Geuensee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Geuensee
Wappen von Geuensee
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1085i1f3f4
Postleitzahl: 6232
Koordinaten: 650640 / 227888Koordinaten: 47° 12′ 0″ N, 8° 6′ 25″ O; CH1903: 650640 / 227888
Höhe: 511 m ü. M.
Fläche: 6,43 km²
Einwohner: 2841 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 442 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
22,0 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.geuensee.ch
Karte
Baldeggersee Hallwilersee Mauensee Rotsee Sempachersee Soppensee Tuetesee Vierwaldstättersee Kanton Aargau Wahlkreis Entlebuch Wahlkreis Hochdorf Wahlkreis Luzern-Land Wahlkreis Luzern-Stadt Wahlkreis Willisau Kanton Nidwalden Beromünster Büron Buttisholz Eich LU Geuensee Grosswangen Hildisrieden Knutwil Mauensee LU Neuenkirch Nottwil Oberkirch LU Rickenbach LU Ruswil Schenkon Schlierbach LU Sempach Sursee TriengenKarte von Geuensee
Über dieses Bild
ww

Geuensee ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt nördlich von Sursee am Ostrand des Surentals. Krumbach (690 m ü. M.) 1,8 km nordöstlich und Hunzikon (729 m ü. M.) 1,5 km östlich Dorfs sind Weiler, die innerhalb der Grenzen der Gemeinde Geuensee liegen. Bei Krumbach entspringt der Dorfbach, der durch das Krumbachertobel und das Dorf fliesst und westlich davon beim Moos in die Suhre einmündet. Vom Gemeindegebiet von 643 ha werden fast drei Viertel (74,5 %) landwirtschaftlich genutzt. Die Siedlungsfläche umfasst 10,3 % und Wald und Gehölz 15,1 % des Gemeindeareals.

Die Nachbargemeinden von Geuensee sind Beromünster, Büron, Knutwil, Rickenbach LU, Schenkon, Schlierbach und Sursee.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 770
1900 517
1960 737
1970 969
1980 1'202
1990 1'762
2000 1'946
2010 2'406

Die Bevölkerung sank von 1850-1900 markant um -32,8 %. Zwischen 1920 und 1960 wuchs sie allmählich wieder auf den ursprünglichen Bestand. Seither ist ein ständiges starkes Wachstum festzustellen.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Anlässlich der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 85,87 % der Bevölkerung Deutsch, 5,70 % Albanisch und 2,72 % Serbokroatisch als Hauptsprache/Alltagssprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung war ursprünglich rein römisch-katholisch. Heute (Stand 2000) sind 68,86 % römisch-katholische-, 10,43 % evangelisch-reformierte- und 4,62 % orthodoxe Christen. Daneben gibt es 7,81 % Muslime, 3,70 % Konfessionslose und 0,62 % Hindus. Bei den Muslimen handelt es sich fast ausschliesslich um Albaner aus dem Kosovo und Mazedonien sowie um Türken und Kurden. Der Grossteil der Orthodoxen sind Serben und Montenegriner. Die Hindus sind Tamilen aus Sri Lanka.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 2'750 Einwohnern 2'171 Schweizer und 579 (= 21,0 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 79,0 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (37,8 %), Deutschland (13,8 %), der Türkei (9,7 %), Italien (8,5 %), Portugal (6,9 %) und Spanien (1,4 %). 16,4 % stammten aus dem übrigen Europa und 5,5 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird unter dem Namen Geinwison im Urbar des Klosters Einsiedeln aus den Jahren 1217/1222 aufgeführt. Sie gehörte später zum Amt Sempach der Habsburger und wurde von den Herren von Aarburg verwaltet. 1424 verpfändete Thüring von Aarburg Geuensee an die Stadt Luzern, 1429 verkaufte er ihr den Ort. Bereits 1386, nach der Schlacht bei Sempach, hatte Luzern immer mehr Einfluss auf Kosten der Habsburger gewonnen. Die Gemeinde wurde nun bis 1798 als Exklave der Landvogtei Rothenburg verwaltet, kam dann zum helvetischen Distrikt Sursee und 1803 zum damals neu geschaffenen Amt Sursee.

Am 16. Mai 1914 ermordete Anselm Wütschert im Hölzliwald beim Weiler Krumbach die 20-jährige Emilie Furrer und verging sich sexuell an ihrer Leiche. Er wurde in der Folge als letzter Mensch im Kanton Luzern in einem zivilen Strafprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Geuensee besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Paul Gerig (parteilos): Gemeindepräsident
  • Rita Bussmann (CVP): Soziale Wohlfahrt, Gesundheit
  • Hansruedi Estermann (CVP): Finanzen, Steuern, Volkswirtschaft
  • Angelo Petteruti (parteilos): Raum, Energie, Umwelt
  • Armin Troxler (CVP): Bildung, Kultur, Sicherheit

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Geuensee: CVP 31,8 %, SVP 26,8 %, FDP 15,7 %, SP 10,3 %, glp 9,8 %, GPS 5,2 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Geuensee: SVP 29,7 %, CVP 22,5 %, FDP 17,3 %, SP 11,7 %, glp 8,4 %, Grüne 7,7 %, BDP 1,3 %.[6]

Gemeindeversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 15. Mai 2015 wurde über die von der SVP Ortspartei lancierte Initiative abgestimmt, welche die Gemeindeversammlung abzuschaffen versuchte. Bei 136 Stimmberechtigten erreichte die SVP mit 22 Ja-Stimmen jedoch keine Mehrheit. Auch der Antrag auf eine Urnenabstimmung über dieses Geschäft erhielt bei 55 benötigten Stimmen (2/5 der Anwesenden gemäss Reglement) nur 22 Stimmen. Die Gemeindeversammlung bleibt somit fortan bestehen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geuensee ist durch die beiden Postautolinien Sursee-Schöftland und Sursee-Etzelwil ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angebunden. Sursee ist eine bedeutende Bahnstation mit Schnellzugshalten an den Linien Luzern-Olten und (seit 2004) Luzern-Bern (über die Aarburger Schleife).

Der Ort liegt an der Hauptstrasse von Sursee nach Schöftland (und weiter nach Aarau). Der nächstgelegene Autobahnanschluss Sursee an der A2 ist bloss 3 km entfernt.

Sendeturm Hochweidwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sender Geuensee Höchweidwald

76 Meter hoher Sendeturm in Stahlfachwerkbauweise im Hochweidwald bei 47° 12' 13" nördlicher Breite und 8° 08' 31" östlicher Länge. Von diesen Turm wird das Hörfunkprogramm von Radio Pilatus auf 104.4 MHz mit 250 W ERP (Ausblendung in Richtung Nordost) von einer Antenne, die sich in 61 Meter Höhe befindet, abgestrahlt. Ausserdem trägt er Mobilfunkantennen von Sunrise und Sendeantennen für DAB und DVB-T.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV: Das Amt Sursee. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1956, ISBN 978-3-906131-23-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geuensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Geuensee
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Geuensee
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 31. Mai 2016.