Geschlechtsangleichende Maßnahme

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Geschlechtsangleichende Maßnahmen sind medizinische Maßnahmen, die dazu dienen, primäre oder sekundäre Geschlechtsmerkmale an eine Norm anzugleichen.

Diese bestehen üblicherweise aus einer Therapie und/oder mit:

Intersexualität[Bearbeiten]

Bei intersexuellen Menschen (Personen mit nicht eindeutig weiblichen oder männlichen körperlichen Geschlechtsmerkmalen) können medizinische Maßnahmen ergriffen werden, um den Körper an das gefühlte oder vermutete Geschlecht anzupassen. Dies kann von einem Ausgleich eines anormalen Hormonspiegels über „kleinere“ Eingriffe wie dem Verkleinern der Klitoris, bis zur kompletten Umgestaltung des Genitalbereiches mit Mitteln der plastischen Chirurgie reichen.

Vor allem in der Vergangenheit wurde die Entscheidung zu einer solchen Maßnahme im Kindesalter häufig von den Eltern getroffen, ohne die persönliche Entwicklung des Kindes abzuwarten. Da das Entfernen rudimentärer männlicher Geschlechtsteile (also die Operation zur Frau) die chirurgisch einfachere Maßnahme ist, wurde sie häufiger gewählt, ohne dass sie im Einzelfall die der Situation des Kindes angebrachtere gewesen wäre. Wie jede Operation stellt eine geschlechtsangleichende Operation einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar, der nur unter Einwilligung des Patienten rechtmäßig ist. Auch wenn das Elterliche Sorgerecht die Eltern prinzipiell dazu ermächtigt, im Namen ihrer minderjährigen Kinder in einen solchen Eingriff einzuwilligen, wird heute kontrovers diskutiert, ob es im besonderen Fall der Geschlechtsangleichung vertretbar ist, wenn Eltern diese Entscheidung für ihre Kinder treffen.

Transsexualität[Bearbeiten]

Bei Transsexuellen bzw. Transgendern (Menschen, welche sich mit ihren primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen nicht oder nicht vollständig identifizieren) werden diese Maßnahmen durchgeführt, um eine Anpassung des Körpers an das empfundene Geschlecht durchzuführen. Diese Maßnahmen finden auf ausdrücklichen Wunsch der betreffenden Personen und im Allgemeinen nach ausführlichen Begutachtungen statt. Umstritten hier ist oft noch, ob diese Maßnahmen allen zugutekommen sollen, die sie benötigen, oder nur Menschen, welche die Definition von Transsexualität vollständig erfüllen. Die Tendenz, sowohl unter Transgendern selbst als auch Behandlern, geht zunehmend zu ersterem.

Recht[Bearbeiten]

Seltener werden auch juristische Maßnahmen zu den geschlechtsangleichenden Maßnahmen gerechnet, also die Anpassung von Vornamen und/oder Personenstand an ein anderes Geschlecht:

Häufigkeit[Bearbeiten]

Die Daten in der folgenden Tabelle stammen aus einem Artikel1 von Lynn Conway2 und sind grobe Schätzwerte zur Prävalenz3 in den USA. Laut Conway beruht die Unsicherheit der Schätzungen auch darauf, dass die Begriffe teilweise verschieden interpretiert werden.

Schätzungen zur Prävalenz3 von Cross-Dressing und TG/TS-Veranlagungen in den USA (2001)
TG: Transgender, TS: Transsexualität, GA-OP: Geschlechtsangleichende Operation
Kriterium Konservative5 Schätzung
der gegenwärtigen Prävalenz
 %
von
bis
Intrinsische“ Prävalenz,6
wahrscheinlicher Mindestwert
Intensives Cross-Dressing4 in Teilzeit 1:50 2,0–5,0 1:20
Personen mit starken TG-Gefühlen 1:200 0,5–2,0 1:50
Personen mit intensiven TS-Gefühlen 1:500 0,2–0,7 1:150
TG-Transitionen7 (ohne GA-OP) 1:1000 0,1–0,5 1:200
TS-Transitionen (mit GA-OP) 1:2500 0,04–0,2 1:500
  1. Lynn Conway: How Frequently Does Transsexualism Occur? (17.12.2002). Übersetzung: Wie häufig tritt Transsexualität auf?
  2. Biographieabriss von Lynn Conway – englisch (2006)
  3. Prävalenz: Anteil der Betroffenen in der Bevölkerung
  4. „Cross-Dressing“ bezeichnet das Tragen der typischen Kleidung des anderen Geschlechts
  5. Konservative Schätzung: bisher von Psychiatern festgestellte/angegebene Prävalenz
  6. „Intrinsisch“: geschätzte Prävalenz inklusive „Dunkelziffer
  7. „Transition“: Wechsel des sozialen Geschlechts bzw. der Geschlechterrolle (englisch „transgender transition“)

Weblinks[Bearbeiten]