Gestade der Vergessenheit

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Gestade der Vergessenheit
Eugen Bracht
 
Urversion, 1889
Öl auf Leinwand, 139 cm × 257 cm
Hessisches Landesmuseum, Darmstadt

 
Zweite Version, 1911
Öl auf Leinwand, 140.5 cm × 241 cm
Westfälisches Landesmuseum, Münster

Gestade der Vergessenheit (meist mit Artikel „Das…“, seltener „Die…“) ist ein Gemälde von Eugen Bracht. Zwischen 1889 und 1916 entstanden acht Fassungen. Von diesen sind mindestens zwei museal erhalten und werden permanent ausgestellt. Neben Arnold Böcklins Toteninsel gilt es als eines der bekanntesten Werke des Symbolismus.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detail mit Totenschädeln

Eugen Bracht erwähnte das Gemälde erstmals in einem Brief an seine Großmutter am 18. November 1888. Im Oktober 1889 beschickte er für eine Ausstellung hessischer Kunst die neue Kunsthalle am Rheintor in Darmstadt mit dem Werk. Die Resonanz des Publikums war so gut, dass es in die Sammlung des Großherzogs Ernst Ludwig aufgenommen wurde. Der Künstler bekam dafür jedoch keine Bezahlung, sondern durfte sich geehrt fühlen, das Gemälde schenken zu dürfen.[2]

Zeitgleich entstand eine zweite, nahezu identische Fassung für Kaiser Wilhelm II., der es neben Arnold Böcklins Toteninsel aufhängte. Er honorierte Bracht für das Gemälde mit der Großen Goldenen Medaille.

Weitere Versionen entstanden 1897 für den Industriellen und Kunstsammler Georg Schäfer aus Schweinfurt, 1911 für das Westfälische Landesmuseum in Münster und 1916 für den Schriftsteller Börries Freiherr von Münchhausen. Eine weitere Version von 1897 gilt als verschollen.

Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Thema „Tod“ wurde von Eugen Bracht in seinem Werk eher selten behandelt.[3] Das Bild Gestade der Vergessenheit wird als finstere Fantasie einer Endzeit betrachtet, in der es keine Menschheit mehr gibt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konstanze Crüwell: Gedankenmalerei: Eine Ausstellung über Eugen Bracht und seine künstlerische Entwicklung im Museum Giersch. In: Frankfurter Allgemeine – Rhein-Main. faz.net, 23. September 2005, abgerufen am 3. März 2016.
  2. Manfred Grosskinsky: Eugen Bracht (1842–1921): Landschaftsmaler im wilhelminischen Kaiserreich. Roether-Druck, Darmstadt 1992, S. 16.
  3. Hans-Günther Sperlich: Eugen Bracht 1842–1921. Kunst-Verein zu Darmstadt, Darmstadt 1970 (Nr. 23).
  4. Eugen Brachts Endzeitvision „Die Gestade der Vergessenheit“ in Bielefeld zu sehen. In: Neue Osnabrücker Zeitung. noz.de, 19. April 2013, abgerufen am 3. März 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]