Gesine Dornblüth

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Gesine Dornblüth (* 1969 in Niedersachsen[1]) ist eine deutsche Slawistin und Hörfunkjournalistin. Sie arbeitet als Auslandskorrespondentin für das Deutschlandradio in Moskau[2] sowie als Autorin und Reporterin für alle Rundfunkanstalten der ARD.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dornblüth studierte in Hamburg Slawistik und Journalistik. Seit 1992 arbeitet sie als freie Journalistin, zunächst für Tageszeitungen, später für den Hörfunk, und gründete zusammen mit ihrem Partner Thomas Franke das Büro texte und toene in Berlin. 1999 promovierte sie im Fach slawische Philologie über postmoderne russische Lyrik.[2]

Als Reporterin berichtete sie aus Russland, der Ukraine, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Moldawien und vom Balkan, produzierte Alltagsreportagen, Langzeitdokumentationen und politische Analysen über regionale Konflikte, Demokratisierung und Menschenrechte.[2] Seit 2003 war Dornblüth alleinige Autorin von 36 Ausgaben der Sendung „Hintergrund“ im Deutschlandfunk, die täglich ausgestrahlt wird. Sie gehörte zu den wenigen freien Journalisten, die für die ARD regelmäßig in den Südkaukasus gefahren sind. Sie hat sich damit im Hörfunk einen Namen gemacht, da „die journalistische Arbeit vor Ort ein hohes Maß an Recherchearbeit, viel Leseaufwand bezüglich der historischen Zusammenhänge und zumindest russische Sprachkenntnisse“ erfordere.[3] Auf dem Sendeplatz Gesichter Europas im Deutschlandfunk beleuchtete sie in einer einstündigen Reportage auch Alltagsthemen aus der Region.[4]

Seit Februar 2012 ist sie als Auslandskorrespondentin für das Deutschlandradio in Moskau tätig und verlegte auch ihren Wohnsitz dorthin.[1]

Beim Journalistenverband in Berlin-Brandenburg, dem Landesverband des Deutschen Journalisten-Verbands, leitete Gesine Dornblüth die Stilwerkstatt. Sie ist Vorsitzende des Aufnahmeausschusses dieses Berufsverbandes.[5] Am Internationalen Journalisten-Kolleg der FU Berlin und im Studienwerk der Heinrich Böll Stiftung war sie Dozentin für „Ethik im Journalismus“.

Auszeichnungen und Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999 Suchbild Deutschland, bimedialer Reportagepreis von SFB/ORB und Tagesspiegel[5]
  • 2001 Prix Europa-Hörfunkpreis (mit Thomas Franke) in der Kategorie "Current Affairs" für das Feature Bruderküsse in Demjansk, das im Deutschlandfunk lief.[6][7]
  • 2002 Marion-Gräfin-Dönhoff-Journalistenstipendium im Rahmen der Internationalen Journalisten-Programme in Georgien[5]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die postmoderne Lyrik Andrej Voznesenskijs, in: Zeitschrift für Slavistische Philologie, Heft 2, 1994, S. 327–357.
  • „Poststalinizm, Postavangardizm.“ Das Subjekt und die Welt der Objekte in der postmodernen frühen Lyrik Andrej Voznesenskijs. Verlag Sagner, München 1999. ISBN 3-87690-742-X (Zugl.: Hamburg, Univ., Diss., 1999)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Übersicht über die Korrespondentenplätze des Deutschlandradios, Deutschlandradio, deutschlandradio.de, abgerufen am 20. September 2015
  2. a b c Anastassija Filimonowa: 10 Fragen an Gesine Dornblüth, Interview vom März 2012, Goethe-Institut, goethe.de, abgerufen am 24. März 2016
  3. Gemma Pörzgen, ebd.
  4. Gemma Pörzgen: Aus den Augen - aus dem Sinn: Der Kaukasus in den Medien, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APUz 13/2009), online: Bundeszentrale für politische Bildung, 21. März 2009
  5. a b c Informationen auf texteundtoene.de, abgerufen am 22. März 2016
  6. Deutschlandfunk-Mitarbeiter ausgezeichnet, Deutschlandradio, Pressemitteilung vom 17. Juni 2002, deutschlandradio.de, abgerufen am 24. März 2016
  7. Prix Europa, Chronik der ARD, 13. Januar 2001