Geschichtsrevisionismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Geschichtsrevisionismus bezeichnet man Versuche, ein wissenschaftlich, politisch und gesellschaftlich anerkanntes Geschichtsbild zu revidieren, indem bestimmte Ereignisse wesentlich anders als in der gegenwärtigen Geschichtswissenschaft erklärt und/oder gedeutet werden.

Vertreter dieser Versuche nennen sich selbst oft „Revisionisten“[1] und werden auch so genannt. Der allgemeinere Begriff Revisionismus stammt jedoch ursprünglich aus der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie und der Kritik des Staatssozialismus und lässt sich nicht auf Geschichtsumdeutung einengen.

Verhältnis zur Geschichtswissenschaft[Bearbeiten]

Geschichtsrevisionisten geht es in der Regel darum, ein wissenschaftlich gesichertes und damit derzeit gültiges Geschichtsbild zu erschüttern und langfristig zu ersetzen, um die „Deutungshoheit“ über die Vergangenheit zu gewinnen. Dabei verbinden sie ihre Deutung der Geschichte meist mit bestimmten politischen und ideologischen Zielen, auch wo diese nicht benannt werden.[2] Da bestimmte geschichtlich anerkannte Fakten diesen Zielen im Weg stehen, versuchen Geschichtsrevisionisten diese umzudeuten oder ihrerseits als bloß herrschende politische Ansichten darzustellen. Sie sehen also einen Konflikt zwischen ihren politischen Interessen und den historischen Tatsachen.[3]

Dabei beanspruchen Geschichtsrevisionisten in der Regel, historische Ereignisse wissenschaftlich zu überprüfen und kritisch zu bewerten, wie es Aufgabe der Geschichtsforschung in einem diskursiven Prozess ist. Diese bezieht die Revision historischer Sichtweisen durch neu entdeckte Fakten gemäß dem kritischen Rationalismus ein. Forschungen, die zunächst eine Minderheitsmeinung in der Geschichtswissenschaft vertreten, die sich dann aufgrund neuer gesicherter Erkenntnisse allgemein durchsetzt, werden im deutschen Sprachraum jedoch nicht Geschichtsrevisionismus oder Revisionismus genannt. Denn dieser unterscheidet sich von einer ergebnisoffenen Bemühung um historische Objektivität durch seine politisch-ideologischen Motive und eine auch auf Geschichtsklitterung und Geschichtsfälschung zurückgreifende Methodik mit dem vorgefassten Ziel, ein anerkanntes Geschichtsbild insgesamt anzugreifen und zu ersetzen.

Deutschland[Bearbeiten]

Auf die deutsche Geschichte bezogen, versuchen Geschichtsrevisionisten vor allem, die Ursachen, Verläufe und Folgen beider Weltkriege umzudeuten. Sie bestreiten regelmäßig jede besondere Verantwortung deutscher Regierungen dafür und richten oft Ansprüche auf ehemalige deutsche Gebiete oder Großmachtambitionen wieder auf. Viele von ihnen bestreiten, verharmlosen und relativieren auch die Verbrechen des Nationalsozialismus und leugnen oder relativieren den Holocaust.

Zum Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkriegs wurde der Kriegsbeginn außenpolitisch den Kriegsgegnern Deutschlands, die Kriegsniederlage innenpolitisch gezielt Demokraten und Juden angelastet. Die seit 1919 verbreitete Dolchstoßlegende sollte die tatsächlichen Ursachen der Kriegsniederlage leugnen und deren Folgen revidieren: Damit war meist die Ablehnung der Weimarer Republik und der demokratischen Kontrolle von Militär und Justiz verbunden.

Der Vertragsrevisionismus wollte die im Friedensvertrag von Versailles von 1919 geforderten Reparationen und Gebietsabtretungen revidieren. Dies war ein erklärtes Ziel deutscher Regierungen der Weimarer Republik. Dazu wurde die Debatte um die Kriegsschuldfrage von staatlicher Seite mit der gezielten Herausgabe Deutschland entlastender und Zurückhaltung belastender Dokumente beeinflusst.

In einem Historikerstreit über die Rolle der USA im Ersten Weltkrieg griffen die US-Historiker Sidney B. Fay, Charles A. Beard und Harry Elmer Barnes seit 1920 das in den USA geltende Geschichtsbild an, wonach der Erste Weltkrieg von Deutschland provoziert worden sei, während die USA maßgeblich zum Kriegsende beigetragen und Europa mit dem Völkerbund Friedenschancen eröffnet hätten. Dieser Internationalismus Woodrow Wilsons wurde nun als „Fortsetzung des Imperialismus mit anderen Mitteln“ beurteilt. Die meisten US-Historiker hatten dagegen gerade den Rückzug der USA aus den Verhandlungen von Versailles als Isolationismus mit negativen Folgen bewertet.

Barnes besuchte Deutschland 1926 für eine Vortragsreise und fand dort für sein Bestreiten der deutschen Kriegsschuld und seine Forderung, die „Schande“ des Kriegsschuldparagraphen im Versailler Vertrag aufzuheben, begeisterte Zustimmung. Er traf u. a. mit Wilhelm II. zusammen, der jedoch nicht wie Barnes Großbritannien und Frankreich, sondern das „Weltjudentum“ und die Freimaurer für den Kriegsausbruch 1914 verantwortlich machte.[4]

Die allgemeine Überzeugung von einer Kriegsschuldlüge der Alliierten und Kriegsunschuld des Kaiserreichs wurde erst nach 1945 allmählich hinterfragt und korrigiert. Geschichtsrevisionisten greifen jedoch oft auf Propaganda der Weimarer Zeit zurück oder berühren sich inhaltlich mit ihr. So versuchten etwa Otto Ernst Remer und Erich Kern, den Zusammenbruch des Deutschen Reichs den als „Drahtziehern“ der Novemberrevolution dargestellten Führern der Arbeiterbewegung anzulasten.

Zum Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Einige deutsche Autoren versuchten seit den 1950er Jahren, den Nationalsozialismus zu rehabilitieren, indem sie die kriegstreibende, kriegsauslösende und kriegführende Politik des NS-Regimes bestritten oder relativierten. Dies unternahm Hans Grimm mit seinen Büchern Die Erzbischofsschrift. Antwort eines Deutschen (1950) und Warum – woher – aber wohin. Vor, unter und nach der geschichtlichen Erscheinung Hitler (1954).

Anneliese von Ribbentrop, die Witwe des 1946 hingerichteten Außenministers Joachim von Ribbentrop, gab 1954 Aufzeichnungen aus seinem Nachlass unter dem Titel Zwischen London und Moskau heraus. 1958 veröffentlichte sie das Buch Verschwörung gegen den Frieden. Beide leugneten die Schuld der Regierung Adolf Hitlers am Zweiten Weltkrieg.

In den frühen 1960er Jahren erschienen in rascher Folge die Bücher von Erich Kern Von Versailles zu Adolf Hitler. Der schreckliche Friede in Deutschland (1961), Opfergang eines Volkes. Der totale Krieg (1962), Verrat an Deutschland. Spione und Saboteure gegen das eigene Vaterland (1963), Deutschland im Abgrund (1963) und Verbrechen am deutschen Volk (1964). Darin stellte der Autor den Versailler Vertrag von 1919 als Ursache des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs dar. Für die deutsche Niederlage darin machte er die innerdeutschen Gegner des NS-Regimes, insbesondere die Rote Kapelle und die Attentäter des 20. Juli 1944, verantwortlich.

Als Vertreter eines radikalen Isolationismus hatte Harry Elmer Barnes bereits während der 1940er Jahre Franklin Delano Roosevelt vorgeworfen, dieser habe den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg „herbeigelogen“. Nach 1945 näherte sich Barnes sukzessive rechtsextremen Positionen an, indem er die Schuld am Zweiten Weltkrieg den Alliierten und den „Zionisten“ gab und sich zum Holocaustleugner entwickelte.[5]

Einer der bekanntesten Vertreter des Geschichtsrevisionismus nach 1945 wurde der amerikanische Holocaustleugner David L. Hoggan. In dem Buch Der erzwungene Krieg (1961) stellte er vor allem die britische Regierung sowie den polnischen Außenminister Józef Becks als Kriegstreiber dar und bestritt die deutsche Kriegsschuld. Hermann Graml und andere Historiker vom Institut für Zeitgeschichte wiesen bereits in den 1960er Jahren nach, dass Hoggan dabei Quellen systematisch fälschte und verzerrt wiedergab. Gleichwohl werden Hoggans Thesen sowohl von deutschen wie US-amerikanischen Rechtsextremisten und Holocaustleugnern weiter kolportiert.

Heinz Roth veröffentlichte im Eigenverlag Anfang der 1970er Jahre die Schriftenreihe Auf der Suche nach der Wahrheit mit Einzeltiteln wie Wieso waren wir Väter Verbrecher?, Was hätten wir Väter wissen müssen? oder Was geschah nach 1945? Darin zitierte und kommentierte er ältere geschichtsrevisionistische Literatur und machte sie damit im Rechtsextremismus populär.

Der Hitlerbiograf David Irving bestritt in seinem Buch Hitler’s War (1977) Hitlers Initiative beim Zweiten Weltkrieg und wies Winston Churchill die Hauptschuld zu. Seit 1988 wurde er auch zu einem der bekanntesten Holocaustleugner und deswegen in mehreren europäischen Ländern verurteilt.

Alfred Schickel macht in vielen Publikationen primär den US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Dieser habe schon am 5. Oktober 1937 dazu aufgerufen, die faschistischen und kommunistischen Diktaturen unter Quarantäne zu stellen, also zu isolieren. Erst auf seinen Druck hin hätten Briten und Franzosen ihre Appeasement-Politik am 31. März 1939 zu Gunsten einer Garantieerklärung für Polens Grenzen aufgegeben. Dies hätten die Polen als „Blankoscheck“ für deutschfeindliche „Provokationen“ aufgefasst. Sie hätten zudem Teilungspläne für Deutschland erwogen und geplant, die Deutschen zu vertreiben, wie es 1945 dann geschehen sei. Hitler sei am 1. September 1939 einem bevorstehenden polnischen Angriff „zuvorgekommen“, habe aber schon am 5. Oktober 1939 ein „großzügiges Friedensangebot“ an die Westmächte gerichtet. Hätten diese es angenommen, wäre der Zweite Weltkrieg „vermeidbar“ gewesen.[6]

Im Gefolge der Thesen Ernst Noltes veröffentlichte der ehemalige HJ-Führer und Wehrmachtoffizier Max Klüver sein Buch Präventivschlag 1941. Zur Vorgeschichte des Russlandfeldzuges im rechtsextremen Verlag Gert Sudholts. Als erklärter Vertreter eines „Revisionismus in der Zeitgeschichte“ (Referatstitel beim Jahreskongress der Gesellschaft für Freie Publizistik 1987) schrieb er auch über Roosevelt oder Vansittart? Zur Kriegsschulddebatte der nonkonformen Geschichtsschreibung. Seine Publikationen leugnen die deutsche Kriegsschuld und behaupten in politischer Einseitigkeit und unwissenschaftlicher Vorgehensweise, Hitler sei friedenswillig gewesen, während seine späteren Gegner zum Krieg getrieben hätten.[7]

Auch der Historiker Stefan Scheil relativiert Hitlers Aggressionspolitik. Diese wird meist mit angeblichen westlichen oder östlichen Kriegsplänen, wirtschaftlichen Erpressungen und Provokationen gegen das Deutsche Reich vor 1939 begründet. Seit 1998 gab der ehemalige Dozent an der Universität der Bundeswehr München, Franz W. Seidler, mehrere Bücher heraus, die Kriegsverbrechen der Wehrmacht in Osteuropa als objektiv begründete Abwehrmaßnahmen gegen Partisanen rechtfertigten. Seidler berief sich dazu auf Wehrmachtpropaganda und veröffentlichte seine Thesen auch in rechtsextremen Zeitschriften.

Der ehemalige Generalmajor der Bundeswehr Gerd Schultze-Rhonhof veröffentlichte mit 1939. Der Krieg, der viele Väter hatte ein Buch, in welchem Frankreich und Großbritannien als die eigentlich Schuldigen am Zweiten Weltkrieg erscheinen. Dabei stützte er sich nicht auf seriöse historische Forschungsliteratur, sondern etwa auf die Traktate David Hoggans und Erich Kerns. Der Historiker Christian Hartmann attestierte Schultze-Rhonhof eine „Mischung aus Unkenntnis, Voreingenommenheit und Ignoranz“ und Interpretationen, „die weniger im Bereich der Forschung als in dem von Ideologie und Propaganda angesiedelt sind.“[8]

Die Versuche, die deutsche Kriegsschuld zu relativieren, finden über rechtsextreme Gruppen hinaus in der sogenannten Neuen Rechten Zustimmung.

„Jüdische Kriegserklärungen“[Bearbeiten]

Die Umdeutung der deutschen Kriegsinitiative zur Reaktion auf angebliche Kriegspläne anderer begannen die Nationalsozialisten selbst: Sie war Hauptmotiv der NS-Propaganda. Insbesondere die Behauptung einer „jüdischen Kriegserklärung“ diente ihnen zur Rechtfertigung ihrer Verfolgungs- und Völkermord-Politik. So nahmen sie einen angekündigten Boykottaufruf einiger Londoner Händler zum willkommenen Vorwand für den Judenboykott vom 1. April 1933. Ein Artikel der britischen Boulevardzeitung Daily Express hatte am 24. März 1933 unter der irreführenden Überschrift Judea declares war on Germany („Judäa erklärt Deutschland den Krieg“) über einen erwogenen Boykottaufruf britischer Juden gegen deutsche Waren und Produkte berichtet,[9] den deren Vertreter jedoch am 27. März 1933 ausdrücklich ablehnten.[10]

Als jüdische Kriegserklärung deuten Geschichtsrevisionisten auch einen Brief von Chaim Weizmann, dem damaligen Vorsitzenden der Jewish Agency, an den britischen Premierminister Arthur Neville Chamberlain vom 2. September 1939. Darin versicherte Weizmann angesichts des am Vortag begonnenen deutschen Überfalls auf Polen, alle Juden würden an Englands Seite stehen.[11] Auch Ernst Nolte bewertete diese Solidaritätsbekundung im expliziten Anschluss an David Irving als „Kriegserklärung der Juden“ an das Deutsche Reich und stellte die mit Kriegsbeginn eskalierende Judenverfolgung des NS-Regimes als „berechtigte Gegenmaßnahme“ dazu dar.[12]

Eine weitere These gibt den britischen und amerikanischen Juden die Schuld an den Auflagen des Versailler Vertrags von 1919 und beschreibt diese als Ursache des Aufstiegs der Nationalsozialisten und damit des Zweiten Weltkriegs. Dies vertrat etwa der französische Holocaustleugner Paul Rassinier. In ähnlicher Weise deutete schon das NS-Regime den Morgenthauplan zur Deindustrialisierung und Entmilitarisierung Deutschlands nach seinem Bekanntwerden am 21. September 1944 als „Judas Mordplan“ zur „Versklavung Deutschlands“, um damit ihre Durchhaltepropaganda zu begründen.[13]

Besonders antisemitische Geschichtsrevisionisten kolportieren solche und andere Thesen weiter, um in nationalsozialistischer Tradition die Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben und „die Juden“ für den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust verantwortlich zu machen. Die deutschen Verbrechen sollen so als reine Verteidigung und „Notwehr“ gegen eine Verschwörung eines angeblichen „Weltjudentums“ gerechtfertigt werden.

Leugnen des Holocausts[Bearbeiten]

Hauptartikel: Holocaustleugnung

Holocaustleugner greifen systematisch alle wesentlichen Dokumente des Holocausts als Fälschungen an: etwa die Gaskammern der Vernichtungslager, die Aussagen des Lagerkommandanten Rudolf Höß zu den Opferzahlen im KZ Auschwitz-Birkenau, das einzige erhaltene Protokoll der Wannseekonferenz, das Tagebuch der Anne Frank usw. Die Rechtsextremistin Ingrid Weckert behauptete in einem indizierten Buch, die „Reichskristallnacht“ sei von zionistischen Organisationen in Gang gesetzt worden.

Im November 1981 gründeten Alfred Schickel, Hellmut Diwald und Alfred Seidl die „Zeitgeschichtliche Forschungsstelle Ingolstadt“ (ZFI) gegen das renommierte Institut für Zeitgeschichte (IFZ) in München. Sie setzte sich die systematische Infragestellung zentraler Holocaustdokumente zum Ziel. Ein immer wiederkehrendes Thema ist dort „die umstrittenste Zahl der Zeitgeschichte. Das ungeklärte Ausmaß der jüdischen Opfer“ (Schickel 1980). Auch die Ermordung von etwa 500.000 Sinti und Roma wird als „Zahlenfiktion“ bezeichnet. Die Junge Freiheit urteilte 1991 über diese Bemühungen: Das ZFI habe der „Historiographie aus dem Ghetto der Siegergeschichtsschreibung“ verholfen, „vermeintliche Geschichtsquellen“ als „hochprozentige Geschichtsfälschung“ entlarvt und sei somit ein wirkungsvolles „Korrektiv ewiggültiger Wahrheiten“.[14]

Zu den bekanntesten Holocaustleugnern gehören u. a. Robert Faurisson in Frankreich, Ernst Zündel in Kanada, Fred A. Leuchter in den USA, David Irving in Großbritannien und der deutsche Diplomchemiker Germar Rudolf. Internationale Zentren der Holocaustleugnung sind das Institute for Historical Review in Kalifornien, USA, das Institut Vrij Historisch Onderzoek (VHO, „Freie Historische Untersuchung“) in Antwerpen, Belgien, und das Adelaide Institute unter Fredrick Toben in Adelaide, Australien.[15]

Harry Elmer Barnes leugnete seit den Nürnberger Prozessen auch Teilaspekte des Holocausts. Damit wurde er der US-Historikerin Deborah Lipstadt zufolge zum entscheidenden Vermittler zwischen US-amerikanischem Geschichtsrevisionismus vor 1933 und Holocaustleugnung nach 1945, die in den USA heute besonders am kalifornischen Institute for Historical Review gepflegt wird.[16]

Publikationen von Geschichtsrevisionisten werden zum Teil vom Verfassungsschutz beobachtet, einige sind verboten.

Relativieren des Holocausts[Bearbeiten]

Der Historiker Ernst Nolte löste 1986 einen bundesdeutschen Historikerstreit aus: Er deutete den deutschen Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 als präventive Abwehrmaßnahme der Nationalsozialisten gegen einen von diesen befürchteten Krieg der Sowjetunion gegen Deutschland. Auch die Einrichtung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager deutete er als Reaktion auf die Gulags Josef Stalins. Damit verschob er den Fokus von innerdeutschen Ursachen der Kriegsverbrechen und des Völkermordes in der NS-Zeit auf außerdeutsche Ursachen.

In seinem 1987 veröffentlichten Werk Der europäische Bürgerkrieg relativiert Nolte den Holocaust in mehrfacher Hinsicht:

  • Das nationalsozialistische Ziel, die Juden zu vernichten, sei als „Strafe und Präventivmaßnahme“ eine „unmittelbare Konsequenz“ des ideologischen „Postulats der Klassenvernichtung“ in der Sowjetunion gewesen.
  • Der Antisemitismus sei eine „Zuspitzung des Antibolschewismus und erst recht des Antimarxismus“ gewesen, bei dem Kommunisten und Juden gleichgesetzt wurden.
  • Die Betrachtung der Juden als Volk, nicht als Konfession, sei Folge des jüdischen Selbstverständnisses: Auch der Zionismus betrachte die Juden als Volk.
  • Demgemäß habe die Volkstumspolitik vor 1939 diese Sicht politisch durchsetzen sollen. Staatliche Maßnahmen wie der Judenboykott seien eine „Form des Klassenkampfes und der Klassenenteignung“ gewesen. Die Nürnberger Gesetze seien aus Angst vor „Zersetzung“ oder „Vergiftung“ des eigenen, als höherwertig betrachteten Volkes entstanden.
  • Die Deportation von Juden aus Deutschland ab Ende 1941 hätte auf einen Appell sowjetischer Juden an alle Juden der Welt reagiert, die Alliierten im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland zu unterstützen: Deutsche Juden seien daher fortan als Kriegspartei betrachtet worden. Auch die USA und Kanada hätten damals eigene Staatsbürger japanischer Herkunft und deutsche Emigranten interniert, da sie als mögliche Verbündete ihrer Feinde galten. Jedoch habe die deutsche Kennzeichnung mit dem Judenstern zusätzlich auf mittelalterliche Methoden zurückgegriffen.
  • Das „starke Engagement vieler Juden für die Sache des Kommunismus während des Krieges“ sei nicht zu bestreiten.
  • Die Massenerschießungen der Einsatzgruppen im Russlandkrieg hätten die Juden daher als Hauptträger des Partisanenkampfes behandelt, da man beide ungeprüft identifiziert habe. So seien dem Massaker von Babyn Jar große Anschläge von Truppen der Roten Armee in Kiew vorausgegangen.
  • Dass sie dabei alle Juden umzubringen versuchten, sei ebenfalls eine Reaktion auf sowjetische Massaker:

„Wenn die Gegenrevolutionäre sich die Revolutionäre zum Vorbild nehmen, müssen sie weit schlimmere, weil quantitativ umfassendere Taten begehen.“

So sei der Holocaust letztlich die „biologistisch umgeprägte Kopie des sozialen Originals“.[17]

In diesem Zusammenhang sieht Nolte auch Thesen von ausländischen Holocaustleugnern wie Paul Rassinier und Robert Faurisson als „ernste Zweifel“, die die „etablierte Literatur“ als „andere Seite“ berücksichtigen müsse:

  • Ob Vergasung in KZs von Beginn an Morde an Menschen oder Ungezieferbekämpfung meinte, sei fraglich.
  • Deren technische Durchführbarkeit sei bisher kaum untersucht worden.
  • Ob das Protokoll der Wannseekonferenz echt sei, sei ebenfalls fraglich, da Heydrich in der Anwesenheitsliste fehle und am selben Tag um 19:00 wichtige Termine in Prag wahrnehmen musste.
  • Die Opferzahlen der Konzentrationslager Auschwitz und der Anteil jüdischer Opfer seien ungeklärt.[18]

In einem „Spiegel“-Interview antwortete Nolte auf die Frage, ob er Zweifel an der gezielten Massenvernichtung der Juden durch Gas hege:[19]

„Das ist ein besonders heikler Punkt. Ich kann nicht ausschließen, dass die meisten Opfer nicht in den Gaskammern gestorben sind, sondern dass die Zahl derer vergleichsweise größer ist, die durch Seuchen zu Grunde gingen oder durch schlechte Behandlung und Massenerschießungen. Ich kann nicht ausschließen, dass die Untersuchung der Gaskammern auf Blausäurespuren, die der amerikanische Ingenieur Fred Leuchter als erster vorgenommen hat, wichtig ist.“

Damit bezog sich Nolte auf den sogenannten Leuchter-Report, eine als „Gutachten“ verbrämte pseudowissenschaftliche Holocaustleugnung.

Historische Einordnung und Kritik[Bearbeiten]

Auf deutsche Geschichte bezogener Geschichtsrevisionismus gilt für den deutschen Verfassungsschutz als zentraler und einigender Bestandteil des Rechtsextremismus.[20] Für den Historiker Wolfgang Benz ist er eine „Hilfsideologie im Dienste rechtsextremer Ziele mit dem Anspruch, Geschichte zu ‚entkriminalisieren‘ und das Geschichtsbild durch Fälschung und Manipulation zu schönen.“ Besonders die „Auschwitzlüge“ sei der zentrale Hebel, mit dem „Hitler-Apologeten, Alt- und Neonazis und Nationalisten das historische Bild des Nationalsozialismus retuschieren wollen.“[21]

Das Bundesinnenministerium definierte Geschichtsrevisionismus 2009 als eine allen Rechtsextremisten gemeinsame Bestrebung, die Verbrechen des Nationalsozialismus „in einem günstigeren Licht erscheinen“ zu lassen und das Geschichtsbild zur NS-Zeit in eine wohlwollende und rechtfertigende Betrachtung umzuschreiben. Im weiteren Sinn leugneten Geschichtsrevisionisten die Schuld des NS-Regimes am Zweiten Weltkrieg und seinen verbrecherischen Charakter, im engeren Sinn den Holocaust. Dazu verwendeten sie unter dem Vorwand einer Überprüfung historischer Tatsachen gefälschte oder einseitig interpretierte Dokumente, unterschlügen Belege für NS-Verbrechen, überbetonten positiv bewertete Aspekte des NS-Regimes und setzten den Holocaust mit Verbrechen der alliierten Siegermächte gleich.[22]

Frankreich[Bearbeiten]

In Frankreich richtet sich Geschichtsrevisionismus meist auf Uminterpretation der Bedeutung Napoleon Bonapartes, der kolonialen Vergangenheit des Landes, der Rolle der Vichy-Regierung und der Beteiligung an deutschen Verbrechen der damaligen Zeit sowie auf den Negationismus durch meist der Front national nahestehende Personen.

Als eine Form von staatlich angeregtem Geschichtsrevisionismus kann ein am 23. Februar 2005 von der Französischen Nationalversammlung verabschiedetes Gesetz (Artikel 4 in Gesetz Nummer 158), welches die „positive Rolle“ der Kolonisation in der Geschichte Frankreichs festschreibt, gesehen werden. Universitäten und Schulen sind darin aufgefordert, den französischen Kolonialismus positiv darzustellen und den französischen Gefallenen der Kolonialkriege ein „ehrendes Andenken“ zu bewahren. Eine objektive Auseinandersetzung mit der Rolle Frankreichs in Algerien, und damit auch mit der Frage einer eventuellen historischen Schuld speziell im Algerienkrieg, wird damit erschwert.[23][24]

Israel[Bearbeiten]

Im Zionismus wurde der Revisionismus-Begriff für einen starren ideologischen Fundamentalismus verwendet, der sein Programm ohne Rücksicht auf veränderte Umstände intolerant und gewaltbereit durchzusetzen versucht. So lehnte die 1925 gegründete militante Revisionistische Zionistische Allianz in Palästina jede Zusammenarbeit mit der britischen Mandatsregierung als auch mit den benachbarten arabischen Staaten radikal ab.

Einen speziellen israelischen Geschichtsrevisionismus vertreten seit etwa 1990 einige neue israelische Historiker. Sie untersuchten die Vorgänge vor der Staatsgründung Israels und kamen zu einer teilweise konträren Beurteilung des Palästinakrieges (1948 ff.). Für Benny Morris emigrierten die palästinensischen Araber vor 1948 nicht, wie in der offiziellen Geschichtsschreibung vertreten, freiwillig, sondern wurden von Israel vertrieben. Für Ilan Pappé war der damalige Zionismus eine besondere Form des europäischen Nationalismus. Für Uri Ram ist die Entstehung des Staates Israel nicht historisch, sondern nur soziologisch zu begreifen.

Andere Historiker wie Yoav Gelber kritisieren u. a. die einseitige Quellenauswertung der neuen Historiker, die keine arabischen Dokumente berücksichtigt hätten.[25]

Japan[Bearbeiten]

In Japan versuchen Geschichtsrevisionisten die Kriegsverbrechen[26] des japanischen Kaiserreiches, wie zum Beispiel das Massaker von Nanking, herunterzuspielen und die japanische Invasion Chinas im Zweiten Weltkrieg als berechtigte Reaktion gegen westlichen Imperialismus darzustellen. Auch der Erste Japanisch-Chinesische Krieg wird bisweilen zu Gunsten von Japans Rolle umgedeutet.

Bei der Darstellung von Korea unter japanischer Herrschaft wird die 1910 erfolgte Verschleppung und Vergewaltigung sogenannter koreanischer Trostfrauen besonders häufig ausgeblendet. Die Diskussion, wie vergangene japanische Verbrechen und deren Aufarbeitung sich zur Bildung eines „gesunden Nationalismus“ (kenzen na nashonarizumu) verhält, führte zu mehreren Auseinandersetzungen darüber, ob geschichtsrevisionistische Ansichten in Schulbüchern zu tolerieren oder zu entfernen seien (siehe Japanischer Schulbuchstreit).[27]

Russland[Bearbeiten]

Im heutigen Russland bewerten einige Historiker die Planung und Strategie der Roten Armee vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion (22. Juni 1941) als Vorbereitung eines Präventivschlags. Sie glauben entgegen den Quellen und Eigenaussagen der Autoren, dass ein entsprechender Entwurf hoher sowjetischer Generäle vom 17. Mai 1941 von Josef Stalin gebilligt und von der Armeeführung umgesetzt worden sei.[28] Die Geschichtswissenschaft hat die Präventivkriegsthese, mit der schon die NS-Propaganda den Überfall der Wehrmacht rechtfertigte, widerlegt. Vor allem im deutschsprachigen Rechtsextremismus wird sie weiter vertreten.[29]

Türkei[Bearbeiten]

Der Völkermord an den Armeniern (1915–1917) im Osmanischen Reich wird in der heutigen Türkei offiziell bestritten. Dies bestimmt auch den schulischen Geschichtsunterricht, auch an überwiegend von Armeniern besuchten Schulen. Diese staatlich verordnete Geschichtssicht bezeichnen manche Menschenrechtsorganisationen als türkischen Geschichtsrevisionismus.[30]

Einige türkische Historiker versuchen seit den 1990er Jahren, die staatliche Leugnung dieses Völkermords durch ihre Forschungen zu revidieren. Andere versuchen, die Armenier selbst als Verursacher einzelner türkischer Massenmorde an ihnen darzustellen. Beide Versuche wurden vereinzelt als türkischer Geschichtsrevisionismus bezeichnet.[31]

Siehe auch[Bearbeiten]

Geschichtsrevisionistische Veröffentlichungen (Beispiele)[Bearbeiten]

  • Harry Elmer Barnes: The Genesis of the World War. An Introduction to the Problem of War Guilt (1. Auflage: 1926), Kessinger Publishing Co, 2004.
    • deutsch: Die deutsche Kriegsschuldfrage, Verlag der deutschen Hochschullehrer-Zeitung (= Grabert), Tübingen 1964.
  • Gerhard Baumfalk: Tatsachen zur Kriegsschuldfrage. Diplomatie – Politik – Hintergrund 1871–1939. Grabert Verlag, Tübingen 2000, ISBN 3-87847-189-0.
  • Horst Eckert: Kriegsschuld. Eine deutsche Abrechnung. Eckert, München 61996, ISBN 3-9803416-0-7.
  • Lutz Huth: Die ewige Lüge von der deutschen Schuld: Frankreich, imperialistischer Kriegstreiber und Räuber, Verhinderer des Selbstbestimmungsrechtes der Deutschen seit mehr als 1000 Jahren. Dieckmann, Hannover 2004.
  • Wolf Kalz: Ein deutsches Requiem: vom Aufstieg Preußens zum Niedergang der Republik. Lindenblatt Media, Künzell 2006, ISBN 3-937807-09-8.
  • Andreas Naumann: Das Reich im Kreuzfeuer der Weltmächte. Stationen der Einkreisung Deutschlands. Grabert, Tübingen 2006.
  • Peter H. Nicoll: Englands Krieg gegen Deutschland. Die Ursachen, Methoden und Folgen des Zweiten Weltkriegs. Verlag der Deutschen Hochschullehrer-Zeitung (Grabert), Tübingen 1963.
  • Georg Franz-Willing: Die Kriegsschuldfrage des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Deutsche Verlagsgesellschaft, Preuss. Oldendorf 1992.
  • Bolko Freiherr von Richthofen: Kriegsschuld 1939–1941. Der Schuldanteil der anderen. Arndt-Verlag, Kiel 2001.
  • Helmut Schröcke: Kriegsursachen und Kriegsschuld des Zweiten Weltkrieges: Zusammenfassung des Wissensstandes. 5. Auflage, Verlag für ganzheitliche Forschung, Viöl 2001.
  • Heinz Thomann: Von Sarajewo bis Nürnberg. Der zweite dreißigjährige Krieg 1914–1945. Die Ursachen, die Schuldigen, die Folgen – eine unkonventionelle Analyse eines verordneten Geschichtsbildes. W3-Verlag, Wien 2004, ISBN 3-900052-03-4.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brigitte Bailer-Galanda, Wilhelm Lasek (Hrsg.: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands): Amoklauf gegen die Wirklichkeit. NS-Verbrechen und „revisionistische Geschichtsschreibung“, Wien 1991, ISBN 3-901142-07-X.
  • Wolfgang Benz: Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte, Dtv, München 1998, ISBN 3-423-04666-X.
  • Wolfgang Benz: Abweichende Geschichtsinterpretation oder rechtsextremistische Geschichtsdeutung? Zur Problematik der Beobachtung des Revisionismus, in: Bundesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): Bundesamt für Verfassungsschutz. 50 Jahre im Dienst der inneren Sicherheit, Köln 2000, S. 247–261.
  • Gerhart Binder: Revisionsliteratur in der Bundesrepublik. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 17. Jg., 1966, S. 179–200.
  • Bundesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): Rechtsextremistischer Revisionismus: Ein Thema von heute, Köln 2001.
  • Landesamt für Verfassungsschutz (Berlin): Die internationale Revisionismus-Kampagne, Berlin 1994.
  • Karl H. Roth: Geschichtsrevisionismus. Die Wiedergeburt der Totalitarismustheorie, Konkret Literatur Verlag, 1999, ISBN 3-930786-20-6.
  • Alexander Ruoff: Verbiegen, Verdrängen, Beschweigen. Die Nationalgeschichte der „Jungen Freiheit.“ Auschwitz im Diskurs des völkischen Nationalismus. Unrast, Münster 2001, ISBN 3-89771-406-X.
  • Gerhard Schreiber: Revisionismus und Weltmachtstreben. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1982, ISBN 3-421-01851-0.
  • Johannes Klotz, Ulrich Schneider (Hrsg.): Die selbstbewußte Nation und ihr Geschichtsbild. Geschichtslegenden der Neuen Rechten – Faschismus/Holocaust/Wehrmacht. Papyrossa, Köln 1997, ISBN 389438137X.

Weblinks[Bearbeiten]

Holocaustleugnung

Kriegsschuldleugnung

Israelischer Historikerstreit

Islamistischer Revisionismus

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Brigitte Bailer-Galanda: Der „Revisionismus“ – pseudowissenschaftliche Propaganda in: DÖW: Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus, Deuticke, 2. Auflage, Wien 1993, ISBN 3-216-30053-6
  2. Gerd Wiegel, Die Zukunft der Vergangenheit, Papyrossa Verlagsgesellschaft 2001, ISBN 3-89438-228-7
  3. Hannah Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 42
  4. Deborah Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, Rio Verlag, Zürich 1994, S. 92 f
  5. Justus D. Doenecke: The United States and the European War, 1939–1941. A Histroriographical Review- In: Michael J. Hogan (Hrsg.): Paths to Power. The Historiography of American Foreign Relations to 1941. Cambridge 2000, S. 225. Jean-Yves Camus: Holocaust-denial – New Trends of a Pseudo-Scientific Smokescreen of Antisemitism. In: Uwe Backes u. Patrick Moreau (Hrsg.): The Extreme Right in Europe. Current Trends and Perspectives Göttingen 2012, S. 256.
  6. nach Wolfgang Wippermann, Opferklagen und Kriegsschuldlüge – Vor 65 Jahren wurde der Zweite Weltkrieg entfesselt
  7. Armin Pfahl-Traughber: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik. C. H. Beck, München 2001, S. 48.
  8. Christian Hartmann: Im Generalsblick. Abstruses zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. November 2003.
  9. Artikeltext (englisch)
  10. Holocaustreferenz: „Jüdische Kriegserklärungen“ Rechtsextreme Legenden und Mythen: Jüdische Kriegserklärungen an Nazi-Deutschland
  11. Wolfgang Ayaß, Dietfrid Krause-Vilmar: Die Leugnung der nationalsozialistischen Massenmorde. Eine Herausforderung für Wissenschaft und politische Bildung? 1998.
  12. Ernst Nolte: Zwischen Geschichtslegende und Revisionismus? Das Dritte Reich im Blickwinkel des Jahres 1980. In: Ernst Reiner Piper (Hrsg.): „Historikerstreit“: die Dokumentation der Kontroverse um die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung. Piper, München 1988, ISBN 3492108164, S. 13–20; Juliane Wetzel: Antisemitismus als Element rechtsextremer Ideologie und Propaganda. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in Deutschland. Zur Aktualität eines Vorurteils. dtv, München 1995, ISBN 3-423-04648-1, S. 103
  13. Wolfgang Benz, Peter Reif-Spirek (Hrsg.): Geschichtsmythen. Legenden über den Nationalsozialismus. Metropol, Berlin 2003, S. 12
  14. Anton Maegerle: „Club der Revisionisten“. In: Blick nach Rechts Nr. 25, 11. Dezember 2006.
  15. Wolfgang Benz (Hrsg.): Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte, dtv, München 1992, ISBN 3-423-30130-9.
  16. Deborah Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, Rio Verlag, Zürich 1994, S. 91 f.
  17. Ernst Nolte: Der europäische Bürgerkrieg 1917–1945: Nationalsozialismus und Bolschewismus. Herbig, 6. erweiterte Neuauflage 2000, ISBN 3-7766-9003-8 (4. Genozide und die „Endlösung der Judenfrage“, S. 500–517)
  18. Ernst Nolte: Der europäische Bürgerkrieg 1917–1945: Nationalsozialismus und Bolschewismus. a.a.O., S. 592 f, Anmerkungen 26–29
  19. Gerd Wiegel: Leugnung und Relativierung: Der Missbrauch von Auschwitz in der aktuellen Politik
  20. Innenministerium NRW/Verfassungsschutz: Revisionismus
  21. Bundeszentrale für politische Bildung: Revisionismus
  22. BMI: Verfassungsschutzbericht 2009 (PDF, S. 130 f.)
  23. Positive Rolle des Kolonialismus: Die regierende Rechte in Frankreich befördert sich selbst in die Zwickmühle
  24. Gesetz der Schande – In Frankreich ist nach den Unruhen eine Debatte über die Kolonialgeschichte entbrannt
  25. Barbara Schäfer (Hrsg.): Historikerstreit in Israel. Die „neuen“ Historiker zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, Campus, Frankfurt am Main/New York 2000
  26. Japan: Opfer oder Aggressor? Die moderne Geschichte Japans in der Diskussion
  27. Steffi Richter: Japan: Der Schulbuchstreit als Indikator nationaler Selbstreflexion (PDF; 45 kB)
  28. Peter Linke: Schmeicheleinheiten für Joseph Goebbels. Russischer „Historikerstreit“ um den 22. Juni 1941. In: der Freitag, 2. März 2001.
  29. Bernd Wegner: Präventivkrieg 1941? Zur Kontroverse um eine militärhistorisches Scheinproblem. In: Jürgen Elvert, Susanne Krauß (Hg.): Historische Debatten und Kontroversen im 19. und 20. Jahrhundert. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 2003, S. 219
  30. Ilyas Kevork Uyar (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte 2004): Recht haben und Recht bekommen ist nicht das Gleiche: Armenische Christen in der Türkei
  31. Beispiel: Zeitschrift Orient, Band 38, Ausgaben 1–2. Deutsches Orient-Institut, 1997; Lothar Baier: Volk ohne Zeit. Klaus Wagenbach, Berlin 1990, ISBN 3803121825, S. 71