Geschichte der Mongolei

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Geschichte des Siedlungsgebietes der Mongolen. Für die weit darüber hinausgehenden mongolischen Eroberungen des 13. Jahrhunderts siehe deshalb die Geschichte der Mongolen.

Die Geschichte der Mongolei beschreibt die Geschichte des eigentlichen Siedlungsgebietes der Mongolen. Das Territorium der heutigen Mongolei wurde, seit es besiedelt ist, von Nomaden beherrscht, die zeitweise Reiche gründeten, wie die Xiongnu oder die Xianbei. Im Jahre 1190 gelang es Dschingis Khan, die Mongolen zu vereinigen. Das Mongolische Reich erstreckte sich am Höhepunkt seiner Macht über die östliche Hälfte Europas und einen großen Teil Asiens und stellte das größte zusammenhängende Reich der Geschichte dar; innerhalb des Mongolischen Reiches etablierte sich die Pax Mongolica. Die Mongolen übernahmen auch die Herrschaft in China, wo sie die Yuan-Dynastie etablierten. Nach dem Zerfall ihres Reiches 1262 lebten die meisten Mongolen wieder nomadisch; die vier Nachfolgestaaten existierten jedoch noch bis ins 16. Jahrhundert, waren aber nur zeitweise geeint. Zur selben Zeit kam das Land unter den Einfluss des Buddhismus, etwas später wurde der Großteil der Mongolei durch die Qing-Dynastie beherrscht. Nach deren Zusammenbruch erlangte die Mongolei mit russischer und später sowjetischer Hilfe die Unabhängigkeit, 1924 wurde die Mongolische Volksrepublik als zweiter sozialistischer Staat der Geschichte proklamiert. In der Folge machte das Land eine Entwicklung parallel zur Sowjetunion durch. Nach den Revolutionen im Jahr 1989 in Osteuropa kam es auch in der Mongolei zu politischen Änderungen; 1992 wurde eine neue, demokratische Verfassung angenommen und die Marktwirtschaft eingeführt. Der Übergang von Plan- zu Marktwirtschaft war von vielen Problemen begleitet, und auch heute lebt trotz zeitweise starken Wirtschaftswachstums etwa ein Drittel der Bevölkerung in Armut.

Perioden der Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Geschichte der Mongolei werden folgende Zeitabschnitte unterschieden:

  • Vor- und Frühgeschichte (bis ins 11. Jh.)
  • Einigung der Stämme und Eroberung eines Weltreichs (12.–14. Jh.)
  • Die Dunkle Epoche (1368–1636)
  • Die Mongolen unter der Qing-Dynastie (1637–1911)
  • Autonomiebestrebungen und Mongolische Volksrepublik (ab 1911)
  • Wende zum Kapitalismus (ab 1990)

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altertum und Antike war die Mongolei aufgrund des unwirtlichen Klimas fast ausschließlich von nomadischen Hirtenvölkern besiedelt; im weiten Land existierten nur sporadisch kleinere Städte der Samojeden, Uiguren sowie einige unter chinesischem Einfluss.

Während dieser Zeit kam es bereits mehrfach zu Angriffen einzelner Stämme auf China oder die westlich gelegene Seidenstraße durch Zentralasien. Im Mittelalter gelang es dann Dschingis Khan (1155–1227), die mongolischen Stämme in einem Staat zu vereinen und mit Hilfe überlegener Kriegführung für Jahrhunderte ein Weltreich zu errichten, das auf seinem Höhepunkt von Mitteleuropa bis in den Fernen Osten reichte. Sein Enkel Kublai Khan († 1294 in Peking) errichtete die Yuan-Dynastie in China und übertrug buddhistischen Mönchen die Verwaltung von Tibet. Nach Schwächeperioden entstand um 1500 unter dem Dschingisiden Dayan Khan in der Mongolei ein neues Staatsgebilde, dessen Reste 1691 an Chinas Qing-Dynastie gingen.

Nach deren Zusammenbruch 1911 erklärte sich die Mongolei für unabhängig, allerdings dauerte es (trotz russischer Hilfe) bis 1921, die chinesischen Truppen endgültig aus dem Land zu vertreiben. 1924 wurde die Mongolische Volksrepublik ausgerufen, in der Folge wurde das Land ein Satellitenstaat der UdSSR. Im Ehrgeiz der sowjetischen Führung, aus der Mongolei einen modernen kommunistischen Staat zu machen, wurde u. a. die traditionelle nomadische Viehwirtschaft fast völlig zerschlagen, was jedoch große wirtschaftliche Probleme verursachte. Während der Stalinistischen Säuberungen 1937/38 wurden etwa 38.000 Mongolen ermordet, darunter fast die gesamte Intelligenz des Landes und ca. 18.000 buddhistische Mönche. Die buddhistischen Klöster der Mongolei mit ihren wertvollen Kulturgütern und Bibliotheken wurden fast alle unwiederbringlich zerstört.

Unter dem Eindruck der Veränderungen in Osteuropa entstand 1990 auch in der Mongolei eine Demokratiebewegung, die ersten freien Wahlen nach Inkrafttreten der republikanischen Verfassung von 1992 wurden am 28. Juni 1992 abgehalten. Heute ist die dortige Demokratie stabiler als in allen anderen Staaten Zentralasiens. Für die Präsidentenwahl im Mai 2005 standen mit je zwei ehem. Regierungschefs und Industriellen sogar vier angesehene Persönlichkeiten zur Wahl. Hauptthemen des Wahlkampfs war die Marktwirtschaft und der Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Korruption; letztere wurde allerdings beiden Politikern nachgesagt.

Von 1990 bis 1996 regierten die Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) das Land, dann die liberalere „Demokratische Partei“ bis 2000. Seit der Parlamentswahl 2004 gibt es eine Große Koalition der MRVP mit einem Bündnis demokratischer Parteien.

Aufgrund der klimatischen Bedingungen mit ihren extremen Temperaturschwankungen war die Mongolei mit wenigen Ausnahmen kein Land, in dem sich Ackerbau und ein damit verbundenes sesshaftes Leben entwickeln hätte können.

Man konzentrierte sich auf die spezialisierte Viehzucht von Pferden und Schafen, die die Lebensgrundlage bildeten, alles andere stellte allenfalls einen Nebenerwerb dar. Aber mit Viehzucht konnte man keine großen Völker ernähren und folglich auch keine große Kultur hervorbringen. Die Nomaden Eurasiens wurden so von ihren Nachbarn als Barbaren betrachtet, wobei die Han-Chinesen sie in Rohe (feindliche) und Gekochte (freundliche) Barbaren unterschieden.

Kleinere Zentren des Weizen- und Hirseanbaus gab es. Darüber hinaus wurden Ruinen von Städten der Samojeden und Uiguren im Gebiet von Tuwa an mehreren Stellen entdeckt. Auch im Ordos-Gebiet gab es unter chinesischem Einfluss kleinere Städte. Salz, Kohle, Gold und Silber wurden gelegentlich abgebaut. Ferner verfügte man über versklavte chinesische Handwerker zur Herstellung von Waffen und Webwaren.

Bis in die Neuzeit kannten die innerasiatischen Nomaden keine Grenzen. Sie waren aufgrund von weidewirtschaftlichen Erfordernissen zu ständigen Ortswechseln gezwungen. War die wirtschaftliche Situation aufgrund von Kälteeinbrüchen, Trockenheit oder zu großem Bevölkerungswachstum schlecht, schlossen sie sich zusammen und griffen die Nachbarländer an, um sich dort zusätzliche Nahrungsmittel, Weidegründe und Kulturgüter zu beschaffen. Die Nomaden lebten so in ständiger innerer Unruhe.

Das Hauptziel der Stämme in der heutigen Mongolei, Mandschurei und an der Grenze zu Tibet war das reiche China. Wähnte man sich stark genug, so griff man das Land an. Erwies sich China als ein zu starker Gegenspieler, so wich man nach Westen und auf die Länder an der Seidenstraße aus.

Die Nomaden waren mit ihrer hochspezialisierten Nomadenwirtschaft auf den Handel zur Beschaffung fehlender Güter angewiesen, die sie wie viele Eisenwaren nicht selbst herstellen konnten. Deshalb schützten ihre Khane in aller Regel den Handel und die meist muslimischen Händler. Beschränkungen des Handels, wie sie von China im 15. und 16. Jahrhundert als politisches Druckmittel verwendet wurden, waren ein Kriegsgrund.

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Vor 500.000 Jahren war das Territorium der heutigen Mongolei von frühen Vorfahren der heutigen Menschen besiedelt. Dies belegen Funde von primitiven Werkzeugen aus Stein. Damals war das Klima milder als heute. Die Berge waren mit Laub- und Nadelwäldern bedeckt. Auf den saftigen Wiesen lebten Antilopen und Mammuts.

Vor 40.000–50.000 Jahren kühlte das Klima ab, Gletscher bedeckten die Berge. Die Bewohner der heutigen Mongolei verfügten damals bereits über Messer, Pfeilspitzen und Schaber aus Stein. Wahrscheinlich wussten sie, wie man Feuer macht, sie hatten Behausungen und Kleidung.

Aus der späteren Steinzeit, also von vor 40.000 bis 12.000 Jahren, stammen Höhlenmalereien in der Provinz Chowd. Das Land war damals von Mammuts, Nashörnern, Hirschen, Bisons, Eseln und Antilopen besiedelt. Im Mesolithikum, etwa vor 12.000–7000 Jahren, begann man, Pfeil und Bogen zu benutzen und Haustiere zu halten. Es wird auch vermutet, dass Menschen der Region über die damals existierende Landbrücke in die Beringstraße nach Nordamerika wanderten.

Die ersten schriftlichen Belege stammen aus chinesischen Chroniken. Sie bezeugen die Feindschaft zwischen den zwei Völkern und beschreiben die Mongolen wie Wölfe und Barbaren, deren einziges Ziel es war, chinesische Vorräte zu rauben. Man darf davon ausgehen, dass die Vorgänger der Mongolen damals eine primitive Form von Landwirtschaft betrieben und dass es Handelsbeziehungen mit anderen Völkern gab, da Geschirr aus Nephrit gefunden wurde, wofür das Rohmaterial im weiteren Umkreis der Fundstätte nicht zu finden ist.

In der Bronzezeit, etwa 2500 v. Chr. bis 1000 v. Chr., entwickelte sich die Kultur der Region aufgrund der zahlreich vorhandenen Lagerstätten an Kupfer in der Mongolei schnell. Zur gleichen Zeit kühlte das Klima jedoch weiter ab, so dass es zu kalt wurde, um Ackerbau zu betreiben, wodurch die Menschen hier endgültig zu viehzüchtenden Nomaden wurden. Kunstgegenstände, die aus dieser Zeit stammten, belegen, dass Pferde, Ziegen und Schafe in der Gesellschaft bereits damals eine große Rolle spielten.

Im dritten Jahrhundert v. Chr. fiel der Stamm Xiongnu in den südlich gelegenen chinesischen Staaten ein. Sie wurden erfolgreich zurückgeschlagen, und als Antwort auf die häufigen mongolischen Einfälle begann Kaiser Qin Shihuangdi mit dem Bau der Chinesischen Mauer, indem er bereits vorhandene Befestigungsmauern verband und ausbaute. Die Völker aus der Steppe, wie die Xianbei, die Tuoba und die Rouran, überwanden die Mauer jedoch wiederholt und plünderten die chinesischen Gebiete, zeitweise errichteten sie sogar ihre eigenen Reiche und akkulturierten sich.

Einigung der Stämme und Eroberung eines Weltreichs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 8. Jahrhundert übernahmen Turkvölker, vor allem die Uiguren die Vormachtstellung, im 10. Jahrhundert gründeten die Kitan die Liao-Dynastie, die bis 1125 überdauerte.[1][2]

Im 12. Jahrhundert gelang es Temüdschin, dem Sohn des Clanchefs der Kijat, die zahlreichen untereinander zerstrittenen mongolischen Stämme zu vereinigen und aus ihnen einen Staat zu formen, der es mit seinen mächtigen Nachbarn aufnehmen konnte. Temüdschin, der seinen Vater schon in seiner frühen Kindheit verlor, wurde mit seiner Familie von seinem Clan in der Steppe ausgesetzt. Nachdem er seinen älteren Stiefbruder getötet hatte, wurde er zum Führer seiner Familie, die Verbindungen mit anderen jungen Männern und Clans einging und schwang sich durch Geschick, Großzügigkeit und Gewalt zum Führer aller Mongolen auf. Um das Jahr 1206 wurde er unter dem Titel Dschingis Khan als Führer aller Mongolen anerkannt.[3][4] Das ihm verliehene Hoheitszeichen, die weiße Standarte, steht noch heute zusammen mit neun weiteren Standarten für die damaligen Kernstämme des Reiches als Symbol des heutigen mongolischen Staates im mongolischen Parlament. Er stellte eine mächtige Armee auf, zu der mit wenigen Ausnahmen alle Männer zwischen 15 und 70 Jahren verpflichtet wurden, wobei er darauf bedacht war, in allen Gruppen Männer von verschiedenen Stämmen zusammenzufassen. Neu war auch eine streng hierarchische Organisation der Armee und die Spezialisierung der Soldaten. Er gab seinem Reich auch eine einheitliche Schrift und ein einheitliches Gesetz (Jassa). Zur Etablierung einer Zentralgewalt gründete er die neue Hauptstadt Karakorum.[5]

Das von Dschingis Khan erlassene Gesetzbuch Jassa beinhaltete traditionelle mongolische Gesetze, wurde jedoch um neue Gesetze, die die Erweiterung des mongolischen Reiches verlangten, ergänzt. Die Gesetze sahen Strafen für Lügner vor, verlangten die Rückgabe von verlorenem Eigentum, beschränkten den Alkoholgenuss und errichteten ein soziales Sicherheitsnetz für die Hinterbliebenen von getöteten mongolischen Kriegern. Eine weitgehend einheitliche Rechtsordnung trug wesentlich zur Pax Mongolica vom späten 12. Jahrhundert bis ins 14. Jahrhundert bei.

Dunkle Epoche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tempel im Kloster Erdene Dsuu, das von Altan Khan gegründet wurde

Die Yuan-Dynastie wurde 1271 durch Dschingis Khans Enkel Kublai Khan proklamiert.

Wie vor der Zeit Dschingis Khans griffen die mongolischen Stämme wiederholt das chinesische Kaiserreich an, was die Herrscher der Ming-Dynastie bewog, die chinesische Mauer weiter auszubauen und zu verstärken. Auch begannen zahlreiche, durch China angestachelte Kämpfe der mongolischen Stämme untereinander. Im Ergebnis eines langen Krieges zwischen den beiden bedeutendsten mongolischen Stämmen, den Oiraten und den Chalcha, wurden die Oiraten aus der heutigen Mongolei vertrieben. In der Herrschaftszeit von Altan Khan begann der tibetische Buddhismus zur Staatsreligion der Mongolen zu werden.[6] Gleichzeitig stiegen östlich der heutigen Mongolei die Mandschu zur dominierenden Macht auf. 1634 besiegten sie Ligdan Khan.

Qing-Dynastie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Krieges gegen Ligdan Khan zwischen 1632 und 1635 schlossen sich die Chahar-Mongolen den Jurchen an. Im 16./17. Jahrhundert entstanden aus der Verschmelzung älterer Mongolengruppen die Chalcha-Mongolen. Diese Gruppen spielten eine wichtige Rolle bei der Bildung des chinesisch-mongolischen Großreiches unter der Qing-Dynastie. Der Niedergang dieses Reiches begann im 19. Jahrhundert mit dem sich ausbreitenden europäischen Kolonialismus. 1911 kam es im Zuge der Xinhai-Revolution zum Sturz des letzten Kaiser.

Ethnische Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Zeit wurde die mongolische Hochebene von verschiedenen bedeutenden Stämmen wie den Xiongnu, Kök-Türken und den Mongolen beherrscht.

Das Prinzip der Machtergreifung war immer das gleiche. Ein Fürst scharte Anhänger unterschiedlicher Herkunft um sich und versuchte so, seine eigenen Sippen besser unter Kontrolle zu bringen. Diese Leute legten sich Adelstitel zu und verfügten bald über eine eigene Dienerschaft und eigene Hirten. Der Fürst begann dann mit ihrer Hilfe die Nachbarstämme anzugreifen und auszubeuten, bis er auf zu viel Widerstand traf.

Dabei ist zwischen der direkten Gefolgschaft eines Stammes-Häuptlings (Khan) und dem von diesen Leuten abhängigen „Volk“ zu unterscheiden. Wurde die direkte Gefolgschaft des Khans besiegt, so lösten sich diese Stammes-Herrschaften auf. Der Namen des herrschenden Stammes war aber oft auf sämtliche vereinigte Stämme übertragen worden, auch wenn die Machthaber in den Wirren der Geschichte verschwanden.

Historiker bemühen sich nun, die zahlreichen asiatischen Nomadenstämme nach gewissen sprachlichen, kulturellen und historischen Gesichtspunkten in Gruppen zu ordnen. Man unterscheidet sie so mehr oder minder begründet nach indogermanischer, hunnischer, türkischer, mongolischer, tibetischer oder tungusischer Herkunft.

Folgende Stammeskonföderationen werden demnach als Herren der mongolischen Hochebene verzeichnet, die zum Teil gleichzeitig auch in China regierten. Besonders bemerkenswert ist dabei die mongolische Staatsgründung unter Dschingis Khan 1206, mit ihrem Gesetzbuch, der Jassa. Das mongolische Weltreich, entstanden aus den eurasischen Eroberungen Dschingis Khans und seiner Nachfolger wurde erst von den Mamluken in Ägypten gestoppt und war von außerordentlichem Einfluss von China bis nach Europa.

  1. Xiongnu 3. Jh. v. Chr – 1. Jh.
  2. Xianbei 1. Jh. – 4. Jh.
  3. Rouran 4. Jh. – 6. Jh.
  4. Kök-Türken 6. Jh. – 8. Jh.
  5. Uiguren 8. Jh. – 9. Jh.
  6. Kirgisen 9. Jh. – 10. Jh.
  7. Kitan (vgl. Liao-Dynastie) 10. Jh. – 12. Jh.
  8. Mongolen (vgl. Yuan-Dynastie) 12. Jh. – 17. Jh.
  9. Mandschu (vgl. Qing-Dynastie) 17. Jh. – 20. Jh.

Die Nomaden in der mongolischen Hochebene hingen meist dem Tengrismus an. Erst im 16. Jahrhundert konnte der tibetische Buddhismus unter Altan Khan und seinen Verwandten seinen Siegeszug antreten – auch wenn es vorher bereits vielfältige religiöse Kontakte zu Buddhisten, Moslems und nestorianischen Christen gab. Der heutige Glaube der Mongolen ist eine Kombination aus Tengrismus und Buddhismus.

An der Schwelle zur Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der immer weiteren Ausdehnung der Zivilisation ging der Einfluss der nomadischen Lebensweise zurück und wurde zu einem historischen Anachronismus. Nach dem Untergang der chinesischen Mandschu-Dynastie begann 1911 die langwierige Bildung der modernen Mongolei, die Beseitigung des Feudalismus und der jahrhundertelangen Rückständigkeit.

Dabei löste sich die Äußere Mongolei gleichzeitig von China, da sich die aufständischen Khalka-Mongolen ohnehin nur der herrschenden Mandschu-Dynastie verpflichtet gefühlt hatten. In der Inneren Mongolei lagen die Dinge anders. Hier verfügten einflussreiche mongolische Adlige über Grundbesitz in China, speziell der Region von Peking, so dass die dortigen Unabhängigkeitsbestrebungen von Yuan Shikai blutig unterdrückt werden konnten. Und die Burjaten am Baikalsee gehörten längst zur russischen Einflusssphäre.

Die Khalka nominierten am 28. September 1911 den buddhistischen Lama Dschebtsandampa unter dem Titel Bogd Gegeen als neues Staatsoberhaupt. Er sollte mit einer kurzen Unterbrechung bis zu seinem Tod 1924 das nominelle Staatsoberhaupt bleiben, unter dem blutigen baltischen Abenteurer Roman von Ungern-Sternberg (hingerichtet 1921) und seinen Kosaken 1920/21 ebenso wie unter den Kommunisten Damdin Süchbaatars (1921–1923). Inzwischen arbeitete die internationale Diplomatie, 1912 kam es zu einem russisch-chinesischen Abkommen über die Mongolei.

Flagge der Mongolischen Volksrepublik (1949–1992)

Analog dazu setzten sich 1912 3000–5000 Mongolen mit 1000 russischen Gewehren nach Chowd (Kobdo) in Marsch. Die Chinesen mussten abziehen; nur 580 von dort ansässigen 5000 Chinesen überlebten die Kämpfe und die anschließende Flucht. Gleichzeitig mit ihnen gingen der Mongolei die Arbeiter in den Goldbergwerken verloren und die Bauern für Gemüse, Mehl und Getreide da die Mongolen nicht den Willen und die Fähigkeiten hatten, sie zu ersetzen. Allerdings wurden alle Schulden bei Chinesen annulliert, zuvor ein drückendes Problem der Mongolen. Dieser Unabhängigkeitsprozess setzte sich nach einem von Baron Sternberg beendeten chinesischen Zwischenspiel (1918/19) unter kommunistischen Vorzeichen und dem Einfluss der Sowjetunion fort (1921–1924). Aufgrund der Unterstützung Sowjetrusslands für die Mongolische Revolutionäre Volksarmee konnte die Mongolei nach 1921 ihre Unabhängigkeit gegenüber dem ökonomisch und militärisch weit überlegenen China, aber auch im Zweiten Weltkrieg gegenüber Japan behaupten.

20./21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 13. Dalai Lama besuchte 1905 Yeke küriye khota, (Urga, heute Ulan Bator) entgegen dem Verbot der Qing-Regierung. Japan erhielt 1905 die Konzession zum Bau der südmandschurischen Eisenbahn, die 1909 Kalgan erreicht. Das Verbot für Han-Chinesen, in den Mongolengebieten zu siedeln, wurde 1906 aufgehoben, mongolisch-han-chinesische Heiraten werden legal. Russland und Japan schließen im Juli 1907 ein Geheimabkommen ab und grenzen ihre Interessensphären in der Mongolei ab. Mit dem Sturz der Mandschu-Dynastie im Jahre 1911 und der späteren Ausrufung der Chinesischen Republik trennt sich die Mongolei von China und erlangt seine Eigenstaatlichkeit. Starke Anlehnung an Russland (Schutzmacht gegen China). Am 30. Dezember 1911 der 8. Dschebtsundampa als Staatsoberhaupt der Autonomen (Äußeren) Mongolei, nimmt den Titel Boghdo Gegen Khan (Heiliger erleuchteter Herrscher) an. In China wurde im Februar 1912 die Republik ausgerufen, sie erhob formell Anspruch auf die mongolischen Gebiete, faktisch entsteht ein Machtvakuum. In St. Petersburg legen Russland und Japan am 8. Juli 1912 die Grenzen ihrer Interessenssphären in der Inneren Mongolei in einem Geheimvertrag am 116. Längengrad fest. Am 21. Oktober 1912 kommt es zum Russisch-Mongolisches Abkommen. Der Freundschafts- und Bündnisvertrag zwischen der Mongolei und Tibet wurde am 4. Februar 1913 unterzeichnet: Er beinhaltet die gegenseitige Unabhängigkeit und Anerkennung. Der Vertrag von Kjachta wird am 25. Mai 1915 unterzeichnet. Japan und China schließen 1915 den Vertrag über die Süd-Mandschurei und Ost-Mongolei ab. China nutzt die Schwäche Russlands und besetzt in den Jahren 1918 und 1919 die Mongolei. Der einstige zaristische Offizier Roman von Ungern-Sternberg vertreibt 1920/1921 die Han-Chinesen und wird seinerseits von den kommunistischen Revolutionären besiegt.

Die Äußere Mongolei erklärt am 10. Juli 1921 ihre Unabhängigkeit. Die Innere Mongolei bleibt Teil Chinas. Die Mongolei schließt im November 1921 mit Russland einen Freundschafts- und Beistandsvertrag. Am 26. November 1924 kommt es zu einer Proklamation der Mongolischen Volksrepublik. Das kommunistische Regime unter der Regierung der Mongolischen Revolutionären Volkspartei (MRVP) betreibt eine enge Anlehnungspolitik an die Sowjetunion. Politische »Säuberungen« und Verfolgung des Buddhismus wurden von 1937 bis 1939 durchgeführt. Seit 1945 gibt es einen starken Aufschwung der industriellen Produktion (Öl, Kohle, Wolle, Fleisch, Leder) und planmäßiger Anbau und Export von Getreide. Die Republik China erkennt 1945 die Mongolische Volksrepublik an. Die zu China gehörende Innere Mongolei wurde 1947 ein Autonomes Gebiet. Seit 1950 gibt es eine Verbesserung der mongolisch-chinesischen Beziehungen. 1960 wurde eine neue Verfassung und Erhebung des Großen Hural (Staatsrat) zum obersten Staatsorgan aufgesetzt. Die Volksrepublik China stellte 1969 Gebietsforderungen an die Mongolei. Ab 1974 wurden diplomatischer Beziehungen zwischen der Mongolei und der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Im Jahre 1980 traf man ein Abkommen mit der Sowjetunion über den gemeinsamen Grenzverlauf. 1987 wurden diplomatische Aufnahme zu den USA aufgenommen.

Nach massiven Demonstrationen für mehr Demokratie trat im März 1990 das Politbüro der kommunistischen MRVP zurück. Eine Verfassungsänderung ermöglicht die Gründung neuer Parteien. Damit endet die kommunistische Einparteienherrschaft in der Mongolei. Es folgen Wahlen (Juli), Aufhebung des Einparteiensystems, Demokratisierung und Wendung zur Marktwirtschaft. Der Buddhismus, der von den Kommunisten unterdrückt wurde, wurde 1991 wiederbelebt. Die letzten sowjetischen Truppen verließen 1992 die Mongolei. Im Februar 1992 wurde eine neue Verfassung verabschiedet. dabei wurde die Bezeichnung »Volksrepublik« abgeschafft. Die ersten Wahlen nach Inkrafttreten der republikanischen Verfassung entschied im Juni 1992 die inzwischen demokratisierte MRVP für sich. Nach einer verheerenden Dürre im Jahre 1999 und einem sehr strengen Winter erlebt die landwirtschaftliche Produktion einen katastrophalen Einbruch. In den Parlamentswahlen vom Juli 2000 gewinnt die seit 1996 oppositionelle ex-kommunistische MRVP 72 der 76 Sitze im »Großen Hural« (Parlament), wo sie zuvor mit nur 26 Sitzen vertreten war. Die Mongolei erhielt 2004 als erster Staat einen Beobachterstatus bei der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Im Juli 2008 kam es nach Parlamentswahlen in der Hauptstadt Ulan Bator zu Ausschreitungen mit Verletzten und Toten. Sie brachen aus, als die unterlegene Demokratische Partei die MRVP des Wahlbetruges bezichtigte. Internationale Beobachter hielten die Wahl jedoch für fair und korrekt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geschichte der Mongolei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jennifer L. Hanson: Nations in transition – Mongolia. S. 1–6
  2. Timothy Michael May: Culture and Customs of Mongolia. Westport 2009, S. 3–6
  3. Jennifer L. Hanson: Nations in transition – Mongolia. S. 7
  4. Timothy Michael May: Culture and Customs of Mongolia. Westport 2009, S. 6
  5. Felicitas Schmieder: Cinggis Khan – Das Gesicht des Mongolen Graz 2001
  6. Timothy Michael May: Culture and Customs of Mongolia. Westport 2009, S. 12