Geschwister Pfister

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Geschwister Pfister
Allgemeine Informationen
Genre(s) Kabarett
Website www.geschwister-pfister.de
Gründungsmitglieder
Toni Pfister
Tobias Bonn
Ursli Pfister
Christoph Marti
Willi Pfister
Max Gertsch
Lilo Pfister
Lilian Naef
Aktuelle Besetzung
Toni Pfister
Tobias Bonn
Ursli Pfister
Christoph Marti
Fräulein Schneider
Andreja Schneider

Die Geschwister Pfister sind eine Gruppe schweizerisch-deutscher Musikkabarettisten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Projekt wurde Anfang der 1990er Jahre von den Schauspielern Christoph Marti (der über sich selbst sagt, am Berliner Schillertheater „herumgestümpert“ zu haben)[1], Tobias Bonn, Max Gertsch und Lilian Naef in Berlin gegründet. Die Ursprungsformation bestand aus den vier Charakteren „Ursli“, „Toni“, „Lilo“ und „Willi Pfister“, der erfundenen Biografie nach vier Waisenkinder aus Zermatt. Nachdem Lilo (Lilian Naef) und Willi (Max Gertsch) ausgestiegen waren, kam „Fräulein Schneider“ (Andreja Schneider) dazu und heiratete Toni (Tobias Bonn), sodass die Truppe weiterhin eine Bühnenfamilie blieb.[2]

Im wahren Leben sind Christoph Marti und Tobias Bonn miteinander verpartnert;[2] Andreja Schneider ist zwar in Kroatien geboren, lebt jedoch schon seit frühester Jugend in Deutschland.[3]

Das singende Trio wird instrumental begleitet von der Jo Roloff Band (Johannes Roloff (Klavier), Jürgen „Speedy“ Schäfer (Kontrabass), Immo Hofmann (Schlagzeug) und Andreas David (Gitarren)). Sie singen und spielen stets live.[4]

Rezeption[Bearbeiten]

Der Tagesspiegel schrieb 2006: „Mit schrill-schräg-komisch-schönen Programmen haben sie sich in den letzten zehn Jahren einen Namen gemacht, mit eklektizistischem Griff in die Unterhaltungskiste des letzten Jahrhunderts haben sie sich bedient, wo immer sie fündig wurden: Revue-Märchen, Volkslied, Hollywood-Schmelz-Schmalz, Bossa-Nova, Vaudeville-Romantik, Swing, Jodler, Pop und vieles mehr wurde aufgegriffen und mit der ihnen eigenen Mischung aus liebevoller Zugewandtheit und haifischähnlicher Boshaftigkeit in ein neues Licht gerückt. Mit ihren stets wohl durchdachten Showkonzepten haben sie eine Nische geschaffen, die sich mit keinem Genre mehr benennen lässt, außer es gibt die Etikettierung für intelligentes und erstklassiges Entertainment: Las Vegas mit schweizerischem Charme!“ [5] Silke Böttcher bezeichnete das Trio 2007 in der Berliner Morgenpost als „Spezialisten für die kontrollierte Überdosis an Kitsch“.[6] Ein Kritiker der Stuttgarter Zeitung schrieb 2008, dass der Humor „Glückssache“ sei, weil nur „wenige Scherze“ wirklich zünden würden, empfand aber die ausgeklügelten Choreografien „weit über die verbreitete Comedy-Hampelei“ hinausgehend.[7] Gunda Bartels fasste 2009 im Tagesspiegel das damalige Programm als aus „Stargeflüster und Societyklatsch“ entwickelte „überkandidelte Parodie“ zusammen.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bühnenprogramme[Bearbeiten]

  • 1991: Die Geschwister Pfister – Melodien fürs Gemüt
  • 1993: Ursli und Toni Pfister – Nachtsalon in der Bar jeder Vernunft
  • 1993: Ursli Pfister – A Pure Joy
  • 1994: Im weißen Rößl am Wolfgangsee, Regie: Ursli Pfister (mit Otto Sander, Meret Becker, Max Raabe, Geschwister Pfister und Gerd Wameling)
  • 1995: Die Geschwister Pfister – March for Glory
  • 1997: Die Geschwister Pfister – The Great Space Swindle
  • 1998: Die Geschwister Pfister – Party Heut' Nacht
  • 1999: Die Geschwister Pfister – The Voice of Snow White
  • 2000: Die Geschwister Pfister – On the Run. Eine Reise ins Glück
  • 2001: Therapie Zwecklos, Regie: Christoph Marti (mit Meret Becker / Marietta Rohrer, Tobias Bonn, Stefan Kurt, Christoph Marti, Andreja Schneider, Ades Zabel, Benjamin Kiss)
  • 2002: Ursula West – Daughter of Country
  • 2002: Die Geschwister Pfister – Have a Ball!
  • 2004: Andreja Schneider – Pension Schneider
  • 2005: Ursula West – A Legend in my Time
  • 2006: Die Geschwister Pfister – Home, Sweet Home!
  • 2008: American Dreams – Ursli Pfister singt Randy Newman
  • 2009: Die Geschwister Pfister – Die Geschwister Pfister in the Clinic
  • 2011: Ursli & Toni Pfister – Servus Peter – Oh là là Mireille! mit dem Jo Roloff Trio
  • 2013: Die Geschwister Pfister – Wie wär’s, wie wär's? Die Geschwister Pfister in der Toskana
  • 2014: Clivia, Operette von Nico Dostal in der Komischen Oper Berlin mit den Geschwistern Pfister in drei Hauptrollen.[9]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten]

CDs[Bearbeiten]

  • 1993: Ursli Pfister – A Pure Joy
  • 1994: Im weißen Rößl am Wolfgangsee
  • 1995: March for Glory
  • 1996: Turn off the Bubble Machine
  • 1997: The Great Space Swindle
  • 1999: The Voice of Snow White
  • 2000: On the Run. Eine Reise ins Glück
  • 2002: Ursula West – Daughter of Country
  • 2002: Have a Ball!
  • 2005: Ursula West – A Legend in my Time
  • 2008: American Dreams – Ursli Pfister singt Randy Newman
  • 2009: The Clinic
  • 2011: Servus Peter – Oh là là Mireille!
  • 2013: Wie wär's, wie wär's? Die Geschwister Pfister in der Toskana

Videos/DVDs[Bearbeiten]

  • 1993: Ursli Pfister – A Pure Joy (nur als VHS)
  • 1994: Im weißen Rößl am Wolfgangsee
  • 2000: On the Run. Eine Reise ins Glück
  • 2005: Ursula West – Daughter of Country
  • 2006: Home, Sweet Home!

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Moritz Rinke: „Ich spiele gern das liebenswerte Monster“. In: Der Tagesspiegel. Dezember 2002, Der Rinke-Fragebogen, S. ? (Monatsbeilage „Spielzeit“).
  2. a b c d e f Andreas Vollbrechtshausen: Geschwister Pfister: Eine Bühnenfamilie auf Abwegen. Der Erfolg der Bühnenfamilie „Geschwister Pfister“ ist eng mit Berlin verbunden. Hier begannen Toni und Ursli Pfister sowie Fräulein Schneider und eroberten die Kleinkunstbühnen. In: berlin1.de. 16. Juni 2014, abgerufen am 21. August 2015.
  3. Michael Zöllner: Ist Fräulein Schneider auch ohne Geschwister lustig? In der Bar jeder Vernunft tritt sie zum ersten Mal solo auf. Die B.Z. besuchte sie zu Hause. In: bz-berlin.de. 6. Dezember 2004, abgerufen am 21. August 2015.
  4. Johannes Roloff. Biografie. In: johannesroloff.de. Abgerufen am 21. August 2015.
  5.  Anonymus: Home, Sweet Home… Die Geschwister Pfister sind zurück – in der Bar jeder Vernunft. In: Der Tagesspiegel. 25. April 2006, S. ?.
  6.  Silke Böttcher: Leiden mit Sissi. Die Geschwister Pfister lesen in der Bar jeder Vernunft. In: Berliner Morgenpost. 22. Oktober 2007, S. ?.
  7.  bwk: Kicherzutaten. Komische Geschwister Pfister. In: Stuttgarter Zeitung. 21. Januar 2008, S. ?.
  8.  Gunda Bartels: Promis in Behandlung. Die Geschwister Pfister in der Klinik. In: Der Tagesspiegel. 7. bis 13. Mai 2009, Show, S. 14 (Zweiwochenbeilage „Tickets“).
  9. Nico Dostal, Clivia, Operette in drei Akten (1933), Libretto von Charles Amberg und Franz Maregg Musikalisches Arrangement von Kai Tietje, Besetzung: E. W. Potterton, Finanzmann aus Chicago: Stefan Kurt, Clivia Gray, Filmschauspielerin: Christoph Marti, Juan Damigo: Tobias Bonn, Jola, seine Cousine: Andreja Schneider, Lelio Down, Reporter der Chicagoer Times: Peter Renz, Gustav Kasulke: Christoph Späth, Caudillo / Valdivio: Max Gertsch, Diaz / Regisseur: Markus Merz, 1. Herr / Regieassistent: Jan Proporowitz, 2. Herr / Aufnahmeleiter: Volker Herden, 3. Herr / Rodrigo: Sascha Borris, Erster Gaucho: Máté Gal, Zweiter Gaucho: Matthias Spenke, Dritter Gaucho: Bernhard Hansky, Dolores: Josefine Eberlein, Tänzer: Alessandra Bizzarri, Sarah Bowden, Laura Fernandez, Cora Roloff, Mariana Souza, Jane-Lynn Steinbrunn, Lada Wongpeng, Marion Zollinger, Paul Gerritsen, Silvano Marraffa, Daniel Orellana, Daniel Therrien, Stab: Musikalische Leitung: Kai Tietje, Inszenierung: Stefan Huber, Choreographie: Danny Costello, Bühnenbild: Stephan Prattes, Kostüme: Heike Seidler, Dramaturgie: Ulrich Lenz, Chöre: David Cavelius, Licht: Diego Leetz. Komische Oper Berlin. Abgerufen am 15. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten]