Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“

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Gaststudenten in der Gewerkschaftshochschule, 1986

Die Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ in Bernau bei Berlin (Ortsteil Waldfrieden) war von 1947 bis 1990 die zentrale Bildungseinrichtung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) der DDR. Hier erfolgte die Aus- und Weiterbildung für leitende Funktionäre des FDGB und es gab Kurse für ausländische Gewerkschaftskader aus Afrika, dem Mittleren Osten, Lateinamerika und Asien. Die Hochschule nutzte ein Gebäudeensemble aus dem Jahr 1930, das nach Plänen des Bauhaus-Architekten Hannes Meyer als Gewerkschaftsschule errichtet wurde. Auf dem Gelände befinden sich Schulungs- und Wohngebäude, Spiel- und Sportstätten sowie ein Freibad.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einheitsgewerkschaft begann kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Aus- und Weiterbildung von Gewerkschaftsfunktionären. Der erste Lehrgang wurde am 20. Mai 1946 zunächst im Gebäude der Verwaltungsschule Berlin-Köpenick durchgeführt. Am 2. Mai 1947 verlegte man die FDGB-Bundesschule in die Gebäude der ehemaligen Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau und gab ihr den Ehrennamen „Theodor Leipart“ (ehem. ADGB-Vorsitzender). Diesen Namen behielt sie bis 1951.

1951 erfolgte der Beschluss zur Umwandlung in eine höhere Bildungseinrichtung, die am 6. Januar 1952 als Hochschule der Gewerkschaften eröffnet wurde und den Namen des KPD-Politikers Fritz Heckert erhielt. Der ab 1956 verwendete Name Hochschule der Deutschen Gewerkschaften „Fritz Heckert“ wurde 1971 in Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ beim Bundesvorstand des FDGB geändert.

Lumumba-Eiche

Im Zusammenhang mit den stetig steigenden Studentenzahlen ließ der FDGB in den späten 1950er Jahren auf dem Gelände einige An- und Neubauten ausführen. 1987/88 kam ein völlig neues Internatsgebäude hinzu.

Am 5. Mai 1961 haben Teilnehmer des „2. Afro-asiatischen Gewerkschaftslehrgangs“ die Lumumba-Eiche gepflanzt und ehrten damit den kongolesischen Politiker Patrice Lumumba, der im Januar ermordet worden war. Der Baum steht nunmehr vor einem erst 2003/04 hinzugebauten Schulneubau.

Rektor der Einrichtung war von 1949 bis zu seinem Tod 1960 Hermann Duncker. Am 30. September 1990 erfolgte die Auflösung.

Von ehemaligen Mitarbeitern der Gewerkschaftshochschule wurde nach der Wende die Märkische Heimvolkshochschule Helenenau gegründet, die bis 2007 ein eigenständiges Bildungsangebot mit starker europäischer Vernetzung angeboten hat. Aufgrund der Verschuldung des Bildungsvereins erfolgten der Verkauf und die Privatisierung der Gebäude und Liegenschaften in Helenenau.

Auf der Fläche der Gewerkschaftshochschule waren nach 1990 verschiedene Nutzer angesiedelt. Seit dem Ende der 1990er Jahre befindet sich auf dem Gelände das sanierte Baudenkmal Bundesschule des ADGB, das Barnim-Gymnasium, das Oberstufenzentrum I des Landkreises Barnim und Teile von Behörden des Landes Brandenburg.

Das Freibad Waldfrieden ist seit 2011 für den Badebetrieb nicht mehr verfügbar.

Literatur/ Dokumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: ADGB Schule Bernau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien