Geschichte der Beginen in Geldern

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In Geldern am Niederrhein lebten im Spätmittelalter zwei voneinander getrennte Beginengemeinschaften. Die Anhängerinnen dieser Gemeinschaft, die für das Erzbistum Köln seit dem 13. Jahrhundert belegt ist, legten ein Gelübde auf Zeit ab, welches üblicherweise jedes Jahr erneuert werden konnte. Im Unterschied zu Ordensschwestern- und brüdern in den regulären Klöstern, war es den Beginen erlaubt, jederzeit aus der Gemeinschaft auszutreten und in ein bürgerliches Leben zurückzukehren. Während ihres Ordenslebens bewohnten sie sogenannten Beginenhöfe. Drei dieser Höfe bestanden bereits in der Zeit vor 1400 an der Veerter Straße (heute: Am Treppchen) in Geldern[1]. Um 1400 schlossen sich diese drei Höfe zu einer einzigen Gemeinschaft zusammen, die sich in der Chronik des Gelderner Karmeliterklosters unter der Bezeichnung Ten Elsen findet und eine Körperschaft von Schwestern vom gemeinsamen Leben darstellte[2]. 1432 gründeten weitere Beginen das Hülser-Kloster in Geldern. Überliefert ist die Gründung des Klosters durch drei tugendhafte Jungfrauen, um dort ein frommes Leben nach der Regel des dritten Ordens des heiligen Franz von Assisi zu führen.

Eine Bulle des Papstes Nikolaus V. vom 12. Februar 1453 verbot die Gründung neuer Beginenklöster und verlangte von den bereits bestehenden Konventen der Beginen die Übernahme einer Ordensregel. Bei Missachtung drohte die Exkommunikation. Im Vorgriff auf diesen Erlass waren im Jahre 1452 die Ten Elsen offiziell vom Papst bestätigt und in den Karmeliterorden aufgenommen worden. So entstand das erste Karmelitinnenkloster in Geldern. Die Beginengemeinschaft des Hülser-Klosters übernahmen die Regeln der Tertiarier (Franziskaner). Ab 1452 findet sich das Hülser-Kloster in den Chroniken der Stadt Geldern unter der Bezeichnung Franziskanerinnenkloster[3].

Literatur

  • Gertrud Hofmann, Werner Krebber: Die Beginen. Geschichte und Gegenwart (= Topos-plus-Taschenbücher 530). 2. aktualisierte Auflage. Butzon & Bercker, Kevelaer 2008, ISBN 978-3-8367-0530-1.
  • M. Josefine Ther: Der Welt erstes Karmelitessenkloster lag an der Veerter Straße in Geldern. Über die drei Klöster des Karmel-Ordens in Geldern und Nieukerk und ihre Bedeutung für die Geschichte des Ordens. In: Geldrischer Heimatkalender. 1975, ZDB-ID 402383-3, S. 114–119.
  • Heinrich Verweyen: Die St. Michael-Schule in Geldern. Von der Elementarschule über die Volksschule zur Grundschule (= Geldrisches Archiv 3). Keuck, Geldern 1995, ISBN 3-928340-05-0, S. 37f.

Einzelnachweise

  1. Ther 1974, 116, 48–50.
  2. Ther 1974, 116, 58–65.
  3. Hofmann 2008.