Gewürztraminer

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Gewürztraminer
Synonyme Roter Traminer – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Gewürztraminer
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe rosa
Verwendung
VIVC-Nr. 12609
Liste von Rebsorten
Gewürztraminer im Buch von Viala & Vermorel

Gewürztraminer, auch Roter Traminer genannt, ist eine Weißweinsorte mit rötlich gefärbten Beeren. Im Anbaugebiet Baden ist auch die Bezeichnung Klevner bzw. Clevner zugelassen. Die genaue Abstammung ist ungeklärt (wahrscheinlich Südosteuropa, möglicherweise auch Ägypten). Der Name stammt von Tramin in Südtirol, wo Weine seit dem 11. Jhd. unter diesem Namen dokumentiert sind. In Deutschland ist der Anbau der Rebsorte um das Jahr 1500 im Mischsatz (z. B. mit Riesling) festgehalten. Gewürztraminer ergibt sehr aromatische Weine, die im Duft an Rosenblüten und an Litschi erinnern.[1]

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der säurearme Gewürztraminer reift bei eher niedrigen Erträgen mittelspät, erreicht hohe Mostgewichte und zeichnet sich durch intensive Aromen aus. Rose, Litschi, Kumquat, Bitterorange und Marzipan sind sortencharakteristische Geschmacks- bzw. Geruchsnoten. Die Rebe stellt hohe Ansprüche an Lage und Boden, letzterer soll leicht erwärmbar, tiefgründig und nicht zu trocken sein. Die Sorte neigt zur Bildung von Geiztrieben. Im Falle einer Infektion mit der durch Fadenwürmer übertragenen Reisigkrankheit ist der Ernteausfall stärker als im Mittel verglichen mit anderen Rebsorten.[2]

Die Rebsorte ist anfällig für Mutation, deshalb gibt es eine Vielfalt von Spielarten.[3]

Angebaut wird der Gewürztraminer in

Verbreitung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rebflächen in Deutschland verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Anbaugebiete:

Weinbaugebiet Rebfläche (Hektar)
Ahr -
Baden 158
Franken 34
Hessische Bergstraße 4
Mittelrhein 1
Mosel 6
Nahe 25
Pfalz 347
Rheingau 5
Rheinhessen 139
Saale-Unstrut 29
Sachsen 28
Stargarder Land -
Württemberg 54
Summe Deutschland 2007 831

Quelle: Rebflächenstatistik vom 13. März 2008, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008 in Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008, S. 198ff.[11]

Synonyme und Spielarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewürztraminer Rebanlage in Tramin

Die Liste der Synonyme und Spielarten[12] ist sehr lang. Da genaue Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Traminer, Gewürztraminer und anderer bisher als Klon gehandelter Sorten noch ungeklärt ist, kann es sein, dass die nachfolgende Liste nach DNS-Analysen gekürzt werden muss.

Auvernas Rouge Clair, Blanc Brun, Blanc Court, Bon Blanc, Braunes, Cehrayi Traminer, Christkindelstraube, Christkindlestraube, Christkindltraube, Clevener, Cleverner, Clevner, Crescentia Rotundifolia, Crevena Ruziva, Crovena Ruzica, Crvena Ruzica, Crveni Traminac, Diseci Traminec, Diseci Traminer, Dreimaenner, Dreimaennertraube, Dreimannen, Dreipfennigholz, Drumin, Drumin Ljbora, Ducistiy Traminer, Duret Rouge, Dushisty, Dushistyi, Dushistyj, Dushistyj Traminer, Dusistiy, Edeltraube, Fermentin Rouge, Fermintin Rouge, Fleischrot, Fleischroth, Fleischvainer, Fleischweiner, Fleshvainer, Formenteau, Formentin Rouge, Fourmenteau Rouge, Fraenkisch, Fraenkischer, Fragrant Traminer, French, Frenscher, Frentsch, Frentschentraube, Fromente Rose, Fromenteau Rouge, Fuszeres, Gelber Traminer, Gentil Rose Aromatique, Gentil-Duret Rouge, Gentile Blanc, Gentin Rose Aromatique, Gewurtz Traminer, Gewurztraminer, Gringet, Gris Rouge, Haiden, Heiligensteiner Klevner, Kirmizi Traminer, Klaebinger, Klaevner, Kleinbraun, Kleinbrauner, Kleiner Traminer, Kleintraminer, Kleinwiener, Klevner Von Heiligenstein, Livora, Livora Cervena, Liwora Cervena, Mala Dinka, Marzimmer, Mirisavi Traminac, Nature, Nature Rose, Noble Rose, Nuernberger, Nuernberger Rot, Pinat Cervena, Piros Tramini, Piros Traminire, Plant Paile, Princ Cerveny, Princt Cervena, Princt Cerveny, Raminer Rozovyi, Ranfoliza, Roethlichter, Roetlichter, Romfoliza, Rosentraminer, Rotclevner, Rotedel, Roter Nuerberger, Roter Nuernberger, Roter Traminer, Rotfranke, Rothedel, Rothedl, Rother Clevner, Rother Klevner, Rother Nuernberger, Rother Riesling, Rother Traminer, Rothfranke, Rothfranken, Rothklaeber, Rothklaevner, Rothklauser, Rothweiner, Rothwiener, Rotklaevler, Rotklauser, Rotklevner, Rousselet, Rousselett, Runziva, Rusa, Ruska, Ryvola, Salvagnin, Sandtraminer, Sauvagnin, Savagnin, Savagnin Jaune, Savagnin Rosa Aromatique, Savagnin Rose, Savagnin Rose Aromatique, Savagnin Rose Musque, Savanen Roz, St. Clausler, St. Klauser, Termeno Aromatico, Tirolensis, Tokaner, Tokayer, Tramente Rose, Tramin, Tramin Cervene, Tramin Cerveny, Tramin Korenny, Traminac, Traminac Crveni, Traminac Diseci, Traminac Mirisavi, Traminac Mirisavi Crveni, Traminac Sivi, Traminec, Traminer, Traminer Aromatico, Traminer Aromatique, Traminer Epice, Traminer Gelber, Traminer Musque, Traminer Parfume, Traminer Pink, Traminer Red, Traminer Rosa, Traminer Rose Aromatique, Traminer Rosiu, Traminer Roso, Traminer Rosso, Traminer Rot, Traminer Roter, Traminer Roth, Traminer Rotter, Traminer Rouge, Traminer Roz, Traminer Rozovii, Traminer Rozovij, Traminer Rozovyi, Traminer Rozovyj, Traminer Rozowy, Tramini, Tramini Piro, Tramini Piros, Tramini Ruzh, Trammener. [13][14] Tromminer, Weißblank, Weißer Traminer.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter K. C. Ong, Terry E. Acree: Similarities in the Aroma Chemistry of Gewürztraminer Variety Wines and Lychee (Sonn.) Fruit. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry. Bs. 47, Nr. 2, 1999, S. 665–670, doi:10.1021/jf980452j.
  2. Horst D. Mohr (Hrsg.): Farbatlas Krankheiten, Schädlinge und Nützlinge an der Weinrebe. Eugen Ulmer, Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-1757-6.
  3. Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon. 2., vollständig überarbeitete Ausgabe. Hallwag, München 2003, ISBN 3-7742-0914-6, S. 288 f.
  4. a b LES CEPAGES NOIRS DANS LE VIGNOBLE (PDF) (Memento vom 20. Januar 2007 im Internet Archive), Statistik zu roten Rebsorten je Großregion, Teil 1, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008.
  5. California grape acreage report, 2008 crop (PDF; 2,1 MB), Veröffentlicht im April 2009 vom California Department of Food and Agriculture.
  6. Areas of vines and grape production by variety – 2007–08. In: Annual Report 2008–2009. Australian Wine and Brandy Corporation, 2009, S. 89, abgerufen am 25. November 2014 (englisch).
  7. New Zealand Winegrowers Statistical annual 2008 (Memento vom 15. Mai 2010 im Internet Archive) (PDF; 3,3 MB).
  8. New Zealand Winegrowers Statistical annual 2007 (Memento vom 18. Oktober 2008 im Internet Archive) (PDF; 375 kB; englisch)
  9. Das Weinjahr 2014. 21. April 2015, abgerufen am 30. November 2015 (PDF; 1,1 MB).
  10. Veröffentlichung des Statistikamts (PDF; 3,8 MB) (Memento vom 16. November 2008 im Internet Archive) S. 144.
  11. Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008 (PDF; 519 kB).
  12. a b Gerd Ulrich: Studie zur Entwicklung der Rebsorten und ihrer Bezeichnungen im Weinbau Sachsens (= Schriften zur Weingeschichte. Nr. 139, ISSN 0302-0967). Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V., Wiesbaden 2002, S. 36.
  13. Gewürztraminer in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)
  14. Lambert von Babo, Johann Metzger: Die Wein- und Tafeltrauben der deutschen Weinberge und Gärten. Hoff, Mannheim 1836, S. 234.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]