joseph von Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maximilianstraße, um 1900

In der Regierungszeit von König Max II. (1848–1864) kam es politisch kam es zu einer Liberalisierung. 1848 wurden die Sitzungen des Magistrats öffentlich. Im selben Jahr erschienen die Münchner Neueste Nachrichten zum ersten Mal. Unter der Regierung von Max II. gab der Landtag liberale Reformen in den Bereichen Landtagswahlrecht, Pressezensur, Versammlungs- und Vereinsrecht sowie Gerichtswesen bekannt, ebenso die Bauernbefreiung. Die Umsetzung dieser Reformen nahm jedoch viel Zeit in Anspruch. Maximilians Vorhaben eines Gesetzes zur Judenemanzipation stieß auf starken Widerstand im Volk. 1860 wurde der 1848 gegründete und kurz danach wegen „republikanischer Umtriebe“ verbotene Turnverein 1860 München wiedergegründet, die Fußballabteilung folgte erst 1899.

Auf Einladung des Königs kamen zum Unwillen einiger Münchner viele norddeutsche Literaten nach München. Seit 1854 führte der Bayerische König überdies wöchentlich mit der geistigen Elite Münchens (u. a. Justus von Liebig) Symposien durch. 1856 entstand der Dichterkreis Die Krokodile. Der König band andererseits Trachtenträger offiziell in sein Hofzeremoniell ein, trug selbst Trachtenjanker mit Lederhosen bei der Jagd und schrieb 1849, dass er in der Erhaltung der Volkstrachten für das Nationalgefühl eine „große Wichtigkeit“ sieht, seither war die Tracht in München hoffähig. 1857 wurde dann auch gemäß einer Legende die Münchner Weißwurst erfunden.

München, Plan 1858

Unter König Maximilian änderte sich der Baustil grundlegend. Viele der großartigsten Bauwerke Münchens entstanden im Maximilianstil, etwa die Maximilianstraße unter Leitung des Architekten Friedrich Bürklein oder der Glaspalast (von August von Voit entworfen). Diese war Ausfallstraße zur vormals nicht zu München gehörenden armen Handwerkersiedlung und Sitz des Grafen von Preysing, Haidhausen. An ihrem Ende, in nächster Nähe der Handwerkerhäuser wurde das Stipendiatenkolleg Maximilianeum errichtet. 1855 wurde durch den König das Bayerische Nationalmuseum, damals noch in der Maximiliansstraße beheimatet, gegründet.

Ab Mitte des Jahrhunderts wuchs München rasch an. 1854 erfolgt die Eingemeindung der bis dahin selbstständigen Stadt Vorstadt Au östlich der Isar mit den Ortsteilen Haidhausen, Giesing und der Au, zu jener Zeit vorwiegend von der sozialen Unterschicht bewohnt. Damit überschritt München die 100.000-Einwohner-Marke. Im gleichen Jahr begann der Aufstieg zu einer Messestadt mit der 1. Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung. Das heutige Messegelände (1998 eröffnet) befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens München-Riem und hat einige international bedeutende Veranstaltungen, wie z. B. ISPO vorzuweisen. 1849 wurde das Empfangsgebäudes des Centralbahnhofs München fertiggestellt, 1854 erfolgten die Eröffnung der Bahnstrecke München–Starnberg mit dem Pasinger Bahnhof und die Eröffnung der Bahnstrecke München–Großhesselohe.

Seit dem Augsburger Vergleich vom 14. Juni 1158, betreffend die Zerstörung der Oberföhringer Brücke zuungunsten Otto von Freisings im Auftrag und durch Kräfte Heinrichs des Löwen und dessen Errichtung einer neuen Isarbrücke bei seiner bairischen Siedlung 'ad Munichen', Münchens Keimzelle, hatte die Gemeinde ein Drittel des Brückenzolls an das Hochstift Freising zu entrichten, nach dessen Auflösung 1803 an den bayerischen Staat. Nach 694 Jahren konnten die Zahlungen 1852 gegen eine Abstandszahlung endlich eingestellt werden.

Ludwig II. von Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter König Ludwig II. (1864–1886) erfuhr das Musikleben mit mehreren Aufenthalten Wagners ab 1864 und der Uraufführung einiger seiner Opern im Münchner Nationaltheater eine umstrittene Blüte. Im selben Jahr wurde Richard Strauss in München geboren.

Das 1865 von Semper geplante, nicht realisierte Münchner Festspielhaus an der Isar
Historische Karte von München (1888)
Altes Rathaus zu Ende des 19. Jh.

Der König selbst hielt sich lieber in den Alpen auf, seine Bauwut hat in München kaum Spuren hinterlassen. Nachdem er 1866 sein projektiertes Wagner Festspielhaus auf der Isaranhöhe nicht hatte durchsetzen können, wandte sich der König enttäuscht ab. Die Planung von Gottfried Semper mit der für die im Theaterbau ungewöhnliche Konzeption mit zwei monumentalen Feststiegen als Querflügel wurde stattdessen beim späteren Bau des Wiener Burgtheaters aufgenommen. Trotzdem entstanden zur Zeit Ludwigs II. weitere Großbauten, nun allerdings ohne königliches Planungskonzept, so die Akademie der Bildenden Künste und das Staatstheater am Gärtnerplatz, das der König gleichwohl später vor dem Bankrott rettete. Eine gewisse Ausnahme stellt auch das Gebäude der Pagenerziehungsanstalt dar. 1867 wurde begonnen das Neue Rathaus im neugotischen Stil zu errichten. Erst 1906 wird der dritte und letzte Bauabschnitt vollendet. Im Jahre 1877 wurde St. Markus in der Maxvorstadt eingeweiht, die zweite protestantische Kirche in München. Eine starke Verdichtung der Bausubstanz brachten seit 1880 die lichtarmen Miethausblöcke der Gründerzeit, so in der Isarvorstadt, der Schwanthalerhöhe und im Ostbahnhofviertel in Haidhausen.

1871 trat Bayern dem neuen Deutschen Reich bei, München war nicht länger die Hauptstadt eines unabhängigen Königreichs. Dennoch konnte sich Bayern bedeutsame Reservatrechte sichern, die dann in der nachfolgenden Zeit auch in repräsentativen Bauwerken betont wurden, für das vom König gegründete Armeemuseum, das Verkehrsministerium und das Hauptzollamt. Wegen der fortbestehenden außenpolitischen Kompetenzen Bayerns blieben auch die meisten auswärtigen Botschafter in der Stadt: Erst im Ersten Weltkrieg schlossen viele Botschaften und wurden nach Kriegsende aufgrund des Verlusts dieser Kompetenzen Bayerns nicht mehr eröffnet.[15]

1872 wurde die Schauspielerin Adele Spitzeder verhaftet, sie hatte in der Stadt eine Privatbank betrieben und in knapp zwei Jahren 31.000 Bürger um insgesamt 8 Millionen Gulden geprellt.

Der rasche technische Fortschritt bestimmte weiterhin die Entwicklung der Stadt. 1868 wurde die Technische Hochschule gegründet. 1876 verkehrte die erste Münchner Trambahn. 1877 wurde Sendling, das sich von einer ländlichen zu einer bedeutenden Industrievorstadt entwickelt hatte (unter anderem mit der Siemens AG), mit dem Westend nach München eingemeindet. 1882 zur 1. deutschen Elektrizitätsausstellung führte Oskar von Miller die erste Stromübertragung der Welt von Miesbach nach München durch. In München wurde allgemein die elektrische Beleuchtung eingeführt. Das Bahnnetz der Stadt wurde zügig ausgebaut. 1871 erfolgte sowohl die Eröffnung des Münchner Südrings mit dem Südbahnhof und dem Ostbahnhof sowie der Bahnstrecke München–Mühldorf mit dem Bahnhof Riem und der Bahnstrecke München–Rosenheim mit dem Bahnhof Trudering.

Der Mediziner Max von Pettenkofer (1818–1901) wurde 1865 erster Direktor des ‚Institut für Hygiene‘. Pettenkofer wurde als Pionier der Hygiene und Öffentlichen Gesundheit bekannt. Er analysierte die Choleraepidemien in München (1836/37 und 1853/54) und überzeugte Ludwig II., dass die Bodenqualität durch Zentralisierung der Abwasserkanalisation und der Trinkwasserversorgung wesentlich verbessert werden kann. Die Epidemie von 1853 hatte über 3000 Menschenleben gefordert. Der Nutzen von Pettenkofers Maßnahmen wurde erkennbar, als die Cholera 1892 in Hamburg wütete, München aber verschonte.[16] Zuvor galt München bis ins letzte Viertel des 19. Jahrhunderts als eine der schmutzigsten Städte Europas, so dass auch der Schwerpunkt der Arbeit des Bürgermeisters Alois von Erhardt auf der Verbesserung der hygienischen Verhältnisse lag.

Ab 1878 wurde Prinz Otto, der Bruder des Königs offiziell entmündigt und im Jagd- und Lustschloss Fürstenried festgesetzt, mit Bernhard von Gudden, seinen Schülern und Mitarbeitern wie Emil Kraepelin und Franz Nissl, gewinnt auch die sich neu entwickelnde Psychiatrie in München internationale Bedeutung.[17] Nach Ludwigs Tod 1886 wird Otto dem Namen nach sein Nachfolger.

Prinzregent Luitpold[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

München erlebte unter Prinzregent Luitpold (1886–1912) einen gewaltigen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.

Nationalmuseum in der Prinzregentenstraße, um 1900

Unter Luitpold entstanden unter anderem die Prinzregentenstraße als Ausfallstraße zu dem ehemaligen selbständigen Grafensitz Bogenhausen nebst Prinzregententheater am Prinzregentenplatz und in der Folge, passend zur reichen Aristokratie des Ortes, eines der mondänsten Stadtviertel Münchens mit herrschaftlichen Villen (Villa Stuck) und besonders prächtigen Bürgerhäusern. 1887 erfolgte die Einweihung der Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße. 1890 begann der Bau des Justizpalasts am Stachus, der schon 1905 durch das Neue Justizgebäude ergänzt werden musste.

Karlsplatz (Stachus) mit dem Justizpalast, um 1900

1899 wurde die Gemeinde Nymphenburg mit dem Schloss nach München eingemeindet. 1901 überschritt München die 500.000 Einwohner-Grenze und war nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt im Deutschen Reich. Allein auf den rund 17 km² des Kernstadtgebiets von vor 1854 – einem Fünftel der Stadtfläche von 1900 – drängten sich mehr als 300.000 Einwohner.[18] Dieser Anstieg resultierte nur bedingt durch die Eingemeindungen von Neuhausen, Schwabing, Bogenhausen, Nymphenburg und Forstenried, vielmehr kam der Zuwachs durch die Landflucht sowie durch viele norddeutsche Zuwanderer zustande. Schon im Jahr 1900 waren nur noch 36 % der Münchner in München geboren. Teilweise gravierendes Wohnungselend gehörte zum Alltag vieler ärmerer Münchner. Zur Behebung der schlimmen Wohnungsnot und zur weiteren Verbesserung der Hygienestandards engagierte sich Bürgermeister Wilhelm von Borscht bei der Gründung von Wohnungsbaugenossenschaften. 1900/02 lebte Lenin in München und gab zwei revolutionäre Zeitschriften heraus.

Im November 1899 entstanden die beiden ersten städtischen Betriebe für die kommunale Versorgung, die Elektrizitätswerke und die Gasanstalt, dies war der Beginn der Stadtwerke München. 1899 war auch ein bedeutendes Jahr des Automobilverkehrs: In München fand die erste Fahrprüfung der Welt mit Ausgabe von Führerscheinen und ersten Zulassungsnummern statt. In diesem Jahr waren in München lediglich 25 Autobesitzer mit Fahrerlaubnis gemeldet, 1910 waren dann bereits 1.300 Autos und 483 Motorräder auf Münchens Straßen registriert. Neben der künftigen Bedeutung Münchens als Automobilstadt zeichnete sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch schon ab, dass auch der Spitzensport das Leben der Stadt prägen wird. 1900 entstand der Verein FC Bayern München. Die Herrenkonkurrenz der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 1906 wurde in München ausgetragen. Das Müllersche Volksbad war bei seiner Fertigstellung 1901 das größte und teuerste Schwimmbad der Welt und das erste öffentliche Hallenbad in München.

Deutsches Museum

Schon 1892 gründete sich die Münchner Sezession. 1896 erschien erstmals die Münchner Kulturzeitschrift „Die Jugend“, die namensgebend für den Jugendstil wurde. Um die Jahrhundertwende entstanden vor allem in Schwabing zahlreiche Jugendstilbauten. Schwabing erlebte um diese Zeit eine Blüte als Künstlerviertel, in dem zahlreiche bedeutende Literaten und Maler der Zeit verkehrten („München leuchtet“). Schwabing war bereits im 19. Jahrhundert durch die Anlage von Ludwig-Maximilians-Universität und Kunstakademie erheblich aufgewertet worden, nachdem zuvor die ehemalige Münchner Umlandgemeinde zunächst in eine ärmliche Vorstadt und schließlich nach der Eingemeindung in ein angesagtes Viertel des Jugendstils und in eine bevorzugte Künstlerwohnlage Wahnmoching umgewandelt wurde. Diese von der Urbanisierung nicht zu trennende Gentrifizierung wurde in einer Vielzahl von literarischen Zeugnissen begleitet und verarbeitet. Es kam dennoch im 20. Jahrhundert noch zu erheblichen Konflikten. Das Deutsche Theater in der Schwanthalerstraße wurde im September 1896 eröffnet, der Kaim-Saal schon im Jahr zuvor. Von 1900 bis 1903 bestand das literarische Kabarett „Die Elf Scharfrichter“. Die Münchner Opernfestspiele fanden erstmals 1901 statt. Peter Ostermayr gründete 1907 seine Spielfilmproduktion (Filmstadt Geiselgasteig). Vier Jahre später entstand 1911 die Münchner Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“. Mit der Tschudi-Spende, einem Protest gegen die herrschende Kunstpolitik, gelangten ab diesem Jahr auch erstmals neueste französische Impressionisten und Postimpressionisten in die Münchner Neue Pinakothek.

München war auch ein Brennpunkt technischer und wissenschaftlicher Innovation; viele Forscher und Erfinder wirkten in der Stadt. 1903 wurde das Deutsche Museum auf Initiative Oskar von Millers gegründet und zog zunächst in provisorische Räume im Nationalmuseum. 1906 war die Grundsteinlegung des Museumsgebäudes auf der Museumsinsel, das erst 1925 fertiggestellt wurde. 1906 wurde auch die Münchner Volkshochschule ins Leben gerufen. 1910 begann die Errichtung des neuen Botanischen Gartens, der nach Nymphenburg verlegt wurde und nach vier Jahren fertiggestellt war. Der weltweit erste nach geografischen Gesichtspunkten angeordnete Tierpark Hellabrunn wurde 1911 eröffnet. Im Jahre 1912 wurde die Großmarkthalle München errichtet.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ersten Weltkrieg verlor Schwabing seine Bedeutung als Künstlerviertel weitgehend.

Demonstration auf der Theresienwiese am 7. November 1918

Die Verhängung des Kriegszustandes am 1. August 1914 feierten zahlreiche Münchner begeistert. Vor der Feldherrnhalle fanden patriotische Kundgebungen statt. Sogar das Hotel „Englischer Hof“ musste sich umbenennen, weil der Feind im Namen auftauchte.[19] Die Stadt hatte die nach Berlin zweitgrößte Garnison im Reich und wurde so zu einer Drehscheibe der Mobilmachung. Anfang August 1914 sprach König Ludwig III. vom Balkon des Wittelsbacher Palais zur Bevölkerung. Noch in der ersten Phase des Kriegs, als allgemein der baldige Sieg erhofft wurde, fanden die letzten Kommunalwahlen in München statt.

In der Stadt entstanden in den folgenden Kriegsjahren neue Betriebe der Rüstungsindustrie, vor allem an der nördlichen Peripherie. Als der Krieg schließlich zum Stellungskrieg wird, ist von der Begeisterung in München nichts mehr zu spüren. In der Stadt herrschen zunehmend Hunger und Not; Lebensmittel werden rationiert, Einkaufen wird wegen der vielen Essensmarken zum bürokratischen Hindernis. Gleichzeitig erreichen immer mehr Verwundete die Stadt; in Schulen und Bierkellern werden Operationssäle eingerichtet. Schon 1916 kam es wegen der zunehmenden Nahrungsmittelknappheit zu ersten Hungerdemonstrationen. In den Wirtshäusern gibt es nur noch reduzierte Speisekarten und eingeschränkte Öffnungszeiten. Der schwelende Konflikt zwischen Bauern und Stadtbewohnern wurde auch im Landtag zwischen den Parteien ausgetragen und führte im Dezember 1916 zu Ministerrücktritten. Ein Angriff französischer Flugzeuge im gleichen Jahr richtete nur geringen Schaden an. 1917 herrschten zudem im Winter Kälte- und Kohlennot.

Anfang 1918 fanden massive Streiks in der Münchner Rüstungsindustrie statt. Die immer schlechter werdende Versorgungslage der Bevölkerung und die „Nibelungentreue“ zu Berlin machte die Regierung Ludwigs III. immer unbeliebter. Im Oktober 1918 geriet München dann zunehmend in eine aufgewühlte Atmosphäre und politische Veranstaltungen sowohl in Bierkellern als auch im Freien hatten starken Zulauf. Erstmals am 3. November 1918 kamen auf Initiative der USPD auf der Theresienwiese gut tausend Menschen zusammen, um für Frieden zu demonstrieren und die Freilassung inhaftierter Streikführer zu fordern. Die bayerische Monarchie stürzte in der Folge als erste in Deutschland. Ihr Rückhalt war soweit geschwunden, dass ohne einen Schuss alle Münchner Kasernen, Polizeistationen und Zeitungen von den Aufständigen eingenommen wurden. Im Ersten Weltkrieg waren mehr als 13.000 Einwohner von München gefallen.

Hauptstadt des Freistaates Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Kriegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. November 1918 erklärte Kurt Eisner das Haus Wittelsbach für abgesetzt. Er proklamierte die Bayerische Republik und führte unter anderem das Frauenwahlrecht ein. Im Dezember kam es zum Münchner Zeitungsputsch. Eisner fiel am 21. Februar 1919 einem Mordanschlag des Grafen Arco zum Opfer. Daraufhin riefen links-revolutionäre Kräfte die Räterepublik aus. Sie war im April 1919 der Versuch, im fünf Monate zuvor ausgerufenen Freistaat Bayern eine sozialistische Republik nach rätedemokratischem Muster für Bayern durchzusetzen. Am 13. April 1919 wurde der Hauptbahnhof Zentrum der Kämpfe während des sogenannten Palmsonntagsputsches. Die gegen die Münchner Räterepublik vorgehenden Putschisten der Republikanischen Schutztruppe hatten sich zum Hauptbahnhof zurückgezogen und wurden schließlich von Rotgardisten unter dem Kommando des revolutionären Matrosen und Münchner Stadtkommandanten Rudolf Egelhofer nach Feuergefechten, die 21 Todesopfer forderten, besiegt.[20] Bereits im Mai 1919 wurde dann das Experiment der Räterepublik durch Reichswehr und Freikorps brutal beendet. Im Juni wurde dann mit Eduard Schmid zum ersten Mal ein Sozialdemokrat zum Ersten Bürgermeister der Stadt gewählt.

München und Bayern entwickelten sich nach der blutigen Niederschlagung der Räterepublik jedoch zur konservativ-nationalistischen „Ordnungszelle“ im Deutschland der Weimarer Republik, in der die „Brutstätten“ des Nationalsozialismus entstanden.[21] Im Lokal Fürstenfelder Hof fand im Januar 1919 die Gründung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) statt. Sie entwickelte sich später zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

NSDAP-Versammlung im Bürgerbräukeller, ca. 1923

Die allgemeine wirtschaftliche Lage war schwierig. Das Deutsche Reich hatte gemäß den Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles hohe Reparationen zu zahlen. Die Regierung versuchte dieses Problem zu lösen, indem sie mehr Geld druckte. Zusammen mit der schwierigen Wirtschaftslage führte dies 1923 zu einer Hyperinflation, unter der auch in München besonders Arbeiter, Angestellte und Rentner zu leiden hatten.

Feldherrnhalle – letzte Station des Hitlerputsches

Adolf Hitler rief am 8. November 1923 im Bürgerbräukeller zum Putsch gegen die amtierende Reichsregierung auf. Am nächsten Morgen setzte sich ein Demonstrationszug in Bewegung. Er endete gegen Mittag, als die bayerische Landespolizei vor der Feldherrnhalle das Feuer auf die Demonstranten eröffnete. Vier Polizisten und 16 Teilnehmer kamen dabei ums Leben. Hitler erhielt vom Gericht lediglich fünf Jahre Festungshaft mit der Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung nach neun Monaten. Im Braunen Haus in der Brienner Straße 34 befand sich dann die von 1930 bis 1945 bestehenden Parteizentrale der NSDAP. Hitlers Privatwohnung befand sich 1920–1929 in der Thierschstraße 41 und danach am Prinzregentenplatz.

Das kulturelle Leben der Stadt erholte sich langsam. Schon 1919 entstand der erste Kronebau, als feste Heimstatt des Zirkus Krone. Persönlichkeiten wie Lion Feuchtwanger, Bertolt Brecht, Peter Paul Althaus, Stefan George, Ricarda Huch, Joachim Ringelnatz, Oskar Maria Graf, Annette Kolb, Ernst Toller, Hugo Ball, Klaus Mann und Karl Valentin prägten diese Zeit. Karl Valentin und Liesl Karlstadt führen 1924 das Theaterstück „Raubritter von München“ in den Kammerspielen auf. Seit 1925 wirkte Otto Falckenberg an den Kammerspielen. 1928 erregte dann das erste Gastspiel von Josephine Baker im Bananen-Röckchen das Publikum im Deutschen Theater. 1929 erfolgte die Erstaufführung der „Dreigroschenoper“ von Berthold Brecht im Schauspielhaus. Im Deutschen Museum, das 1925 in einen Neubau auf der Museumsinsel zog, wurde 1931 die erste Fernsehsendung der Welt gezeigt. Im selben Jahr zerstörte ein Feuer den Münchener Glaspalast.

Schon 1927 gab es fast 50.000 Arbeitslose in München, 1931 waren es dann im Zuge der Weltwirtschaftskrise über 70.000 Arbeitslose. Bei der Reichstagswahl März 1933 erzielte die NSDAP in München 37 % der Stimmen. Nach der Machtergreifung wurden viele Ämter mit Parteimitgliedern besetzt (Gleichschaltung). Am 9. März wird am Neuen Rathaus die Hakenkreuzfahne gehisst, am 15. März tritt die bayerische Regierung zurück und am 22. März wird auch Oberbürgermeister Karl Scharnagl zum Rücktritt gezwungen. Heinrich Himmler wurde Polizeipräsident von München. Zahlreiche Intellektuelle wie Thomas Mann verließen die Stadt.

Im nahegelegenen Dachau richtete die SS das erste Deutsche Konzentrationslager ein, das KZ Dachau.

Am 10. Mai 1933 fand eine propagandistische Bücherverbrennung im Sinne des Nationalsozialismus auf dem Königsplatz statt. Mitte 1934 entledigte sich Hitler im so genannten Röhm-Putsch seiner innerparteilichen Rivalen in der SA. In einer später so genannten „Nacht der langen Messer“ (30. Juni / 1. Juli 1934) wurden Ernst Röhm und weitere auf Hitlers Anweisung am Tegernsee zusammengerufene Funktionäre der SA-Führung verhaftet und – zum Teil noch in derselben Nacht – in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim ermordet.

Haus der Kunst

In den Jahren 1935 bis 1945 führte München den Titel „Hauptstadt der Bewegung“. 1937 erhielt es zusätzlich den Titel „Hauptstadt der deutschen Kunst“. Während im neu eröffneten Haus der Kunst die Kunst nach den Vorstellungen des Regimes ausgestellt wurde, prangerten die Nationalsozialisten in einer Ausstellung im Hofgarten die so genannte „Entartete Kunst“ an. Heute noch erhaltene Bauten aus der Zeit sind beispielsweise die ehemalige NSDAP-Zentrale (heute Musikhochschule), das Haus der Kunst und das Luftgaukommando (heute Staatsministeriums für Wirtschaft) in der Prinzregentenstraße, das Nordbad und die Oberfinanzdirektion (Sophienstraße).

Hitler mit Mussolini in der Ludwigstraße
In der Reichspogromnacht zerstörte Synagoge, Herzog-Rudolf-Straße

1937/38 begann in großem Umfang die Arisierung jüdischer Unternehmen. Erste Ansätze dazu hatte es seit 1933 gegeben; sie basierten auf einer eigens angelegten „jüdischen Gewerbekartei“.

Die Stadt sollte großflächig zu einer „Führerstadt“ umgebaut werden, zuständiger Architekt dafür war Hermann Giesler. Dieses Vorhaben wurde von Münchens Oberbürgerbürgermeister Karl Fiehler bejubelt, der sein Amt von 1933 bis 1945 innehatte. Er sagte: „Durch die Schaffung Großdeutschlands ist München noch mehr in den Mittelpunkt des Reiches gerückt.“ Er begrüßte auch die Ausdehnung der Stadtgrenzen und erklärte zu den Nachbargemeinden: „Ich bin überzeugt, daß diese das Opfer ihrer Selbständigkeit gerne bringen, um auf solche Weise zum Erfolg des Werkes des Führers beizutragen.“[22] 1938 erfolgte die Eingemeindung umfangreicher Gebiete im Westen von München, darunter auch die der bis dahin selbstständigen Stadt Pasing mit ihrer Kunstgewerbeschule und Lehrerbildungsanstalt – wegen der Bedeutung dieses neuen Stadtteils allerdings mit eigener, nur dem Münchener Oberbürgermeister unterstellter Bezirksverwaltung. Schon 1934 begann der Bau der Chiemsee-Autobahn nach Salzburg. Im Oktober 1939 erfolgte die Eröffnung des Flughafens München-Riem.

Münchener Abkommen. Von links: Chamberlain, Daladier, Hitler, Mussolini, und der italienische Außenminister Graf Galeazzo Ciano

Mitte 1938 verfügte der Gauleiter Adolf Wagner den Abriss der evangelischen Stadtpfarrkirche St. Matthäus in der Sonnenstraße unweit des Stachus, und zwar angeblich um die Verbreiterung der Sonnenstraße auf Berliner Maße durchführen zu können. Als eigentlicher Anlass vermutet wird die schwelende Animosität des NS-Regimes gegen den bayerischen Landesbischof Hans Meiser, der eine Gleichschaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern durch die Deutschen Christen und damit ein Aufgehen in der „Reichskirche“ zu verhindern versuchte.

Am 29. September 1938 fand im Führerbau in der Arcisstraße die Unterzeichnung des Münchner Abkommens statt. Der britische Premierminister Neville Chamberlain und der französische Ministerpräsident Édouard Daladier stimmten darin der Abtrennung des Sudetenlands von der Tschechoslowakei zu; die Wehrmacht besetzte es innerhalb von zehn Tagen.

Die Münchner Synagogen wurden bereits Wochen vor der eigentlichen Reichspogromnacht zerstört. So fiel auch die Hauptsynagoge am Lenbachplatz der Plünderung und Brandschatzung zum Opfer, da sie Hitler bei einem Stadtbesuch „störend“ ins Auge gefallen war. Am 9. November 1938 hielt im Alten Rathaus Joseph Goebbels eine Rede, die als Auftakt der Reichskristallnacht gilt. In der Reichskristallnacht wurden dann auch die Synagogen in der Herzog-Rudolf-Straße und in der Reichenbachstraße durch Brandstiftung zerstört und zahlreiche Geschäfte und Wohnungen jüdischer Münchener wurden vor den Augen der Polizei verwüstet und geplündert. Die männlichen wohlhabenden jüdischen Bewohner wurden anschließend in Konzentrationslager verschleppt, um sie zur Emigration zu nötigen und ihr Vermögen einzuziehen. Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen kamen mehrere jüdische Mitbürger zu Tode.[23][24]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahnmal für die Weiße Rose vor der LMU München

Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg begann herrschte keine Kriegseuphorie und nationaler Überschwang wie 1914. In den Tageszeitungen lief eine massive Kampagne gegen Polen und andere spätere Kriegsgegner. Zur Kriegsvorbereitung wollte man die Bevölkerung auf den Willen der Führung einschwören und betrieb dazu Stimmungsmache. Im Sommer wurden die ersten Männer einberufen, die Requirierung von privaten Lastwägen begann, Rationierungen wurden eingeteilt und ein Bezugsscheinsystem für Güter eingeführt. Am 19. September lud das städtische Kulturamt zu einer Besprechung ein, in der es um das kulturelle Leben in der Kriegszeit geht. Derweil trafen am 8. Oktober 360 bereits verwundete deutsche Soldaten in einem Transportzug in München ein.

Am 8. November 1939 scheiterte Georg Elsers Attentat auf Adolf Hitler im Bürgerbräukeller. Weil Hitlers geplanter Rückflug nach Berlin wegen Nebels ausfiel und er stattdessen auf einen Sonderzug ausweichen musste, redete er viel kürzer als sonst und verließ mit seinem Führungsstab das Gebäude bereits 13 Minuten vor der Explosion von Elsers Zeitbombe. Am 18. Juni 1940 kam es nach dem Westfeldzug zu einer weiteren Zusammenkunft Hitlers mit Mussolini in München, um sich über das Angebot des französischen Marschalls Pétain auf Waffenstreckung zu besprechen.

Von den 12.000 Juden in München waren bis zum Beginn des Holocaust rund 7.500 geflüchtet. Im November 1940 fand die erste Judendeportation aus dem Stadtgebiet statt. Es folgten 42 weitere Transporte mit rund 3.000 Personen. Die meisten davon Betroffenen ermordete die SS. Die amerikanische Armee fand nach der Befreiung Münchens lediglich 84 überlebende Juden in der Stadt.

Immer mehr Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene kamen in die Stadt. Während des Zweiten Weltkrieges existierten zahlreiche Lager für NS-Zwangsarbeit (KZ-Außenlager und Außenkommandos, Kriegsgefangenenlager sowie Zivilarbeiterlager) im Raum München.[25]

Das zerstörte Siegestor

Die NS-Machthaber verurteilten Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst von der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ 1943 in München zum Tode. Die Studenten hatten gemeinsam mit einem kleinen Kreis von Kommilitonen und Dozenten in der Ludwig-Maximilians-Universität zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen. Im Februar hatte ein Hausmeister die Geschwister Scholl bei einer Aktion in der Ludwig-Maximilians-Universität beobachtet, denunziert und festnehmen lassen. Der Prozess vor dem Volksgerichtshof fand im Münchner Justizpalast statt, die Hinrichtung in der Strafanstalt München-Stadelheim. Die Mitstreiter Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber bezahlten ihren Widerstand gegen die Nationalsozialisten ebenfalls mit dem Leben.

Noch 1942 waren mit Aubing und Langwied zum bisher letzten Mal Umlandgemeinden der Stadt einverleibt worden. Wie alle deutschen Großstädte war auch München im Zweiten Weltkrieg Ziel alliierter Luftangriffe. Sie galten überwiegend der Industrie sowie wichtigen Bahnanlagen. Flächenbombardements trafen aber auch die Zivilbevölkerung schwer und zerstörten viele Kulturdenkmäler (Luftangriffe auf München). Wegen der geographischen Lage der Stadt wurde München zunächst jedoch lange Zeit von Luftangriffen fast gänzlich verschont, was der Stadt den Namen „Luftschutzkeller des Reiches“ einbrachte. Bereits ab dem Jahre 1933 gab es jedoch in München Luftschutzübungen, am 10. März 1940 kam es erstmals zu einem Luftangriff auf München. Die britische Royal Air Force begann im September 1942 mit ersten Angriffen. Vom Frühjahr 1944 an beteiligten sich zunehmend Verbände der US Army Air Force, die von Italien und England aus starteten. Die schwersten Schäden richtete die RAF in der Nacht vom 7. auf den 8. Januar 1945 an, als in zwei Wellen etwa 2000 Tonnen Bomben auf die Innenstadt Münchens fielen. Dabei wurden etwa 82.000 Wohnungen zerstört. Die Kinderlandverschickung wurde auf Veranlassung von Gauleiter Paul Giesler erst ab August 1943 auch für die Münchner Schulkinder zum Alltag.

Am 30. April 1945 besetzten Einheiten der 7. US-Armee München. Kurz zuvor war die Freiheitsaktion Bayern gescheitert. 1947 wurde der frühere Feilitzschplatz zu Ehren der Widerstandsbewegung in Münchener Freiheit umbenannt.

Bis Kriegsende war durch 73 Luftangriffe die historische Altstadt zu 90 % und die Stadt insgesamt zu 50 % zerstört. Über 6.000 Menschen fanden bei Luftangriffen den Tod, etwa 15.000 wurden verletzt. Die Zahl der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Münchener wird auf mindestens 33.000 geschätzt. Auch infolge Evakuierung und Flucht reduzierte sich die Bevölkerungszahl von 824.000 im Jahr 1939 auf 479.000 unmittelbar nach Kriegsende.

Nachkriegszeit 1945–1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flug über München kurz nach Kriegsende

München gehörte zur amerikanischen Besatzungszone. Am 4. Mai 1945 wurde zunächst Dr. Karl Scharnagl (nun CSU) als Oberbürgermeister der Stadt von der amerikanischen Besatzungsmacht wieder eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in München der Wiederaufbau. Der Schriftsteller Eugen Roth („Ein Mensch …“), gerade selbst „ausgebombt“, hatte über das Wie schon in dem Artikel nachgedacht, der am 13. Januar 1945 unter der Überschrift „München als ewiges Besitztum“ in den Münchner Neuesten Nachrichten erschien und in dem es heißt: „Es wird trotzdem auch künftig eine Stadt geben, die nicht nur München heißt, sondern auch München ist, so, wie Rom heute und immer Rom ist. Das alte München wird es wohl nicht mehr sein, kann es, ja soll es nicht mehr werden. Denn wir haben in einer Stadt gelebt, die in Jahrhunderten gewachsen ist, wir möchten in keiner leben, die ‚beinah täuschend‘ so ausschaut, wie früher. Wie und was da noch erhalten, wieder aufgebaut werden kann, ist eine Frage, die vor dem Frieden nicht beantwortet werden kann. Manches wird überraschend schnell in erträgliche Bahnen gebracht werden. Das was uns bleibt und das wir würdig wieder instandsetzen können, werden wir als köstlichstes Vermächtnis bewahren.“[26]

800 Jahre München, Feuerwerk auf der Theresienwiese 1958

Thomas „Dammerl“ Wimmer, Münchener Oberbürgermeister von Juli 1948–1960, forderte mit den (sprichwörtlich gewordenen) mundartlichen Worten rama dama (auf Hochdeutsch etwa „aufräumen tun wir“) die Bevölkerung auf, die Trümmer und Ruinen des Zweiten Weltkrieges wegzuräumen. Bei der Rekonstruktion des Stadtbildes legte man – anders als in vielen anderen deutschen Städten – Wert darauf, die historische Straßenführung nicht zu verändern und alle bedeutenden Gebäude möglichst originalgetreu wiederherzustellen.

Manschette von achtzehn Postkarten mit Motiven zerstörter Münchner Kirchen. Diese sollten die Bevölkerung dazu anregen, finanzielle Mittel zu erbringen. Als „Bausteine für den Wiederaufbau“ wurden sie vom Verlag Katholische Kirche Bayerns in verschiedenen Serien herausgegeben und waren mit Aquarellen von G. Reitz illustriert.

Auch wenn viele Bauten zumindest im Äußeren wiederhergestellt wurden, wurde das Gesicht der Stadt durch einige Abrisse und Baumaßnahmen wie den Altstadtring dennoch vielerorts verändert (Zweite Zerstörung Münchens).

Das politische, kulturelle und wirtschaftliche Leben begann sich rasch zu normalisieren. Am 6. Juni 1947 fand in München die Konferenz aller deutschen Ministerpräsidenten statt. 1949 nahm der Bayerische Landtag seinen Sitz im Maximilianeum. Die Währungsreform 1948 und ein Wirtschaftsaufschwung ab etwa 1950 spielten hierbei eine entscheidende Rolle. Großunternehmen wie Siemens, BMW und MAN machen München in der Nachkriegszeit zu einer der wichtigsten Industriestädte der Bundesrepublik. Im September 1949 fand das erste Oktoberfest nach dem Krieg statt.[27] Das bayerische Fernsehen startete offiziell 1954. Die Fernsehstudios und die der privaten Konkurrenz befinden sich heute außerhalb Münchens, in Unterföhring. Im selben Jahr gab es die erste Städtepartnerschaft mit Edinburgh, sechs weitere sollten folgen (Verona, Bordeaux, Sapporo, Cincinnati, Kiew und Harare). 1956 wurde die Münchner Lach- und Schießgesellschaft gegründet.

Am 1. Oktober 1952 wurde die Stadt erstmals verkleinert, der 1942 als Teil der Gemeinde Langwied eingemeindete Gemeindeteil Gröbenzell wurde in die neugebildete Gemeinde Gröbenzell im Landkreis Fürstenfeldbruck ausgegliedert.[28] Am 15. Dezember 1957 überschritt München dennoch die Eine-Million-Einwohner-Grenze. Mit der Geburt des Pasingers Thomas Seehaus wurde München zur Millionenstadt. Sein Pate wurde Oberbürgermeister Thomas Wimmer.[29]

U-Bahn-Bau in der Ludwigstraße (1967)

1960 wurde Hans-Jochen Vogel (SPD) Oberbürgermeister als Nachfolger von Thomas Wimmer (SPD). Die Veranstaltung des Eucharistischen Weltkongresses 1960 hatte Bedeutung für München als erstes internationales Großereignis der Nachkriegszeit. In den 60er Jahren entstanden neue Satellitenstädte wie Neuperlach und Hasenbergl. Aus der 1962 von Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin gegründeten Münchner Wehrkundetagung ging die Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik hervor. Alljährlicher Tagungsort ist das Hotel Bayerischer Hof. 1966 entstand die Hochschule für Fernsehen und Film München.

Der steile Aufschwung Münchens durch das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit wurde jedoch auch durch zahlreiche Unglücke und Gewalttaten überschattet. Im März 1952 explodierte ein an Bundeskanzler Konrad Adenauer adressiertes Päckchen im Polizeipräsidium München und tötete den Polizeibeamten Karl Reichert. Als sich im Zug der Ermittlungen herausstellte, dass die Spuren zu Splittergruppen der 1948 aufgelösten jüdischen Partisanen- und Untergrundorganisation Irgun führten, entschloss sich die Bundesregierung, das Beweismaterial geheim zu halten, um keine antisemitischen Reaktionen in der Öffentlichkeit zu provozieren. 1959 wurde der ukrainische Exilpolitiker Stepan Bandera in München ermordet. Am 6. Februar 1958 kam es zu einem tragischen Flugzeugunglück auf dem damaligen Flughafen München-Riem. Unter den Verunglückten war die Fußballmannschaft von Manchester United. Ein weiteres schweres Unglück ereignete sich am 17. Dezember 1960, als ein Passagierflugzeug den Turm der Sankt-Pauls-Kirche streifte und anschließend auf eine vollbesetzte Straßenbahn fiel. Die beiden Katastrophen ließen erstmals Rufe nach Verlegung des Flughafens München-Riem laut werden. In Schwabing kam es im Zuge der Studentenbewegung wiederholt zu Studenten- und Jugendkrawallen (Schwabinger Krawalle). Nach den Unruhen erarbeitete die Münchener Polizei ein Konzept, das erstmals in Deutschland auf Ansätze zur Deeskalation setzte, um zukünftige Ereignisse dieser Art zu vermeiden („Münchner Linie“). Dennoch wurden bei den Osterunruhen 1968 zwei Menschen in München getötet. Als eine Folge der 68er-Bewegung gründete sich um den Münchner Andreas Baader, sowie Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof die terroristische Rote Armee Fraktion (RAF). 1971 ereignete sich dann der erste Bankraub mit Geiselnahme und Lösegeldforderung im Nachkriegsdeutschland in der Prinzregentenstraße.

Sondermarke der Deutschen Bundespost mit dem Olympiagelände zu den Olympischen Spielen 1972

1972 fanden dann die XX. Olympischen Sommerspiele im neu erbauten Olympiapark auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Oberwiesenfeld statt. Geplant waren die Spiele als die „heiteren Spiele“ als bewusster Kontrast zu den Propagandaspielen der Nationalsozialisten im Jahre 1936. Dieser Eindruck unbeschwerter und friedlicher Spiele wurde jedoch durch die Geiselnahme von München jäh zerstört, als am 5. September durch Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September israelische Sportler als Geiseln genommen wurden. Der Befreiungsversuch der deutschen Behörden in Fürstenfeldbruck endete in einer Katastrophe: Alle elf israelischen Geiseln, ein Polizist und fünf palästinensische Terroristen starben.

Aufgrund dieser Großveranstaltung erfuhr der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs eine wesentliche Beschleunigung durch den Betriebsstart von U-Bahn und S-Bahn rechtzeitig zu den Olympischen Spielen: Die Münchner U-Bahn wurde erst am 19. Oktober 1971 eröffnet und befährt mittlerweile ein Streckennetz von mehr als 100 km. Im Jahr darauf wurden die Vorortbahnen zur S-Bahn München zusammengefasst. Zudem wurde zwischen der Neuhauser- und der Kaufingerstraße in der Münchner Innenstadt die Fußgängerzone eröffnet. 1974 wurde München dann einer der Austragungsorte der Fußballweltmeisterschaft. Im Olympiastadion fand neben weiteren Spielen das Finale statt.

BMW Hochhaus und Museum (1972)

1978 ermöglichten Flügelkämpfe der Münchner SPD die Wahl des CSU-Kandidaten Erich Kiesl, der nach einer Wahlperiode bereits wieder von seinen Vorgänger Georg Kronawitter (SPD) abgelöst wurde. Mehrere Großprojekte der Stadtentwicklung wurden in der Folgezeit auf den Weg gebracht. Schon 1981 erfolgte die Eröffnung des Neubaues der Neuen Pinakothek. Im selben Jahr nimmt das Europäische Patentamt in einem Neubau an der Isar seine Arbeit auf. Pläne auch das Europäische Markenamt nach München zu holen scheitern jedoch. 1983 Die IGA 1983 fand im neu entstanden Westpark statt. 1985 fand die Eröffnung des umstrittenen neuen Kulturzentrums am Gasteig statt.

Zu Beginn der 1980er Jahre wechselten sich weiterhin politische Verwerfungen und Großereignisse ab. Bei einem Attentat am 26. September 1980 auf dem Oktoberfest starben 13 Menschen, 218 wurden verletzt. Der Attentäter, der aus dem neonazistischen Umfeld stammte, kam bei dem Attentat selbst ums Leben. Seitdem erinnert ein Mahnmal am Eingang des Oktoberfests an diesen Vorfall. Im Folgejahr wurde ein Bombenattentat auf den Radio Free Europe verübt, der seit 1950 sein Hauptquartier in München hatte. 1981 wurden mehrere versuchte Hausbesetzungen durch Jugendliche bereits nach kurzer Zeit zum Teil gewaltsam beendet. In der Folge kommt es zu Anschlägen durch die Gruppe Freizeit 81. 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. München. In der Rudi-Sedlmayer-Halle wurde der 28. Eurovision Song Contest 1983 ausgetragen.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich das Glockenbachviertel zu einem Zentrum der Schwulenbewegung, zahlreiche Künstler wie Rainer Werner Fassbinder und Freddy Mercury ließen sich dort nieder. 1988 wurde die Münchener Biennale von Hans Werner Henze ins Leben gerufen.

1984 erlebte München ein extrem schweres Hagelunwetter. Die Gesamtschäden in München und Umgebung wurden auf rund drei Milliarden DM geschätzt. (→ Hagelsturm von München)

Das Ende der Nachkriegszeit und der DDR machte sich 1989 auch in Münchens Verwaltung bemerkbar: Aufgrund verstärkter Ausreisen und der Massenflucht von DDR-Bürgern über Ungarn in die Bundesrepublik kamen im Laufe des Herbstes viele DDR-Bürger in der Stadt an. Nachdem München dann im Dezember die einzige Stadt in Bayern war, die den DDR-Besuchern bis Jahresende zu den 40 DM Begrüßungsgeld vom Freistaat auch ein kommunales für den Zweitbesuch von 50 DM zahlen wollte, kamen täglich Tausende von DDR-Bürgern nach München und reihten sich in die Schlangen vor den Zahlstellen ein, so dass das Städtisches Zweitbegrüßungsgeld mit einer Dringlichkeitsanordnung noch vor Jahresende gestoppt wurde.

Jüngste Vergangenheit von 1990 bis zur Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 wurde Christian Ude (SPD) Oberbürgermeister der Stadt als Nachfolger Georg Kronawitters, im selben Jahr erfolgte nach langem Streit die Eröffnung der Bayerische Staatskanzlei im Hofgarten.

Luftbild Innenstadt mit der Frauenkirche und der Peterskirche (Foto 2009)

Auch in den 1990er Jahren wurde die Stadtentwicklung durch mehrere Großprojekte vorangebracht. 1992 kam es nach langen Auseinandersetzungen zur Eröffnung des neuen Münchner Flughafens Franz Josef Strauß im Erdinger Moos. Der alte Münchner Flughafen in Riem wurde innerhalb einer Nacht auf das neue Areal umgezogen. München entwickelte sich zu einem wichtigen High Tech Standort. 1992 fand dann auch der Weltwirtschaftsgipfel in München statt. 1998 wurde zudem die Neue Messe in der neuen Messestadt Riem auf dem Areal des ehemaligen Flughafens eröffnet. Heute ist dort noch der alte Tower des Flughafens, ein roter Backsteinbau, zu sehen. Auf dem Gelände der alten Messe in der Nähe der Theresienwiese wurde weiterhin ein umfassendes innerstädtisches Entwicklungsprogramm vorangetrieben, in dessen Rahmen ein Wohn- und Geschäftsviertel neu entstand. Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums ist dort inzwischen ebenfalls zu finden. 1996 griffen dann die Münchner Bürger selbst in politische Entscheidungen ein: Mit einem ersten Bürgerbegehren, das 50,7 Prozent der Wähler unterstützen, wurde die Stadt zum Bau von drei Straßentunnels am Mittleren Ring gezwungen, was diese mit der Erhöhung der Gewerbesteuer beantwortete.

Von 2000 bis 2011 wurde die Flusslandschaft der Isar in dem acht Kilometer langen Abschnitt im Bereich zwischen Großhesseloher Brücke und Deutschem Museum unter dem Motto „Neues Leben für die Isar“ mit großem Aufwand naturnah gestaltet. Dabei entstand sogar eine weitere Isarinsel, die Weideninsel. 2002 wurde die Panzerwiese und das angrenzende Hartelholz zum Naturschutzgebiet und Fauna-Flora-Gebiet ernannt.

Pinakothek der Moderne, Rotunde

2002 erfolgte die Eröffnung der Pinakothek der Moderne im Kunstareal München, das in der Folge mit den Neubauten für das Museum Brandhorst und das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst sowie dem Erweiterungsbau für das Lenbachhaus weiter ausgebaut wurde. Am 21. November 2004 entschieden die Münchner dann in einem Bürgerentscheid, dass in Zukunft keine Hochhäuser, die 100 Meter (Höhe der Türme der Frauenkirche) übersteigen, im Stadtgebiet errichtet werden dürfen. Anlass war die Fertigstellung einer Reihe neuer, teilweise umstrittener Hochhäuser wie des Uptown München und der Highlight Towers.

Weitere Großbauten bereicherten zu Anfang des neuen Jahrtausend das Stadtbild. Am 30. Mai 2005 wurde nach 30 Monaten Bauzeit das neue Fußballstadion, die Allianz Arena, fertiggestellt und eingeweiht. Am 5. September 2005 wurde die Schrannenhalle in der Nähe des Viktualienmarkts wiedereröffnet. Am 9. November 2006, drei Jahre nach der Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz erfolgte die Einweihung der neuen Hauptsynagoge. Endgültig fertiggestellt wurde das Jüdische Zentrum dann 2007. Am 20. Oktober 2007 wurde BMW Welt am Olympiapark eröffnet. Ab Ende 2006 wurde ein Zentraler Omnibus-Bahnhof an der S-Bahnhaltestelle Hackerbrücke in der Nähe des Hauptbahnhofes erbaut und nach dreijähriger Bauzeit 2009 fertiggestellt.

Als erste deutsche Großstadt stellte München ab 2003 bis 2008 seine EDV zu großen Teilen auf Linux und freie Software um, hierfür wurde eine eigene Linuxdistribution mit dem Namen LiMux entwickelt. (Siehe auch Linux in staatlichen Einrichtungen). Seit 2006 gehören sowohl die Ludwig-Maximilians-Universität als auch die Technische Universität München zu den ersten, anfangs nur drei deutschen Eliteuniversitäten.

Zum Christopher Street Day erstrahlte die Allianz Arena in Regenbogenfarben.
BMW Welt

Auch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends erlebte München zahlreiche Großereignisse. Die BUGA 2005 – Bundesgartenschau fand 2005 in München in der Nähe der Messe Riem statt. Am 9. Juni 2006 folgte die Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland in der neuen Allianz Arena in Fröttmaning. Vom 9. bis 11. September 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. als dritter Papst München und hielt einen Gottesdienst am Messegelände in Riem. Der zweite Ökumenische Kirchentag hat vom 12. bis 16. Mai 2010 in München stattgefunden.

2010 scheiterte der Bau der Moschee Sendling aus finanziellen Gründen. Wie schon lange zuvor beim Bau protestantischer Kirchen (St. Lukas) und Synagogen (Alte Hauptsynagoge) gab es Proteste und den Wunsch der Gegner keinen prominenten stadtbildenden Bauplatz zur Verfügung zu stellen.

Am frühen Donnerstagvormittag des 15. November 2012 fiel in weiten Teilen der Stadt der Strom aus. Bis zu 450.000 Bürger waren dabei betroffen. Straßenampeln fielen aus, S- und U-Bahn wurden erheblich im Fahrplanablauf gestört. Im November 2013 erregte auch der Schwabinger Kunstfund großes Aufsehen.

Das DFB-Präsidium entschied im August 2013 sich mit München als Austragungsort für die Fußball-EM 2020 zu bewerben, die in ganz Europa stattfinden soll. Eine Bewerbung um die Winterspiele 2022 scheiterte dagegen an einem Volksentscheid im November 2013. Mit ihrer Bewerbung für die Spiele 2018 war München zuvor ebenfalls gescheitert.

Im September 2015 kamen auf Grund der Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 von heute auf morgen täglich Tausende Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof an. Spontan wurden sie damals von zahlreichen Einheimischen mit kleinen Geschenken begrüßt.

Am 22. Juli 2016 wurden bei einem Anschlag neun Menschen getötet, vier verletzt und bei entstandenen Paniken wurde mindestens 32 Menschen verletzt.

Im Dezember 2016 einigten sich Freistaat und Deutsche Bahn für die S Bahn neben einer zweiten Stammstrecke auch den Ausbau von Nordring und Sendlinger Spange zu planen. Ende des Jahres 2016 erreichte die Einwohnerzahl einen neuen Rekord von anderthalb Millionen Menschen. Im Jahre 2016 kamen in München 18 107 Babys zur Welt. Das sind fast 1000 mehr als im Jahr davor und ebenfalls ein neuer Rekord.[30] Obwohl weiterhin Neubaugebiete erschlossen wurden, so im Westen Freiham, als etwa 350 ha großes Stadterweiterungsgebiet, erreichten sowohl die Immobilien- als auch die Mietpreise einen deutschen Spitzenplatz. Unterdessen geht die Gentrifizierung der Stadt immer rücksichtsloser voran: Im Oktober 2017 entschied die Stadt jedoch, dass das trotz eines Baustops abgerissene, unter Denkmalschutz stehende Uhrmacherhäusl in Giesing wieder original aufzubauen sei.[31]

Im Oktober 2017 wurde auch das Ergebnis der Planungen für ein neues Konzerthaus im Werksviertel am Ostbahnhof bekanntgegeben: Neben einem großen Konzertsaal für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit 1800 Plätzen soll ab Frühsommer 2018 auf dem Gelände der ehemaligen Pfanni-Knödelfabrik auch ein kleinerer Saal mit 600 Plätzen entstehen. Die Kosten für das Projekt von Cukrowicz Nachbaur Architekten werden auf mehr als 300 Millionen Euro geschätzt.

Persönlichkeiten der Stadtgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

München und insbesondere Schwabing hat schon seit langem bedeutende Künstler aller Art angezogen. Diese schufen eine endlose Zahl großer und kleiner Kunstwerke, die oftmals in Museen zu besichtigen sind oder sogar das Stadtbild prägen. Viele Namen sind in den Straßennamen verewigt. Von der fast endlosen Liste berühmter Persönlichkeiten, die in München geboren wurden oder dort gewirkt haben, hier eine Auswahl:

Erasmus Grasser, Hubert Gerhard, Johann Baptist Straub, Ignaz Günther, Hans Krumpper, Ludwig von Schwanthaler (Bildhauer), Johann Baptist Stiglmaier (Bildhauer und Neubegründer des monumentalen Erzgusses), Cosmas Damian Asam (Maler und Baumeister) und Egid Quirin Asam (Bildhauer und Baumeister), Johann Baptist Zimmermann (Maler und Stuckateur), Giovanni Antonio Viscardi, Enrico Zuccalli, Joseph Effner, Johann Michael Fischer, François de Cuvilliés der Jüngere, Gustav von Vorherr, Carl von Fischer, Leo von Klenze, Friedrich von Gärtner (Baumeister), Jan Polack, Peter Candid, Hans von Aachen, Carl Rottmann, Wilhelm von Kaulbach, Carl Spitzweg, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Wilhelm Leibl (Maler), Paul Heyse, Henrik Ibsen (Schriftsteller), Orlando di Lasso, Giovanni Battista Ferrandini, Giuseppe Antonio Bernabei, Pietro Torri, Wolfgang Amadeus Mozart,Richard Wagner, Richard Strauss, Franz Lachner, Max Reger, Carl Orff (Komponisten).

Schwabing zog eine große Zahl an Künstlern um die Jahrhundertwende und während der Weimarer Republik an: insbesondere Maler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke und Alfred Kubin, dazu Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, Frank Wedekind, Franziska Gräfin zu Reventlow, Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Bert Brecht, Oskar Maria Graf, Marianne von Werefkin. Die bekannte Künstlerverbindung der Expressionisten, der Blaue Reiter, hat in München seinen Ursprung.

Wissenschaftler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Mittelalter wurde München unter Kaiser Ludwig dem Bayern ein wichtiger Ort des Geisteslebens, an seinen Hof hatten sich unter anderem die Theologen und Philosophen Marsilius von Padua und Wilhelm von Occam geflüchtet. Im späten 18. Jahrhundert reorganisierte mit Benjamin Thompson ein renommierter Naturwissenschaftler von München aus das bayerische Staatswesen.

Seit dem 19. Jahrhundert ist München ein Zentrum der Wissenschaften. Forscher und Erfinder wie Alois Senefelder, Joseph von Fraunhofer, Justus von Liebig, Carl von Linde, Rudolf Diesel, Oskar von Miller, Georg Simon Ohm, Emil Kraepelin, Alois Alzheimer arbeiteten in München und der junge Albert Einstein besuchte das Luitpold Gymnasium. Zahlreich sind die Nobelpreisträger, die in München lehrten, von Wilhelm Conrad Röntgen im Jahre 1901 bis Theodor Hänsch 2005.

Stadtoberhäupter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das neue Rathaus und die Mariensäule auf dem Marienplatz

Die Führung der Stadt oblag seit dem 13. Jahrhundert dem Rat, der sehr unterschiedliche Bezeichnungen hatte (Consules, Die Burger aus dem Haus, Die Ratgeben). An dessen Spitze stand ein Bürgermeister, der ebenfalls im Laufe der Zeit verschiedene Bezeichnungen hatte. Anfang des 19. Jahrhunderts leitete der Magistrat die Stadtverwaltung. Ihm standen zwei Bürgermeister vor. 1810 gab es einen Munizipalrat nach dem Vorbild der französischen Republik und ab 1818 wieder einen Magistrat. München war ab jenem Zeitpunkt eine Stadt 1. Klasse. Dem Magistrat standen zwei Bürgermeister vor. Daneben gab es als zweite Kammer die „Gemeindebevollmächtigten“. Dieses Verwaltungssystem wurde 1869 reformiert, dem Grunde nach jedoch beibehalten. Erst ab 1919 gab es nur noch ein Einkammersystem. Magistrat und Gemeindebevollmächtigte wurden zum Stadtrat vereinigt. Die Leitung der Stadt oblag dem ehrenamtlichen, von den Bürgern beziehungsweise ab 1924 vom Gemeinderat gewählten 1. Bürgermeister und einem hauptamtlichen 2. Bürgermeister. Ab 1935 erhielt der Erste Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. An seiner Seite gab es Beigeordnete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Stadtrat und Oberbürgermeister zunächst von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzt, ab 1946 wurde der Stadtrat bereits wieder von der Bevölkerung gewählt. Der Oberbürgermeister wurde ab 1952 ebenfalls wieder von der Bevölkerung der Stadt gewählt.

Seit 1948 stellt die SPD fast ununterbrochen die Bürgermeister der Stadt, einzige Ausnahme war Erich Kiesl (CSU) von 1978 bis 1984. Derzeitiges Stadtoberhaupt ist seit 1. Mai 2014 Dieter Reiter (SPD), welcher Christian Ude (SPD) nach 21 Jahren im Amt abgelöst hat.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Bauer, Ernst Piper: München. Die Geschichte einer Stadt. R. Piper GmbH & Co. KG, München, Zürich 1993, ISBN 3-492-03182-X.
  • Richard Bauer (Hrsg.): Geschichte der Stadt München. C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München 1992, ISBN 3-406-35946-9.
  • Richard Bauer: Geschichte Münchens, Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Sonderausgabe, Verlag C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57288-3.
  • Joachim Käppner, Wolfgang Görl, Christian Mayer (Hrsg.): München. Die Geschichte der Stadt. Süddeutsche Zeitung Edition, München 2008, ISBN 978-3-86615-622-7.
  • Hans F. Nöhbauer: München. Eine Geschichte der Stadt und ihrer Bürger. Band 1: von 1158 bis 1854. Süddeutscher Verlag, München 1989, ISBN 3-7991-6427-8.
  • Hans F. Nöhbauer: München. Eine Geschichte der Stadt und ihrer Bürger. Band 2: von 1854 bis zur Gegenwart. W. Ludwig Buchverlag, München 1992, ISBN 3-7787-2126-7.
  • Franz Schiermeier: Stadtatlas München, Karten und Modelle von 1570 bis heute. Herausgegeben vom Stadtarchiv München und vom Münchner Stadtmuseum. 2003, ISBN 3-9809147-0-4.
  • Helmuth Stahleder: Chronik der Stadt München. Für das Stadtarchiv München herausgegeben von Richard Bauer. Dölling und Galitz Verlag, München 2005.
  • Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Hrsg.): stadt bau plan, 850 Jahre Stadtentwicklung München, DVD zur Ausstellung im Referat für Stadtplanung und Bauordnung. Franz Schiermeier Verlag, München 2009, ISBN 978-3-9811425-8-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. welt.de (Forscher finden 3000 Jahre altes Grab in München)
  2. a b muenchen.de (Ausgrabungen in Freiham)
  3. boier.de (Boier in Bayern)
  4. munichkindl.net (Der Stamm der Bajuwaren entsteht)
  5. munichkindl.net (Gründung Münchens)
  6. Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. C. H. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-55206-9, München, S. 171 (Google Books [abgerufen am 17. November 2014]).
  7. Michael Weithmann: Burgen in München. Stiebner Verlag, München 2006, ISBN 3-8307-1036-4, S. 52–53.
  8. Bauer: Geschichte Münchens. 2008, S. 32.
  9. Lateinische Stadtnamen (Lexicum nominum geographicorum latinorum)
  10. munichkindl.net (Gründung Münchens)
  11. Altmann, Regensburg 2008, Seite 4.
  12. Christian Hege: Munich (Freistaat Bayern, Germany). In: Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online
  13. Anna Bauer-Wild: Das Lusthaus Albrechts V. und seine Deckenbildausstattung. In: Denkmäler am Münchner Hofgarten Forschungen und Berichte zu Planungsgeschichte und historischem Baubestand. München 1988, S. 28–44. Michael Petzet: Die Arkaden am Unteren Hofgarten und die Münchner Architektur der Renaissance. In: Denkmäler am Münchner Hofgarten Forschungen und Berichte zu Planungsgeschichte und historischem Baubestand. München 1988. S. 9–27.
  14. muenchen.de (Der Traum von der Kaiserresidenz)
  15. historisches-lexikon-bayerns.de (Auswärtige Gesandtschaften in München)
  16. www.mvp.uni-muenchen.de (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.is)
  17. Psychiatrie-Patient Otto I. Abgerufen am 11. August 2017.
  18. 1910 waren es 306.169 bei einer Gesamt-Bevölkerungszahl von 596.467 – München – Musenstadt mit Hinterhöfen. Die Prinzregentenzeit 1886 bis 1912, hrsg. v. Friedrich Prinz und Marita Krauss, C. H. Beck, München 1988, S. 330.
  19. br.de (Umsturz in Bayern )
  20. Florian Sepp: Palmsonntagsputsch, 13. April 1919, in: Historisches Lexikon Bayerns (online auf www.historisches-lexikon-bayerns.de, abgerufen am 7. September 2014)
  21. Hans Fenske: Konservativismus und Rechtsradikalismus in Bayern nach 1918. Bad Homburg 1969, S. 167 ff. u.ö. Peter Longerich: Die braunen Bataillone. Geschichte der SA. C.H. Beck, München 1989, S. 11–15.
  22. http://www.stadtgrenze.de/s/p3r/gnds/gnds-muenchen.htm Süddeutsche Zeitung 30.11.2013: Ein unfreundlicher Akt. Am 1. Dezember 1938 verlor Solln seine Selbständigkeit ...
  23. Die inszenierte Empörung - Der 9.November 1938 pdf, Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen 27. Dezember 2014
  24. Die Nacht als die Synagogen brannten, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, abgerufen 28. Dezember 2014
  25. Zwangsarbeiterlager, Münchenwiki, abgerufen 28. Dezember 2014
  26. Zitiert nach München, Ein Lesebuch. insel taschenbuch 827, 1986, S. 315
  27. muenchen.de
  28. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 466.
  29. Andreas Unger: Das Millionerl. Der Tagesspiegel. 17. Dezember 2007. Abgerufen am 3. Februar 2013.
  30. sueddeutsche.de: Geburtenrekord in München, abgerufen am 22. Januar 2017.
  31. sueddeutsche.de: Das Uhrmacherhäusl soll wieder aufgebaut werden, abgerufen am 11. Oktober 2017.