Geschichte Malaysias

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Die Geschichte Malaysias umfasst die Geschichte des Gebietes des heutigen Staates Malaysia.

Von der Frühzeit bis 1500[Bearbeiten]

Muslimische Malaienprovinzen in Südthailand und einst siamesische Sultanate im Norden Malaysias

Seit 500 wuchs die Bedeutung der Straße von Malakka und ihrer Häfen für den Überseehandel Europa-Indien-China. Zur Zeit der Hochblüte der buddhistischen Srivijaya-Dynastie, um 800, verbreiteten sich Buddhismus und Hinduismus auf der malaiischen Halbinsel. 1400 entstand das erste malaiische Königreich von Malakka, das noch in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Siam (heute: Thailand) stand. Arabische, persische und indische Händler führten 1414 den Islam auf der malaiischen Halbinsel ein. Buddhismus und Hinduismus wurden weitgehend zurückgedrängt.

Europäische Einflussnahme und koloniale Eroberung[Bearbeiten]

1511 wurde Malakka von den Portugiesen erobert. Diese wurden 1641 durch die Niederländer, die ein Bündnis mit dem Sultan von Johore geschlossen hatten, aus Malakka vertrieben. 1786 erwarben die Briten die Insel Penang. Im Jahre 1795 vertrieben die Briten die Niederländer endgültig. Malaya wurde zur britischen Kolonie und Teil der Straits Settlements. 1895 schlossen sich Perak, Selangor, Negri Sembilan und Pahang zu einer Föderation zusammen, den Föderierte Malaienstaaten.

Von der japanischen Besatzung bis zur Unabhängigkeit[Bearbeiten]

Japanische Truppen in Kuala Lumpur

Im Zweiten Weltkrieg besetzten japanische Truppen Anfang 1942 Malaysia. 1945 eroberten alliierte Truppen Malaya von der japanischen Armee zurück.

Im März 1946 organisierte sich der malaiische Nationalismus in der Alliance, deren Nachfolgeorganisation die heutige Regierungskoalition Barisan Nasional ist. Es kam zur Gründung der Föderation Malaya am 1. Februar 1948.

Ein Gesetz zur Beschränkung der Gewerkschaften provozierte 1948 den kommunistischen Widerstand. Von 1949 bis 1960 kam es zu politischen, ethnischen und wirtschaftlichen Unruhen sowie zu lokalen Guerillatätigkeiten im Norden des Landes. Am 31. August 1957 wurde die Föderation Malaya schließlich in die Unabhängigkeit entlassen (→ Hari Merdeka; siehe auch Dekolonisation#Asien).

Konsolidierung des Staatsgebietes[Bearbeiten]

Es gab Pläne zur Ausdehnung der Föderation auch auf die noch unter britischer Herrschaft stehenden Gebiete Singapur, Sarawak, Brunei und Sabah, was durch die Cobbold-Kommission untersucht wurde. Diese wurden von Brunei am 7. Dezember 1962 zurückgewiesen. Als die Philippinen am 5. August 1963 rechtliche Ansprüche auf Sabah geltend machten, wandten sie sich damit gegen den geplanten Staatenbund und reichten Klage beim Internationalen Gerichtshof ein. Am 16. September 1963 stellte sich auch Indonesien gegen die Eingliederung der auf der Insel Borneo liegenden Staaten Sarawak und Sabah in die vorgesehene Föderation, unterstützte die Philippinen in ihrem Anspruch und begann die Konfrontasi. Die Föderation Malaya wurde dennoch durch Sarawak und Sabah sowie durch Singapur erweitert. Der neue Staatenbund erhielt den Namen Föderation Malaysia. Brunei blieb britisches Protektorat und wurde am 1. Januar 1984 unabhängig.

Nachdem über die Verteilung der Staatseinkünfte und über eine angemessene Vertretung der Chinesen in der Regierung keine Einigung erzielt werden konnte, verließ Singapur die Föderation am 9. August 1965 und erklärte seine Unabhängigkeit. Indonesien beendete die Konfrontasi 1966.

Entwicklung seit den 60er Jahren[Bearbeiten]

Am 13. Mai 1969 erschütterten ethnische Konflikte zwischen den dominierenden Malaien und der Minderheit der Chinesen die Hauptstadt Kuala Lumpur. Die Regierung rief den Notstand aus.

Am 16. Juli 1981 wurde Mahathir bin Mohamad (* 1925) Ministerpräsident. Im Februar 1986 kam es erneut zu Religionsunruhen zwischen Moslems und Christen im Bundesstaat Sabah.

1990 starb Tunku Abdul Rahman (* 1903), der erste Premierminister und »Vater« der malaysischen Föderation. 1992 führte die Machtposition der Sultane in den Bundesstaaten zu einem Konflikt mit der Regierung. Das Parlament beschloss daraufhin am 19. Januar 1993 die Abschaffung der Privilegien der Sultane. Die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise in Asien 1997 führte zu einem Kurssturz der malaysischen Währung Ringgit.

Am 31. Oktober 2003 wurde Abdullah Ahmad Badawi neuer Regierungschef.

Zehn Millionen Wahlberechtigte wählten am 21. März 2004 ein neues Parlament. Die Regierungskoalition Barisan Nasional von Regierungschef Abdullah Ahmad Badawi ging wie erwartet erneut als Sieger hervor. Gleichzeitig fanden in zwölf Bundesstaaten Landesparlamentswahlen statt, bei denen die radikalislamische Parti Islam Se-Malaysia (kurz PAS) eine Niederlage erlitt und einen ihrer beiden Teilstaaten verlor.

Am 8. März 2008 fanden erneut Parlamentswahlen in Malaysia statt, bei denen erneut die Barisan Nasional stärkste Kraft wurde, während die Oppositionsparteien sich in der Koalition Pakatan Rakyat zusammenschlossen.

Am 3. April 2009 übernahm Najib Razak das Amt des Premierministers.

Die erstarkte Opposition in Malaysia rechnete sich für gute Chancen aus, bei den Parlamentswahlen am 5. Mai 2013 erstmals in der Geschichte Malaysias einen Regierungswechsel zu bewirken;[1] schlussendlich gelang es ihr trotz erheblichen Stimmengewinnen jedoch nicht, die absolute Mehrheit der Koalitionsregierung von Najib Razak zu brechen.

Malaysia ist vom Bevölkerungswachstum geprägt. Dieses Wachstum betrug im Jahr 2000 2,01 %; seitdem sank es (2010: 1,61 %; 2012: 1,54 %).[2] Von 2000 (21.793.290) bis 2012 (29.179.950) wuchs die Bevölkerungszahl um 33,9 Prozent (7.386.660 Menschen).[3] Die Bevölkerungsdichte betrug 2012 88,47 Einwohner/Quadratkilometer.[4]

Quellen[Bearbeiten]

  1. spiegel.de 5. Mai 2013: Wahlen in Malaysia: Revolution im Reich der Sultane
  2. Daten
  3. Daten
  4. Daten