Gevensleben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gevensleben
Gevensleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gevensleben hervorgehoben

Koordinaten: 52° 5′ N, 10° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Samtgemeinde: Heeseberg
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 15,14 km2
Einwohner: 646 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38384
Vorwahl: 05354
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 006
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Helmstedter Straße 17
38381 Jerxheim
Website: www.samtgemeindeheeseberg.de
Bürgermeister: Alexander Heidebroek (FWG)
Lage der Gemeinde Gevensleben im Landkreis Helmstedt
Sachsen-AnhaltBraunschweigLandkreis GifhornLandkreis WolfenbüttelWolfsburgBahrdorfBeierstedtBrunsleberfeldDanndorfFrellstedtGevenslebenGrafhorstGraslebenGroß TwülpstedtHelmstedtHelmstedtHelmstedtHelmstedt (gemeindefreies Gebiet)JerxheimKönigslutter (gemeindefreies Gebiet)Königslutter (gemeindefreies Gebiet)Königslutter am ElmKönigslutter am ElmKönigslutter am ElmLehre (Niedersachsen)Mariental (Niedersachsen)Mariental (gemeindefreies Gebiet)Mariental (gemeindefreies Gebiet)Mariental (gemeindefreies Gebiet)QuerenhorstRäbkeRennauSchöningenSchöningen (gemeindefreies Gebiet)Söllingen (Niedersachsen)SüpplingenSüpplingenburgVelpkeWarbergWolsdorfKarte
Über dieses Bild

Gevensleben ist eine Gemeinde im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gevensleben liegt südlich des Naturparks Elm-Lappwald. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Heeseberg an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Jerxheim hat.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile der Gemeinde sind:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde in einer gefälschten Gründungsurkunde des Klosters Ilsenburg von 1018 als Geuenesleuo erstmals urkundlich erwähnt,[2] Die Urkunde ist etwa 100 Jahre jünger und wurde vermutlich von einem Mönch gefälscht, um dem Kloster Rechte und Besitzungen zu sichern. Eine weitere Nennung des Ortes erfolgte 1135 in einer Urkunde von Papst Innozenz II.[3]

Der Ort bestand wahrscheinlich schon weit früher. Darauf weist das Gräberfeld von Gevensleben mit seinen Bestattungen aus der Zeit von 800 bis 1000 hin, die Anfang 2016 bei der Umgestaltung eines Grundstücks zutage kamen.[4] Es umfasste vermutlich bis zu 200 Gräber, die sich als schlichte Erdbestattungen darstellen.[5]

Ungeachtet der Erkenntnisse, dass die Gründungsurkunde von 1018 über 100 Jahre jünger war und bereits im 8. Jahrhundert auf dem Gräberfeld Bestattungen stattfanden, feierte Gevensleben im Jahr 2018 sein 1000-jähriges Jubiläum.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Watenstedt eingegliedert.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Gevensleben setzt sich aus neun Ratsfrauen und -herren zusammen.[8]

  • FWG 9 Sitze

(Stand: Kommunalwahl 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtlicher Bürgermeister ist Alexander Heidebroek.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Gevensleben ist schräglinks in Schwarz und Gold geteilt, mit einem goldenen Adlerflügel in der oberen schwarzen Hälfte und einem schwarzen Anker in der unteren goldenen Hälfte. Beide Symbole gehen auf Geschlechterwappen aus dem Mittelalter zurück. Der Adlerflügel war das Wappenbild des Widekind de Watenstidde, während der Anker aus dem Wappen der Ritter von Gevensleben stammt. Das Wappen nimmt damit Bezug auf beide Ortsteile der Gemeinde. Es wurde von dem Heraldiker Wilhelm Krieg entworfen und 1987 vom Landkreis Helmstedt genehmigt.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gevensleben liegt westlich der Bundesstraße 244, die von Helmstedt nach Wernigerode führt. Der Zugverkehr wurde im Dezember 2007 eingestellt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heeseberg-Museum in Watenstedt mit einer Sammlung aus Geräten der Landwirtschaft und des Haushalts sowie einer archäologischen Dauerausstellung zur Hünenburg bei Watenstedt
  • Dorfkirche

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Gräberfeld von Gevensleben. Menschen im Braunschweiger Land zwischen 750 bis 1150 n. Chr., Isensee Verlag, 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gevensleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Birgit Schönwälder: Die -leben-Namen. 1993, S. 82
  3. Hedwig Röckelein: Die Erstnennung von Gevensleben in den Schriftquellen in: Das Gräberfeld von Gevensleben. Menschen im Braunschweiger Land zwischen 750 bis 1150 n. Chr., (Wegweiser zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens; Bd. 31), Isensee Verlag, 2018, S. 45–54
  4. Tino Nowitzki: Gräberfund macht Gevensleben 200 Jahre älter bei NDR.de vom 13. März 2016
  5. Göttinger Archäologen haben frühmittelalterlichen Friedhof bei Helmstedt freigelegt in Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 20. März 2016
  6. Melanie Specht: Gevensleben – ein tolles Dorf mit reicher Geschichte in Helmstedter Nachrichten vom 8. April 2018 (pdf, 1,7 MB), Online mit Bezahlschranke
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 272.
  8. http://samtgemeindeheeseberg.de/samtgemeinde/aussch%C3%BCsse%20%26%20r%C3%A4te/gemeinderat%20gevensleben.html
  9. Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch, Braunschweig 2003. S. 119.