Geschoss-Schmierung

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Die Geschoss-Schmierung ist speziell bei Bleigeschossen notwendig, da diese beim Abschuss durch die Reibung im Laufinnern besonders bei gezogegen Läufen Material verlieren. Dies führt zur Verbleiung des Laufinnern und damit zur Verminderung der Schusspräzision. Die Geschosse müssen deshalb gefettet werden.

Schmieren der Geschossoberfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschoss-Schmierung

Da sich Schwarzpulver und gewisse Fette nicht vertragen, sollte der Boden des Geschosses fettfrei sein. Die Geschosse werden deshalb mit einer oder mehrerer Fettrillen versehen, die durch die Hülse abgedeckt und damit geschützt werden.

Bei Patronen, bei denen Geschosskaliber und Außendurchmesser der Hülse gleich sind, muss der in die Hülse eingebrachte Teil des Geschosses dem Hülsen-Innendurchmesser entsprechen. Das Fett würde beim Abschuss verbrannt und damit unwirksam. Bei solchen Geschossen muss die Fettrille ungeschützt auf dem Geschosskopf angebracht werden. Eine Lösung ist, anstatt Fett Wachs zu verwenden, da dieser aushärtet. Beide Lösungen können jedoch nur kurzfristig funktionieren, da mit der Zeit das Fett respektive die Wachsschicht durch Abrieb verschwindet.

Innenschmierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine andere Lösung des Problems wurde von Smith & Wesson entwickelt, die Patrone mit Innenschmierung. Hier enthält das Geschoss in einer Bohrung hinten einen mit Fett gefüllten Zylinder. Über einen Kolben wird das Fett beim Abschuss durch den Druck der Verbrennungsgase nach vorn gedrückt und durch Kanäle ins Laufinnere gepresst.

Schmiermittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kugeltalgmaschine

Früher wurden zur Schmierung von Geschossen natürliche Fette wie Talg, Schmalz und Wachse wie Bienenwachs, Japanwachs, Paraffin verwendet. Heute werden auch Grafit, Molybtän-Disulfid und Teflon verwendet.

„Maschinelles“ Schmieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs 1900 wurde von Gerhard Bock, einem Sport-Pistolenschützen aus Charlottenburg im von ihm herausgegebenen Taschenbuch „Moderne Faustfeuer-Waffen“ eine Kugeltalg-Maschine beschrieben, mit welcher Bleigeschosse in 50 kleinen Näpfchen in flüssigen Talg getaucht werden können. Durch die unten geschlossenen Näpfchen wurde erreicht, dass die Geschossböden nach dem Erstarren des Talgs frei von Talg blieben.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Glen Fryxell: From Ingot to Target: A Cast Bullet Guide for Handgunners. Kapitel 5, Cast bullet lubrication.
  • Gerhard Bock: Moderne Faustfeuerwaffen und ihr Gebrauch, Verlag von Neudamm, 1911.