Gewissen in Aufruhr

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Filmdaten
OriginaltitelGewissen in Aufruhr
ProduktionslandDDR
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1961
Länge385 Minuten
Stab
RegieHans-Joachim Kasprzik,
Günter Reisch
DrehbuchHans-Joachim Kasprzik,
Hans Oliva,
Günter Reisch,
Rudolf Petershagen
ProduktionDEFA-Studio für Spielfilme, Gruppe „Roter Kreis“
im Auftrag des DFF
MusikGünter Klück
KameraHartwig Strobel,
Otto Hanisch,
Horst E. Brandt
SchnittLena Neumann
Bärbel Weigel
Hildegard Conrad
Besetzung

Gewissen in Aufruhr ist eine 5-teilige Miniserie der DEFA für den Deutschen Fernsehfunk. Sie entstand 1961 nach dem gleichnamigen autobiographischen Bericht von Rudolf Petershagen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberst Joachim Ebershagen ist als deutscher Soldat der 6. Armee im Kessel von Stalingrad eingeschlossen. Die Erlebnisse lassen ihn anfangen, am Sinn des Krieges zu zweifeln. Er wird mit einem der letzten Flugzeuge als Verwundeter ausgeflogen.

Wieder in der Heimat wird er Kommandant von Greifswald. Gegen Kriegsende übergibt er die Stadt am 30. April 1945 kampflos an die Sowjetarmee. Das von einem Standgericht darauf ausgesprochene Todesurteil wird nicht vollstreckt. Ebershagen muss nach Kriegsende mit seinen Soldaten in die sowjetische Kriegsgefangenschaft. Von den Mitgefangenen wird er als Verräter bezeichnet und gemieden. Ein ehemaliger SS-Offizier versucht, ihn umzubringen, da Ebershagen ihn von seinem Lazarett-Aufenthalt 1942 als Kriegsverbrecher identifiziert.

Ebershagen kommt 1949 wieder nach Deutschland zurück und hilft als Kreisrat von Usedom beim dortigen Aufbau. 1950 reist er in die Bundesrepublik, um mit ehemaligen Kameraden zu sprechen. In der amerikanischen Besatzungszone gerät er in die Fänge des amerikanischen Geheimdienstes. Er widersteht deren Erpressungsversuchen, die im Zusammenhang mit der Wiederbewaffnung der BRD stehen. Daraufhin wird Ebershagen von einem Militärgericht zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg erlebt er, wie gut die Nazi-Kriegsverbrecher leben, die nach und nach in Freiheit kommen und sich auf eine neue Armee vorbereiten. Nach fast drei Jahren wird er auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes entlassen und kehrt nun endgültig heim zu seiner Familie in die DDR.

Produktion und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel und Erstsendungen der einzelnen Episoden:

  1. Entscheidung an der Wolga (Fernsehpremiere (DFF): 5. September 1961)
  2. Als die Glocken schwiegen (Premiere: 7. September 1961)
  3. Wo sich die Wege trennen (Premiere: 10. September 1961)
  4. Auf der anderen Seite (Premiere: 12. September 1961)
  5. Zweite Heimkehr (Premiere: 14. September 1961)

Am 24. September 1961 wurden die, als Schwarzweißfilm gedrehten fünf Teile, zum ersten Mal am Stück im Berliner Kino Babylon gezeigt.[1] Diese Form der Aufführung wurde noch mehrmals in verschiedenen Kinos praktiziert. Für den normalen Anlauf in den Kinos der DDR wurde der Film auf zwei Teile zusammengefasst, die ab 3. und 10. November 1961 zu sehen waren.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tageszeitung Neues Deutschland[2] bemerkt Katja Stern nach Ausstrahlung der fünf Folgen:

„Es ist das große Verdienst der Schöpfer des Fernsehfilms, daß sie allen Gefahren der Überzeichnung, eines falschen Pathos oder eines pompösen Dialogs, die auch ein so großes Thema zur Mittelmäßigkeit hätten herabwürdigen können, widerstanden haben. Die künstlerische Meisterschaft dieses Fernsehromans drückt sich im Gegenteil aus in einer geradezu maßvoll-disziplinierten Bescheidung in den Mitteln, mit denen jede Szene gestaltet wurde. Das Ganze erhielt besonders dadurch seine erregende Atmosphäre und starke Aussagekraft.“

Das Lexikon des internationalen Films schreibt, dass der spannende, auch emotional bewegende „Fernsehroman“, als Antwort auf die westdeutsche Serie „So weit die Füße tragen“ konzipiert sei. Als einer der ersten erfolgreichen Mehrteiler des ostdeutschen Fernsehens, war er vor seiner TV-Adaptation von der DEFA-Leitung mit der Begründung abgelehnt worden, die Zeit des Zweiten Weltkriegs aus der Perspektive eines deutschen Offiziers sei nicht darstellenswürdig."[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Petershagen: Gewissen in Aufruhr, Verlag der Nationen, (Ost-) Berlin 1957

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Zeitung vom 22. September 1961, S. 12
  2. Neues Deutschland vom 19. September 1961 S. 4
  3. Gewissen in Aufruhr. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. September 2018.