Gesprächspsychotherapie

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Die Gesprächspsychotherapie (auch Gesprächstherapie, abgekürzt GT), oder klientenzentrierte Psychotherapie (auch non-direktive oder personzentrierte Psychotherapie nach der im Englischen gebräuchlichen Bezeichnung person-centered psychotherapy) ist eine Therapieform der humanistischen Psychologie, die auf Konzepte von Carl R. Rogers (1902–1987) zurückgeht.

Der nur im Deutschen übliche Begriff Gesprächspsychotherapie wurde in der 60er-Jahren aus berufspolitischen Gründen von Reinhard Tausch bei der Einführung dieser Therapieform geprägt und ist für die Bezeichnung der heilkundlichen Therapie besonders in Deutschland heute noch üblich. Auch klientenzentrierte Psychotherapie (Österreich) bzw. Personzentrierte Psychotherapie, oder Personzentrierter Ansatz (PCA, Schweiz und ersteres als Langname der deutschen Fachgesellschaft) werden als Bezeichnungen für das theoretische Konzept bzw. ausserhalb Deutschlands für die Therapie verwendet.

Einzelne Methoden der Gesprächspsychotherapie finden auch außerhalb der Psychotherapie Anwendung, z. B. im Rahmen alltäglicher zwischenmenschlicher Kommunikation, der Beratung bis hin zu Lehr- und Lernmethoden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Therapieform ist eng mit der Person ihres Begründers Carl R. Rogers (1902–1987) verbunden. Rogers gilt als einer der Hauptvertreter der Humanistischen Psychologie. Er nannte sie zunächst „nicht-direktive Psychotherapie“ („non-directive psychotherapy“)[1] aber später, weil „nicht-direktiv“ zu oft missverstanden wurde, „klientenzentrierte Psychotherapie“ („Client-centered Therapy“)[2]

Carl R. Rogers war 12 Jahre lang als klinischer Psychologe psychotherapeutisch und beratend tätig, bevor er von 1940 bis 1963 an drei amerikanischen Universitäten als Professor für Psychologie und (teilweise) für Psychiatrie lehrte. Dadurch erhielten er und seine Mitarbeiter die Möglichkeit zu intensiver wissenschaftlicher Forschungsarbeit. Dabei beschäftigte ihn nur eine Frage: „Welche Bedingungen sind es, die dazu führen, dass eine Person von sich aus über ihr Erleben spricht, sich dabei besser verstehen lernt und schließlich zu Einstellungs- und Verhaltensänderung gelangt?“ Seine Beobachtungen über den Zusammenhang zwischen personzentrierter Haltung und konstruktiven Persönlichkeitsveränderungen konnten auf diese Weise mit einer Fülle von empirischen Untersuchungen überprüft und in den wesentlichen Punkten bestätigt werden. In den sechziger Jahren wurde Rogers Mitgründer des Center for Studies of the Person in La Jolla, Kalifornien, an dem er bis zu seinem Lebensende tätig war. Rogers fühlte sich dem Denken John Deweys verpflichtet und wurde u. a. durch die Theorien von Otto Rank beeinflusst. Später wies er auch auf die geistige Nähe seiner Arbeit zur fernöstlichen Philosophie und zu bestimmten Aspekten des Zen-Denkens hin.

Die klientenzentrierte Psychotherapie hat einen starken Einfluss auf die Bewegung der Encounter-Gruppen genommen und wird als personzentrierter Ansatz auch in der Beratung und Supervision, als schülerzentriertes Lehren im Bildungsbereich und als gruppenzentrierte Führung im Bereich des Managements angewandt.

In der BRD wurde dieses Konzept vor allem durch den Psychologen Reinhard Tausch mit seinem Buch „Das psychotherapeutische Gespräch“[3] bekannt gemacht. In der 2. Auflage dieses Buches, 1968,[3] nannte Tausch diesen Ansatz „Gesprächspsychotherapie“ und behielt diese Bezeichnung in den folgenden Auflagen (9. Auflage: 1990) bei. Dies geschah aus berufspolitischen Gründen.<[4] Sie wurde von der psychologischen (z. B. Biermann-Ratjen et al.)[5] und psychiatrischen (z. B. Psychiatrie-Enquête)[6] Literatur übernommen und war 1970 auch Namensgeber des ersten deutschen Fachverbandes für das Verfahren, der „Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie“ (GwG e. V.).

In der DDR haben Johannes Helm und Inge Frohburg die Konzepte weiterentwickelt, therapeutisch anwendungsreif gemacht und entsprechende Aus- und Weiterbildungsprogramme entwickelt. Die Ausbildung begann bereits im Studium der Klinischen Psychologie.[7][8] Es war in der DDR das vorherrschende Therapieverfahren, die Finanzierung erfolgte über die Sozialversicherung, das Angebot erfolgte stationär wie ambulant.[4][9] Für die ehemalige DDR gab es bezüglich der sozialrechtlichen Anerkennung eine Übergangsregelung, danach galt überall die "gesamtdeutsche" Regelung.[10]

Heute wird in Deutschland in der Regel von Gesprächspsychotherapie gesprochen, wenn das heilkundliche Therapieverfahren gemeint ist[11], und vom Klientenzentrierten Konzept bzw. vom personzentrierten Ansatz, wenn die damit verbundenen Theorien gemeint sind.

Gesprächs(psycho)therapie als Sammelbezeichnung für Formen der Psychotherapie, bei denen in Abgrenzung zu Körpertherapie oder Kreativtherapie das Gespräch im Vordergrund steht ist eine Übersetzung von Talking Therapies[12], scheint aber unüblicher, weil darunter auch analytische und sogar bestimmte verhaltenstherapeutische Ansätze fallen würden.[13]

In Österreich und in der Schweiz ist seltener von Gesprächspsychotherapie bzw. Klientenzentrierter Psychotherapie die Rede als von „Personzentrierter Psychotherapie“ bzw. vom „Personzentrierten Ansatz“ (abgekürzt PCA von Person-Centred Approach). Damit soll u. a. dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Elemente des von Rogers entwickelten Konzeptes auch in außerklinischen Bereichen, wie Beratung, Pädagogik, Personalentwicklung oder Pastoralpsychologie, eine Rolle spielen.

Auch international ist die Bezeichnung nicht mehr einheitlich. Es wird von „Person-centered and Experiential Therapies“ und neuerdings (Elliott et al.)[14] von „Humanistic -Experiential Therapies“ – HEPs – gesprochen.

Menschenbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem aufgrund ihres Menschenbildes wird die Gesprächspsychotherapie im Rahmen der vier psychotherapeutischen Grundorientierungen (= Paradigmen sensu Kuhn)[15] der humanistischen zugerechnet. Die anderen drei Grundorientierungen sind die psychoanalytische/psychodynamische, die behaviorale/verhaltenstherapeutische und die systemische.

Rogers’ Menschenbild entspricht zum einen dem der Humanistischen Psychologie, zu deren Vertretern u. a. der Psychologe Abraham Maslow, der Religionsphilosoph Martin Buber und der Pädagoge John Dewey gehören, zum anderen dem europäischer Existenzphilosophen, wie Søren Kierkegaard. Zentral ist die phänomenologisch-existentielle Grundposition: Der Mensch als reflexives Wesen kann und muss seine Existenz und sein Dasein in dieser Welt sinnhaft definieren. Rogers sieht auch Übereinstimmungen seiner Auffassungen mit denen des chinesischen Philosophen Lao-Tse: „Wenn ich vermeide, mich einzumischen, sorgen die Menschen für sich selbst. Wenn ich vermeide, Anweisungen zu geben, finden die Menschen selbst das rechte Verhalten. Wenn ich vermeide, sie zu beeinflussen, werden die Menschen sie selbst.“

Das Menschenbild der Klientenzentrierten Psychotherapie geht davon aus, dass der Mensch eine angeborene „Selbst-Verwirklichungs-“ und „-Vervollkommnungstendenz“ (Aktualisierungstendenz) besitze, die, unter günstigen Umständen, für eine Weiterentwicklung und Reifung der Persönlichkeit sorge. Der Hilfesuchende trage alles zu seiner Heilung Notwendige in sich und sei selbst am besten in der Lage, seine persönliche Situation zu analysieren und Lösungen für seine Probleme zu erarbeiten. Ausgehend von diesem humanistischen Menschenbild folgerte Rogers, Psychotherapie müsse ein günstiges Klima für den gestörten Wachstumsprozess schaffen.

Rogers’ wichtigste persönlichkeitstheoretische Annahme einer „Aktualisierungstendenz“,[16] dass der menschliche Organismus aus sich selbst heraus danach strebe, sich zu entfalten und zu erhalten, entspricht den Vorstellungen des Neurologen Kurt Goldstein (1878–1965), der eine „Selbstaktualisierungstendenz“ des menschlichen Organismus annahm.

Ein zentraler Begriff im Sinne einer „fully functioning person“ ist dabei das Selbstkonzept. Aus einer Diskrepanz (Inkongruenz) zwischen dem Erleben (experiencing) des Organismus und dem Selbstkonzept entstehen psychologisch relevante Spannungen und erscheinen dem Menschen als Konflikte. Ein Beispiel für Inkongruenz (entspricht einer psychischen Fehlfunktion): Eine Mutter lebt allein mit ihrem volljährigen Sohn. Jedes Mal, wenn dieser offen Pläne für seinen Auszug macht, wird die Mutter krank (bekommt z. B. Hustenanfälle, Fieber o. Ä.). Die Gesprächstherapie nach Rogers erklärte das Symptom der Mutter (die Krankheitsanfälligkeit) durch eine Inkongruenz zwischen der aktuellen Erfahrung (der Angst, den Sohn zu verlieren) und dem Selbst (dem eigenen Anspruch, keine klammernde Mutter sein zu wollen und dem Sohn ein selbständiges Leben gönnen zu wollen). Ziel der Therapie ist eine reifere emotionale Anpassung, indem Ideal- und Selbstbild in Übereinstimmung gebracht werden.

Menschen streben von ihrer Geburt an danach, ein Selbst zu entwickeln. Diese Entwicklung wird im Wesentlichen durch die Erfahrungen geprägt, die ein Individuum im Kontakt mit seiner Umwelt macht, vor allem mit den wichtigen Pflegepersonen (Eltern), und insbesondere durch die Bewertungen dieser Erfahrungen durch den eigenen Organismus und durch die wichtigen Bezugspersonen. Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Selbst ist nach Rogers, wie dem angeborenen Bedürfnis nach „Positiver Beachtung“ bei der jeweiligen Erfahrung Rechnung getragen wird. Wenn ein Kind in seinen Erfahrungen nicht oder nicht ausreichend beachtet wird (z. B. aus Desinteresse oder Überforderung oder aufgrund anderer eigener Probleme der Bezugspersonen) oder wenn es in bestimmten Erfahrungen negativ bewertet wird („stell Dich nicht so an, Du bist doch ein Junge, da weint man nicht“ = nicht Bedingungsfreie Positive Beachtung), dann ist das der Entwicklung eines stabilen Selbst abträglich.

Philosophisch-anthropologisch gesehen rückte mit der Weiterentwicklung des personzentrierten Ansatzes während der letzten zwei Jahrzehnte der Begriff „Person“ ins Zentrum. Wichtige zeitgenössische Autoren wie Peter F. Schmid haben diese Weiterentwicklung der philosophisch-anthropologischen Grundlagen geprägt. Die Person wird sowohl als substanzial (auf sich bezogen, autonom) wie auch relational (auf die Mitmenschen bezogen) aufgefasst. Die Person lebt in einem unzertrennlichen Wechselverhältnis zwischen Autonomie und Beziehungsangewiesenheit. Diese Verschränktheit von Substanzialität und Relationalität ist ausschlaggebend für das moderne Person-Konzept des personzentrierten Ansatzes. Philosophisch nimmt der personzentrierte Ansatz Bezug auf Martin Buber und in seiner Weiterentwicklung auf Emmanuel Levinas. Auf der praktischen Ebene rückten Konzepte wie jenes der „therapeutischen Präsenz“ oder der „personalen Begegnung zwischen Therapeut und Klient“ vermehrt ins Zentrum.

Elemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Psychotherapie-Theorie ruht im Wesentlichen auf zwei Säulen: einer wissenschaftlich überprüften Aussage über wirkungsvolles Eingehen von Psychotherapeuten und Beratern auf ihre Klienten (die sechs notwendigen und hinreichenden Bedingungen zur psychologischen Veränderung) und die Grundannahmen über die Natur des Menschen („Aktualisierungstendenz“ sowie „Bedürfnis nach bedingungsloser positiver Wertschätzung“).

Damit eine psychologisch relevante Veränderung des Selbstkonzepts einer Person stattfinden kann, müssen vom Therapeuten die drei Grundhaltungen in der Beziehung zum Klienten gelebt werden:

  • Bedingungslose positive Wertschätzung gegenüber der Person des Ratsuchenden mit ihren Schwierigkeiten und Eigenheiten. Das Bedürfnis nach bedingungsloser positiver Wertschätzung gehört auch zu den personzentrierten Grundannahmen über die Natur des Menschen. Die bedingungslose positive Wertschätzung gegenüber dem Klienten kann verschiedene konkrete Interaktionsformen annehmen. So gehört das vorbehaltslose Annehmen des vom Klienten Ausgedrückten dazu, das Ermutigen der ratsuchenden oder leidenden Person ist ebenso eine Grundform des bedingungslosen Wertschätzens wie das Ausdrücken von Solidarität mit dem Klienten (J. Finke, 2004).
  • Empathie: Einfühlsames Verstehen der Welt und der Probleme aus der Sicht des Klienten, und die Fähigkeit, diese Empathie dem Klienten zu kommunizieren. Bei der Empathie als generativem Prinzip von hilfreichen Therapeut-Klient-Interaktionen können verschiedene Formen unterschieden werden. Grundformen der Empathie sind beispielsweise die Wiederholung des Mitgeteilten, die Empathie als Konkretisierung des Gesagten, die Empathie mit Bezug auf das Selbstkonzept des Klienten sowie die Empathie mit Bezug auf das organismische (haltungsprägende) Erleben des Klienten (J. Finke, 2004).
  • Kongruenz in seiner Haltung (Echtheit, Wahrhaftigkeit gegenüber dem Klienten): Offenes Wahrnehmen des eigenen Erlebens als Therapeut oder Berater, der mit dem Klienten in Beziehung steht. Dieses Offen-Sein schließt auch Echtheit in dem Sinn ein, dass Psychotherapeuten und Berater nicht nur als Fachpersonen in Erscheinung treten, sondern auch und besonders als Person sich dem Klienten in der Begegnung zu erkennen geben. Bei der Kongruenz als generativem Prinzip von hilfreichen Therapeut-Klient-Interaktionen können zum Beispiel verschiedene grundsätzliche Echtheitsformen des Therapeuten unterschieden werden. Echtheit im Sinne von Konfrontation mit dem Klienten, Echtheit im Sinne von Klärung des Beziehungsgehaltes mit dem Klienten und Echtheit/Kongruenz im Sinne einer Selbstmitteilung des Therapeutenerlebens gegenüber dem Klienten (J. Finke, 2004).

Die Wirkung von personzentrierter Psychotherapie und Beratung wurzelt in erster Linie in der Umsetzung dieser drei Grundhaltungen. Sie prägt die Beziehung zum Klienten, der sich dank dessen seiner eigenen Person zunehmend wertschätzend, empathisch und kongruent zuwenden kann (Persönlichkeitswachstum). Die jeweils konkrete personzentrierte Interaktion, welche von diesen Grundhaltungen geprägt ist, hat stets zum Ziel, die Inkongruenz der ratsuchenden Person zu reduzieren. Die konkrete Umsetzung dieser Haltungen ist jedes Mal auf den Klienten abzustimmen und ergibt zwangsläufig einen je eigenen, personzentrierten Prozess. Die Wirkung liegt nicht im theoretischen und diagnostischen Experten-Wissen über Klienten oder in der Anwendung therapeutischer Techniken.

Zusätzlich zu diesen sogenannten therapeutischen Grundhaltungen (im empirisch-positivistischen Jargon auch „Therapeutenvariablen“ genannt) stellte Rogers drei weitere Bedingungen für eine erfolgreiche Klienten-Therapeuten-Beziehung auf:

  • Es besteht ein psychologischer Kontakt zwischen Klient und Therapeut.
  • Eine der beiden Personen (der Klient) befindet sich in einem Zustand der Inkongruenz.
  • Das therapeutische Angebot der Grundhaltungen (1–3) muss vom Klienten zumindest im Ansatz wahrgenommen werden können.

Wenn alle sechs Bedingungen erfüllt sind, ist psychotherapeutische Veränderung möglich.

Die gesamten sechs Bedingungen können als einer von mehreren schulenüberschreitenden Beiträgen von Rogers gelesen werden, die Psychotherapie wissenschaftlich zu definieren und auch variablenpsychologisch erforschbar zu machen. Zahllose empirisch-wissenschaftliche Studien seit den Anfängen der klientenzentrierten Psychotherapie belegen im Übrigen die Richtigkeit seines theoretischen Psychotherapiemodells. Dennoch: Innerhalb der personzentrierten und experienziellen Gemeinschaft wird es bis heute kontrovers diskutiert, ob die sechs Bedingungen auch tatsächlich allgemein hinreichend für eine wirksame Psychotherapie sind. Deren Notwendigkeit wird hingegen von niemandem bestritten. Der Lackmustest für einen personzentrierten Psychotherapeuten lautet denn auch, ob er die sechs Bedingungen sowohl als notwendig wie auch hinreichend erachtet oder nur als notwendig, aber noch nicht hinreichend.

Insbesondere diese Methoden und Konzepte wurden auch auf angrenzende Anwendungsgebiete wie Gruppentherapie, Kinder- (als Spieltherapie), Paartherapie und Familientherapie sowie in diverse psychosoziale und pädagogische Praxisfelder übertragen.[4]

Was kennzeichnet eine psychische Störung und wie entwickelt sie sich?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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In der Theorie der Gesprächspsychotherapie wird davon ausgegangen, dass sich psychischen Störungen entwickeln, wenn bestimmte Erfahrungen, die wiederum mit bestimmten Gefühlen verbunden sind, nicht oder nicht vollständig oder nur verzerrt gemacht werden: Gesprächspsychotherapeuten sprechen von Inkongruenz, wenn die Erfahrungen nicht angemessen im reflexiven Bewusstsein symbolisiert sind, und zwar weil diese Erfahrungen unvereinbar mit dem Selbstkonzept sind und „abgewehrt“, d. h., im Bewusstsein „verleugnet“ oder „verzerrt“ werden. Der Vorgang der »Abwehr« bestimmter Gefühle und Erfahrungen ist in der Regel nicht bewusst, wird aber häufig gespürt in einer diffusen, scheinbar unbegründeten Anspannung oder Angst, deren Herkunft und Sinn den Betroffenen verschlossen bleibt.

Die gesprächspsychotherapeutische Entwicklungstheorie geht heute[17] davon aus, dass nur Erfahrungen und die mit ihnen verknüpften Bewertungen bzw. Gefühle Bestandteil des Selbst bzw. des Selbstkonzepts werden können, die von den wichtigen Bezugspersonen als Erfahrungen und Gefühle des Kindes empathisch erkannt und bedingungsfrei emotional positiv als Erfahrungen des Kindes aufgenommen werden. Ein Kind, dessen Mutter – aus welchen Gründen auch immer – es nicht aushält, wenn ihr Kind Wutanfälle bekommt und diese z. B. bestraft, wird seine emotionale Erfahrung – »es macht mich wütend, wenn...« – nicht in sein Selbst integrieren können. Ist das Kind später Patient, wird er z. B. dem Therapeuten erzählen, dass er Angst davor hat, Wut zu spüren, denn Wütendsein sei für ihn gleichbedeutend mit einem Bösesein, das bestraft werden müsse. Rogers hat vor allem die sich in diesem Beispiel zeigende Übernahme der Bewertungen der eigenen Erfahrungen durch wichtige Andere, die man als Kind erfährt, als eigene Bewertungsmaßstäbe in die Vorstellungen davon, wie man gerne wäre (Selbstideal) oder wie man sein und erleben sollte, als krankmachend betont.

Die Entstehung von psychischen Störungen mit der Folge einer seelischen Erkrankung ist in der Regel viel komplexer als hier dargestellt werden kann. Die beschriebenen Zusammenhänge sollten aber ausreichen, um daraus die wichtigste therapeutische Aufgabe eines Gesprächspsychotherapeuten abzuleiten: Im therapeutischen Prozess sollte es dem Patienten zunehmend möglich sein, bisher nicht oder nur unvollständig zugelassene emotionale Erfahrungen als seine Erfahrungen zu erkennen, die zu seinem Selbst gehören. Dazu ist es notwendig, diese auch zu symbolisieren. Das wird möglich, wenn sich zwischen dem Therapeuten und dem Patienten eine Beziehung entwickelt, die auf Seiten des Therapeuten gekennzeichnet ist durch Empathie, Kongruenz und Bedingungsfreie Positive Beachtung der Erfahrungen des Patienten und wenn der Patient dieses Beziehungsangebot des Therapeuten auch so wahr- und annehmen kann.

Unterschiede zum psychoanalytischen und behavioralen Paradigma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Rogers betont weniger die Interaktion der sog. Instanzen (Ich, Über-Ich und Es) im Erleben und mehr die Entwicklung des Selbst bzw. Selbstkonzepts und dessen Einfluss auf die Erfahrung. Er geht von einem dem Menschen innewohnenden Potential zur eigenen Entwicklung (= Aktualisierungstendenz und Selbstaktualisierungstendenz). aus und relativiert damit die triebtheoretischen Annahmen Freuds (psychoanalytische Triebtheorie). Er sieht in der Aktualisierungstendenz die maßgebliche Entwicklungskraft der Persönlichkeit und relativiert damit auch die Bedeutung von – außen angeleiteten – Lernprozessen (S-R-Modell. → Lerntheorie), die im Behaviorismus als maßgebliche Entwicklungsfaktoren angesehen werden.

Übereinstimmungen mit neueren psychologischen Theorien und empirischen Evaluationen psychotherapeutischer Behandlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rogers’ persönlichkeits- und entwicklungstheoretische Grundannahmen werden durch später entwickelte psychologische Theorien gestützt und ergänzt. Das gilt z. B. sowohl für die Erkenntnisse der Bindungstheorie[18] als auch für die der Systemtheorie.[19]

Die von Rogers auf empirischer Grundlage entwickelte therapietheoretische These, dass der Erfolg einer Psychotherapie im Wesentlichen von einer bestimmten Qualität der therapeutischen Beziehung abhängt, wurde von der empirischen Psychotherapieforschung immer und immer wieder bestätigt[20] und gilt inzwischen als allgemein anerkannte Lehrmeinung.[21][22]

Forschung in der Gesprächspsychotherapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rogers hatte den Anspruch, die aus klinischen Erfahrungen gewonnenen Erkenntnisse und die sich daraus ergebenen theoretischen Annahmen über psychotherapeutische Prozesse und Effekte wissenschaftlich zu überprüfen. Obwohl seine wissenschaftstheoretischen Grundlagen die Phänomenologie und die humanistischen Psychologie waren, benutzte er – mangels geeigneter Alternativen[23] – dazu die Methoden der naturwissenschaftlich-experimentell ausgerichteten Psychologie. Rogers ist damit einer der Pioniere der empirischen Psychotherapieforschung und z. B. der erste, der zum Zwecke der systematischen Erforschung von Gesetzmäßigkeiten der psychotherapeutischen Interaktion Tonaufzeichnungen von Therapiegesprächen erstellen ließ. Seine 1954 publizierte preisgekrönte Psychotherapiestudie über Prozesse und Effekte klientenzentrierter Psychotherapie[24] wurde für die Psychotherapieforschung methodisch wegweisend. Der gegenwärtige Stand der internationalen Wirksamkeitsforschung im Bereich der „Humanistic-Experiential Psychotherapies“ (= HEPs). stellen[14][25][26] dar. Er lässt sich so zusammenfassen:[27]

  1. HEP-Therapien führen zu signifikanten und klinisch relevanten Prä-Post-Veränderungen.
  2. Die zum Postzeitpunkt erreichten Veränderungen sind nicht nur kurzfristig (bis zu einem Jahr nach dem Behandlungsende), sondern auch längerfristig (nach mehr als einem Jahr) stabil. Darüber hinaus kommt es in der Zeit nach Ende der Therapie im Mittel noch zu weiteren Verbesserungen.
  3. Veränderungen durch HEP-Therapien sind deutlich (signifikant) größer als die Veränderungen bei vergleichbaren Klienten, die nicht behandelt werden (Wirksamkeitsnachweise durch RCT-Studien).
  4. Die generelle Wirksamkeit von HEP-Therapien unterscheidet sich weder in klinischer noch in statistischer Hinsicht von der Wirksamkeit anderer Therapieverfahren (das sog. Dodobird-Verdikt hat weiterhin Bestand).

Obwohl es keine generellen Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen den verschiedenen Therapieverfahren gibt, profitiert in der Regel ein bestimmter Patient von einem bestimmten Therapieverfahren schneller oder mehr als von einer anderen Therapie. Die Frage, welches Therapieverfahren das für einen konkreten Patienten das am besten geeignete ist, wird im Rahmen der Indikationsstellung, die auch eine differentielle Therapieindikation einschließt, entschieden (S. 9).

In der Metaanalyse von Klaus Grawe wurde die Gesprächspsychotherapie nach der Verhaltenstherapie als die am besten wissenschaftlich erforschte Therapieform bezeichnet, deren Wirksamkeit als sehr gut bestätigt werden könne.[28] Allerdings erfuhr das sogenannte Grawe-Gutachten von verschiedenen Seiten Kritik, beispielsweise in dem von Volker Tschuschke und anderen herausgegebenen Sammelband mit dem Titel Zwischen Konfusion und Makulatur[29] oder in der Erwiderung auf die Meta-Analyse von Klaus Grawe durch den Psychoanalytiker Wolfgang Mertens.[30] Das Team um den Psychotherapieforscher Falk Leichsenring setzte sich mit den grundsätzlichen Schwierigkeiten von Wirksamkeitsvergleichen in Therapiestudien am Beispiel auch des Grawe-Gutachtens auseinander und kam zu einer kritischen Bewertung, weil „die meisten Studien nicht konsequent als vergleichende Evaluationen geplant worden sind und sich im nachhinein auch nicht in diesem Sinne interpretieren lassen“ würden.[31]

Therapeutische Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Übersicht über Gesprächspsychotherapie in den verschiedenen Anwendungsbereichen und -formen sowie über konzeptuelle Weiterentwicklungen bietet das „Lehrbuch Gesprächspsychotherapie“,[32] in dem auch über die Ausbildungsmöglichkeiten informiert wird. Eine vertiefte Darstellung der verschiedenen Weiterentwicklungen innerhalb des Klientenzentrierten Konzepts finden sich u. a. in den Büchern „Gesprächspsychotherapie. Die therapeutische Vielfalt des personzentrierten Ansatzes“[33] und „Praxis der Personzentrierten Psychotherapie“.[34] Sachse[35] versucht, die beziehungsorientierte Gesprächspsychotherapie in eine klärungsorientierte Psychotherapie zu transformieren, und Finke[36] das gesprächspsychotherapeutische Beziehungsangebot in ein interventionsorientiertes Vorgehen zu überführen.

Das Klientenzentrierte Konzept hat schon bald nach seiner Entwicklung Eingang in die Kinder- und Jugendlichentherapie,[37][38] z. B. im Konzept der Spieltherapie[39] und in die Beratungsarbeit gefunden.

Die hilfesuchende Person mit ihren jeweiligen Gefühlen, Wünschen, Wertvorstellungen und Zielen soll im Mittelpunkt der therapeutischen Interaktion stehen. Die Sichtweise des Therapeuten soll dabei weitgehend in den Hintergrund treten, Ratschläge und Bewertungen sind zu vermeiden (nicht-direktives Verhalten). Eine der Besonderheiten der Methode liegt in der Rückmeldung des vom Klienten ausgedrückten emotionalen Inhaltes seiner Aussagen ohne jede Verfälschung mit anderen Worten (aktives Zuhören; Empathie). Dadurch wird der Klient immer weiter in seine eigene Wahrnehmung geführt, oft bis an die Antworten, die er im Alltag nicht auszusprechen wagt oder derer er sich nicht gewahr werden kann. Durch das Schaffen einer vertrauensvollen Atmosphäre soll der Klient angstfrei und kreativ an der Lösung seiner eigenen Schwierigkeiten arbeiten können (Selbstexploration). Unter Nicht-Direktivität versteht der personzentrierte Psychotherapeut die Ermöglichung für den Klienten, dass er selbstgesteuert die Inhalte sowie den Prozess der psychotherapeutischen Beziehung bestimmt. Subsidiär ist eine Übernahme sowohl der thematischen wie auch der Prozessverantwortung durch den Therapeuten möglich, gegebenenfalls notwendig, sofern dies die Aufrechterhaltung und Entwicklung der psychotherapeutischen Beziehung erleichtert.

Je mehr es gelingt, die personzentrierte Grundhaltung zu verwirklichen, desto größer ist die Chance, dass bei den Klienten ein Prozess in Gang kommt, der sich auf Besserung oder Heilung von psychischen und psychosomatischen Störungen zubewegt, auf die Übernahme von Selbstverantwortung und Verantwortung für Andere, auf eine Zunahme von Lern- und Lebensfreude, auf den Abbau von Wachstumsblockierungen. Das Psychotherapie- und Beratungskonzept von Rogers erscheint als theoretisches Modell relativ einfach formuliert, seine Umsetzung in die Praxis stellt jedoch hohe Anforderungen an seine Benutzer: an ihre eigene Erfahrung mit dem Prozess des Sich-Wahrnehmens, -Verstehens und -Annehmens und an die Fähigkeit zur Umsetzung in das jeweilige Berufsfeld.

Kombiniert mit den experienziellen Techniken wie beispielsweise des Focusing (E. Gendlin) ist die personzentrierte oder klientenzentrierte Psychotherapie eine sehr reichhaltige, auf die kreative Begegnung setzende hilfreiche Beziehung, um dem leidenden und/oder ratsuchenden Klienten personal zu begegnen.

Die empirisch wissenschaftliche Erforschung von der Wirksamkeit der Psychotherapie hat in Carl Rogers ihren Begründer und Pionier. Bis heute wird an Universitäten und Fachhochschulen in zahlreichen Ländern Europas, in den USA und/oder auch in Japan intensiv empirisch-wissenschaftliche Erforschung der personzentrierten und experienziellen Psychotherapie betrieben und international in Publikationen rege veröffentlicht. Die personzentrierte Psychotherapie hat ein sehr breites Indikationsgebiet (die meisten ICD-10-Störungen) und die Wirksamkeit ist empirisch-wissenschaftlich sehr gut belegt. In den letzten zehn Jahren sind vor allem die personzentrierte und die experienzielle Psychotherapie (Gendlin, Greenberg, Rice, Elliot etc.) näher zusammengewachsen und bilden einen gemeinsamen Weltverband für Personzentrierte und Experienzielle Psychotherapie (WAPCEPC, siehe Link unten).

Fachorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutschland: GwGGesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V. (1970 bis 2012 Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie). Die GwG ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie AGHPT. Letztere entstand in Verbindung mit der Gesetzgebung zum Psychotherapeutengesetz, welche die bis dahinbestehende Verfahrensvielfalt als bezahlte Kassenleistung abschaffte. Zielstellung ist, für den Erhalt und den Ausbau der Verfahrens- und Methodenvielfalt in der Psychotherapie einzutreten. Neben der Gesprächspsychotherapie betrifft dies beispielsweise die Existenzanalyse/Logotherapie, Gestalttherapie, Körperpsychotherapie, Psychodrama und Transaktionsanalyse.[40] Auch die Deutsche Psychologische Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie (DPGG) ist Mitglied der AGHPT. Sie wurde 1998 gegründet und ging aus 1996 beginnenden Gesprächen klientenzentriert orientierter Hochschullehrer und engagierter psychologische Gesprächspsychotherapeuten hervor, die die Sorge um die Zukunft der Gesprächspsychotherapie und Zweifel, ob die bisherigen berufspolitischen Offensiven ausreichen würden, um das Fortbestehen der Gesprächspsychotherapie als eigenständigen therapietheoretischen und praktisch psychotherapeutischen Ansatz zu garantieren vereinte.[41] Sie hatte eine Feststellungsklage gegen den Gemeinsamen Bundesausschuss angestrengt, die allerdings aufgrund der Aussichtslosigkeit zurückgezogen wurde. Sie will weiter den juristischen Weg beschreiten und auch die Verfahrensfehler bei der erneuten Begutachtung der Gesprächspsychotherapie einbringen.[42]
  • Österreich: ÖGWG Österreichische Gesellschaft für wissenschaftliche, klientenzentrierte Psychotherapie und personorientierte Gesprächsführung[43] (gegründet 1974).
  • Schweiz: pca.acp Schweizerische Gesellschaft für den Personzentrierten Ansatz – Société Suisse pour l’approche centrée sur la personne[44] (gegründet 1979 als Schweizerische Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung SGGT – Société Suisse pour l'Approche centrée sur la personne SPCP. 2009 zum 30-jährigen Jubiläum erfolgte die Umbenennung, um sich der internationalen Namensgebung person-centered approach anzuschliessen).
  • Europa:PCE Europe Network of the European Associations for Person-Centred and Experiential Psychotherapy and Counselling[45]
  • Welt: WAPCEPC World Association for Person-Centered and Experiential Psychotherapy and Counseling[46]

Anwendung, Anerkennung und Ausbildung in den deutschsprachigen Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Situation ist in den deutschsprachigen Ländern verschieden, insbesondere durch unterschiedliche gesetzliche Regelungen des Bereiches Psychotherapie.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu unterscheiden ist die heilkundliche Psychotherapie von Anwendungen einzelner theoretischer bzw. praktischer Erkenntnisse in anderen Bereichen, die gesetzlich nicht geregelt sind.

Vor der Einführung des Psychotherapeutengesetzes vom 16. Juni 1998 ging die Forschung und Ausbildung seit den 60er Jahren von psychologischen Universitätsinstituten (vor allem Universität Hamburg und Humboldt-Universität Berlin) aus. Es wurden Psychologen, aber auch Ärzte ausgebildet. Dies war begleitet durch intensive Forschungsarbeiten zur Wirksamkeit und ihren Bedingungen.[47]

Gegenwärtig ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zuständig für die Erarbeitung aller Richtlinien im Gesundheitswesen, so auch die Psychotherapie-Richtlinie. Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie wird für die Fachexpertise hinzugezogen.[48] Bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nimmt ein Beratender Fachausschuss für Psychotherapie (fünf psychologische Psychotherapeuten, ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut sowie Vertreter der Ärzte in gleicher Zahl) Stellung zu Entscheidungen, die die psychotherapeutische Versorgung betreffen.[49] Wissenschaftliche Anerkennung und sozialrechtliche Anerkennung (Erstattung der Kosten durch die Kassen) werden dadurch getrennt entschieden und dies führt bezüglich der Anerkennung der GT bis heute zu Konflikten:

Das Psychotherapeutengesetz vom 16. Juni 1998 fordert für die heilkundliche Psychotherapie in § 11 die wissenschaftliche Anerkennung eines angewendeten Verfahrens, was ggf. "auf der Grundlage eines Gutachtens eines wissenschaftlichen Beirates" zu treffen ist. Über die sozialrechtliche Anerkennung (als Voraussetzung der Kostenerstattung durch die Krankenkassen) entscheidet ein bei den Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eingerichteter Beratender Fachausschuss für Psychotherapie (§ 79c des Fünften Buches des Sozialgesetzbuches). Dort ist u. a. das Nähere über die psychotherapeutisch behandlungsbedürftigen Krankheiten und die zur Krankenbehandlung geeigneten Verfahren zu regeln (§92.6a).[50] Die aktuelle Psychotherapie-Richtlinie listet in § 15 zwei Psychotherapieverfahren als anerkannt auf: Psychoanalytisch begründete Verfahren (Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Analytische Psychotherapie) und Verhaltenstherapie.[51]

Vor der Einführung wurde auch die Gesprächspsychotherapie als vollwertig anerkannt. Psychologische Psychotherapeuten mussten allerdings im Delegationsverfahren unter Verantwortung eines Arztes arbeiten oder konnten die Kosten nach der sogenannten "TK-Regelung" (Absprache zwischen Techniker-Krankenkasse und Berufsverband der Psychologen) abrechnen, der sich auch andere Kassen anschlossen.[52]

Die Gesprächspsychotherapie war Gegenstand eines Gutachtens des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie vom 30.9.1999. Ein wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit konnte festgestellt werden für:

  • Affektive Störungen
  • Angststörungen
  • Anpassungsstörungen, somatische Krankheiten.

Es kann festgestellt werden, dass es sich bei der Gesprächspsychotherapie um ein theoretisch hinreichend fundiertes Therapieverfahren handelt, das für die Bereiche Affektive Störungen, Angststörungen sowie Anpassungsstörungen und somatische Krankheiten als wissenschaftlich anerkannt gelten kann. Es könne nicht als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten entsprechend § 1 Abs. 1 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten empfohlen werden, da dieses Therapieverfahren nicht für die Mindestzahl von fünf der zwölf Anwendungsbereiche der Psychotherapie des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie beziehungsweise für mindestens vier der klassischen Anwendungsbereiche als wissenschaftlich anerkannt gelten kann.[53] Aufgrund eines Nachantrages 2000 erweiterte der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie am 16.09.2002 die wissenschaftliche Anerkennung der Gesprächspsychotherapie für den Bereich der Belastungsstörungen (F43)

Im Jahre 2017 erfolgte eine erneute Begutachtung durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie. Der Antrag wurde für die gesamthafte Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie von der Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie (AGHPT) gestellt und umfasste 10 einzelne therapeutische Ansätze. Die gesamthafte Anerkennung wurde abgelehnt, für die Gesprächspsychotherapie aber festgehalten: Die wissenschaftliche Anerkennung kann für die Gesprächspsychotherapie (unter Zurechnung der Emotionsfokussierten Therapie) für Erwachsene erneut festgestellt werden für die Anwendungsbereiche:

  • Affektive Störungen (F3); einschließlich F94.1; F53
  • Anpassungs- und Belastungsstörungen (F43)
  • Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Erkrankungen (F54)

Sie wird nicht für die vertiefte Ausbildung entsprechend §1 Abs. 1 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten empfohlen, da anhand der vorliegenden Studien die Mindestvoraussetzungen für die Empfehlung für die beiden Anwendungsbereiche „Affektive Störungen“ und „Angststörungen“, nicht erfüllt seien. Im Methodenpapier Version 2.9 wird gefordert, dass Affektive Störungen ((F3) einschließlich F94.1; F53) und Angststörungen (F40-F42, F93 und F94.0) mindestens Anwendungsbereiche sein müssen - letztlich fehlen nur die Angststörungen. Dies führte zur generellen Verweigerung einer vollen wissenschaftlichen Anerkennung der GT, die heftig kritisiert wird.[54][55][56][57]

Eine kritische Wertung aus Sicht der Gesprächspsychotherapie findet sich bei Kriz. Es lägen ausreichend Studien zur Wirksamkeit auch bei Angststörungen vor, die bei der ersten Begutachtung anerkannt wurden. 9 vorhandene Studien seien jetzt fälschlich abgelehnt worden. Er verweist auch darauf,

  • dass 1998 in einer Erklärung 80 deutscher Universitätsprofessoren im Bereich Psychotherapie / Klinische Psychologie / Medizinische Psychologie festhielten: Die Gesprächspsychotherapie gehört sowohl international als auch in Deutschland seit Jahrzehnten zu den praktizierten und bewährten Verfahren. Tausende von Patienten wurden mit Gesprächspsychotherapie erfolgreich ambulant bzw. stationär behandelt. In zahlreichen Lehrbüchern der Psychotherapie/Klinischen Psychologie wird dieses Verfahren als wissenschaftlich ausgewiesen und als effektiv dokumentiert. An vielen deutschen Universitäten gehört die Gesprächspsychotherapie sowohl zur Forschung als auch zur Lehre und somit zum Prüfungsstoff u. a. im Hauptdiplom in Psychologie. Sie forderten die unverzügliche Anerkennung als "Richtlinienverfahren".
  • Eine von der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) bestellte Expertenkommission (fünf Professoren für Klinische/Medizinische Psychologie und Psychotherapie bzw. Psychiatrie und Psychotherapie, ausgewiesene Psychotherapieforscher, nur einer in Gesprächspsychotherapie) kommt auf Grund eigener Recherchen zu dem Schluss: Somit erfüllt die Gesprächspsychotherapie alle Voraussetzungen gemäß Psychotherapie-Richtlinien, um als neues Psychotherapieverfahren zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen zu werden.[58]

In Deutschland werden Kriterien und Angebote für die Fort- und Weiterbildung durch die Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung (GWG) geregelt. Entsprechende Angebote erfolgen durch Universitäten und andere Anbieter. Für die Beratung (Menschen, die im psychosozialen, pädagogischen oder medizinischen Bereich beratend tätig sind) existieren drei Curricula:[59]

  • Basismodul (einjährig, 145 Stunden)
  • Personzentrierte Gesprächsführung (zweijährig, 290 Stunden)
  • Personzentrierte Berater/in (dreijährig, 435 Stunden)

Für die Weiterbildung zum Psychotherapeuten in Personzentrierter Psychotherapie wird das Basismodul vorausgesetzt. Daran schliesst sich eine spezifische Weiterbildung an, für die Mindeststandards formuliert sind. Sie dauert mindestens 4 Jahre und umfasst einen Arbeitsaufwand von 1040 Stunden. Zugelassen werden Personen mit anerkanntem Hochschulabschluss (z. B. Bachelor oder Master) in Psychologie, Humanmedizin, Pädagogik, Theologie, Soziologie, Sozialwissenschaften, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Heilpädagogik und andere. Bei besonderer Eignung oder in besonderen Fällen können Personen aus therapienahen Berufsfeldern einen Antrag auf Zulassung stellen.[60]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die postgraduierte Weiterbildung in der Schweiz zum Personzentrierten Psychotherapeuten bzw. zur Personzentrierten Psychotherapeutin wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung (pca.acp) angeboten (Deutsch und Französisch). Die pca.acp gehört zu den größten Psychotherapie-Schulen im Land. Zulassungsbedingung ist grundsätzlich ein Hochschulabschluss in Psychologie (Universität oder Fachhochschule). Die postgraduierte Weiterbildung in Personzentrierter Psychotherapie umfasst zwischen 1.400 und 1.800 Stunden (Basistraining in der Gruppe, Selbsterfahrung, Supervision, Seminare in Wissen und Können, eigene praktische Therapietätigkeit und Praktisches Jahr, schriftliche Arbeiten). Die Weiterbildung ist von allen Dachverbänden in Psychologie, Psychotherapie und Medizin der Schweiz anerkannt. Die pca.acp bietet ebenso Diplomlehrgänge in Personzentrierter Beratung an (Deutsch und Französisch).

Gesprächspsychotherapie in der Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen ausführlichen Überblick über den Ablauf gibt beispielsweise Kriz.[61] Eine Erklärung für Patienten findet sich z. B. bei netdoktor.de.[62]

Wenn Therapeut und Klient nach maximal fünf Probesitzungen übereinkommen, dass eine gesprächspsychotherapeutische Behandlung mit guten Erfolgsaussichten möglich zu sein scheint, schließen sie einen schriftlichen Therapiekontrakt. Er enthält Informationen über das Vorgehen in einer Gesprächspsychotherapie und über mögliche Nebenwirkungen (informierte Einwilligung) sowie die Vereinbarungen über das Behandlungsziel, das Behandlungshonorar, den Behandlungsort und die Behandlungszeiten.

Die übliche Behandlungsfrequenz ist eine Sitzung in der Woche von je 45 bis 50 Minuten Dauer. Der mittlere Behandlungsumfang von Gesprächspsychotherapien beträgt rund 70 Sitzungen in einem Zeitraum von knapp zwei Jahren.

Unter bestimmten Bedingungen kann auch eine erfolgversprechende Kurzzeittherapie mit einem auf z. B. 25 Sitzungen begrenzten Behandlungsumfang vereinbart werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Gesprächstherapie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke von Rogers
  • Carl R. Rogers: Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie. Fischer TB, Frankfurt a. M. 1993, ISBN 3-596-42175-6.
  • Carl R. Rogers: Die nicht-direktive Beratung. Fischer, Frankfurt a. M. 1994, ISBN 3-596-42176-4.
  • Carl R. Rogers: Therapeut und Klient. Grundlagen der Gesprächspsychotherapie. Fischer TB, Frankfurt a. M. 1994, ISBN 3-596-42250-7.
  • Carl R. Rogers: Eine Theorie der Psychotherapie, der Persönlichkeit und der zwischenmenschlichen Beziehungen. GwG, Köln, ISBN 3-926842-00-8.
  • Carl R. Rogers: Entwicklung der Persönlichkeit. Psychotherapie aus der Sicht eines Therapeuten. Klett, Stuttgart 2002, ISBN 3-608-94367-6.
  • Carl R. Rogers: Der neue Mensch. Klett-Cotta, Stuttgart 1993, ISBN 3-608-95230-6.
Einführende Kurzdarstellung
  • J. Eckert, J. Kriz: Humanistische Therapieverfahren. In: Wolfgang Senf, Michael Broda (Hrsg.): Praxis der Psychotherapie. Ein integratives Lehrbuch. 5., überarb. Auflage. Thieme, Stuttgart/ New York 2011, ISBN 978-3-13-106095-2, S. 256–277.
Lehrbuch
  • Hanko Bommert: Grundlagen der Gesprächspsychotherapie . 4. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 1977, ISBN 3-17-009790-3
  • J. Eckert, E.-M. Biermann-Ratjen, D. Höger (Hrsg.): Gesprächspsychotherapie. Lehrbuch. 2. Auflage. Springer, Berlin/ Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-28649-0.
  • Eva-Maria Biermann-Ratjen u. a.: Gesprächspsychotherapie. Verändern durch Verstehen. 7. Aufl. Kohlhammer, Stuttgart 1995, ISBN 3-17-013890-1.
  • Bommert, H. / Dahlhoff, H.-D. (Hrsg.): Das Selbsterleben (Experiencing) in der Psychotherapie. Urban und Schwarzenberg, München-Wien-Baltimore 1978, ISBN 3-541-08491-X.
Wörterbuch
  • G. Stumm, J. Wiltschko, W. W. Keil (Hrsg.): Grundbegriffe der Personzentrierten und Focusing-orientierten Psychotherapie und Beratung. Pfeiffer bei Klett-Cotta, Stuttgart 2003, ISBN 3-608-89697-X, S. 111–115.
  • J. Finke: Gesprächspsychotherapie. Grundlagen und spezifische Anwendungen. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart 2009.
Sonstiges
  • Jochen Eckert (Hrsg.): Praxis der Gesprächspsychotherapie. Störungsbezogene Falldarstellungen. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-014402-2.
  • Jochen Eckert: Gesprächspsychotherapie. In: C. Reimer, J. Eckert, M. Hautzinger, E. Wilke: Psychotherapie. Ein Lehrbuch für Ärzte und Psychologen. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-3-540-29987-5. (PDF; 738 kB)
  • Frenzel, P. / Keil, W. / Schmid. P.F. / Stölzl, N. (Hrsg.): Klienten-/ Personzentrierte Psychotherapie. Kontexte, Konzepte, Konkretisierungen. Facultas, Erscheinungsort 2001, ISBN 3-85076-481-8.
  • Frenzel, P./Schmid P. F./Winkler M: Handbuch der Personzentrierten Psychotherapie. Edition Humanistische Psychologie, Köln 1992, ISBN 3-926176-44-X. (Mit einer Einleitung von Carl R. Rogers.)
  • Jobst Finke: Gesprächspsychotherapie. Grundlagen und spezifische Anwendungen. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 2004, ISBN 3-13-129603-8.
  • Tausch, Reinhard, Tausch, Annemarie: Gesprächspsychotherapie. Hilfreiche Gruppen- und Einzelgespräche in Psychotherapie und alltäglichem Leben. 9. erg. Aufl. Hogrefe, Göttingen, 1990, ISBN 3-8017-0377-0.
  • Sabine Weinberger: Klientenzentrierte Gesprächsführung. 9. überarb. Aufl. Juventa, Weinheim 2004, ISBN 3-7799-2048-4.
  • Motschnig, Renate, Nykl, Ladislav: Konstruktive Kommunikation. Sich und andere verstehen durch personenzentrierte Interaktion. Klett-Cotta, Stuttgart 2009. ISBN 978-3-608-94514-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. C. R. Rogers: Counseling and Psychotherapy. Houghton Mifflin, Boston 1942.
  2. C. R. Rogers: Client-centered therapy. Houghton Mifflin Company, Boston 1951.
  3. a b R. Tausch: Das psychotherapeutische Gespräch. Erwachsenen-Psychotherapie in nichtdirektiver Orientierung. Hogrefe, Göttingen 1960.
  4. a b c Gesprächspsychotherapie in DORSCH Lexikon der Psychologie
  5. E.-M. Biermann-Ratjen, J. Eckert, H.-J. Schwartz: Gesprächspsychotherapie. Verändern durch Verstehen. Kohlhammer, Stuttgart 1979.
  6. Psychiatrie-Enquête: Bericht über die Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland. Deutscher Bundestag, 7. Wahlperiode. Drucksache 7/4200. 1975.
  7. Johannes Helm (Hrsg.): Psychotherapieforschung. Fragen, Versuche, Fakten. Unter Mitarbeit von Inge Frohburg. 2. Auflage, Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1972.
  8. Johannes Helm: Gesprächspsychotherapie. Forschung – Praxis – Ausbildung. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1978
  9. Michael Geyer: Psychotherapie in Ostdeutschland: Geschichte und Geschichten 1945-1995 Vandenhoeck & Ruprecht, 2011
  10. Frohburg, I. (2010): Zur sozialrechtlichen Anerkennung der Gesprächspsychotherapie: Die Tätigkeit der Arbeitsgruppe „Anerkennung“ (2002-2009) Z. Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung (2010), Heft 1, 63-68
  11. vgl. z.B. Psychotherapie auf gwg-ev.org
  12. Talking therapies auf mentalhealth.org.uk
  13. Gesprächstherapie in Pschyrembel
  14. a b R. Elliott, L. S. Greenberg, J. Watson, L. Timulak, E. Freire: Research on Humanistic-Experiential Therapies. In: Bergin and Garfield’s Handbook of Psychotherapy and Behavior Change. 6. Auflage. John Wiley, Sons, Hoboken, New Jersey 2013, S. 495–538.
  15. T. S. Kuhn: Neue Überlegungen zum Begriff des Paradigmas. In: T. S. Kuhn: Die Entstehung des Neuen: Studien zur Struktur der Wissenschaftsgeschichte. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977, S. 389–420.
  16. C. R. Rogers: A theory of therapy, personality, and interpersonal relationships, as developed in the client-centered framework. In: S. Koch (Hrsg.): Psychology: a study of a science. Vol. 3, McGraw Hill, New York 1959, S. 184–256. (Deutsch 2009: Eine Theorie der Psychotherapie, der Persönlichkeit und der zwischenmenschlichen Beziehungen. München: Reinhardt).
  17. E.-M. Biermann-Ratjen: Klientenzentrierte Entwicklungslehre. In: J. Eckert, E.-M. Biermann-Ratjen, D. Höger (Hrsg.): Gesprächspsychotherapie. Lehrbuch. 2. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/ Heidelberg 2012, S. 67–86.
  18. D. Höger: Der Personzentrierte Ansatz und die Bindungstheorie. In: J. Kriz, Th. Slunecko (Hrsg.): Gesprächspsychotherapie. Die therapeutische Vielfalt des personzentrierten Ansatzes. fakultas wuv UTB, Wien 2007, S. 64–78.
  19. J. Kriz: Personzentrierte Systemtheorie – Grundfragen und Kernaspekte. In: A. von Schlippe, W. Ch. Kriz (Hrsg.): Personzentrierung und Systemtheorie. Perspektiven für psychotherapeutisches Handeln. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, S. 13–67.
  20. D. E. Orlinski, K. Grawe, B. K. Parks: Process and outcome in psychotherapy – Noch einmal. In: A. E. Bergin, S. L. Garfield (Hrsg.): Handbook of psychotherapy and behavior change. 4. Auflage. Wiley, New York 1994, S. 270–376.
  21. M. Hermer, B. Röhrle (Hrsg.): Handbuch der therapeutischen Beziehung. Band 1: Allgemeiner Teil. und Band 2: Spezieller Teil. dgvt-Verlag, Tübingen 2008.
  22. J. C. Norcross (Hrsg.): Psychotherapy Relationships That Work. Evidence-based Responsivness. 2. Auflage. Oxford University Press, New York 2011.
  23. C. R. Rogers 1959, S. 184–256.
  24. C. R. Rogers, R. F. Dymond: Psychotherapy and personality change. Co-ordinated research studies in the clientcentered approach. University of Chicago Press, Chicago 1954.
  25. M. Cooper: Essential Research Findings in Counselling and Psychotherapy: The Facts are friendly. Sage, London 2008.
  26. M. Cooper, J. C. Watson, D. Hölldampf (Hrsg.): Person-centered andexperiential therapies work. A review of research on counseling, psychotherapy and related practices. PCCS BOOKS, Ross-on-Wye, S. 1–15.
  27. E.-M. Biermann-Ratjen, J. Eckert, H.-J. Schwartz: Gesprächspsychotherapie. Verändern durch Verstehen. 10., überarbeitete Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2016.
  28. Klaus Grawe, Ruth Donati, Friederike Bernauer: Psychotherapie im Wandel - von der Konfession zur Profession. Hogrefe, Göttingen 1994; 5. unveränderte Auflage 2001, ISBN 3-8017-0481-5.
  29. Volker Tschuschke, Claudia Heckrath, Wolfgang Tress: Zwischen Konfusion und Makulatur. Zum Wert der Berner Psychotherapie-Studie von Grawe, Bernauer und Donati. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1997, ISBN 3-525-45801-0 (d-nb.info [PDF; 19 kB; abgerufen am 3. Oktober 2019] Inhaltsverzeichnis).
  30. Wolfgang Mertens: Psychoanalyse auf dem Prüfstand? Eine Erwiderung auf die Meta-Analyse von Klaus Grawe. Quintessenz, Berlin, München 1994, ISBN 3-86128-288-7.
  31. Willi Hager, Falk Leichsenring, Angelina Schiffler: Wann ermöglicht eine Therapiestudie direkte Wirksamkeitsvergleiche zwischen verschiedenen Therapieformen? In: Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Band 50, Nr. 2. Georg Thieme Verlag, 2000, ISSN 1438-3608, S. 51–62 (Zitat aus der Zusammenfassung beim Verlag).
  32. J. Eckert, E.-M. Biermann-Ratjen, D. Höger (Hrsg.): Gesprächspsychotherapie. Lehrbuch. 2. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/ Heidelberg 2012.
  33. J. Kriz, Th. Slunecko: Gesprächspsychotherapie. Die therapeutische Vielfalt des personzentrierten Ansatzes. Unv. Nachdruck der 1. Aufl. (2007) von UTB. Fakultas, Wien 2011.
  34. G. Stumm, W. Keil (Hrsg.): Praxis der Personzentrierten Psychotherapie. Springer, Wien 2014.
  35. R. Sachse: Von der Gesprächspsychotherapie zur Klärungsorientierten Psychotherapie. Kritik und Weiterentwicklung eines Therapiekonzeptes. Pabst Science Publisher, Lengerich 2005.
  36. J. Finke: Gesprächspsychotherapie. Grundlagen und spezifische Anwendungen. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart 2009.
  37. C. Boeck-Singelman, B. Ehlers, T. Hensel, F. Kemper, C. Monden-Engelhardt (Hrsg.): Personzentrierte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Band 1: Grundlagen und Konzepte. Hogrefe, Göttingen 1996. (2., überarbeitete und erweiterte Aufl. erschienen 2002).
  38. C. Boeck-Singelman, B. Ehlers, T. Hensel, F. Kemper, C. Monden-Engelhardt (Hrsg.): Personzentrierte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Band 2: Anwendung und Praxis. Hogrefe, Göttingen 1997. (2., überarbeitete und erweiterte Aufl. erschienen 2002)
  39. V. Axline: Kinderspieltherapie im non-direktiven Verfahren. Reinhardt, München 1974. (Original: Playtherapie. The inner dynamics of childhood. 1947)
  40. AGHPT - Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie Webseite
  41. Webseite der Deutschen Psychologischen Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie e. V.
  42. Klage gegen den G-BA der DPGG
  43. ÖGWG – Österreichische Gesellschaft für wissenschaftliche, klientenzentrierte Psychotherapie und personorientierte Gesprächsführung
  44. Schweizerische Gesellschaft für den Personzentrierten Ansatz
  45. Network of the European Associations for Person-Centred and Experiential Psychotherapy and Counselling
  46. World Association for Person-Centered and Experiential Psychotherapy and Counseling
  47. [Inge Frohburg und Jochen Eckert (Hrsg.) (2011) Gesprächspsychotherapie heute. Eine Bestandsaufnahme. GwG-Berlag
  48. Webseite Wissenschaftlicher Beirat Psychologie
  49. Beratender Fachausschuss für Psychotherapie auf kbv.de
  50. Fünftes Buch Sozialgesetzbuch Deutschland
  51. Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses G-BA
  52. Michael Geyer: Psychotherapie in Ostdeutschland: Geschichte und Geschichten 1945-1995 S. 778
  53. Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie: Gutachten zur Gesprächspsychotherapie als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren Dtsch Arztebl 2000; 97(1-2): A-61 / B-47 / C-47 Margraf, J.; Hoffmann, S.O.]
  54. Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie nach § 11 PsychThG Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie Deutsches Ärzteblatt 09.03.2018 S. A11 f.
  55. Anträge an den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) Chronologie des Diskurses auch Sicht der AGHPT
  56. Methodenpapier mit den aktuellen Kriterien für die Ausbildungsempfehlung des WBP
  57. Ausbildungsordnung
  58. Jürgen Kriz: Die Gesprächspsychotherapie im deutschen Gesundheitswesen. In: I. Frohburg, J. Eckert: Gesprächspsychotherapie heute. Eine Bestandsaufnahme Köln: GwG-Verlag 2011
  59. Weiterbildung auf gwg-ev.org
  60. Mindeststandards für die Weiterbildung in Personzentrierter Psychotherapie (GwG)
  61. Kriz:Grundkonzepte der Psychotherapie, 6. überarb. Auflage. Weinheim:Beltz PVU 2007
  62. Gesprächstherapie auf netdoktor.de
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