Geschichte der Stadt Bonn

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Bonns Stadtgeschichte hat ihre Ursprünge in einer germanischen Siedlung. Nach der Errichtung eines römischen Erkundungslagers in der Zeit des Kaisers Augustus auf der linken Seite des Rheines entstand nach der Varusschlacht ein Legionslager. Nach einem Bedeutungsverlust in fränkischer Zeit gewann Bonn als Stadt im Mittelalter zunehmend an Bedeutung und wurde im 16. Jahrhundert die Residenz der Kölner Kurfürsten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Bonn bis 1990 Hauptstadt und bis 1999 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland.

Blick auf das historische Zentrum von Bonn
Truchsessische Truppen überqueren von Beuel aus den Rhein nach Bonn (1582)

Steinzeit und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange vor dem Beginn der Zeitrechnung lebten in der Bonner Region Menschen. Die leicht erhöhte Lage am Rhein begünstigte diese Ansiedlungen. Davon zeugen Funde im gesamten Stadtgebiet Bonns, die für fast alle vorgeschichtlichen Zeiten – von der Altsteinzeit bis zur Zeit der Germanen – Siedlungsaktivitäten belegen. Zwei gut erhaltene Skelette des Doppelgrabes von Oberkassel sind die ältesten Funde des anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) in Deutschland. Die menschlichen Überreste des etwa 50 Jahre alten Mannes und der 20- bis 25-jährigen Frau sind rund 14.000 Jahre alt. Neben dem weiblichen und dem männlichen Skelett wurden, laut Fundbericht der Professoren Verworn, Bonnet und Steinmann vom 18. Februar 1914, in dem Oberkasseler Basaltsteinbruch Skelettreste eines Hundes sowie Schmuck gefunden.[1] Eingeordnet werden sie als weiterentwickelter Typ von Cro-Magnon.[2]

Ein Graben und Holzpalisaden, die im Bereich des Venusberges nachgewiesen wurden und aus der Zeit um 4080 v. Chr. stammen, gehören zu den Funden, die Siedlungsaktivitäten im linksrheinischen Gebiet von Bonn belegen. Ob es sich bei dieser Anlage um eine „Fluchtburg“ oder um eine befestigte Siedlung handelte, lässt sich erst nach weiteren Grabungen innerhalb des Gebietes klären.

Hallstatt- und Latène-Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rund 600 Jahre vor Chr. liegen weitgehend im Dunklen. Vermutlich prägte die Hunsrück-Eifel-Kultur bis zum Eintreffen der Römer die Region an Marne, Saar, Mosel und Mittelrhein. Diese Zeiten geben aber Hinweise auf die Namensherkunft. Möglicherweise war es eine Siedlung von Kelten, auf die der Name Bonn zurückgeht. Bona bedeutet im Keltischen „Gründung, Stamm“[3] (vgl. air. bonn, wal. bôn) wie bei den vielen Bonnes, Bonne in Frankreich[4][5]. Als Bestandteil findet sich das bona in Vindobona „weißes Dorf“ > Wien und Ratisbona „befestigtes Dorf“ > Regensburg. Nach einer anderen Deutung beschreibt Bonn den Höhenzug, der von Graurheindorf im Norden über den Belderberg bis zur heutigen Koblenzer Straße im Süden bei einer Höhe von 15 m oberhalb des Rheins reicht.[6] Hierzu passt die keltische Bedeutungsvariante „Sohle, Stütze, Sockel“[7] (vgl. mir. bond, bonn), welche mit der lateinischen Entsprechung (lat. fundus „Grund, Boden, Grundstück, Landgut“) auf ein im Gallischen zu rekonstruierendes gall. *bonum, *bona mit Bedeutungen wie „Basis, flacher Höhenzug, befestigter Sockel, Burg“ schließen lässt. Dies träfe dann gut zu auf die nachweislich schon vorrömisch besiedelten Sockel im Bonner Stadtgebiet sowie im Bereich des 2006 ausgegrabenen „vicus bonnensis“ am Bundeshaus (siehe unten).

Germanen und Vorboten römischer Besitznahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im letzten Jahrhundert v. Chr. siedelten rechtsrheinisch Sugambrer, auf der linken Seite des Rheins Eburonen. Nachdem Gaius Julius Caesar diesen Stamm bei seinen Feldzügen geschlagen und völlig aus dem Gebiet des Mittel- und Niederrheins verdrängt hatte, folgten ihnen Ubier. In der Zeit zwischen 39/38 v. Chr. und 20 v. Chr. siedelte der römische Statthalter in Gallien, Marcus Vipsanius Agrippa, die Ubier aus dem Neuwieder Becken im Bonner Raum an. Hauptniederlassung der umgesiedelten Ubier ist jedoch das Oppidum Ubioum, aus dem sich später Köln entwickeln wird.[8]

Römer in Bonn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erkundungslager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonn mit römischem Siedlungsgebiet (orange eingefärbt)

Die Römerzeit am Rhein begann mit dem Vorstoss einer römischen Legion unter Julius Cäsar im Jahre 55 v. Chr. an den Rhein.

Im Zusammenhang mit Erkundungs- und Feldzügen kamen römische Soldaten auch in die ubische Siedlung am Rhein und errichteten hier ab 18 v. Chr. ein Erkundungslager, ein sogenanntes Auxiliarlager, welches später zu einem Kastell ausgebaut wurde.[9]

Der Rhein bildete nun die Grenze zwischen Römern und Germanen.

Im Jahre 13 v. Chr. gab Kaiser Augustus seinem Stiefsohn, dem Feldherrn Nero Claudius Drusus, den Befehl, 50 Kastelle entlang des Rheins zu errichten. Ziel des Augustus war es, am Rhein Kastelle als befestigte Waffenorte anzulegen, um damit eine Operationsbasis für die Eroberung Germaniens bis zur Elbe zu schaffen, wie anderthalb Jahrhunderte später Lucius Annaeus Florus zu berichten wusste.[10]

Im Jahr 12 v. Chr. begann Augustus einen Krieg gegen die Germanen, der die römischen Truppen weit über den Rhein bis an die Elbe führte. Römische Vorstöße (Drusus-Feldzüge) erfolgten in das Gebiet der Chatten, Cherusker und zur Nordseeküste, scheiterten aber 9 n. Chr. nach der drei Legionen aufreibenden Niederlage des Feldherrn Publius Quinctilius Varus in der Varusschlacht. Auf dem reichsrömischen Gebiet siedelten zu diesem Zeitpunkt germanische Stämme, wie Ubier, Bataver und Texuandrier, keltisch-germanische Stämme, wie Vangioner und Nemeter, sowie keltische Stämme, wie die Treverer.[11]

Sonderbriefmarke „2000 Jahre Bonn“ der Deutschen Bundespost von 1989

Sowohl die ubische Siedlung als auch die Anwesenheit römischer Soldaten sind durch archäologische Funde belegt. Die ubische Siedlung befand sich auf dem linksrheinischen Gebiet zwischen Rhein und Gumme, dort, wo heute die Universität und das Münster liegen. Eine präzise Zeitangabe, wann Römer das erste Mal in diese Siedlung kamen, gibt es nicht. Es muss in der Zeit zwischen Vorbereitung oder Beginn des Krieges und dem Tod von Drusus –  9 v. Chr. – gewesen sein. Als Bonn 1989 seinen 2000. Geburtstag feierte, entschied man sich für das Jahr 11. v. Chr. „Da das genaue Jahr nicht zu ermitteln ist,“ so der damalige Oberbürgermeister Hans Daniels, „haben wir uns für das Jahr 11, die Mitte zwischen 13 und 9, entschieden.“

Neben archäologischen Funden im Bonner Stadtgebiet gibt es eine literarische Quelle, die zitiert wird, um die Anwesenheit römischer Soldaten in der Zeit von Drusus zu belegen. Es handelt sich um das zweibändige Werk Epitoma de Tito Livio bellorum omnium annorum DCC libri duo des römischen Schriftstellers Florus. Darin erwähnt der Autor einen Ortsnamen, der in den zugrundeliegenden Handschriften allerdings unterschiedlich gelesen wird. Eine Lesart lautet „Bonna“. Bei ihm heißt es dann entsprechend dieser Lesart: „Bonnam et Gesoriacum pontibus iunxit classibusque firmavit.“ Übersetzt: „Bonna und Gesoriacum verband er (Drusus) durch Brücken und verstärkte sie mit einer Flotte.“ Nicht erst seit der 2000-Jahr-Feier Bonns wurde diese Stelle als Beleg dafür herangezogen, dass es in Bonn eine römische Brücke gegeben habe, was heute jedoch sehr umstritten ist.

Römisches Legionslager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell des römischen Lagers in Bonn (vom nördlichen Eingang aus gesehen)

Mit dem Bau eines befestigten Lagers (Drusus-Kastell) begannen die Römer nach der Niederlage gegen die Germanen in der Varusschlacht 9 n. Chr., um die Grenze am Rhein abzusichern. Die rechtsrheinischen Lager wurden aufgegeben. Grabungen im Jahre 1952 verorten dieses Drusus-Kastell im Bereich des Bonner Rathauses am Markt.[2]

Im Jahre 16 n. Chr. erleidet der römische Statthalter Marcus Lollius mit der Legio V Alaudae im Kampf gegen die Sugambrer, Tenkterer und Usipeter bei Bonn eine Niederlage.[12]

Um 17 n. Chr. schufen die Römer im nördlichen Teil der Ubiersiedlung ein Auxiliarlager.

Um 30 n. Chr. wurde die Legio I.Germanica von Köln nach Bonn verlegt, was die Errichtung eines neuen Lagers, das nun weiter nördlich lag als das schon bestehende Drusus-Kastell, erforderte. Es befand sich gegenüber der Mündung der Sieg in den Rhein an der römischen Rheintalstraße. In dem Holz/Erde-Lager wurde infolge der Umwandlung der nahegelegenen Colonia Claudia Ara Agrippinensium (dem späteren Köln) in eine zivile Siedlung die Legio I und zwei weitere Auxiliareinheiten stationiert. Diese etwa 7000 Mann starke Truppe baute das Lager in den folgenden Jahren als Bestandteil der römischen Verteidigungslinie am Rhein weiter aus. Die fast quadratische Festung hatte eine Ausdehnung von 528 mal 524 Metern mit einer Hafenanlage, die im Osten vom Rhein natürlich begrenzt wurde und noch heute bei Niedrigwasser in ihren Grundrissen zu erkennen ist. Im Endausbau fasste es 10.000 Soldaten und war rund 25 Hektar groß. Vor dem Lager, beim heutigen Wichelshof, legten die Römer ein Hafenbecken von rund 350 m Länge an.[13] Die Umrisse der Festung werden bis heute durch das Rheinufer, Rosental, Rheindorfer Straße und den Augustusring markiert.[2]

Canabae und vicus bonnensis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Umfeld des Lagers, den „canabae legionis“, und in einer weiter südlich gelegenen Siedlung, dem „vicus bonnensis“, ließen sich ab ca. 50 n. Chr. Handwerker (wie z. B. Maurer, Töpfer, Steinmetze, Schmiede und Zimmerleute, Metzger und Bäcker, Gerber und Sattler, Walker und Seiler) und Händler nieder. Es entstanden Waffenwerkstätten, Glasschmelzbetriebe und Töpfereien. Händler, Kaufleute, Pfandleiher und Geldwechsler gingen ihren Geschäften nach. Das Gesundheitswesen wurde durch Ärzte und Apotheker repräsentiert. Schätzungen vermuten, dass im Raum Bonn bis zu 10.000 Menschen lebten, die nach den Gesetzen einer hochdifferenzierte Arbeitsteilung lebten.[14]

Unter dem römischen Statthalter A. Pompeius Paulinus erhält das Bonner Legionslager in den Jahren 54–56 eine feste Steinmauer.[15]

Während des Aufstandes der Bataver im Jahre 69 fiel das Lager der Römer, wurde aber wieder schnell aufgebaut.[2]

Um das Jahr 70 wird die Legio XXI Rapax (Beiname "die Schnelle", ursprünglich aus Vindonissa) nach Bonn verlegt und löst die Legio I Minervia ab.[16]

Vom Mai bis Oktober 2006 untersuchten Archäologen das vier Fußballfelder große Gebiet westlich des Bundeshauses, auf dem das neue Kongresszentrum entsteht. Sie fanden dabei Reste des vicus bonnensis. Jürgen Kunow, der Leiter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege, äußerte sich, während er die Funde präsentierte: „Wir haben weit mehr gefunden, als wir überhaupt erwartet hatten. So hat sich für uns noch nie das Leben der römischen Bürger am Rhein präsentiert.“[17] Neben den etwa 60.000 Scherben wurde auch eine kostbare Haarnadel aus Gebein mit einem stilisierten Menschköpfchen gefunden, ein bisher einmaliger Fund in Deutschland. Die Reste monumentaler Steinbauten gehören ebenso dazu wie eine mit Fußbodenheizung ausgestattete Badeanlage, ein Ziegelbrennofen, ein quadratischer gallo-römischer Tempel. Insgesamt geht man nun von einer imposanten städtischen Siedlung aus, nicht nur von einer dorfähnlichen Anlage. Töpfer und Glasbläser hatten hier ihre Werkstätten, das zeigen mit Ton gefüllte Gruben und Glasfluss. Zur Siedlung gehörten auch so genannte Streifenhäuser aus Holzfachwerk, deren Reste man ebenso fand, wie riesige Lehm- u. Abfallgruben. In der Nähe wird eine eigene Rheinanlegestelle vermutet.[18]

LVR-Archäologen reden seit der Grabung von der römischen Zivilsiedlung (vicus) von Bonn, wenn diese Neufunde gemeint sind. Bisher hat aber noch kein Forscher geklärt, in welchem Verhältnis der hier entdeckte „Siedlungskern“ zu der Zivilsiedlung gestanden haben mag, die sich zwischen Kölnstraße und Belderberg bis in den Bereich der historischen Altstadt erstreckte (also nicht Nordstadt, sondern wo sich heute Beethovenhalle, Oper, Theaterstraße, Oxfordstraße befinden). Diese Gegend wurde bis 2006 regelmäßig angesprochen, wenn von der Zivilsiedlung die Rede war; das Ausmaß der Besiedlung im Regierungsviertel war ja nicht bekannt. Die Siedlung wurde von den Archäologen als „canabae legionis“ bezeichnet, „Vorstadt“ der Legionsfestung im heutigen Bonn-Castell. Nur einer von beiden Orten wird aber den Namen Bonn getragen haben; da entlang der Adenauerallee (zwischen den beiden „Siedlungskernen“) bestattet wurde, Bestattungen aber nur stadtauswärts durchgeführt wurden, stellt sich der „vicus“ eher als Nachbarort dar und schloss jedenfalls nicht direkt an das römische Bonn an.

Gräberfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich des vicus bonnensis sind Gräber gefunden worden. Auch aus dem Bereich zwischen Vicus und Militärlager sind Bestattungen bekannt. Im Umfeld des Lagers wurden mehrfach Gräberfeldausschnitte mit Brand- und Körpergräbern entdeckt. Zum Militärlager gehört auch ein größerer Gräberfeldausschnitt an der Irmintrudisstraße mit ungefähr 300 spätantiken Bestattungen.

„Bonna“ bei Tacitus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Grabungen im Bereich des Bundeshauses

Eine sehr viel zuverlässigere Quelle für den Namen „Bonna“ bzw. "Castra Bonnensia"als der Text von Florus sind die „Historien“ von Tacitus. In seiner Darstellung des Bataveraufstandes im Jahr 69/70 erwähnt er „Bonna“ an mehreren Stellen. Das gilt auch für das Legionslager („castra Bonnensia“). Ob „Bonna“ in dieser Zeit – möglicherweise auch noch früher – schon der Name des Ortes war, lässt sich durch die „Historien“ nicht endgültig klären, denn sie erschienen erst 40 Jahre nach dem Aufstand. Umbenennungen von Orten waren nicht selten.

Im Anschluss an den von Tacitus berichteten Bataveraufstand und die damit verbundene Zerstörung des Bonner Lagers entstand an derselben Stelle ein neues, nun aus Stein gebautes Lager, welches im Jahre 80 fertiggestellt wird. Die hier stationierte Legio XXI Rapax wurde im Jahre 83 von der Legio I Minervia abgelöst. Zur Trinkwasserversorgung der castra Bonnensia wurde der Bonner Aquädukt errichtet, der 83 fertiggestellt wurde.[19]

In Bonn und Umgebung blüht im 2. Jahrhundert der Matronenkult. Im Jahre 252 weihen die beiden Römer Venconius und Julius Felix in Bonn dem Jupiter einen Altar.[20]

Der Frankeneinfall im Jahr 274 n. Chr. führte heutigen Erkenntnissen nach nicht zur Zerstörung des Lagers. Allerdings wurden die Wohngebiete außerhalb des Lagers aufgegeben, die verbliebene Zivilbevölkerung lebte zusammen mit der bald auf 1000 Mann reduzierten militärischen Einheit im Lager selbst. Bestattungen konzentrierten sich auf den Umkreis des Lagers und den Bereich des Münsterplatzes. Dort entstand in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts eine „kleine Nekropole.[21]

Fundament der Dietkirche
Karte

Es gibt Hinweise darauf, dass das Lager 353 durch die Franken zerstört wurde; seitdem gibt es jedenfalls keine Berichte über die Legio I mehr, die nach Ansicht mancher Forscher bereits 351 in der Schlacht von Mursa größtenteils aufgerieben worden war. Julian ließ das Lager um 357 neu aufbauen, befestigen und mit Speicherbauten ausstatten. Ob es dieselbe Größe hatte wie das vorherige, ist unter Historikern umstritten.

Die römische Verwaltung der Provinz Germania II funktionierte in manchen Bereichen wohl noch bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts. Das lässt sich möglicherweise auch für das Bonner Lager annehmen, worauf der Grabfund eines wohl germanischen Kriegers in römischen Diensten aus dem ersten Drittel des 5. Jahrhunderts hinweist, der vor der östlichen Lagermauer bestattet wurde. Über den Zustand des Lagers in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten ist kaum etwas bekannt. Es firmierte später unter dem Namen „Bonnburg“; eine strategische Bedeutung ist kaum noch anzunehmen. Eine frühe Kirchenanlage, die spätere „Dietkirche“ (= Volkskirche), wurde wahrscheinlich um 795 in fränkisch-merowingischer Zeit als erste Pfarrkirche im Bereich des ehemaligen Lagers gebaut. Sie ging dem heutigen Münster als christlicher Gebets- und Versammlungsort von Bonn voraus.

Zeit der Franken (Merowinger und Karolinger) – Bonnburg und Bonngau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 458 gibt der römische Heerführer Aegidius die Rheingrenze auf und zieht sich nach Süden zurück. Im Jahre 475 verdrängen die fränkischen Ripuarier die Römer mit der Eroberung Triers endgültig vom Rhein und errichten zwischen Rheindelta und Trier ein selbständiges Reich, die Francia Rhinensis, mit der Hauptstadt Köln als Zentrum.[22] Die Franken bezeichneten Bonn im Rückgriff auf das Römerkastell auch als "Bonnburg".[2]

Um 540 lässt der Frankenkönig Theudebert I. aus dem Hause der Merowinger in Bonn erstmals Münzen prägen.[23]

Ab dem 7. Jahrhundert und dann vollends im 9./10. Jahrhundert verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt Bonns in die Gebiete der heutigen Innenstadt: dorthin, wo heute der Markt ist, und in den Bereich des heutigen Münsters.

Dort, wo in der Mitte des 11. Jahrhunderts das Münster errichtet wurde, war in merowingischer Zeit, Mitte des 6. Jahrhunderts, ein Saalbau entstanden. Er erhob sich über der Stelle, an der sich in spätantiker Zeit eine römische Totengedenkstätte, eine cella memoriae, befunden hatte. Bei dem Saalbau handelte sich um einen Steinbau, der auf mächtigen Fundamenten aus zweitverwendeten Matronenaltären und anderen antiken Spolien stand. In dem Gebäude und im Außenbereich wurden Gräber angelegt und Tote bis Ende des 8. Jahrhunderts bestattet.

Das große Bonner Stadtsiegel – entstanden zwischen 1244 und 1280. Unter einem Baldachin ist Cassius in ritterlicher Rüstung zu sehen, darüber das Bonner Münster, am unteren Bildrand ist eine mit Zinnen angedeutete Stadtmauer angedeutet

Spätestens am Ende des 7. Jahrhunderts siedelten sich Kleriker an dem Ort an und das Aussehen des Saalbaus wurde durch An- und Umbauten immer wieder verändert. So wurden zwei Grabkapellen und mehrere Wohn- und Wirtschaftsräume angefügt. Das Gebäude galt in den folgenden Jahrhunderten als Grabkirche der beiden christlichen Märtyrer Cassius und Florentius. Mit der Gründung eines Stiftes in karolingischer Zeit wurde sie zur Stiftskirche „St. Cassius und Florentius“ („Basilica sancta Cassii et Florentii“). Der Diakon und Abt Giso wird in der ältesten Urkunde des Cassius-Stiftes 691 erwähnt.[24] Diese alte Stiftskirche wurde im 11. Jahrhundert abgerissen, an ihrer Stelle entstand das Münster. Die das Münster umgebende Siedlung wurde von der Kirche zunächst Verona genannt, ein Name der auch auf den hier geprägten Münzen zu lesen war. Dauerhaft konnte er sich aber nicht gegen das von der Bevölkerung bevorzugte Bonn (im lokalen Dialekt Bunne) durchsetzen.[25]

Das fränkische Ripuarien wird um 680 als ein Herzogtum organisiert. Es besteht aus 8 Gauen (pagi). Der Bonngau (manchmal auch Ahrgau genannt) erstreckt sich links des Rheins von Wesseling bis zum Vinxtbach bei Brohl. Diese Raumordnung bleibt bis zur Neugliederung des karolingischen Reiches unter Karl dem Großen erhalten.[26]

Zur Sicherung der Rheingrenze entsteht am rechtsrheinischen Ufer in Schwarzrheindorf eine karolingische Burg. 873 wird Geislar erstmals erwähnt.[27]

Um das Jahr 881 zeigt das karolingische Reich Auflösungserscheinungen. Während der Raubzüge der Wikinger in den Rheinlanden wurde Bonn 882 zweimal gebrandschatzt. Im Jahre 883 wurde die gerade wieder aufgebaute und nun befestigte Stadt ein weiteres Mal von den Normannen überfallen, gebrandschatzt und ausgeplündert. 891 besetzten die Normannen Bonn erneut.[28]

Im Jahre 913 wird in einer Urkunde ein Bruder des ostfränkischen Königs Konrad I., mit Namen Eberhard, als "Graf des Bonngaus" genannt.[29]

Am 7. November 921 schließen Karl der Einfältige und Heinrich I. auf einem im Rhein verankerten Schiff den "Frieden von Bonn": Der westfränkische König Karl erkannte Heinrich I. gleichberechtigt als König der Ostfranken an.[30]

Blüte im Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlauf des 11. und 12. Jahrhunderts vergrößerten sich diese beiden neuen Siedlungskerne. Es gab eine Fernhändlersiedlung und der Handel mit Wein war einträglich. Wohlhabende Geistliche und Kanoniker – die Bewohner des Stiftes, der „Villa Basilica“ – waren eine Käuferschicht für hochwertige Produkte. Sie sorgten dafür, dass sich auch die Marktsiedlung vergrößerte und die Zahl der Händler, Kaufleute und Handwerker zunahm. Bonn erlebte eine Blütezeit und des Wohlstandes.[31]

Um diese Siedlungsbereiche zu sichern, ordnete Erzbischof Konrad von Hochstaden an, dass der besiedelte Raum zwischen Münster und Rhein mit einer Stadtmauer umgeben werden solle. Als die Bauarbeiten für die Mauer 1244 begannen, war dies auch ein Zeichen dafür, dass der Prozess der Stadtwerdung Bonns abgeschlossen war. Der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg vollendete 1286 die rechtliche Stadtwerdung Bonns.[32] Im Jahre 1331 wird erstmals ein Bürgermeister erwähnt. Bonn wurde Sitz eines kurkölnischen Amtes und Oberamtes, seit langem war es Markt- Zoll- und Münzstätte.[33]

Kurkölnische Residenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Schlacht von Worringen im Jahr 1288 wurde Bonn zu einem der bevorzugten Wohnsitze der Kölner Kurfürsten und im Jahr 1597 schließlich offiziell die Residenzstadt unter Ferdinand von Bayern, Koadjutor des Kurfürsten Karl Theodor.[34] Zehn Jahre zuvor, 1587, hatten Truppen des abgesetzten Kurfürsten Gebhard I. von Waldburg die Stadt während des Truchsessischen Krieges erobert und verwüstet. Die von Anhängern Gebhards besetzte Stadt wurde von den Spaniern 1588 sechs Monate lang belagert und schließlich eingenommen.[35]

Aus der Auseinandersetzung mit Gebhard ging Herzog Ernst von Bayern aus dem Haus Wittelsbach als Sieger hervor. Mit ihm begann die Epoche der kurkölnischen Herrscher aus dem Hause Wittelsbach. Auf Ernst von Bayern folgte 1612 Ferdinand von Bayern, dann Maximilian Heinrich. Joseph Clemens und – als letzter Wittelsbacher – Clemens August. Am Schluss der kurfürstlichen Epoche war es ein Habsburger – Maximilian Franz, jüngster Sohn Maria Theresias – der in Bonn residierte.

Ausbau zur Residenzstadt und Reformationsbestrebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonn – Kupferstich von Matthäus Merian d. Ä. 1646
Belagerung des Jahres 1689
Bonn um 1700 Stadtansicht von Nordwesten
Das Kurfürstliche Schloss vom Alten Zoll aus (1792)

Bereits 1112 ist ein „Hof des Erzbischofs“ in Bonn erwähnt, der im 13. Jahrhundert durch Engelbert II. von Falkenburg zu einer Pfalz mit Saal und Kapelle ausgebaut wurde. Damit begann die zunächst häufige und später dauerhafte Residenz der Erzbischöfe in Bonn, vor allem nachdem Siegfried von Westerburg nach der Schlacht von Worringen 1288 seine Hauptstadt Köln verloren hatte.

Nach 1500 ist eine dauerhafte Anwesenheit der Kurfürsten in Bonn belegt, die dementsprechend 1525 die kurkölnische Kanzlei nach Bonn verlegten und 1597 Bonn offiziell zur Haupt- und Residenzstadt erhoben. Der Kurfürst selbst zog 1601 nach Bonn um. Mit der kurfürstlichen Beamtenschaft trat neben die traditionelle Oberschicht der Stadt eine Gruppe von studierten Räten bürgerlicher Herkunft, die auch städtische Ämter übernahmen.[36]

Zwischen 1515 und 1547 zeigen sich Reformationsversuche am Hof. 1515 wird Hermann V. von Wied Kurfürst und Erzbischof von Köln. Papst Leo X. verlieh ihm das Pallium. Hermann V. neigte dem Reformationskatholizismus des Erasmus von Rotterdam zu, berief Konzile ein, ließ den kurkölnischen Landtag mehrfach beraten und stieß damit weitgehend auf Zustimmung in der Bevölkerung. Exponenten des Bonner Reformationsversuchs waren der elsässische Reformator Martin Buccer, einem Mitstreiter Martin Luthers, auf der einen Seite und als Gegenspieler und Stütze der Gegenbewegung Kardinal Johannes Gropper. Die Bestrebungen riefen ab 1543 Kaiser Karl V. und die Kurie auf den Plan. Auslöser war ein, durch den Kurfürsten Hermann V. in Auftrag gegebener Buchdruck, von ca. 33 Reformationsschriften im April 1543, den der Buchdrucker Laurenz von der Mühlen in Bonn durchführte. Am 17. August 1543 zog Kaiser Karl V. als Reaktion mit seinen Truppen "friedlich" in Bonn ein, nachdem seine Soldaten tagelang Felder und Weingärten zertrampelt hatten. Die Folgen waren vorhersehbar: Martin Buccer musste Bonn umgehend verlassen. Der Kurfürst wurde am 16. April 1546 von Papst Paul III. exkommuniziert und Adolf von Schauenburg wurde auf Druck des Kaisers durch die Landstände zum neuen Kurfürsten bestimmt. Am 25. Februar verzichtete Hermann V. auf die Kurwürde, zog sich in seine Heimat im Neuwieder Raum zurück und starb 1552 dort.[37]

Bereits Erzbischof Salentin von Isenburg hatte 1575 der wachsenden Bedeutung Bonns Rechnung getragen durch einen umfangreichen Renaissancebau an der Südseite der Stadt etwa neben dem heutigen Alten Zoll.

Unterbrochen wurde der weitere Ausbau schon im nächsten Jahrzehnt durch den Truchsessischen Krieg (1581–1584). Im Jahre 1584 wurde die Stadt, durch den Gegner des abgesetzten Gebhard Truchsess von Waldburg, Herzog Ernst von Bayern, nach einmonatiger winterlicher Belagerung eingenommen. Im Verlauf des Krieges kam es 1583 zur Sprengung der Godesburg durch bayerische Truppen.[38]

Am 23. Dezember 1587 wurde Bonn vom Parteigänger Gebhards, Martin Schenk von Nideggen, angegriffen, geplündert und besetzt. Der Söldnerheerführer Nideggen handelte im Auftrag des Grafen Adolf von Neuenahr, der mit dem Rest der Truchsessischen Truppen in niederländische Dienste getreten war. Die Stadt wird aber nicht nur durch die Söldner geplündert. Nideggen legt den Bürgern schwere Kontributionen auf.

Erst am 26. September 1588 konnten spanische und deutsche Truppen nach heftiger Beschießung die Stadt wieder erobern.[39] Nideggen flieht ins holländische Nimwegen, wird dort am 11. August 1589 im Rhein ertränkt und anschließend gevierteilt. Der kurkölnische Krieg ist damit beendet. Allerdings um den Preis, dass die Spanier nun Besatzungsmacht waren. Die Methoden der Besatzung aber blieben: Die spanischen und wallonischen Landsknechte des Freiherrn Adolf von Schwarzenberg verhielten sich roh und rücksichtslos. Erst nachdem die Landstände 1594 den rückständigen Sold der Spanier aufgetrieben hatten, konnte man die Spanier überreden die Besatzung zu beenden und abzuziehen.[40]

Bonn im Dreißigjährigen Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dreißigjährigen Krieg von 1618–1648 hatte Bonn wiederholt unter Kriegszügen, Plünderungen, Einfällen und Brandschatzungen zu leiden. Seit September 1620 lagen drei Jahre lang holländische Truppen auf der Rheininsel Kemper Werth, der „Paffenmütze“, denn der Unabhängigkeitskrieg der Niederlande gegen Spanien (Achtzigjähriger Krieg) wurde zum Teil auf Reichsgebiet ausgetragen.

Im Jahre 1631 waren es die Schweden unter Wolf Heinrich von Baudissin, im nächsten Jahrzehnt hessische und wiederum schwedische Truppen, die plündernd durch das Rheintal zogen. 1632 zog der schwedische General Baudissin gegen das Erzbistums Köln. Überall wurde gekämpft, geplündert und gebrandschatzt. Im November 1632 eroberten die Schweden den Drachenfels und schleiften die Außenwerke der Burg. Doch vermutlich bereits kurz darauf wurden sie von den Spaniern vertrieben. Um die gleiche Zeit, 1633, wurde die Löwenburg zerstört.

Noch während des Krieges war unter dem Eindruck dieser Bedrohungen mit der Neubefestigung Bonns nach dem Bastionarsystem begonnen worden. Sie brauchte fast ein Jahrhundert bis zur Fertigstellung. Kurfürst Ferdinand von Bayern hatte im Schutz dieses doppelten Ringes im Jahr 1633 einen Neubau des Residenzschlosses unternommen. „Auch eine Reihe neuer Klöster war im Gefolge der Gegenreformation in der Stadt entstanden, die Niederlassungen der Jesuiten, der Kapuziner und der Franziskaner. Matthaeus Merian nennt schon 1646 Bonn eine ‚schöne lustige wolerbawete Statt, es gibt auch lustige jagten herumb, und ist der Lufft da uesund‘.“[41]

Dank geschickter Neutralitätspolitik des Erzbischofs Ferdinands überstand Bonn den Dreißigjährigen Krieg jedoch deutlich besser als viele andere deutschen Städte. So weigerte sich Kurköln, der Katholischen Liga beizutreten, obwohl es im Inneren einen radikal antiprotestantischen Kurs verfolgte. Umliegende Gebiete um Bonn traf der Krieg schwerer. 1638 berichtete Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg, der Herzog von Jülich-Kleve-Berg, dass im Bergischen Land kaum ein Sechstel der Einwohner überlebt hatte.[42]

Bonn nach dem Westfälischen Frieden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch der Westfälische Friede von 1648 brachte den Bonnern kaum Friedensgefühle: Weitere Belagerungen musste Bonn 1673,1689 und 1703 über sich ergehen lassen. Die schlimmsten Folgen für die Stadt brachte die Belagerung des Jahres 1689. Die von dem kurkölnischen Minister Wilhelm Egon von Fürstenberg, einem Parteigänger Ludwigs XIV., ins Land gerufenen französischen Truppen besetzten Bonn, woraufhin die verbündeten brandenburgischen, kaiserlichen, münsterschen und holländischen Truppen unter dem Befehl von Friedrich III. – Kurfürst und Herzog von Brandenburg-Preußen die Stadt im Sommer 1689 einschlossen. Vom 24. Juli 1689 an dauerte das Bombardement, bis die Besatzung am 15. Oktober 1689 kapitulierte. Die neuen Festungswerke, die Bastionen und Schanzen waren zum größten Teil demoliert, und mit den meisten Häusern waren das kurfürstliche Schloss, das Rathaus und viele kirchliche Gebäude zerstört worden.[43]

Die kaum notdürftig wiederhergestellte und zur Ruhe gekommene Stadt hatte mit der Belagerung im Jahre 1703 im spanischen Erbfolgekrieg erneut eine Beschießung auszuhalten. Wieder lag eine französische Besatzung in der Stadt und holländische und kaiserliche Truppen standen vor den Toren. Zuvor begab sich Kurfürst Joseph Clemens am 12. Oktober 1702 ins französische Exil. Am 16. Mai 1703 erfolgte die Kapitulation der Franzosen und Übergabe der Stadt, nachdem die Stadt durch Hunderte von Kanonen und Mörsern beschossen worden war.[44]

Am 18. Mai 1703 zog die 3800 Mann starke Besatzung der Franzosen ab. Holländische Truppen und Truppen des westfälischen Reichskreises zog in die Stadt ein. Bonn begann unter der Einquartierung der Holländer zusehends zu leiden, doch sie sollte noch bis 1715 andauern, obwohl der Frieden von Utrecht 1713 bereits erfolgte, da erst ein Reichs-Konvent Klarheit über den Abzug der Niederländer und das zukünftige Schleifen der rechts- und linksrheinischen Festungsanlagen ergab.

Offiziell erlangte Joseph Clemens 1713 wieder die Rechte als Kurfürst, aber wegen der Soldateska der Holländer sollte es bis zum 11. Dezember 1715 dauern, bis der Kurfürst wieder Herr der Residenzstadt Bonn wurde.[45]

Residenzstadt im 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Poppelsdorf (1760) von Nikolaus Mettely (c. 1739–1772), nach Zeichnungen von Johann Martin Metz (1717–1750)
Kreuzbergkirche Bonn: Heilige Stiege an der Ostseite (Mitarbeit am Entwurf Balthasar Neumann)

Anfang des 18. Jahrhunderts begann eine neue Zeit für Bonn, eine Zeit voll höfischer Pracht und fürstlicher Baufreudigkeit. Die Stadt war hintereinander die Residenz zweier der mächtigsten und unternehmungslustigsten Bauherren unter den absolutistisch herrschenden Fürsten.

Kurfürst Joseph Clemens hatte 1697 das Startsignal gegeben, an der Stelle des im Jahre 1689 zerstörten Schlosses einen gewaltigen Neubau des Schlosses zu errichten. Der italienische Baumeister Enrico Zuccalli hatte den Südflügel der Hauptfassade zum Hofgarten schon aufgeführt, als 1702 der Kurfürst aus Bonn nach Frankreich flüchten musste. Deshalb blieb der Bau erst einmal unvollendet. Als der Kurfürst 1715 nach dem Frieden von Baden zurückkehren durfte, entfaltete er sofort die lebhafteste Bautätigkeit. Der alte Bauplan für das Schloss wurde durch den französischen Architekten Robert de Cotte überarbeitet und erweitert, der lange Galerieflügel gegen den Rhein hin angefügt. Die Bauarbeiten begannen 1715. Der Entwurf für das integrierte Michaelstor (heute Koblenzer Tor) entstand um 1725 durch den am Hofe der Wittelsbacher in München tätigen François de Cuvilliés d. Ä., sowie Balthasar Neumann. Die Bauausführung oblag Michael Leveilly.[46]

Das Protokoll des Bonner Stadtrates hielt am 22. Juni 1718 fest, dass die, 1715 auf Druck der Holländer eingeleitete, Schleifung der Festungswerke abgeschlossen wurde. Nur der Alte Zoll am Rhein erinnert noch heute an die Bastionen dieser Zeit. Die erzwungene Beseitigung des ehemaligen Festungsringes ermöglichte eine großzügige Neugestaltung der Stadt. Es entstanden neue Straßenzüge. Die ursprünglichen Pläne des Kurfürsten, Bonn 1726 erneut zu befestigen, scheiterte am diplomatischen Widerstand der Niederländer.

Der zweite baufreudige Kurfürst war der Nachfolger Clemens August von Bayern. Der großzügige, stets auf neue Einnahmequellen bedachte Clemens August wurde am 2. Januar 1724 mit gerade 23 Jahren als Kurfürst eingesetzt (Koadjutor ab 17. Mai 1722).

Eine erste politische Weichenstellung war der Zusammenschluss der Kurfürsten von Bayern, Trier, Köln und der Pfalz zur Wittelsbacher Hausunion am 15. Mai 1724. Ein besonderes politisches Ereignis war der Bonn-Besuch des preußischen Könighauses am 8. August 1730. Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. kam mit seinem Sohn, dem späteren König Friedrich dem Großen in die kurfürstliche Residenz.[47]

Im ersten Amtsjahr kam es jedoch zunächst zu einem Machtkampf zwischen Stadt und Kurfürst. Der Kurfürst, ständig in Geldnöten, gedachte städtische Einkünfte aus der Akzise seinem Staatseinkünften zuzuschlagen unter Anwendung von rechtlichen Titeln. Erst 1753 gab der Kurfürst nach und die beschlagnahmte Akzise wieder zurück.

Nach und nach jedoch erlangte er einen Ruf als Bauherr, Mäzen, Frauenschwarm und Jäger – also abseits der Politik. Er brachte Bonn höfischen Glanz, den Bürgern Wohlstand und war wohl auch aus diesem Grund durchaus beliebt bei der Bevölkerung. Ein weiterer Grund der Beliebtheit war die Begeisterung des Kurfürsten für Bälle, Maskeraden und die Anteilnahme am rheinischen Karneval. Für den 6. Februar 1731 ist ein karnevalistischer Maskenumzug durch Bonn belegt. Am 11. Juni 1737 nimmt der Kurfürst am Königschießen der Sebastianus-Schützen teil – und wird Schützenkönig. 1760 trifft Casanova am Hof ein und nimmt an einem Maskenball des Kurfürsten teil.[48]

Sein erstes architektonisches Interesse galt dem Weinbergschlösschen, die "Vinea Domini", südlich von Bonn. Von Joseph Clemens in Auftrag gegeben und durch den Architekten Guillaume d'Hauberat errichtet, pachtet Clemens August das Schlösschen und macht es zu einem seiner bevorzugten Orte der Zerstreuung und festlicher Tafelfreuden.[49]

Die Nähe zum Kottenforst war schon lange ein Grund für die Wahl Bonns als kurfürstliche Residenz: 1549 verkaufte die Abtei Siegburg die Grundrechte zur Nutzung des Kottenforstes an die Erzbischöfe von Köln, die im Kottenforst bereits das Jagdrecht auf Hochwild besaßen sowie Jagdschlösser in Poppelsdorf und Buschhoven erbaut hatten.

Um 1727 wurde der Kottenforst unter Clemens August von Bayern erstmals systematisch vermessen, um Alleen für seine Parforcejagden anzulegen. Diese meist breiten Alleen wurden schnurgerade aufgeschüttet und wegen des nassen Untergrundes beiderseitig mit Gräben versehen. 1730 ließ Clemens August das Forstdienstgebäude Schönwaldhaus errichten und später, von 1754 bis 1756, wurde in Röttgen das Jagdschloss Herzogsfreude durch den kurfüstleichen Baumeister Johann Heinrich Roth in das Zentrum dieses Systems von Alleen gebaut. Beachtlich ist die genaue Ausrichtung der Wege in Bezug auf das kurfürstliche Schloss sowie ebenfalls auf Schloss Brühl.

Ende 1741 stand Kurköln im Kampf um die Erbfolge in Österreich auf der Seite Bayerns und Frankreichs. Französische Truppen rückten zum Schutz ins Erzstift ein.[50]

Danach setze eine Bauperiode ein: Als eine der originellsten Schöpfungen des beginnenden Rokoko entstand der Bau des Schlosses Clemensruhe in Poppelsdorf an der Stelle der alten Burg Poppelsdorf ('Sternenburg') aus dem 16. Jahrhundert. 1746 erwarb der kurfürstliche Bauintendant Graf August Wilhelm Wolff Metternich Grund und Bau der 'Sterneburg' für den Umbau zum Rokoko-Schlösschen, der von Michael Leveilly und anderen ausgeführt wurde. Der kühne Plan Joseph Clemens, die beiden Schlösser im einem Kanal zu verbinden, wurde nicht verwirklicht. Seine Nachfolger würde auf dieser Achse eine imposante Kastanienallee anlegen, die noch heute beide Schlossbauten als optische Achse verbindet. Man muss allerdings auch festhalten, dass die ausgiebige Bautätigkeit Clemens Augusts, in Bonn, in Brühl und anderen Orten, zu einer hohen Staatsverschuldung Kurkölns führte.[51]

Eine wichtige Baustelle tat sich ebenso 1746 auf: Wallfahrtskirche und Kloster auf dem Kreuzberg hatten während der Belagerung von 1689 stark gelitten und dem englischen Oberkommandierenden, John Churchill Herzog von Marlborough, als Hauptquartier gedient. Kurfürst Clemens August ließ nun die Wallfahrtskirche wieder herrichten und bis 1751 um einen Anbau an den Chor der Kirche erweitern. Er stiftete die Heilige Stiege, deren Planung der berühmte Baumeister Balthasar Neumann umsetzte, nach dem Stil des Treppenhauses im Brühler Schloss Augustusburg (erbaut von 1740 bis 1746).[52]

1755, fast 60 Jahre nach Grundsteinlegung durch den Vorgängerfürsten, werden die Bauarbeiten am Residenzschloss abgeschlossen, allerdings bleibt der Flügel zum Rhein hin ein Torso. Damit möglicherweise im Zusammenhang stehend: 1755 trennte sich Clemens August von seinem Intendanten Graf August Wilhelm Wolff Metternich.[53]

Im gleichen Jahr ließ Clemens August in der Katzenburg nahe dem Poppelsdorfer Schloss eine 'Porcellain-Fabrick' einrichten. Johann Jacob Kaisin und Ferdinand von Stockhausen sollten hier Porzellan für den Hof herstellen. Porzellan gehörte zu den zahlreichen kostspieligen Leidenschaften des Kurfürsten. Da dies nicht gelang wurde der Betrieb als Fayence-Manufaktur weitergeführt.[54]

Zur den Regentschaften von Joseph Clemens und Clemens August muss angemerkt werden, dass beide Kurfürsten Bonn als ein Zentrum der europäischen Musik entwickelten. Zahlreiche Musiker wurden aus ganz Europa, vor allem aus Italien und Frankreich, verpflichtet. Zum Direktor der höfischen Kammermusik wurde 1738 der Komponist Joseph Clemens dall' Abaco bestimmt. Sein Nachfolger wird 1752 der Komponist Joseph Gottwald. Im Jahre 1760 wird Joseph Touchemoulin Hofkapellmeister. Seit 1733 wirkt der Bassist und Sänger Ludwig van Beethoven in Bonn, der Großvater des Komponisten Ludwig van Beethoven.[55]

Kurfürst Clemens August starb am 6. Februar 1761 überraschend, während einer Reise nach München bei Ehrenbreitstein. Lebensfreudig wie er war, hatte er keinen Nachfolger bestimmt, hinterließ allerdings einen aufwendigen Hofstaat, teilweise unfertige Schlossbauten und einen enormen Schuldenberg. Am 6. April 1761 wählte das Kölner Domkapitel den Domdechanten Graf Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels zum neuen Kurfürsten und Erzbischof.[56] Damit ging die fast 180 Jahre andauernde Epoche der Wittelsbacher in Kurköln zu Ende.

Graf Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels, der die Amtsgeschäfte teilweise auch Minister Kaspar Anton von Belderbusch delegiert, begann umgehen mit der Versteigerung des Nachlasses, um die Staatsfinanzen einigermaßen zu sanieren. Der Graf ist als Landesherr umsichtig, sparsam, tüchtig und ein wenig farblos. Doch auch dieser nüchterne Landesherr weiß die Musiker weiterhin an Bonn zu binden und es gab zahlreichen Opernaufführungen. 1778 wurde das kurfürstliche Hoftheater ('Bonner Nationaltheater') gegründet. Es wurden Stücke von Lessing, Schiller und Shakespeare durch den Regisseur und Schauspieldichter Gustav Friedrich Wilhelm Grossmann inszeniert. In seine Regierungszeit fallen allerdings auch Katastrophen für Bonn und die Bonner: 1771 herrscht in Bonn und dem Land eine Hungersnot, 1777 brannte das Schloss und 1784 litt Bonn unter dem Hochwasser des Rheins.[57]

Die Aufhebung des Jesuitenordens durch Papst Clemens XIV. ergab die Chance einer Reform des Jesuiten-Gymnasiums in der Bonngasse. 1774 wird das Gymnasium zur 'Maxischen Akademie' umgeformt. Die Akademie ist die Keimzelle der späteren Universität in Bonn, die offiziell am 20. November 1786 gegründet wird. Sie errang sehr schnell den Ruf einer Einrichtung, deren Lehrer mit den Ideen der Aufklärung sympathisierten. So finden sich in der Liste der Bonner Illuminaten und der 1787 gegründeten Lesegesellschaft neben anderen prominenten Bürgern auch zahlreiche Lehrer und Professoren; darunter auch die musikalischen Lehrer Ludwig van Beethovens, Christian Gottlob Neefe und Franz Anton Ries.[58]

1780, Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels, war nun 72 Jahre alt, wurde es Zeit sich um die Nachfolge zu kümmern. Der österreichischeMaximillian Franz wurde daher zum Koadjutor für Köln und Münster bestimmt (7. August 1780). Am 15. April 1784 verstarb der Landesherr. Sein Nachfolger Maximilian Franz, er sollte der letzte Kurfürst werden, hielt am 27. April 1784 Einzug in Bonn.[59]

Die Regentschaft des Habsburgers Maximilian Franz sollte noch rund 10 Jahre andauern. Er wirkte als Förderer der Künste und Wissenschaften, trat im schlichten Rock auf und hielt engen Kontakt zu seinen Untertanen. Christian Gottlob Neefe schrieb 1789 über den Landesherrn, dass er einer "der aufgeklärtesten teutschen Fürsten" sei.[60]

Godesberg verdankt ihm gegen Ende der Residenzepoche den Aufstieg zur Kur- und Badestadt. Zwischen 1790 und 1792 ließ der Kurfürst in der Nähe des Mineralbrunnens die Rédoute als Ball- und Konzertsaal für die Besucher des Bades errichten. Zudem noch ein (Godesberger) Hoftheater. Architekt war Michael Leydel. Um den Mineralbrunnen legte man Parkanlagen an und beauftragte eine Gesellschaft mit der Nutzung der Heilkraft des Brunnens ('Godesberger Wasser').[61]

Am 2. November 1792, in der Ruhe vor dem Sturm (der Nachwirkungen der Französischen Revolution), verließ Ludwig van Beethoven seine Heimatstadt Bonn, um in Wien seine Studien fortzusetzen.[62]

Ende von Kurköln in Bonn und französische Besatzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits am 20. April 1792 hatte die französische Nationalversammlung in Paris dem (deutschen) Reich im Zuge der Koalitionskriege den Krieg erklärt. Am 22. Dezember drangen die Revolutionstruppen unter der Trikolore ins Rheinland ein. Der Kurfürst setze sich nach Münster ab. Nach der Schlacht bei Aldenhoven (1. März 1783), scheinbar eine Wende, kehrte der Kurfürst Maximilian Franz am 21. April 1783 nach Bonn zurück.

Am 8. Oktober 1784 zogen die französischen Truppen der Nordarmee unter General Jean-Charles Pichegru in Bonn ein. Der Kurfürst hatte sich einige Tage zuvor nach Dorsten abgesetzt. Maximillian Franz floh weiter nach Wien und überließ sein Kurfürstentum, in aussichtsloser Lage, kampflos den Revolutionstruppen. Kurköln war damit Geschichte.[63]

Die Errichtung des Freiheitsbaumes auf dem Markt durch französische Truppen – Ölgemälde von Franz Rousseau aus dem Jahr 1795

Im Frieden von Lunéville wurden 1801 alle linksrheinischen Gebiete Kurkölns an das napoleonische Frankreich abgetreten. Der Rhein bildete nun die Ostgrenze Frankreichs. Bonn und der dazugehörige Kanton gehörten in den folgenden Jahren zum Département de Rhin-et-Moselle; die Hauptstadt des Départements war Koblenz.[64]

Die französische Besatzung brachte für Bonn gravierende Veränderungen. Mit dem Ende der kurfürstlichen Epoche im Rheinland endete für die Stadt die Zeit, in der sie die Funktion einer Residenz innegehabt hatte. Mit dem Kurfürsten verließen die meisten Angehörigen des Hofes und mit ihnen eine große Zahl von Bewohnern die Stadt. Außerdem wurde die noch junge Universität geschlossen. Die Bevölkerungszahl fiel rapide und die Bürger hatten in den folgenden Jahren mit großen wirtschaftlichen Problemen zu tun. Für das Jahr 1809 wurde im Raum Bonn eine Fläche von 333,3 ha für den Weinanbau ausgewiesen, was die wirtschaftliche Bedeutung des Rheinweins verdeutlicht.[65]

Von weitreichender Bedeutung war die von den Franzosen eingeführte neue Rechtsordnung. Am 1. Mai 1798 erließ der französische Regierungskommissar François Joseph Rudler eine Verordnung, die dafür sorgte, dass die 1792 in Frankreich in Kraft getretenen Gesetze über den Zivilstand auch für das rheinische Departement Geltung bekamen. Vier Jahre später, am 8. April 1802, wurden die Organischen Artikel verkündet, die für Protestanten und Juden Kultusfreiheit und volle Bürgerrechte bedeuteten. Am 21. März 1804 erhielten die Bemühungen um eine neue Rechtsordnung durch die Einführung des Code Napoléon ihren krönenden Abschluss.

Am 6. November 1811 besuchte Kaiser Napoleon I. bereits zum zweiten Mal Bonn, diesmal um die Möglichkeit zur Befestigung der Stadt zu prüfen. Am 5. Januar 1812 erschien die erste Ausgabe des "Bonner Nachrichts- und Anzeige-Blatt".[66] Anfang 1814 hatten die Franzosen Bonn geräumt und am 17. Januar 1814 trafen preußische Truppen in Bonn ein.[67]

Das Ende der französischen Besatzung war für die Bevölkerung und die Freiheitsbewegung ein herbeigesehntes Ereignis. So hatte der Bonner Schriftsteller Ernst Moritz Arndt die nationale Einheitsbewegung durch diverse Schriften unterstützt, u. a. Der Rhein, Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze, in der er die Ablösung des deutschsprachigen Rheinlands von Frankreich forderte. Ihm zu Ehren wurde auf dem Alten Zoll 1865 ein Denkmal gesetzt, dessen Inschrift u.a. "Der Rhein, Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze" lautet.

Kreisstadt in der preußischen Rheinprovinz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz 1904
Bonner Notgeldmünze von 1920

In der Folge des Wiener Kongresses fiel Bonn 1815 an Preußen. Es wurde Kreisstadt im Regierungsbezirk Köln in der Rheinprovinz. Zum 1. Oktober 1887 schied Bonn aus dem Kreis Bonn aus, um eine kreisfreie Stadt zu werden.

Im Jahre 1818 wurde die heutige Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität neugegründet – als Gegenstück zur ebenfalls neugegründeten Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin (die preußische Neugründung war ausdrücklich keine Fortsetzung der 1794 untergegangenen ersten Universität Bonn). Sie prägte in den nächsten Jahrzehnten das Leben der Stadt. In politischer und gesellschaftlicher Hinsicht bestimmend wurde bis zum Ende des Kaiserreichs der Gegensatz zwischen der katholischen Bevölkerungsmehrheit und der protestantischen Oberschicht.[68]

Kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Stadt am 31. Oktober 1918 bei einem der ursprünglichen Planung nach für Köln-Deutz und die dortigen Industrieanlagen vorgesehenen Luftangriff durch sechs aus dem französischen Ochey kommende britische Tagbomber von neun Bomben getroffen, die 30 Menschen töteten und 60 verletzten.[69] Im Zuge der Novemberrevolution konstituierte sich in Bonn am 9. November 1918 als Reaktion auf Plünderungen und Schüsse in der Stadt am Vortag, die vor allem durch eine Gruppe aus Köln eingereister bewaffneter Matrosen und Soldaten ausging, zur Bewahrung von Ruhe und Ordnung ein Arbeiter-, Bürger- und Soldatenrat als oberster Behörde für die Stadt. Die Einbeziehung des Bürgertums, die aufgrund der örtlichen Minderheitenposition der Arbeiterschaft in der Gesamtbevölkerung erfolgte, und seine intensive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung kann als eine Ausnahmeerscheinung für Städte dieser Größenordnung gelten. Der Rat tagte 23 Mal mit jeweils rund 40 Mitgliedern bis zur Einstellung seiner Tätigkeit am 11. Dezember 1918.[70]

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Weimarer Republik war Bonn eine Hochburg der katholischen Deutschen Zentrumspartei. Anfang der 1920er Jahre verzeichnete jedoch auch die Deutsche Volkspartei Erfolge und wurde teilweise zweitstärkste Kraft in Bonn. Obwohl die NSDAP eine deutliche Zunahme an Stimmen erreichte, gelang es ihr trotz Behinderungs- und Einschüchterungsmaßnahmen gegenüber den anderen Parteien nicht, das Zentrum als stärkste Partei zu überflügeln. Dieses errang bei der Kommunalwahl am 12. März 1933 36 % der Stimmen, die NSDAP 34 %, die SPD 10 % und die KPD 7 %. Das hinderte die Nazis trotzdem nicht daran, in Bonn die Macht zu übernehmen. Einen Tag nach der Wahl, am 13. März, hissten sie über dem Rathaus die Hakenkreuzfahne. Am Abend desselben Tages wurde NSDAP-Mann Ludwig Rickert nach der „Beurlaubung“ des amtierenden Oberbürgermeisters Wilhelm Lürken zum „Staatskommissar“ ernannt. Im Juni 1933 wurde Rickert dann auch formell Oberbürgermeister.

Mahnmal für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus auf dem Kaiserplatz

Opferstatistik nach zwölf Jahren Naziherrschaft in Bonn:[71]

Personenkreis Verfolgte insgesamt davon getötet
Juden zwischen 1600 und 1700 etwa 770
Zwangssterilisierte und
Euthanasie“-Betroffene
etwa 4800 etwa 380
Sinti etwa 100 etwa 50
Zwangsarbeiter etwa 10.000 mindestens 8

Zu den Opfern der Verfolgung gehörten eine Reihe prominente Bonner Bürger und deren Familien; so der Mathematiker Felix Hausdorff und der Geograph Alfred Philippson. In Bad Godesberg war es der Vorsitzende der Zentrumspartei Joseph Roth. Der Bonner Stadtverordnete der KPD Otto Renois wurde im April 1933 zum ersten Todesopfer.

Die Stadt und ihre Bewohner blieben bis Herbst 1944 weitgehend von Bombenangriffen im alliierten Luftkrieg verschont. Der verheerendste Luftschlag am 18. Oktober 1944 zerstörte fast die gesamte Bonner Innenstadt von der Zweiten Fährgasse bis zur Wachsbleiche, bei ihm kamen 250 Bomber mit 50 Minen, 2000 Sprengbomben und rund 80.000 Stabbrandbomben sowie bis zu 100 kg schweren Flüssigkeitsbomben zum Einsatz. 700 Häuser waren total zerstört, 100 schwer beschädigt.[72] Bis zum Ende der Kampfhandlungen am 9. März 1945 wurde Bonn zu etwa 30 Prozent zerstört, über die Hälfte aller Wohnungen war unbewohnbar.[72] Unter anderem fielen die Rheinviertel dem Krieg komplett zum Opfer. Mehr als 1500 Bewohner verloren infolge der Bombenangriffe ihr Leben. 2732 Bonner, die als Soldaten am Krieg teilnahmen, fielen zwischen 1939 und 1945.

Weitere Opfer und Zerstörungen der Stadt verhinderte der Kampfkommandant Generalmajor Richard von Bothmer, indem er am Abend des 7. März 1945 den Rückzug aller Verbände über den Rhein befahl. Er weigerte sich, den Kampf um Bonn "bis zur letzten Patrone" zu führen. Die Rheinbrücke wurde gesprengt. Am nächsten Tag begab er sich zu seiner vorgesetzten Dienststelle in Jüngsfeld. Dort wurde er wegen seiner Handlung vor ein Kriegsgericht gestellt. Zu fünf Jahren Haft und Degradierung verurteilt nahm er sich das Leben.[73] Rechtsdezernent Max Horster übergab am 9. März die Stadt den einrückenden alliierten Truppen. Diese erbauten als Ersatz auf Godesberger Höhe die Hodges-Brücke. Bei den Kampfhandlungen um Bonn starben 56 deutsche Soldaten, 1700 gingen in US-Kriegsgefangenschaft.[74]

Nach Kriegsende war Bonn (Gebäude der Landwirtschaftskammer Rheinland) ab dem 4. Juni 1945 für kurze Zeit Sitz des Oberpräsidiums für die Rheinlande, Hessen und die Saar, das noch im selben Monat aufgrund der Einrichtung der französischen Besatzungszone auf den Nordteil der vormaligen Rheinprovinz beschränkt und anschließend nach Düsseldorf verlegt wurde.[75]

Bundeshauptstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adenauer-Plastik vor dem ehemaligen Bundeskanzleramt

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges war Bonn Teil der britischen Besatzungszone und wurde 1946 dem neu gebildeten Land Nordrhein-Westfalen zugeordnet. Im Herbst 1948 trat in der fast vollständig wiederaufgebauten Stadt der Parlamentarische Rat zusammen. Im folgenden Jahr gewann Bonn vor allem auf Initiative von Konrad Adenauer die Hauptstadtfrage gegen Frankfurt und damit den Titel der (provisorischen) Bundeshauptstadt. Auch die unzerstörten repräsentativen Räumlichkeiten in und außerhalb der Stadt hatten den Ausschlag dafür gegeben. Die Troilo- und Gallwitz-Kaserne boten sich als Standort für die Ministerien an; am Rhein sah die Hauptstadtplanung beispielsweise die Villa Hammerschmidt und das Palais Schaumburg als künftige Regierungsgebäude vor. Am 9. Juli 1949 wurde Bonn Teil der exzonalen Enklave Bonn, die in der Region um die vorläufige Hauptstadt den Aufbau der Bundesorgane gewährleisten sollte.

Am 3. November 1949 bestätigte der Deutsche Bundestag das Votum des Parlamentarischen Rates, Bonn zur vorläufigen Bundeshauptstadt zu machen. Danach wurden zunächst die Grundlagen für die Arbeit des Bundestages und der Bundesregierung geschaffen. Dabei entstanden zunächst wenige neue Gebäude – unter anderem wurde die ehemalige Pädagogische Akademie zum Bundeshaus als Sitz des Bundestages umgebaut und erweitert. Die ersten Ministeriumsneubauten entstanden 1953 bis 1955 entlang der Koblenzer Allee für das Auswärtige Amt und das Postministerium.

Dem durch die Regierungsfunktion entstandenen Siedlungsdruck begegneten die Stadtplaner in der Region mit dem Neubau mehrerer Trabantenstädte wie der bis 1952 errichteten Reutersiedlung. Auch die 1956 errichtete Stadthalle in Bad Godesberg ist das Ergebnis des Hauptstadtausbaus. Dabei wurde lange Zeit stark darauf geachtet, die Maßnahmen nur auf einen provisorischen Verbleib in Bonn auszurichten. 1956 entschied der Deutsche Bundestag, in Bonn keine weiteren bundeseigenen Gebäude zu errichten. Der dennoch weiter steigende Bedarf an Verwaltungsgebäuden wurde durch die private Bebauung etwa des Tulpenfelds gedeckt. Dort entstandene Gebäude wurden von Ministerien angemietet.

Anti-AKW-Demonstration auf dem Bonner Hofgarten am 14. Oktober 1979

Ab Mitte der 1960er Jahre begann der Bund, sich auf eine längere Anwesenheit in der provisorischen Hauptstadt einzurichten. In dieser Zeit entstanden viele Ministeriumsneubauten und der Lange Eugen. Die Verkehrsinfrastruktur wurde durch mehrere Autobahnen und einen Stadtbahntunnel erweitert, im Bereich der Kultur unterstützte der Bund die Stadt, wie zum Beispiel das 1965 erbaute Opernhaus bezeugt. 1969 wurden die Städte Bad Godesberg und Beuel sowie neun Gemeinden des Amtes Duisdorf eingemeindet.

Bonn war endgültig vom „Bundesdorf“ zur Großstadt geworden. Gleichzeitig wurde der Landkreis Bonn im Rahmen der nordrhein-westfälischen Kreisreform aufgelöst und das übrige Gebiet wurde Bestandteil des Rhein-Sieg-Kreises. Bad Godesberg wurde danach als „Diplomatenviertel“ der Stadt bekannt.

Amtseinführung von Johannes Rau, 1. Juli 1999, mit anschließender Abschiedsfeier des Bundes von Bonn

Der Wille zu dieser Entwicklung wurde durch die Regierungserklärung von Willy Brandt am 18. Januar 1973 unterstrichen, in der er ein deutliches Bekenntnis zum Ausbau der Bundeshauptstadt Bonn abgab. Bereits 1970 war ein Vertrag zwischen dem Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Bonn über den Ausbau Bonns zur Bundeshauptstadt geschlossen worden, dem 1980 ein zweiter folgte. Um die Ministerien und Behörden an einem zentralen Ort um den bisherigen Standort des Bundestages und des Bundeskanzleramtes zusammenzufassen, wurde 1975 ein 672 ha großer Bereich zwischen den Stadtbezirken Bonn und Bad Godesberg in eine Entwicklungsmaßnahme nach dem Städtebauförderungsgesetz überführt. So bildete sich auf dem Grund der vormals weitgehend unbebauten Stadtteile Gronau und Hochkreuz das damalige Regierungsviertel.

Der Bonner Oberbürgermeister Hans Daniels fasste die städtebauliche Nachkriegsentwicklung Bonns 1984 wie folgt zusammen:

„Was jedoch nach 1945 in bisher nicht dagewesener Form unsere Umwelt veränderte, war die ungeheure Siedlungswelle, die in Bonn dazu führte, daß aus ehemals drei Städten und dreißig Dörfern in weniger als dreißig Jahren die heutige Großstadt Bonn wurde. Die ersten großen Stadterweiterungen vor hundert Jahren, in denen die Gründerzeitviertel der Bonner Süd-, West- und Inneren Nordstadt und in Bad Godesberg das Villenviertel entstanden, waren demgegenüber klein und überschaubar. Vor allem aber war die Stadterweiterung um die Jahrhundertwende – im Gegensatz zur Bauentwicklung nach 1945 – noch gekennzeichnet von einem einheitlichen Gestaltungskanon bei allem Formenreichtum des gründerzeitlichen Bauens im Detail.“

Hans Daniels (1984)[76]

Bundesstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde Berlin durch den Einigungsvertrag am 3. Oktober 1990 zur Bundeshauptstadt, die Frage des künftigen Regierungssitzes musste aber noch geklärt werden. Nach einer hitzigen Debatte beschloss der Deutsche Bundestag am 20. Juni 1991 mit 338 gegen 320 Stimmen im so genannten Hauptstadtbeschluss, dass Berlin Sitz des Bundestages und der Bundesregierung werden soll. In der darauffolgenden Zeit einigten sich Stadt und Bund darauf, dass Bonn auch weiterhin eine bundespolitisch bedeutende Rolle einnehmen soll und dass dauerhaft schädliche Folgen des Teilumzugs durch Ausgleichsmaßnahmen verhindert werden sollen.

Der frühere Bundestags-Plenarsaal, jetzt Bestandteil des Internationalen Kongresszentrum Bundeshaus Bonn

Dies führte schließlich zum Berlin/Bonn-Gesetz vom 28. April 1994, in dem der Hauptstadtbeschluss bekräftigt wurde und die künftige Organisation der Bundesregierung festgelegt wurde. Danach soll es eine dauerhafte faire Arbeitsteilung zwischen den Städten am Rhein und der Spree geben und in Bonn die politischen Funktionen in den Politikbereichen Bildung und Wissenschaft, Umwelt und Gesundheit, Ernährung und Landwirtschaft sowie Verteidigung erhalten und gefördert werden. Des Weiteren soll nach dem Beschluss Bonn als Standort der Entwicklungspolitik mit nationalen, internationalen und supranationalen Einrichtungen ausgebaut werden. Zur Sicherung des Standortes der Bundesministerien ist vorgesehen, dass insgesamt der größte Teil der ministeriellen Arbeitsplätze in der ehemaligen Hauptstadt verbleibt. Die ihren ersten Dienstsitz in Bonn nehmenden Ministerien richten eine Außenstelle in Berlin ein, im Gegenzug belassen die nach Berlin ziehenden Ministerien einen Zweitsitz in Bonn. Zum Ausgleich war festgelegt worden, über 20 Bundesbehörden aus Berlin und dem Rhein-Main-Gebiet nach Bonn zu verlegen.

Ein Teil des Gesetzes war Grundlage für die „Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn“ vom 29. Juni 1994, die ein Fördervolumen von 1,437 Milliarden Euro im Zeitraum 1995 bis 2004 vorsah. Damit wurden die im Berlin/Bonn-Gesetz festgelegten Bereiche gefördert, in denen der Ausgleich realisiert werden sollte. Dies waren Wissenschaft, Kultur, internationale Einrichtungen und eine zukunftsträchtige Wirtschaftsstruktur.

Mit dem Gesetz erhielt die Stadt am 28. April 1994 – dem Verkündungsdatum des Berlin/Bonn-Gesetzes – nach vier Jahren „titelloser“ Zeit den Titel Bundesstadt, eine in Deutschland einmalige Bezeichnung. Der Titel soll erstens die Bedeutung Bonns für die deutsche Nachkriegsgeschichte würdigen und den weiterhin bleibenden politischen Einfluss der Stadt anerkennen.

Unabhängig vom Berlin/Bonn-Gesetz verlegte der Bundespräsident 1994 seinen ersten Amtssitz nach Berlin, in Bonn verblieb der zweite Amtssitz. Am 27. September 1996 entschied auch der Bundesrat, seinen Hauptsitz mit dem Bundestag nach Berlin zu verlegen, dabei allerdings einen Zweitsitz in Bonn zu belassen.

Das ehemalige Bundeskanzleramt, jetzt Sitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Einen politischen Einschnitt in die Stadtgeschichte brachte der Ausgang der Kommunalwahl im Jahr 1994 in mehrfacher Hinsicht mit sich. Die wahlberechtigten Bürger und Bürgerinnen beendeten die jahrzehntelange Vorherrschaft der konservativen Parteien im Rat der Stadt – bis 1933 war das Zentrum unangefochten die dominierende politische Kraft, nach 1945 die CDU. In diesem Jahr sorgten die Bonner für einen Sieg von SPD und Grünen. Mit Bärbel Dieckmann (SPD) als Oberbürgermeisterin und Doro Pass-Weingartz (Grüne) als Bürgermeisterin standen zudem das erste Mal in der Geschichte Bonns Frauen an der Spitze der Stadt.

Im Sommer 1999 wurde der Umzug von Bundestag und Bundesregierung vollzogen, bis kurz nach der Jahrtausendwende wurde die in den Ministerien vorgesehene Personalstärke erreicht; sechs Bundesministerien haben seitdem ihren Erstsitz in Bonn. Am 14. Juli 2000 fand die letzte Plenarsitzung des Bundesrates in Bonn statt, woraufhin dort die Außenstelle belassen wurde. 2005 waren die letzten Umzugs- und Ausgleichsmaßnahmen abgeschlossen.

Der Strukturwandel hat dazu geführt, dass heute neben den in Bonn ansässigen Bundesbehörden Dienstleistungsunternehmen den Wirtschaftsstandort prägen; viele davon haben sich um die multinationalen Konzerne Deutsche Post und Deutsche Telekom angesiedelt, die ihre Zentralen in Bonn installiert haben. Außerdem ist Bonn seit einigen Jahren UN-Stadt, was auch zu einem Anstieg der dort tätigen internationalen Organisation geführt hat, von denen sich in Bonn inzwischen über 170 angesiedelt haben. Fast alle Einrichtungen der Weltorganisation sind mittlerweile in dem im Juli 2006 eröffneten „UN-Campus“ – in einem Bereich um den Langen Eugen herum – untergebracht. Um Bonn als internationalen Standort weiter auszubauen, wird frühestens 2013 mit der Erweiterung des World Conference Centers Bonn (WCCB) in unmittelbarer Nähe das größte Kongresszentrum in Deutschland entstehen. „UN-Campus“ und WCCB werden dann große Teile des Bundesviertels umfassen.

Das Bundesviertel in Gronau, links der Post Tower, in der Mitte der UN-Campus mit dem „Langen Eugen“ (ehem. Abgeordnetenhochhaus), rechts vom Langen Eugen das Bundeshaus, hinter dem das World Conference Center Bonn entsteht

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 9.
  2. a b c d e Hermann Josef Roth: Bonn – Von der römischen Garnison zur Bundeshauptstadt. In: DuMont-Kunst-Reiseführer. DuMont Buchverlag, Köln 1988, ISBN 3-7701-1970-3, S. 13.
  3. Xavier Delamarre, Dictionnaire de la langue gauloise, Errance 2003. S. 82.
  4. Xavier Delamarre, S. 82.
  5. Albert Dauzat et Charles Rostaing, Dictionnaire étymologique des noms de lieux en France, Librairie Guénégaud 1978. S. 95.
  6. Richard Spessart: Um den Namen Bonn. Zitiert in August Haag (Hrsg.): Bad Honnef am Rhein. Beiträge zur Geschichte unserer Heimatgemeinde anläßlich ihrer Stadterhebung vor 100 Jahren. Verlag der Honnefer Volkszeitung, Bad Honnef 1962, S. 23.
  7. Julius Pokorny, Indogermanisches Etymologisches Wörterbuch, Francke 2002. S. 174.
  8. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 13.
  9. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 9.
  10. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 9.
  11. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 13.
  12. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 14.
  13. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 14.
  14. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 10.
  15. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 14.
  16. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 14.
  17. Die Zeit. online v. 16. August 2006
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  19. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 14 f.
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  21. Ulrike Muessemeier, Bonn 2004
  22. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Chronik-Verlag. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 16.
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  31. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 21.
  32. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 26.
  33. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 22.
  34. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 38.
  35. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 40.
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  43. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 49 ff.
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  59. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 78 f.
  60. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 79.
  61. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 83.
  62. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 84.
  63. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 78 ff.
  64. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 91.
  65. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 94.
  66. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 94.
  67. Karl Gutzmer et al.: Chronik der Stadt Bonn. Hrsg.: Bodo Harenberg. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 94.
  68. Norbert Schloßmacher: Bonn am Vorabend des Ersten Weltkriegs. In: Dominik Geppert, Norbert Schloßmacher (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg in Bonn. Die Heimatfront 1914–1918. (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn, Band 72; Bonner Heimat- und Geschichtsverein, Stadtarchiv Bonn: Bonner Geschichtsblätter: Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, Band 65/66), 2016, ISBN 978-3-922832-82-9, S. 11–48 (hier: S. 47).
  69. Richard Hedrich-Winter: „Wir wollen nie vergessen, was in diesen Tagen geschehen ist.“ Bonn im Luftkrieg 1914–1918. In: Dominik Geppert, Norbert Schloßmacher (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg in Bonn. Die Heimatfront 1914–1918. (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn, Band 72; Bonner Heimat- und Geschichtsverein, Stadtarchiv Bonn: Bonner Geschichtsblätter: Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, Band 65/66), 2016, ISBN 978-3-922832-82-9, S. 439–478 (hier: S. 466–470).
  70. Christoph Studt: „Ohne erhebliche Stöße für Bonn….“ – Kriegsende und Revolution. In: Dominik Geppert, Norbert Schloßmacher (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg in Bonn. Die Heimatfront 1914–1918. (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn, Band 72; Bonner Heimat- und Geschichtsverein, Stadtarchiv Bonn: Bonner Geschichtsblätter: Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, Band 65/66), 2016, ISBN 978-3-922832-82-9, S. 479–496 (hier: S. 481–486).
  71. Horst-Pierre Bothien, Bonn 2005
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Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Gutzmer et al.; Bodo Harenberg (Hrsg.): Chronik der Stadt Bonn, Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9.
  • Hermann Josef Roth: Bonn – Von der römischen Garnison zur Bundeshauptstadt, DuMont-Kunst-Reiseführer, DuMont Buchverlag, Köln 1988, ISBN 3-7701-1970-3.
  • Norbert Schloßmacher: Bonner Geschichte in Bildern, Stadtgeschichte in Bildern; Band 1, Wienand Verlag, Köln 1989, ISBN 3-87909-200-1.
  • Manfred van Rey (Hrsg.): Geschichte der Stadt Bonn. Band 1: Bonn von der Vorgeschichte bis zum Ende der Römerzeit. Dümmler, Bonn 2001, ISBN 3-922832-26-1.
  • Dietrich Höroldt, Manfred van Rey (Hrsg.): Geschichte der Stadt Bonn. Band 3: Bonn als kurkölnische Haupt- und Residenzstadt, 1597–1794. Dümmler, Bonn 1989, ISBN 3-922832-27-X.
  • Manfred van Rey (Hrsg.): Geschichte der Stadt Bonn. Band 4: Bonn. Von einer französischen Bezirksstadt zur Bundeshauptstadt, 1794–1989. Dümmler, Bonn 1989, ISBN 3-427-82141-2.
  • Horst-Pierre Bothien: Das braune Bonn. Personen und Ereignisse (1925–1939). Mit zwei Beiträgen von Ansgar Sebastian Klein (= Forum Geschichte. Band 5). Klartext, Essen 2005, ISBN 3-89861-419-0.
  • Edith Ennen, Dietrich Höroldt: Vom Römerkastell zur Bundeshauptstadt. Kleine Geschichte der Stadt Bonn. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. Stollfuss, Bonn 1976.
  • Josef Matzerath (Hrsg.): Bonn. 54 Kapitel Stadtgeschichte. Bouvier, Bonn 1989, ISBN 3-7928-0586-3.
  • Ulrike Müssemeier: Die merowingerzeitlichen Funde aus der Stadt Bonn und ihrem Umland. Bonn 2004 (Doktorarbeit; PDF-Datei; 7,4 MB, 130 Seiten).
  • Josef Niesen: Bonner Denkmäler und ihre Erbauer, Edition Lempertz, Bonn 2013, ISBN 978-3-943883-52-7.
  • Josef Niesen: Bonner Personenlexikon. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. Bouvier, Bonn 2011, ISBN 978-3-416-03352-7.
  • Josef Niessen: Geschichte der Stadt Bonn. Teil 1. Dümmler, Bonn 1956 (teils nicht überholt).
  • Manfred van Rey: Bonner Stadtgeschichte kurzgefasst. Von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart. 2., verbesserte und erweiterte Auflage, Bouvier, Bonn 2006, ISBN 3-416-03073-7.
  • Andreas Salz: Bonn-Berlin. Die Debatte um Parlaments- und Regierungssitz im Deutschen Bundestag und die Folgen. Monsenstein und Vannerdat, Münster 2006, ISBN 3-86582-342-4 (Magisterarbeit Universität Bonn).
  • Christian Schlöder: Bonn im 18. Jahrhundert. Die Bevölkerung einer geistlichen Residenzstadt. Böhlau, Köln 2014, ISBN 978-3-412-22246-8.
  • Carl Hauptmann: Die strategischen Rheinübergänge der Römer bei Bonn und ihre Befestigungen. Rhenania-Verl., Bonn 1912. Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geschichte Bonns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien