Gewöhnlicher Flügelginster

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Gewöhnlicher Flügelginster
Gewöhnlicher Flügelginster (Genista sagittalis)

Gewöhnlicher Flügelginster (Genista sagittalis)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Ginster (Genista)
Art: Gewöhnlicher Flügelginster
Wissenschaftlicher Name
Genista sagittalis
L.

Der Gewöhnliche Flügelginster (Genista sagittalis), auch Flügelginster[1] oder Ramsele genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Genista.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 17
Habitus und Blütenstände
Blütenstand
Hülsenfrüchte

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gewöhnliche Flügelginster ist ein Zwergstrauch, der Wuchshöhen zwischen 10 und 30 Zentimetern erreicht. Zuerst bilden sich die aufrecht wachsenden Hauptsprosse, die Blätter oder auch Blüten tragen. Nach Abschluss des Wachstums legen sich diese Triebe zu Boden und werden so zu sogenannten Legetrieben. Aus den Blattachseln dieser Legetriebe wachsen nun wieder aufrechte Sprosse, die gegen Ende der Vegetationsperiode an der Basis wurzeln. Im Laufe der Zeit verholzen die Legetriebe und werden vom Boden überdeckt. Die Bildung von großen Stängelflügeln leitet sich aus den Unterblättern her.[2] Der Stängel ist geflügelt, dabei sind die vegetativen Triebe zweiflügelig. Die reproduktiven Triebe sind dagegen drei- oder mehrflügelig. Die Flügel sind etwa 4 Millimeter breit. Stängel, Laubblätter, Kelchblätter und junge Hülsenfrüchte sind behaart (Indument).

Die Laubblätter sind elliptisch, zwischen 8 und 25 Millimeter lang und etwa 8 Millimeter breit. Die Nebenblätter sind reduziert. Durch ein frühes Abfallen der Laubblätter vermindert die Pflanze die Wasserverdunstung (Xeromorphie).

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem vierten Jahr blüht der Gewöhnliche Flügelginster von Mai bis Juli. Die Blüten stehen in endständigen traubigen Blütenständen mit je einem kurzen Tragblatt und zwei hinfälligen Vorblättern.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenkrone hat die typische Form der Schmetterlingsblüten. Die Kronblätter sind leuchtend gelb und 10 bis 12 Millimeter lang, gelegentlich mit einer Fahne an den Rändern und an der Naht gewimperten Schiffchen.

Die 1 bis 2 Zentimeter lange Hülsenfrucht enthält wenige Samen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 46 oder 48.[3]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gewöhnliche Flügelginster ist ein submeridionales Florenelement. Das Verbreitungsgebiet reicht von Nordspanien über Frankreich bis Südbelgien. In Deutschland ist der Gewöhnliche Flügelginster nordwestlich bis zur Eifel, östlich bis Würzburg und zum Bayerischen Wald heimisch. Dann setzt sich das Verbreitungsgebiet über das Donautal bis nach Ungarn und Bulgarien sowie bis in die Ukraine fort.

Der Gewöhnliche Flügelginster findet sich in Heiden, Magerweiden und -wiesen, an Wald- und Wegrändern, an Böschungen, an Felsbändern und in lichten Wäldern. Der Gewöhnliche Flügelginster gedeiht am besten auf mäßig-trockenen, frischen, nährstoffarmen, schwach-sauren Böden. Genista sagittalis ist gebietsweise eine Charakterart des Festuco-Genistetum sagittalis, kommt aber auch in der Gesellschaft Aveno-Genistetum sagittalis oder Polygono vivipari-Genistetum sagittalis vor (Verband Violion caninae).[3]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 durch Genista sagittalis Carl von Linné. Synonyme für Genista sagittalis L. sind: Chamaespartium sagittale (L.) P.E.Gibbs; Genistella sagittalis (L.) Gams.[4]

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Gewöhnlichen Flügelginster bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Erdpfriemen, Großsame (bei Schäßburg), Haideblume (Eifel bei Wirneburg), Heublume (Eifel bei Monreal), Rahmheide (Eifel), Schafkraut (Schweiz) und Schleppblomen (Siebenbürgen).[5]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chamaespartium sagittale (L.) Gibbs, Flügelginster. In: FloraWeb.de.
  2. W. Schaffner: Untersuchungen zur Wuchsform und Sproßgestalt des Flügelginsters, Cytius saggitalis. In: Bot. Jb., Band 88, Stuttgart 1968, S. 465–514.
  3. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 584.
  4. Genista sagittalis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 12. November 2015.
  5. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 126.(online).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold (Hrsg.), Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs Band 3: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae) Droseraceae bis Fabaceae. Ulmer, Stuttgart 1992. ISBN 3-8001-3314-8
  • Angelika Schwabe-Braun: Eine pflanzensoziologische Modelluntersuchung als Grundlage für Naturschutz und Planung : Weidfeld-Vegetation im Schwarzwald ; Geschichte der Nutzung, Gesellschaften und ihre Komplexe, Bewertung für den Naturschutz. - Kassel: Gesamthochsch.-Bibliothek, 1980.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gewöhnlicher Flügelginster (Genista sagittalis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien