Gesichtserker

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Gesichtserker ist eine scherzhafte Bezeichnung für die Nase.

Das Wort „Gesichtserker“ wird häufig als Musterbeispiel für eine misslungene Verdeutschung genannt.[1] Man weiß jedoch von keinem Sprachpuristen, der ernsthaft vorgeschlagen hätte, „Nase“ durch „Gesichtserker“ zu ersetzen. Als angebliche Urheber werden meist Philipp von Zesen oder auch Joachim Heinrich Campe genannt, in deren Werken das Wort „Gesichtserker“ bislang allerdings nicht nachgewiesen werden konnte. Auch möglich ist die Erfindung des Wortes Ende des 18. Jahrhunderts, um sich über Verdeutschungsversuche der Sprachpuristen („Meuchelpuffer“ für Pistole) lustig zu machen.

Ein überzeugter Sprachpurist könnte mit diesem Verdeutschungsversuch ohnehin nicht zufrieden sein, denn Erker ist kein ursprünglich deutsches Wort, sondern ein Lehnwort aus dem Französischen. Nase ist dagegen – trotz der Ähnlichkeit zur urverwandten lateinischen Form nasus – sehr wohl ein Erbwort.[2] Es wäre also ein deutsches Wort durch ein (teilweise) fremdes Wort ersetzt worden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Gesichtserker – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alan Kirkness: Zur Sprachreinigung im Deutschen 1789–1871. Eine historische Dokumentation. Teil I. Narr, Tübingen 1975, ISBN 3-87808-626-1, S. 41.
  2. Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von Elmar Seebold. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017473-1 (Stichwörter: Erker, Nase).